Nokia Deutschland Chef verteidigt Schließung von Werken

  • Tja, Damals 2008 begann für Nokia der Anfang vom Ende...

    Katzen landen auf ihren Füßen.
    Toast landet auf der Marmeladenseite.
    Eine Katze mit einem Toast auf ihrem Rücken schwebt über dem Boden in einem Zustand von Quantenunentschlossenheit.

  • Seit Nokia aus Bochum abgezogen ist, habe ich kein Nokia Produkt mehr erworben oder dafür Werbung gemacht und habe auch beides nicht mehr vor!

    ;) bab

  • bab


    Und welches, direkt in Deutschland gefertigte Handy/Smartphone nutzt du stattdessen? Welcher Hersteller lässt seine Smartphones/Handys noch in Europa fertigen? Mittlerweile kommt doch fast alles, was der Unterhaltungselektronik, dem Mobilfunk oder Computerindustrie zuzuordnen ist, produktionstechnisch aus Asien. Auch dein Navigon...


    Franz

  • Hallo Franz,
    du magst ja Recht haben; trotzdem habe ich wie "bab" seit 2008 kein Nokia Produkt erworben, mein N73 liegt unbenutzt in der Schublade. Ich mag diese Firma nicht mehr. :evil:
    Bei den Smartphone hat Nokia eh die Entwicklung verschlafen.

  • Ich mag Nokia auch nicht, was aber eher an deren Produkten liegt. Diesen Boykott find ich aber affig, weil man, der Logik folgend, dann eben fast alle Produkte aus der Branche meiden muss. Es ist ja nicht so, das Nokia ein urdeutscher Hersteller ist, der seine Heimat verraten hat. Seien wir doch froh, das er immerhin am Standort Deutschland versucht hat produzieren zu lassen und noch Teile der Entwicklung hier hat. Im Gegensatz zu anderen, die hier maximal ne Salescompany haben und nicht mal auf die Idee kommen, hier produzieren zu lassen. Die lassen es von Anfang an aus Asien schicken.


    Apple hat seine Produktion seinerzeit übrigens auch komplett aus den USA ausgelagert und lässt seitdem komplett in Asien fertigen. Das hat das Unternehmen u.a. gerettet. Und btw. für uns deutsche ist das garnicht mal schlecht, wenn wir was importieren, mit unserem Handelsüberschuss. Schließlich müssen unsere Exporte auch bezahlt werden.


    Franz

  • Jeder der sich einen Boykott wünscht, kauft hoffentlich ausschließlich Autos aus deutscher Produktion. Davon gibt es, im Gegensatz zum Handy und anderen elektronischen Artikel, nämlich noch recht viele. ;)

  • Von meinen 12 Autos die ich bisher gekauft habe, waren alle 12 aus deutscher Produktion.
    Ausschließlich BMW, Audi und Volkswagen.
    Der letzte ein VW EOS, mit dem ich sehr zufrieden bin.
    Hatte nie Probleme damit, beim letzten BMW waren es 310.000 km, mit zwei ausgefallenen Lampe als einzigen Schaden.
    Ebenso werden von mir seit der Schließung des deutschen Werkes keine Nokia Produkte mehr gekauft.

  • Hallo


    Wenn ich's richtig sehe, gings aktuell nicht mal mehr um das Werk in D-Land, sondern in Rumänien. Nokia macht auch nur das, was alle machen: Dort hin gehen, wo billig produziert werden kann [auf wessen Kosten???]. Zumal die wohl auch etwas Absatzprobleme haben. Manchmal frage ich mich: An was liegt es, dass Hersteller billig produzieren müssen?


    Ich selber kaufe kein Nokia mehr... allerdings nicht, weil die in Fernost produzieren, sondern weil die nichts passendes mehr im Programm haben. Das mit dem Boykott ausländischer Waren halte ich für schwierig. Ich glaube, dann müssten wir alle nackig rumlaufen oder unsere Socken beim Maßschneider um die Ecke kaufen... 8) ...und ein Handy hätte dann auch keiner mehr von uns.


    MfG


    P.S. Und ich glaube nicht, dass es Nokia heute besser ginge, wenn sie noch in D-Land produzieren würden. Da wurde wohl zu lange auf's falsche Pferd gesetzt.

  • Von meinen 12 Autos die ich bisher gekauft habe, waren alle 12 aus deutscher Produktion.
    Ausschließlich BMW, Audi und Volkswagen.
    Der letzte ein VW EOS, mit dem ich sehr zufrieden bin.
    Hatte nie Probleme damit, beim letzten BMW waren es 310.000 km, mit zwei ausgefallenen Lampe als einzigen Schaden.
    Ebenso werden von mir seit der Schließung des deutschen Werkes keine Nokia Produkte mehr gekauft.


    Deutsche Marke oder deutsche Produktion?


    Der EOS wird in Portugal gerfertigt...

  • [auf wessen Kosten???]


    Gute Frage. Interessanter, zu wessen Vorteil...


    Mir fallen da ein:


    - Nokia


    Weil sie billiger produzieren können, die Produkte konkurrenzfähiger sind, im Zweifel mehr oder überhaupt Gewinn erwirtschaften können, verbleibende Arbeitsplätze gesichert werden, oder eben höhere Tarifabschlüsse möglich sind. Und natürlich auch die Aktionäre von Nokia.


    - Die Kunden


    Günstige Geräte


    - Das Land, wo jeweils gerade produziert wird.


    Also ehemals Deutschland (statt Finnland), Rumänien (statt Deutschland) oder dann eben Asien...


    Steuern, Arbeitsplätze...


    - Deutschland


    Gerade in Asien hat doch dieser Trend dazu geführt, das aus 3. Welt-Ländern Entwicklungsländer geworden
    sind, die nun zum Absatzmarkt werden und damit gute Kunden unserer Exportwirtschaft sind. Was wiederum deutsche Arbeitsplätze schafft/sichert.


    Ich glaube kaum, das man diese Rechnung wirklich auf den Cent aufmachen kann, aber es bringt nicht nur Nachteile, das Produktionen ausgelagert werden. Letztlich folgt das idR. den Gesetzen der Marktwirtschaft und auch wenn es manchem schwer fällt, aber mit und von dieser Marktwirtschaft, die halt idR. nur bei beachtung ihrer eigenen Regeln gut funktioniert, bezahlen wir unseren bescheidenen Wohlstand.



    Ich sehe das, wo wir gerade dabei sind, auch nicht so arg kritisch, was die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung in Asien betrifft. Das ist ne Entwicklung und wenn man neben den Wanderarbeitern mal die Armut dort auf dem Lande betrachtet, dann kann, nein ist die Industrialisierung eine Chance für das Land und für den Lebenstandart der Bevölkerung. Das ist ja auch ne Entwicklung und mit fortschreitender Industrialisierung entwickeln sich eben auch die Strukturen (im wesentlichen Gewerkschaften) die bessere Arbeitbedingungen ermöglichen. Dann steigen wieder die Preise für Elektronik in Fernost, Verlagerung wird weniger lukrativ, dafür können sie mehr deutsche Autos kaufen...


    Man muss sich nur davon verabschieden, das ein Arbeitsplatz bei nem grossen Namen ein Arbeitsplatz auf Lebenszeit ist. Nicht jeder kann bei der Telekom, der Post oder Beamter sein.


    Franz

  • Mein Arbeitgeber (einigen kennen ihn ja) machts nicht anders. Schon vor Jahren wurde ich einige Wochen nach Ungarn geschickt, um dort an einem neu errichteteten Standort Teile der Verarbeitung zu übergeben; danach wurde in China und in Tschechien das Gleiche gemacht. Entsprechend wurde hier in Deutschland abgebaut. Ganz groß in der Presse vor einigen Jahren: zwei Standorte in Deutschland wurden parallel komplett dicht gemacht - die Mitarbeiter erfuhren es in einer urplötzlich veranschlagten Betriebsversammlung am Mittag, dass sie sofort gekündigt sind und nur noch 6 Monate zu "leben" haben. Diese Standortschließungen hatten außerdem zur Folge, dass sich die Mitarbeiter nicht um einen anderen Posten beim selben Arbeitgeber bewerben durften. Der absolute Hammer war, dass diese gekündigten Mitarbeiter noch teilweise die Aufgabe bekamen, ihren Job selber ins Ausland zu transferieren (sprich: die neuen Mitarbeiter im Ausland schulen).


    Und gespart wird weiter: regelmäßig bekommt der Großteil der über 50-Jährigen ein "Angebot" (Abfindung bei Vertragsauflösung), das sehr viele auch annehmen. Doch es rückt natürlich keiner nach. Das bedeutet, dass die Arbeit für die Verbliebenen stetig ansteigt. Auch das führt durch Überbelastung zu einer 'natürlcihen Auslese'- :cursing:

    Navigation mit Google Maps über Android Auto und AAWireless im Nissan Qashqai Akari Automatik. Zusätzlich ist POIbase NAVI ein treuer Beegleiter meiner Fahrten  ;)

  • ... das Problem bei und sind die Zeitarbeitsfirmen.


    In näherer Umgebung wurde eine Riesenanlage für Tomaten und Paprika gebaut; es wird nicht geerntet, was reif ist, sondern es wird nur auf Bestellung gepflückt.
    Kommt keine große Bestellung rein, bleiben die Leute zu Hause.
    Schlägt eine Seuche zu, wie im Frühjahr Ehec, werden die Leute sofort entlassen.


    Gibt es für den Bau einer Fabrik an einem neuen Standort Subventionen, wird die alte Fabrik geschlossen. Ohne Rücksicht auf Verluste. So jagt ein Land dem anderen bzw. eine Kommune der anderen die Arbeitsplätze ab. Und die jeweils Betroffenen, die zuvor genauso gehandelt haben, jammern fürchterlich über dieses absonderliche Verhalten.


    Auch ein Beamter ist sich seines Jobs nicht mehr so sicher; Spitzenpositionen werden anfangs nur auf Zeit vergeben, nach deren Ablauf sich der Bewerber erneut stellen muss.


    Die einzigen, die einen Persilschein haben, sind Frauen, die jetzt qotenmäßig in die Aufsichsräte der Dax-Unternehmen gesetzt werden sollen.


    Schröder und von der Leyen geben gerade ein Beispiel ab, wie gut Frauen in Spitzenpositionen funktionieren, nämlich gar nicht. Wie ein Hühnerhaufen.

  • Von meinen 12 Autos die ich bisher gekauft habe, waren alle 12 aus deutscher Produktion.
    Ausschließlich BMW, Audi und Volkswagen.
    Der letzte ein VW EOS, mit dem ich sehr zufrieden bin.
    Hatte nie Probleme damit, beim letzten BMW waren es 310.000 km, mit zwei ausgefallenen Lampe als einzigen Schaden.
    Ebenso werden von mir seit der Schließung des deutschen Werkes keine Nokia Produkte mehr gekauft.

    Und dann ein Iphone benutzen? Das wird nochmal wo hergestellt? Ach ja, bei Foxconn.
    :thumbup:
    Super.