nun, ich war ja mal bei Here bzw. Eric und einem Vortrag zur Arbeitsweise von Here.
Es ist gewaltig, was da getrieben wird um weltweit die Attributdaten der Verkehrswege zu erfassen. Das geht über Straßenabmessungen, Fahrspuren, Bebauung, Parkplätze, die berühmten POIs, viel andere Parameter und natürlich der variabelsten und häufigst geänderten Größe, die Beschilderung. Auf einem Meter Straße können einige Dutzend Variablen hinterlegt sein.
Here sammelt und verarbeitet laufend just in time die z. B. von staatlichen Ämtern, Nutzern via Internet gemeldeten oder selber erfassten Änderungen und pflegt die in die Datensätze ein. Nicht vergessen, die müssen auch noch auf „Wahrheit“ verifiziert werden
Karten macht Here selber nicht.
So und jetzt kommt die nicht einheitliche Schnittstelle, die Kunden von Here, die diese Daten kaufen.
Das wären die Anbieter unserer Navis, der bekannteste derzeit Garmin, und die nutzen parallel auch mittlerweile die OSM Community. TT hat eine eigenen Erfassung, war mal Teleatlas und was und wie Google das macht, nun weiß ich jetzt nicht. Da ist man aber immer online und starre Karten gibt es nur in kleinen Häppchen und dann nur wenn Online abgeschaltet wird.
Dann kommen die Autohersteller, manche mit eigener Softwareabteilung für die Mediageräte mit Navigation, andere wieder kaufen über angeschlossene Softwarehäuser zu.
Und welchen Umfang an Daten die Autohersteller oder die Auftragnehmer von Here kaufen, nun ist halt eine Kostenfrage.
Man sieht es an den Darstellungen der Karte. Manche zeigen z.B. auch die Fahrspuren auf Parkplätze auf anderen sind dies graue Felder.
Bisher arbeiten alle Autohersteller an ihren Autos immer nur in Zyklen zu den geplanten Modellwechseln oder sog. Facelifts. Da wird dann bis zum sog. „Print to build „ und den ersten Probebauten im Vorserienbau entwickelt ggf. noch modifiziert aber zum sog. Job 1 wird die Entwicklung „abgeschlossen“ und eingefroren. Und dies halt in der Regel für meist 3,5 bis 4 Jahre.
Dann geht das Entwicklungsteam ans nächste Modell.
Früher mit den nur Radios im 1 und 2 DIN Format waren diese immer Zukaufteile, etwas modifiziert und oft techn. einfacher, aber sie kamen von den etablierten Herstellern Bosch/Blaupunkt, Becker, Grundig, Philips oder der Autokunde kaufte sich das Radio selber im Aftermarkt. Das ist nun seit ca. 15 eher bald 20 Jahren vorbei. Die Autohersteller haben das Normradio längst abgeschafft.
Folge Neuerungen kommen langsamer.
Aktuell ist das halt dort auch noch mit der Umsetzung der Kartenupdates.
Die Autowerke haben andere Absicherungen, müssen im Verbund zum Auto mehr prüfen und daher ist der Zyklus der Updates länger und kostet auch dem Kunden Geld.
Abhilfe wären hier eine Vereinheitlichung der Displayformate, der Software und die Variabilität des Austausch der Software auch durch die Hardware.
Ford Sync ist da nun ein mir bekanntes Beispiel. Ford hat nun in 20 Jahren mehrere Versionen von Navis verbaut. Es gab Systeme in Kooperation mit VW von Bosch, dann gab es ein System von Delphi, dann kamen die fürchterlichem „Mäusekinos“ im Fiesta/Focus/C-max, während der Mondeo und S-Max weiter mit den großen Displays geliefert wurde. Dann Sync2, aktuell Sync3 und im Focus kommt jetzt Sync4 mit neuem Displayformat und auch der E-Mustang hat ein anderes Format, hochkant.
Sync 3 ist nicht einspielbar in Radios mit Sync2 und mit Sync4 wird es ebenso sein, geht nicht auf Sync 3.
D. h. die Autowerke, nicht nur Ford, produzieren Inkompabilitäten von Modellwechsel zu Modellwechsel und auch über Modellreihen in Hard und Software und sollen dann noch vierteljährlich oder gar öfter Kartenupdates anbieten, die für die jeweiligen Systeme und Software passt.
Bisher nicht.
Allerdings hat Ford angekündigt, mit Sync4 nun mit Google zusammenzuarbeiten und durch die nun in den Autos vorhandenen eCalls mit Onlineanbindung „Live“ Google Maps anzubieten.
Mal sehen, was da so noch kommt.
Meine Vielfahrerzeit ist als nun Rentner, nah der 70 auf dem Tacho eh vorbei, statt 50.000 km Jahr und mehr sind es nur noch 5-8000 und dank Corona sogar noch nicht mal die 5000 im letzten Jahr.
Und die Zukunft fürs Auto in der uns bisher gewohnten Form sehe ich eh nicht mehr und werde sie wohl auch nicht mehr erleben, oder allenfalls passiv.