Wie die Genauigkeit von GPS-Geräten abschätzen? Zeit oder nur Chip-abhängig?

  • Ich habe hier mehrere GPS Geräte (PNAs und Smartphones) mit eingebauten GPS.


    Wie kann ich deren Genauigkeit abschätzen?


    In Artikeln liest man immer wieder die Genauigkeit sei +/- 7 Meter. In anderen Artikeln wiederrum ist von +/- 50 Metern die Rede.


    Gibt es irgendwie die Möglichkeit die Genauigkeit in einem Online-verzeichnis nachzuschlagen?
    Also sozusagen den verbauten GPS-Chip zu ermitteln und dann dessen Genauigkeit aus einer Tabelle abzulesen?


    Hat eigentlich nur der GPS-Hardware-Chip Einfluss auf die Genauigkeit oder auch die Zeit bzw. Anzahl+Positionen der GPS-Satelliten?


    Danke
    Peter

  • Consumer Geräte zwischen. 7-15 Meter . Mehr geben die US GPS Sateliten nicht her. Alles andere ist Marketing .


    http://www.kowoma.de/gps/Genauigkeit.htm


    Gruß

    iPhone Xmax & iPad4 mit Navigon Europa(die alte)Jabra Motion Headset Handy Halterung am Lenker ( hält 12 Stunden )Hyndai I30N Performance mit Werksnavi und Karten von Navteq/Here und Verkehrsservice von TT,das beste aus zwei Welten

    Einmal editiert, zuletzt von tourenfahrer55 ()

  • Hallo Peter.


    Wenn es dich wirklich interessiert, dann schau mal bei ublox (com), dort gibt es eine Menge Literatur. Die Genauigkeit ist leider/natürlich hauptsächlich von 2 Kriterien abhängig, 1. dem, was uns "Normaluser" zugänglich ist, das ist nun mal eine eingeschränkte Genauigkeit die - wie tourenfahrer schon schrieb - bei 7-15 m liegt und 2. vom "GPS-Wetter", d.i. allgemein die Empfangslage. Da spielen rein Anzahl und Position der sats, Reflexionen (Häuserschluchten), Abschattungen wie Wald (im Regen ganz schlimm, da kommt im Sommer im Laubwald nix mehr durch).


    Und wenn du jetzt noch neugieriger geworden bist, es gibt hier http://www.u-blox.com/en/evalu…re/u-center/u-center.html ein Tool ucenter, damit lassen sich GPS-Mäuse koppeln und auswerten. Ich habe "Jahre" damit zugebracht im Sommer auf der Terasse den immer neuesten Empfänger mal wieder anzuschauen (soweit in meinem Besitz) und die Genauigkeit zu testen. Irgendwo hier in den Tiefen des Forums gibt es auch einige Testartikel, dort ist auch mindesten ein Artikel der sich mit ucenter beschäftigt.

    Viele Grüße, Charly


    Quod licet Iovi, non licet bovi

  • Wenn du die Möglichkeit hast, mal einen Geometer beim GPS-Vermessen anzutreffen kannst du die Werte deines Bauteils mit denen seines Geräts vergleichen. Der Unterschied ist schon beachtlich; allerdings trifft auch hier wieder der Grundsatz zu: Nicht so genau wie möglich, sondern so genau, wie nötig. Und das ist ja bei den Consumergeräten ausreichend...

    Navigation mit MD96310 ME3.1A, MD99285 ME7.5A

  • Ok, danke. Noch eine Frage dazu:


    Was ist denn wichtiger für die Genauigkeit:
    - Die Wetterlage/Abschattungen/Relflexionen
    oder
    - Die Anzahl der gefundenen Satelliten?


    Mit anderen Worten: Könnte man sagen "Je mehr Satelliten aktuell benutzt werden desto genauer die Position"?


    Wieiviel Prozent Ergebnisverbesserung bringen etwa denn die Korrektursignale WAAS und EGNOS?

  • Egnos ist für Feld Wald und Wiese eher nicht geeignet . Die Korrektur Satelliten stehen zu tief am Horizont . Je weiter sich der Nutzer im Norden ist im so schlechter der Empfang . Ist für den Flugverkehr gedacht . Im Auto mit externer Antenne habe ich 2 Meter über der Strasse guten Empfang . Dann bekomme ich bis zu 4 Meter hin bei 8-12 Satelliten mit Differenzialmessung . Dauert aber eine Weile . In der Stadt funktioniert das gar nicht . Bei Fahrten über Land gut bis sehr gut . Aber nur mit externer Antenne .


    Gruss

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  • Hallo Peter, wie Du es aus der Geometrie noch kennst, brauchst Du für eine Bestimmung eines Punktes im Raum nur 3 Geraden. So ist das auch im Prinzip mit den Satelliten. Hier gilt jedoch ab 4 Satelliten ist ausreichend, weil noch die Zeit als Dimension hinzukommt. Empfangbar sind sowie so nicht alle Satelliten, die über uns schweben, weil nicht alle gleichzeitig über der selben Erdhälfte, dem Erdumfang stehen. Meist sind es so um die 8 Satelliten, die man einfangen kann.

    psr (Peter)



    Mittlerweile voll auf Garmin umgestiegen. Ein Garmin Oregon 750 für den Sport. Ein DriveSmart 61 mit dem superscharfen Glasdisplay für den Alltag und Leihautos und ein Camper 780 bei Bedarf und fürs Cabrio, trotz dem dort verbauten Garmin MapPilot.

    Das MB MapPilot System hat leider nicht den kompletten Funktionsumfang der normalen Garmins. Mehrere Routen planen und einspeichern geht da z. B. gar nicht. Bedienung mit den Dreh/Drücksteller ohne Touchdisplay ist schlicht eine Katastrophe.

    2 Mal editiert, zuletzt von PSR ()

  • Hallo Peter, wie Du es aus der Geometrie noch kennst, brauchst Du für eine Bestimmung eines Punktes im Raum nur 3 Geraden. So ist das auch im Prinzip mit den Satelliten. Hier gilt jedoch ab 4 Satelliten ist ausreichend, weil noch die Zeit als Dimension hinzukommt. Empfangbar sind sowie so nicht alle Satelliten, die über uns schweben, weil nicht alle gleichzeitig über der selben Erdhälfte, dem Erdumfang stehen. Meist sind es so um die 8 Satelliten, die man einfangen kann.


    Sorry, aber das ist so nicht richtig, zumindest bedingungsabhängig. Aber auch hier gilt wieder, will man es selbst erkunden, --> ucenter und etwas (viel) Zeit.


    Der Verweis auf die Geometrie ist prizipiell zwar richtig, was ist aber, wenn die 3 Geraden nahezu parallel sind? Und das ist bei sats leider keine Seltenheit, dann geht die Genauigkeit schlagartig in den Keller.


    Andererseits ist es richtig, stehen 3 sats in etwa im gleichseitigen Dreieck am Himmel und vielleicht alle noch so unter etwa 45°: dann sollte man auch mit 3 sats noch excellenten Empfang und Genauigkeit haben. Wenn man sich dann auch mehr im freien Feld befindet, denn in Städten, Häuserschluchten kommt schon wieder das eklige Problem des Reflexionsempfangs dazu.


    Fazit: wenn wir jetzt keine Doktorarbeit daraus machen wollen gilt allgemein: je nehr sats mit umso besserer Genauigkeit kann gerechnet werden. Allgemein. Denn auch hier gilt halt, keine Regel ohne Ausnahme.


    Ah, gerade nochmal zurückgeblättert: mit deinen Geräten wirst du (leider) vermutlich keine Veerbindung mit ucenter aufnehmen können, dazu benötigrt man ein Gerät mit NMEA-Ausgang.

    Viele Grüße, Charly


    Quod licet Iovi, non licet bovi

  • noch eine Bemerkung: ich habe Sommernachmittage damit zugebracht - in Freiburg, um die geographische Lage zu definieren - mit ucenter aufzuzeichnen und habe bei allen Aufzeichnungen keine signifikante (für mich feststellbare) Verbesserung bei eingeschaltetem EGNOS feststellen können.

    Viele Grüße, Charly


    Quod licet Iovi, non licet bovi

  • ...


    Mit anderen Worten: Könnte man sagen "Je mehr Satelliten aktuell benutzt werden desto genauer die Position"?


    .....


    Hi
    ich bringe mal ein schönes Beispiel, aus praktischen Beobachtungen.
    Es gibt halt so Tage, das sind die Sats wie auf einer Perlenschnur aufgereiht und du bist die Perle in der Mitte. :thumbdown:
    Da bringt dir die Anzahl nichts.


    Viel schöner ist es, wenn die Sats, im hohem Winkel, Kreisrund, um einen stehen. Und dann bringen mehr Sats auch eine höhere Genauigkeit.


    Also, die Anordnung, die Bedingungen sind entscheidender als die Anzahl. Und vergiß Peters Anmerkung ( sorry Peter! )das es meist nur 8 Sats sind, meine Erfahrungen sind da total anders.

    ;-) bab

  • Hallo bab , ich habe geschrieben um die 8 und nicht "nur 8". Und dies bedeutet auch es könnem auch mal 10 oder 12 sein oder nur 4-6. Und damit kommen wir der Wirlichkeit doch wohl am nächsten.


    Ich prüfe äußerst selten die Satelittenzahl, aber über 12 bin ich noch nicht gekommen. Ob die hohe Anzahl oder eine noch höhere dann auch eine bessere Positionsgenauigkeit ergibt, wage ich physikalisch zu bezweifeln.

    psr (Peter)



    Mittlerweile voll auf Garmin umgestiegen. Ein Garmin Oregon 750 für den Sport. Ein DriveSmart 61 mit dem superscharfen Glasdisplay für den Alltag und Leihautos und ein Camper 780 bei Bedarf und fürs Cabrio, trotz dem dort verbauten Garmin MapPilot.

    Das MB MapPilot System hat leider nicht den kompletten Funktionsumfang der normalen Garmins. Mehrere Routen planen und einspeichern geht da z. B. gar nicht. Bedienung mit den Dreh/Drücksteller ohne Touchdisplay ist schlicht eine Katastrophe.

  • Bei Egnos Satelitten schon da sie tief am Horizont stehen . Nicht alles Navis können Egnos auswerten , bei Gelegenheit mach ich ein Bild mit und ohne Egnos .


    Gruss

    iPhone Xmax & iPad4 mit Navigon Europa(die alte)Jabra Motion Headset Handy Halterung am Lenker ( hält 12 Stunden )Hyndai I30N Performance mit Werksnavi und Karten von Navteq/Here und Verkehrsservice von TT,das beste aus zwei Welten

  • Hallo bab. psr:


    jetzt nähern wir uns drastisch "des Streites um Kaisers Bart"


    Ihr habt ja beide Recht - und auch nicht...


    Ja, es geht mit nur 3 sats - wenn das Einloggen erfolgt ist und die Geometrie günstig.


    Und es kann mit 14 sats - ja, das gibt es auch, allerdings seeeeeeeehhhhhhhhhhhr selten und i.d.R. nur für Minuten - wenn babs "Perlenschnur" (gibt es bei 14 sats nicht, je mehr, desto mehr wird auch die Geometrie "stimmen") Gestalt annehmen sollte, auch gar keinen sinnvollen Empfang, sprich Standort geben.


    Nehmt einfach zur Kenntnis, die GPS-Geschichte ist äußerst komplex. Allerdings sind die Techniker auch nicht am schlafen, es wurden immer besserer Chips entwickelt, die Software wurde auf die Spitze getrieben. Um nur ein Beispiel zu nennen: im Laufe der Jahre wurde die Anzahl der Komperatoren um mehrere Größenordnungen erhöht. Das ist - ich kann es auch nur "laienhaft" erklären: das PGS-Signal kommt hier mit einer Signalstärke an, dass es im Rauschen verschwindet. Schickt man es nun millionenmal durch einen Komperator und addiert es auf, wächst es langsam aus dem Rauschen heraus und wird auswertbar. Wie gesagt, nur ein Beispiel was die Experten hier so treiben. Und ublox, einer neben Sirf (und einigen anderen), Herstellern von GPS-Chips (im Falle von ublox werden keine Hobby-Mäuse mit deren Chips wie Wintec mehr hergestellt, das geht in den Automotive-Bereich), bringt etwa jedes Jahr eine neue Generation heraus, die anfänglich um den Faktor 10 besseren Empfang hatten, derzeit sind sie nur noch knapp besser als der Vorgänger. Das heißt, die Technik ist nahezu ausgereizt, aber immer noch so gut, dass wir inzwischen nahezu in jedem Smartphone eine GPS-Chip haben, uns über "Empfangsstärke" keine Gedanken mehr machen (müssen). Ist es nicht so, dass wir eigentlich nicht mehr wirklich feststellen, dass das GPS-Signal abbricht? Es sei denn, wir gehen in den Keller, sind in einer Stahlbeton-Tiefgarage.


    Warum also der Aufstand? Es gilt eben immer noch im Durchschnitt: mehr sats sind besser. Und: keine Regel ohne Ausnahme.


    Ich kann dem Thread-Starter nur empfehlen sich eine der letzten Mäuse wie Wintec 202 o.ä. zu besorgen. ucenter zu installieren und die Sommernachmittage damit zuzubringen "GPS" zu verfolgen. Das gibt ungeheuere Erfahrung..... :)

    Viele Grüße, Charly


    Quod licet Iovi, non licet bovi

  • Der letzte Satellit ist immer der EGNOS zu erkennen am Balken der nicht ausgefüllt ist Nummer 33. Bedingungen nicht gut nach zwei Seiten abgeschirmt am Fenster mit Externer Antenne ca 2. Meter von der Hauswand weg . Bild drei ist ohne EGNOS.Zu beachten die Genauigkeit zwischen 2 und 8 Metern . Und das bei einer Möhre aus dem Jahr 2006 .......



    Gruss