Tankt Ihr E10?

    • Offizieller Beitrag

    Wer von Euch tankt E10 und wer meidet es wie die Pest? 16

    1. ich tanke ab jetzt immer E10, mein Fahrzeug ist dafür freigegeben und es ist billiger (7) 44%
    2. ich tanke niemals E10, solange es Alternativen gibt (6) 38%
    3. ich tanke E10 nur, wenn die Alternativkraftstoffe zu teuer oder ausverkauft sind (2) 13%
    4. ich muß leider E5 tanken, würde aber gerne auf E10 wechseln (1) 6%

    hier mal eine umfrage, die mich bei der aktuellen diskussion um E10 interessiert. was tankt ihr, wenn alle kraftstoffsorten vorhanden sind? meidet ihr E10 auch so, wie es in den medien immer beschrieben wird?
    mit meinem fahrzeug brauche ich diesel, daher kann ich nur für ein firmenfahrzeug selber voten! E10 käme mir aber privat trotz des votings nie in den tank! ;)
    ich freue mich auf diskussionen und vor allem auf eure stimmen.



    mfg rohoel.

  • Und wo ist die Option "ich muss weiterhin E5 tanken, weil mein Fahrzeug keine E10-Freigabe besitzt!"? ?(

  • Die Brühe kommt bei mir nur rein, wenn der Rest zu teuer wird oder alle ist... :thumbdown:


    Von wg. ökologisch: Mehrverbrauch ist vorprogrammiert, die Anpflanzung geht zu Lasten von Lebensmittelanbau (die u. U. auch teurer werden) und ob die Fahrzeuge das wirklich vertragen, wird sich evtl. erst nach Jahren zeigen und wenn nicht dann hat man es wohl schwer, nachzuweisen, dass das Zeug schuld ist...

  • die markteinführung war aber klasse gewählt,...


    Der Start war schon zu Jahresbeginn, ich hätte es hier im Süden bereits am 05.01. tanken können! Nur der Käuferstreik hat dann dafür gesorgt, dass die Umstellung in der Republik nur mehr zögerlich voran ging. Und vielerorts wurde davon sogar wieder Abstand genommen! Vielfahrer hätten also schon einen direkten Vergleich gehabt.

  • Ich muss E05 tanken und das ist gut so. Nix "leider und würde aber gerne auf E10 wechseln". Die ganze Gängelung von oben herab geht mir gegen den Strich und gegen meinen Geldbeutel, wenn man allein den Wertverlust eines älteren Fahrzeugs betrachtet, im Moment der Ankündigung solcher Novellen. Das war schon mal so, als die "Umweltzonen" angekündigt wurden...
    Auch die "Abwrackprämie" versaute den gesamten Gebrauchtwagenmarkt.
    Ebenso die Steuerbefreiungen bei Einhaltung gewisser Abgasnormen usw.
    Beabsichtigte Förderung hin oder her, geht das doch immer auch zulasten andererseitig Betroffener.


    Wo soll ich denn nun ankreuzen? Passt alles nicht so recht.

  • Hier gibt es E10, ich dürfte es fahren, aber so lange es genau so viel kostet bzw. teurer als Super ist,
    tanke ich letzteres. :)

    Gruß
    taxus






    "Wir essen jetzt Opa!" Satzzeichen retten Leben!

  • Das ist mal eine echt interessante Umfrage!


    Auch ich bekenne mich zu der Mehrzahl der User.
    Zum einen, einfach aus Prinzip, da ich es nicht unterstützen kann "Lebensmittel" zu tanken und dort wo jemand was tun kann, sollte er dazu beitragen dies zu verhindern. Das ist meine Meinung dazu und Stimme insofern den meisten bei.
    Eine "Ersparnis" fängt bei mir nicht mit etwas Mehrverbauch an, sondern mit einer Gesamtheitlichen Kosten,- und Verbrauchssenkung bei mindestens über 15%, alles andere ist der gegenwärtig subjektive Eindruck, welcher (aktuell noch) nicht auf breiten Lamngzeittests beruht.


    Zum anderen gehöre ich zu den Bürgern, welche in vielem die THW, Polizei, u.ä. als Vorbild nehmen und deren gutes Beispiel bei der Auswahl der Betankung folge 8)


    Möge der Motor durchhalten...

  • Hallo,


    "Ich tanke E10 nur, wenn die Alternativkraftstoffe zu teuer oder ausverkauft sind (4)"


    Mein Auto kann es tanken, das ist nicht das Problem. Da ich aber eh einen Verbrauch von nur ca 1 L/100km habe, sind mir die Kosten relativ egal :)


    Mir fehlt der Glaube bzw die Überzeugung, daß es ökologisch Sinn macht - die Berechnung der CO2-Ersparnis erfolgt zB "ab Acker", nicht von "auf den Acker". Mich k**tzt es an, wie von Seiten der Politik und der Mineralölwirtschaft mit dem Thema umgegangen wird.

    Das schöne an Bienchen ist, man hat immer was worauf man sich freuen kann :love2

  • Eine andere mögliche Antwort fehlt noch: ich tanke E10 weil es bei mir keine preisgleiche Aternative gibt.


    Nachdem im berliner Raum an vielen Tankstellen "Normal" abgeschafft wurde und "Super Plus" das einzige E5-Benzin ist, bleibt einem nur noch E10, wenn man nicht gerade im Geld schwimmt.


    Ganz davon abgesehen, sollte es doch heute möglich sein, einen Motor zu bauen, der weniger Treibstoff verbaut, als noch vor 30 oder gar 40 Jahren (ein Käfer kam mit 7l "normal" klar, der Smart nimmt im realen Leben nicht viel weniger). An dem Punkt könnten die Regularien ansetzen.

  • An der Umfrage kann ich z.Zt. leider nicht teilnehmen, da ich nur Diesel tanke. ;) Erst wenn unser Familientwingo wieder bei mir steht, werde ich Benzin tanken.
    Welches? Da bin ich noch etwas unentschlossen. Freigegeben für E10 ist er.


    Von technischer Seite aus habe ich auch keine Einwände. Denn wie sieht die tatsächliche Faktenlage bezüglich der üblichen Vorwürfe aus?


    1.) Korrosionsschäden im Katalysator und Auspuff durch erhöhten Wasseranteil im Abgas: Bei der Verbrennung von 1 kg Benzin E5 entsteht ca. 1,2 kg Wasser. Ethanol hat einen höheren Wasserstoffgehalt als Benzin, dadurch erhöht sich die Menge um 0,5 Gramm. Wenn hier Erdgasfahrer mitlesen, könnten die ja mal ihre Erfahrungen berichten. Erdgas hat einen noch deutlich höheren Wasserstoffanteil (und damit bei der Verbrennung produziertes Wasser) als E10.


    2.) Ölverdünnung aufgrund von mehr Wasser im Abgas: s.o.

    3.) Schäden durch die etwas höhere Verbrennungstemperatur:
    Eine intakte Motorelektronik kann sich auf den erforderlichen früheren Zündzeitpunkt einstellen. Dies macht sie auch sonst bei schwankender Benzinqualität.


    4.) Langzeitschäden: In den USA ist E10 seit 1997 Standard. Autohersteller, die dort ihre Produkte anbieten, können die Lage bezüglich einer Freigabe also sehr gut einschätzen. Ausgerechnet in den USA würden sie sich doch vor Schadensersatzklagen kaum retten können.

    5.) Geringere Leistung und / oder Mehrverbrauch:
    Bei Langstreckenrennen, z.B. den 24 h von Le Mans, ist E10 seit 2008 zwingend vorgeschrieben. Beides wurde hier nicht festgestellt.
    Einzelne Leserzuschriften in Zeitungen, die Gegenteiliges berichteten, kann ich nicht ganz ernst nehmen. Der Einfluss von Streckenprofil und Fahrstil heben einen weit größeren Einfluss. Mit meinem Diesel produzier ich Verbräuche zwischen < 6 und 11 l/100 km. Jeweils bezogen auf eine Tankfüllung ( ~ 700 - 1200 km).

    6.) Korrosion an Aluminium- und Kunststoffteilen in der Kraftstoffzuführung:
    Hier gibt es tatsächlich Probleme bei älteren Fahrzeugen. Das sind dann die 5 - 10%, die von den Herstellern keine Freigabe bekommen.

    7.) Wegen des Anbaus von Pflanzen für die Bioethanolerzeugung gehen Anbauflächen für Lebensmittel verloren; diese werden deshalb teurer:
    Hier könnte imho etwas dran sein, aber für eine fundierte Meinung fehlen mir bisher Fakten und Zahlen.
    Wo kommt das Ethanol für E10 her und was wurde auf den Flächen vorher angebaut? Wie sieht die Energiebilanz bei Produktion und Logistik im Vergleich zu Benzin aus?


    Was mich bei diesem Thema aber am meisten überrascht, ist der Dilettantismus der Autohersteller, Ölkonzerne und Politiker bei der Kommunikation im Vorfeld der Einführung. :(