Neue Debatte über Tempo 160 auf Autobahnen. Was hält ihr davon?


  • Und genau das wage ich zu bezweifeln. Es mag ja sein, dass Du Dich bei 200 km/h noch konzentrieren kannst, vielleicht sogar auf den Strassenverkehr (bewußt gewählt), aber es stellt sich doch grundlegend die Frage, ob Du auch re agieren kannst. Und das bezweifel ich. Die menschl. Reaktionszeit paßt nicht zu diesen Geschwindigkeiten. Der zurückgelegte Weg, bis die Reaktion in Aktion umgesetzt wird ist im besten Falle 56m betragen, vorher hast Du gar nicht realisiert und umgesetzt, was passiert ist. Erst nach diesen 56 m wird Dein Gedanke in Aktion umgesetzt, erst jetzt erfolgt beispielsweise der Tritt auf das Bremspedal oder das Ansetzen zum Ausweichen. Und dabei kann mir auch keiner erzählen, dass man mit der Zeit lernt, mit diesen Geschwindigkeiten umzugehen. Das ist aus menschl. Sicht nicht möglich. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit ist der MEnsch nicht mehr in der LAge rechtzeitig zu reagieren und daher nur noch Beifahrer. Egal ob er rechts oder links im Fahrzeug sitzt.


    Daher empfinde ich eine GEschwindigkeitsbescheänkung auf 160 km/h oder 140 km/h nicht als allzu störend, da hierdurch eventuell gewährleistet ist, dass der Verkehrsfluss aufrecht erhalte wird. Ich bin bspw. berufl. sehr oft in Holland unterwegs und muß sagen, dass ich die Geschwindigkeitsbegrenzung dort für sehr angenehm halte, zwar etwas tief angesetzt aber doch ok. Das Fahren ist viel entspannter als hier, wo man immer darauf zu achten hat, ob nicht ein Porsche, BMW oder MB-Fahrer (sorry, hab eventuell noch einige vergessen) einem im Nacken sitzen und mit Macht "Freie Strassen für freie Bürger" durchsetzen wollen.


    Vielleicht sollten einige Fahrer mal darüber nachdenken, was es heißt, sich mit solchen Geschwindigkeiten fortzubewegen, eventuell wäre es dann möglich, die derzeitige Regelung zu belassen. Aber solange es Leicht-LKW-Fahrer gibt, die denken sie wären Schumi oder PKW-Fahrer gibt, die der MEinung sind, nun muß die Kutsche mal laufen, alle anderen haben zur Seite zu gehen, solange wird das Ganze hier nicht funktionieren.


    Ingo

  • Zitat

    Original von 900SS-97
    Hallo Alexander


    . Ich war mit meinem Moped (Yamaha FZR 1000 mit Lachgaseinspritzung) auf dem Rueckweg von Ulm nach Hause.


    Das hast Du durch den TÜV bekommen ?(

  • @ ingok


    /ZITAT
    Das hast Du durch den TÜV bekommen
    //ZITAT


    Die Frage kommt an dieser Stelle nicht so ganz gut. UUPS, wie sag ich es meinem Kinde. Ja ich war auch mal juenger. Was hindert mich daran schlauer zu werden (ist uebrigens nicht mein Spruch). Ich glaub ich hab Alzheimer. All meine Papiere sind im letzten Krieg verbrannt. ...........


    BITTE
    Lass uns einfach mal beim Thema Tempolimit 160km/h bleiben ;-))


  • Kein Problem, war ja ein Smily dahinter

  • Witzige Diskussionen-und so schön emotional...


    Ich gehöre zu denjenigen, die beim Aufräumen resp. beim wieder Zusammenflicken der Reste beteiligt sind. Und fahre auch gerne mal schnell.


    Aber eines ist eindeutig und kaum zu diskutieren: nehmen wir das Problem der Transporter mal raus (das ist ein echtes!), gilt in der Unfallstatistik für die Autobahn: je schneller desto häufiger und desto übler in den Konsequenzen, unabhängig von der Automarke im übrigen.
    Die Gründe wurden ausreichend dargelegt. Geht es um die reine Prävention, führt absolut nichts am Tempolimit vorbei! Alles andere ist nicht rational begründbar.


    Gruss


    Wolfgang

  • Zitat

    Aber eines ist eindeutig und kaum zu diskutieren: nehmen wir das Problem der Transporter mal raus (das ist ein echtes!), gilt in der Unfallstatistik für die Autobahn: je schneller desto häufiger und desto übler in den Konsequenzen , unabhängig von der Automarke im übrigen.


    Wolfgang,
    Yep, ist halt ein Glaubensthema.


    [edit]
    Über die um ca einen Faktor 10 (zehn) höhere Anzahl von Toten bei
    Haushaltsunfällen gibt es kaum Diskussionen. (Vergleich zu Autobahnen)
    [/edit]


    Und ja, lassen wir die Transporter mal aussen vor. (katastrophal)


    Wo gibt es eine Statistik zum Thema absolute Geschwindigkeit
    in Verbindung mit Unfällen und Folgen?
    Die übliche Kategorie überhöhte/nicht angepasste ist nicht sehr hilfreich.
    Konkret:
    Wieviele der <999 Toten auf den Autobahnen sind auf Geschwindigkeiten
    im Bereich oberhalb der Richtgeschwindigkeit zurückzuführen?

    Wolf

    2 Mal editiert, zuletzt von WolfL ()


  • Moin,



    das wirst Du nicht hinbekommen......


    Beispiel


    1 Unfall bei einer Geschwindigkeit von >130km/h


    im anschließenden Stau rasseln auf 4 Fz in leichte "Blechschaden"- Unfälle und auf der Gegenfahrbahn durch Gaffer noch mal 2 ineinander..... zudem kommen die "normalen" Unfälle in den Bausellen & Co.....


    so geht das weiter und weiter..... anschließend kommt heraus, dass die Unfälle über 130km/h einen geringeren Anteil haben als die bei einer Höchstgeschwinigkeit von 80 km/h ( in Baustellen)


    ;D

  • Zitat

    ...
    das wirst Du nicht hinbekommen......
    ...
    so geht das weiter und weiter..... anschließend kommt heraus, dass die Unfälle über 130km/h einen geringeren Anteil haben als die bei einer Höchstgeschwinigkeit von 80 km/h ( in Baustellen)
    ...


    Moin Dirk,


    schon klar, dass es vermutlich keine Anwort gibt/geben kann.


    Es ist halt nur mein Ansatz, aus dieser Glaubensdiskussion wenigstens
    einen Teil von Pseudo-Argumenten heraus zu bekommen.


    Bei erhöhtem Verkehrsaufkommen auf dreispurigen Autobahnen läuft
    heute bereits fast alles im Bereich 120...140, solange keine Staus/Unfälle
    dazu kommen. Auch ohne Leitsysteme; natürlich sind PKWs gemeint.


    Das weitaus grössere Problem ist m.E. der durchgängig zu geringe Sicherheitsabstand.


    Wolf

  • Es ist nicht mein Metier, aber Zahlen die üblicherweise in Zeitungsartikeln angeführt werden und auf STudien von Verkehrspsychologen, Telematikern und Versicherungen beruhen sehen doch ungefähr so aus:


    Abhängig vom Strassentyp sinkt die Unfallhäufigkeit bei einem Absenken der Durchschnittsgeschwindigkeit grob im Verhältnis 1 zu 3, d.h. 1% weniger Durchschnittsgeschwindigkeit bringt ca 3% weniger Unfälle. Grundlage für solche Feststellungen sind was Autobahnen angeht Abschnitte wo 110 eingeführt wurde, um die Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 120 auf 100 zu senken.
    Gemessen an der Schwere der Unfälle (Verletzungen) liegt die Quote wohl bei ca 1:10, d.h.1% weniger Durchschnittsgeschwindigkeit bringt 6-10% weniger Unfallschwere.


    Mit steigender Geschwindigkeit nimmt das Problem fehlenden Abstandes drastisch zu, was vor allem (dazu stand kürzlich was auch in den Zeitungen - mmh etwas vage der Hinweis) daran liegt, dass die Einschätzung von Fahrern was Geschwindigkeitsunterschiede und Distanzen angeht zunehmend fehl geht. Diese würde nochmals extrem verstärkt mit der Häufigkeit mit der Fahrer schnell fahren und mit der Selbsteinschätzung was die eigenen Fahrfähigkeiten bzw. die Leistungsfähigkeit des Autos angeht.


    Ein Beispiel das mir im Gedächnis blieb, war dass ich glaube über die Hälfte aller Fahrer, die angaben regelmässig über 200km/h zu beschleunigen, einen Sicherheitsabstand von um die 50m für ausreichend hielten. 50m (der Abstand zwischen zwei Leitpfosten) ist die Distanz, die bei 200km zurückgelegt wird bis überhaupt die Bremswirkung einsetzt (Reaktionszeit+ Umsetzung etc.).


    Ein anderes Beispiel war die durchschnittliche Sichtweite in Autobahnkurven. Um bei 200km/h sicher zum Stillstand vor einem Stau zu kommen, benötigt man eine Sichtweite von fast einem halben Kilometer (hier kommt zur Reaktionszeit noch die Erkennzeit hinzu, d.h. ein Stauende mit stehenden Fahrzeugen muss als solches erkannt werden), die bei einer Vielzahl von Kurven/Kuppen auf Autobahnen nicht gegeben ist, Fahrer allerdings bei Befragungen dennoch angeben, eine angepasste Geschwindigkeit zu fahren.


    Fazit:
    eine höhere Geschwindigkeit erhöht Unfallrisiko und schwere, einzelne Schnellfahrer insbesondere.


    Ein Tempolimit richtet sich damit gegen die Gefährdung aller, wobei wichtig ist, das zusätzlich die permanente Aufklärung und Verkehrserziehunge hinzukommen müssen, denn ein Tempolimit bei dem dann offensiver gefahren wird und Abständsmängel und fehlende Aufmerksamkeiten hinzukommen bringt nichts (siehe Italien).


    P.S.: Wenig Spass machen allerdings bei solchen Diskussionen zwei Dinge:
    - Autofahrer, die sich als souveräne Schnellfahrer darstellen, aber die elemtarsten Kenntnisse über Fahrphysik vermissen lassen.
    - Autofahrer, die für ihr Schnellfahrhobby Tote opfern und ein Selbstschutzverhalten der anderen Verkehrsteilnehmer einfordern.



    Daher mein Plädoyer:
    - generell 130, 110 auf Gefahrenabschnitten
    - progressive Leistungsbesteuerung, um Geld für eine staatliche Beteiligung an Test/Rennstrecken zu haben
    - wer schnell fahren möchte, sollte sich einmal das Vergnügen gönnen, und auf der Nordschleife oder einer anderen Strecke ein paar Runden drehen, zumindest an Tagen, wo dort keine 3erBMW oder GTI Hindernisse unterwegs sind (meistens an Länderspiel oder Derby-Terminen), wiegt dies ein paar Wochen Autobahncruisen auf. :D

    2 Mal editiert, zuletzt von jenki ()

  • Hallo Freunde und Gegner des Tempolimits.
    Ich glaube wir brauchen keine Diskussion zum Tempo 160 km/h in Deutschland.
    Zur Begründung:
    Es gibt in Deutschland kaum noch längere Strecken auf denen kein Tempolimit exzistiert.
    An den Stellen an denen man beliebig schnell fahren darf, ist zu den Hauptverkehrszeiten soviel los auf den Straßen, dass die beiden rechten Spuren im Regelfall durch LKW benutzt werden, und auf der linken Spur kaum über 110 km/h zu schaffen ist.
    Es findet also hauptsächlich eine Diskussion darum statt, ob die verbleibenden 5% der Autobahnen zu den restlichen 50% der Tageszeit auch beschränkt werden sollen.
    Viel Zeit um sich die Köpfe heiß zu reden.
    Natürlich lesen und sehen wir immer wieder Unfälle die bei hohen Geschwindigkeiten passiert sind, aber als in Norddeutschland vor ein paar Tagen mal etwas Glatteis war, passierten innerhalb weniger Stunden mehr schwere Unfälle als im ganzen Jahr aufgrund von Geschwindigkeiten über 130 km/h.



    Bye bye
    nobi3


    PS: Ich selbst bin im letzten Jahr ca. 80.000 Km mit dem PKw gefahren. Manchmal des Nachts konnte ich sogar die 6 Zylinder des Motors bemühen. Der Regelfall aber ist das spätestens ab dem 2. Zylinder Ruhe herrscht, da bei Tempo 40 bis 80 wohl kaum über 20-30 PS benötigt werden

    Einmal editiert, zuletzt von nobi3 ()

  • Hi nobi3



    da haben wir wieder ein Statistik-Problem ;)



    es wird sicherlich nicht falsch sein, dass es noch 5 % an Autobahnen gibt, die kein Tempolimit haben ..... aber ....


    die meisten Templimit-BABs sind in Ballungsgebieten .... zB Köln / Ruhrgebiet / München / Berlin ...... da sind auch die meisten BAB und auch ( zumindest im Ruhrgebiet ) die höhste Dichte an BAB-km im Verhältnis der Fläche


    trotzdem giebt es noch jedemenge an "offnene " Bahnen .....


    zB die A2 Richtung Hannover hat viele "Vollgasanteile" sowie im Norddeutschen-Raum und auch tlw. von Nord nach Süd......


    und was viel schlimmer wiegt ( meiner Meinung nach ) sind die unterschiedlichen Geschwindigkeitszonen die es auf den BABs gibt.....


    so kommt es nicht wenig vor, dass eine "freiflug-Zone" plötzlich auf 120 runtergebremst wird ....... zB A1 aus Köln Richtung Norden in der Nähe von Hagen.....


    klar, alle die die Strecke kennen können sich darauf einrichten ..... aber Ortsunkundige müssen da doch sehr stark in die Eisen, damit sie beim 2ten 120er Schild ( i.d.R nach 200m )
    nicht in die Fotoabteilung aufgenommen werden.......


    und diese Bremswelle die dann entsteht ist dann auch meist die Ursache für Staus aus dem nichts ..... ( gibt es einige Studien zu, wie so ein Stau entsteht ... tlw. mehrere Kilometer hinter der Ursache ..., ohne das ein Unfall die Ursache ist )


    Ich gebe Dir aber in sofern Recht, das unsere Diskussion müßig ist, da es in D eine sehr sehr starke Autolobby gibt, die sich immer noch durchsetzen kann .....

  • @Nobi


    5 % der autobahnen %-?


    ich wohne zwar in österreich. fahre aber ab und zu nach deutschland und kann nur sagen in süddeutschland gibt es hunderte kilometer die nicht beschränkt sind, wie es im norden ausschaut, weiß ich nicht, kenne mich dort nicht aus.


    allerdings gibt es sehr viele überkopfanlagen, die allerdings bei meiner reisezeit meist ausgeschaltet sind ... ;)


    dIdi

  • Im Norden gibt es auch keine Geschwindigkeítsbeschränkungen. Es wird nur ab und zu per runder rotumrandeter Schilder darauf hingewiesen, daß man noch weitere 120 Kilometer auf der Autobahn bleiben kann :-D) :-D) :-D) :-D)

    Navigation mit Google Maps über Android Auto und AAWireless im Nissan Qashqai Akari Automatik. Zusätzlich ist POIbase NAVI ein treuer Beegleiter meiner Fahrten  ;)

  • Zitat

    Original von HSVMichi
    ... daß man noch weitere 120 Kilometer auf der Autobahn bleiben kann :-D) :-D) :-D) :-D)


    und was macht man danach?
    pinkelpause? ?(


    dIdI