Danke artur,
ich habs zwar nicht verstanden, aber sowas hast Du dir sicher nicht ausgedacht ![]()
Da kann ich nur hoffen, dass es mal wieder so einen Vortrag wie in Nürnberg geben wird und ich dann vorallem auch Zeit habe um teilzunehmen.
Danke artur,
ich habs zwar nicht verstanden, aber sowas hast Du dir sicher nicht ausgedacht ![]()
Da kann ich nur hoffen, dass es mal wieder so einen Vortrag wie in Nürnberg geben wird und ich dann vorallem auch Zeit habe um teilzunehmen.
ZitatOriginal von Klaubi
Und wenn ihr schon mal dabei seid - habt ihr mal nachgesehen, was neues Kartenmaterial für festeinbauten kostet - unter 350,- (Europa) habe ich da nichts gesehen
Also ich hab unter 200 fuer meine neue DVD gezahlt. ![]()
In Kurzform:
- Die Hersteller (z.B. Becker, TomTom, Navigon, ...) bekommen die Rohdaten von TeleAtlas oder Navtec
- Diese Rohdaten liegen in einem Standard-Format vor. Die Files liegen als ASCII-Datei vor. Drinnen stehen tonnenweise "kryptische" Zahlenschlüssel. Welcher Schlüssel nun was bedeutet und welche Zeilenart wie aufgebaut ist... das steht in (zu kaufenden!) Unterlagen in denen das Format exakt beschrieben ist (etwa 3 dicke Bücher vom Harry Potter Format).
- Diese Beschreibung muss man nun erstmal verstehen, damit man die Dateien (irgendwas bei 15 bis 20 GB für D und über 50 GB für Europa waren es glaube ich) vernünftig lesen und auswerten kann.
- Diese Rohdaten sind KEINE Karte! Es sind haufenweise Geo-Punkte (Streckenabschnitte z.B. aber auch andere Infos wie POIs, Kanaldeckel und was weiß ich) mit teils über 130 Zusatzinfos pro Punkt (Straßenbelag, Schilder, Fahrtrichtung, Prioritäten, Hausnummer start/ende etc.)
- die Daten stehen dabei kreuz und quer im File! Also nix mit linear durchlesen und dann hat man alles.
- nun müssen diese Giga-Files also ausgelesen und gefilter werden (nur das was man für Navi braucht rausziehen) und dann logischerweise in ein brauchbares Format umwandeln mit dem man hinterher einigermaßen perfomant arbeiten kann (der User möchte ja möglichst heute noch ankommen und nicht auf die Datenauswertung warten wenn er sein Navi startet)
- genau DIESES auswerten/filtern/aufbereiten ist die hohe Kunst. Die einen brauchen länger die anderen weniger lang. Es kann zwischen Kauf der Rohdaten und der Auslieferung bis zu 1 Jahr vergehen. Navigon ist in der glücklichen Lage diese Zeit _deutlich_ zu unterbieten. Wie und wie lange genau sie brauchen wurde IMHO nicht verraten.
- Für diese Aufgabe kann man auch KnowHow und Tools (teuer teuer!) von den Lieferanten einkaufen - aber wer kann/will das schon bezahlen? Und selbst die, die es tun (war nicht von BMW und Mercedes die Rede?) brauchen sehr lange für ein Kartenupdate!
Tja, und dann sind die Karten fertig. Ist schon ein kleines Kunststück!
Danke für Deine ausführliche Erklärung! ![]()
Deine Ausführungen unterstreichen noch mal, dass das so kompliziert und umfangreich ist, dass es nur automatisiert erfolgen kann. Und wenn es automatisiert ist, ist es für mich weiterhin nicht verständlich, dass das mehrere Monate dauern soll.
Und worauf Navion in diesem Zusammenhang besonders stolz ist, kann ich auch kaum nachvollziehen. Oder welcher Navi-Anbieter braucht noch wesentlich länger für die gleiche Aufgabe?
ZitatOiriginal 944S2
Deine Ausführungen unterstreichen noch mal, dass das so kompliziert und umfangreich ist, dass es nur automatisiert erfolgen kann. Und wenn es automatisiert ist, ist es für mich weiterhin nicht verständlich, dass das mehrere Monate dauern soll.
Kann ich nur unterstreichen. Das Datenformat sollte ja festgelegt sein, dass man eine Konvertierung, bzw. einen Export nicht jedesmal neu definieren und coden muss.
So sollte die Umwandlung nach einigen Tagen (hängt wohl hauptsächlich von der Rechnergeschwindigkeit ab) erledigt sein.
/weichi
ZitatOriginal von 944S2
loew
Danke für Deine ausführliche Erklärung!
Deine Ausführungen unterstreichen noch mal, dass das so kompliziert und umfangreich ist, dass es nur automatisiert erfolgen kann. Und wenn es automatisiert ist, ist es für mich weiterhin nicht verständlich, dass das mehrere Monate dauern soll.
Und worauf Navion in diesem Zusammenhang besonders stolz ist, kann ich auch kaum nachvollziehen. Oder welcher Navi-Anbieter braucht noch wesentlich länger für die gleiche Aufgabe?
Hallo,
kauf Dir mal von Kenwood ein DVD Navisystem mit Europakarte.
Wenn Du Glück hast, kann man alle zwei Jahre ein Kartenupdate für 349,-- Euronen erwerben.
Dieses bekommst Du aber nur von Kenwood und nicht wie bei anderen Herstellern auch direkt von Navteq oder Teleatlas.
Gruß
topifun
ZitatOriginal von 944S2
Und worauf Navion in diesem Zusammenhang besonders stolz ist, kann ich auch kaum nachvollziehen. Oder welcher Navi-Anbieter braucht noch wesentlich länger für die gleiche Aufgabe?
Wer weiß. Vielleicht werden in Indien oder sonstwo damit hunderte Arbeitsplätze gesichert, weil die Daten noch fein säuberlich von Hand geordnet werden. ![]()
Ich versteh es auch nicht so ganz. Die Daten von den Kartenherstellern werden ja nicht jedesmal neu gemischt werden, damit es spannender für die Kunden wird. ![]()
Also müßte das oder die Programme zur Auswertung und Umwandlung ja existieren. Ich glaube nicht, daß Navigon das Rad jedesmal neu erfindet und die Programme nebst Dokumentation nach jedem Update vernichtet.
Daher müßte es auch in meinen Augen eigentlich schneller gehen können.
Jürgen
Das es noch kein Navi-Softwarehersteller in ein paar Tagen geschafft hat spricht auch für sich!
Aber ohne direkten Einblick in eine Materie, wird es nun mal schwer die Hintergründe zu verstehen.
Ging dies euch in eurem Beruf noch nie so?
Habt ihr noch nie mit Freunden, Bekannten usw. gesprochen; und konnten die es nicht verstehen, weshalb deine "Branche" ihre Arbeit so erledigt und nicht anders angeht oder anders löst?
Da hatte ich schon oft die Erkenntnis bekommen, dass man von Außen die Sachverhalte meist nur schwer richtig einschätzen/beurteilen kann.
pitt
ZitatAlles anzeigenOriginal von artur
Was Navigon kauft, ist das Rohmaterial für die Navigationskarten.
Dieses Material ist nach einem proprietären Protokoll geschrieben. Es wird übertragen in eine Art Metasprache zum Transport von Kartenattributen, die international standardisiert ist. Auch Teleatlasdaten werden bei Navigon in diese Sprache übertragen. Dadurch liegen dann beide Herstellerdaten einheitlich vor, und Navigon kann mit der einen wie der anderen Rohware seine Navigation bauen.
Dieses Zeug kann man aber nicht zum Navigieren nehmen, sondern man muß aus den enthaltenen Informationen erst Navigationskarten machen.
...
Gruß
artur
@artur,
ich war zwar nicht in Nürnberg, aber wenn der Vortragenden wirklich gesagt hat Navigon würde die Daten aus dem proprietären Navteq-Protokoll in eine
"Metasprache ... die international standardisiert ist" übertragen, dann hätte ich mich gelinde gesagt verkohlt gefühl.
Navigon benutzt selbstverständlich auch ein proprietäres Protokoll. Wenn die Daten von Navigon in einem standatisiertem Protokoll ausgeliefert werden, dann liegt der gesamte Beschreibung offen und jeder kann mit Hifle der Beschreibung und der Dateien ein eigenes Navi programmieren und vertreiben ohne Lizenzgebühren abzuführen.
Navigon überführt sowohl NAVTEQ- als auch Teleatlasdaten ín das gleiche von Navigon entwickelte und als Firmengeheimis gehütete Format. Nicht von ungefähr hat DrDiste auf der CEBIT davon gesprochen, dass die Entschlüsselung der *.SFS-Dateien geschäftsschädigend gewesen sei und für MN|5 ein anderes Verfahren gewählt wurde, damit dieser Vorgang nicht wiederholt werden wird.
Es mag zwar sein, das die Formatänderung bei jedem neuen Release incl. der notwendigen Programmänderungen für die Umformung von NAVTEQ- ins Navigonformat und für die Berücksichtigung dieser Änderungen im Navigationsprogramm mehrere Monate in Anspruch nimmt. Die für die tatsächliche Übertragung benötigte Zeit beträgt jedoch nur wenige Stunden.
Viele Grüße
rowdy
loew hat inzwischen mit seinem weit besseren Fachwissen meine nur noch undeutlichen Erinnerungen richtiggestellt.
Ich kann bestätigen: so war es.
Der Hintergrund bleibt derselbe: man kann mit den Rohdaten nicht navigieren, es ist ein mühsamer und zeitraubvender Prozess, dort die benötigten Attribute herauszufischen und es ist eine große Kunst, dabei keine Fehler zu machen.
Gruß
artur
Ihr werdet staunen: bin gerade zu unserem Aldi gefahren - abgelegen in einer kleinen Straße in einer 30er-Zone.
Früher gingen rechts u.a. zwei kleine Querverbindungsstraßen zur Parallelstraße. Seit ca einem halben Jahr sind diese Straßen dicht gemacht worden; die Fläche dazwischen ist heute für den Wochenmarkt bestimmt.
Und an dieser kleinen Straße ist das im Kartenmaterial bereits verzeichnet! Orange Straßen! NavTeq scheint ein Herz für Hamburg(er) zu haben ![]()