Hallo dralle,
so weit voneinander entfernt scheinen unsere Meinungen gar nicht zu liegen... Im LKW-Bereich ist die Auswahl überschaubar? Wohl wahr! Und warum? Weil die von Unternehmern mit einem einzigen Ziel angeschafft werden, und das ist OPTIMALES ROUTING. Ob da noch irgendwelche Wetter-Apps lauffähig sind, man mit dem Fernseher noch DVB-T empfangen oder dem Navi auch noch telefonieren kann, ist und bleibt absolut sekundär. Da regt sich auch niemand über ein fehlendes ecoRoute oder ecoRouteHD auf und es wird auch nicht diskutiert, ob POIs bei bestimmten Zoomstufen sichtbar sind oder nicht. Wasserfestigkeit interessiert einen Spediteur auch nicht... Alles was zählt ist Kosten-Nutzen.
So, nun gehe ich mal her und frage, was der wohlgesonnene Privatmann WIRKLICH braucht... Eigentlich sind die Unterschiede gar nicht so groß... Dem WoMo-Fahrer kommt von der LKW-Navi die Eingabe der Fahrzeugabmessungen entgegen. Das Routing könnte ruhig wie bei Sattelschleppern verlaufen: Nämlich bei "schnellste Strecke" bitte nicht durch enge Tempo 30-Zonen. Eine LKW-Navi, die solche Strecken vorschlagen würde, wäre ein Ladenhüter... Damit wären wohl schon alle Bedürfnisse der WoMo-Fahrer abgedeckt bis auf die Tatsache, dass einige WoMo-Fahrer gern explizit Autobahnen ausschließen möchten. Warum auch nicht? Denn...
... kommen wir nun zu unseren Motorradfahrern... Die möchten Autobahnen genauso wie die WoMo-Fahrer ausschließen können und benötigen Tourenplanung für ihre Rundstrecken. Dazu ein wasserfestes Gehäuse und gut ablesbares Display, was auch nicht sooo schwer sein kann zu realisieren. Und das kommt den Radfahrern ebenfalls zugute...
Diese benötigen natürlich noch einen leistungsfähigen Akku. Warum auch nicht... Sowas gibt´s ja, wie die alten StreetPilots eindrucksvoll beweisen... Da darf das Gehäuse gern auch mal etwas größer ausfallen. Wenn es Standardakkus wären, die man im Normalbetrieb "mal eben schnell" wechseln könnte: optimal! Der StreetPilot III hat´s ja schon vor Ewigkeiten vorgemacht...
Der Wanderfreund freut sich bereits, denn er braucht nicht besonders viel mehr als ein Radfahrer: vielleicht eine TOPO-Karte. Die wiederum bereiten wohl auch keine ernsthaften Probleme mehr. Lediglich die Farbgestaltung könnte optimiert werden, damit man nicht Wanderwege mit Höhenlinien verwechselt.
So, und da es ab und zu mal Stau gibt, bietet man das Gerät bitte mit normalem TMC, das zu TMCpro aufgewertet werden kann (z.B. a la GTM21), an und implementiert gerade noch schnell ein Live-Modul, damit auch doch jeder Verbraucher alle Alternativen offen hat und man "auf der Höhe der Zeit" ist.
Allgemein sollten TTS-Stimmen verwendet werden. Die Stimmen müssen so laut sein, dass auch unsere Kapitäne der Landstraße klare Anweisungen bekommen, wenn sie nebenher noch Radio hören. Eine Bluetooth-FSE sollte ebenfalls integriert sein. Für Rückfahrkameras der LKW und WoMos müssen natürlich entsprechende Anschlußmöglichkeiten vorhanden sein wie ein Antenneneingang für eine externe MCX-Antenne, damit unsere Besitzer einer mit Metall bedampften Frontschreibe nicht dumm gucken. Dazu noch eine Halterung, an die alle Kabel angesteckt werden können damit man das Gerät schnell und problemlos aus dem Auto entfernen und dort auch wieder neu platzieren kann.
So das war´s in meinen Augen... JPEG-Viewer, MP3-Player, TV-Module, Wecker, Währungsrechner und all so´n Zeug sind in meinen Augen Ballast, der die Systemstabilität beeinträchtigen kann und die Akkulaufzeit nur unnötig verringert. Da die JPGs erst übertragen werden müssen, kann man sie gleich dort betrachten, wo sie herkommen. Die winzigen MP3-Player sind im wahrsten Sinne des Wortes tragbar und da brauche ich keine entsprechende Lösung im Navi. Das integrierbare Wörterbuch ist vielleicht für den Urlaub gar nicht so schlecht... Da sollte man als Hersteller mal schauen, was die Verkaufszahlen der Vergangenheit sagen. Wecken kann mich mein Handy und da ist auch ein rudimentärer Taschenrechner drin. Und heute, wo alle Welt riesige Flachbildbernseher mit Dolby-Surround braucht kann ein DVB-T-Empfänger im Navi nur ein WItz sein... Winzigfernseher gab´s schon vor urewigen Zeiten - haben sich aber nie wirklich durchgesetzt und sind wohl für die wenigsten Naviinteressierten ein Kaufargument. Wenn schon mobiles Fernsehen, dann auf dem Netbook mit dem ich auch ins Internet komme. Da kann ich auch gleich noch DVDs gucken, meine MP3s im Hotelzimmer hören und die JPGs der Digitalkamera nicht nur sichern sondern auch anschauen.
Meine Meinung: EIN ausgereiftes (Straßen-)Navi würde voll und ganz ausreichen. Die ganzen genannten Features verpackt in einem ordentlichen Menü wären mit Sicherheit auch jedem Otto-Normalverbraucher beizubringen. Der verzettelt sich nur, wenn die Schnittstelle zu ihm, nämlich das Menü, halbherzig und unüberlegt zusammengeklatscht wird. Und weil EIN System vor dessen Einführung den Test- und nach seiner Einführung den Pflegeaufwand deutlich reduziert gegenüber einer wahren Flut von Modellen, ließe es sich bestimmt kostengünstig produzieren, Bugs könnten schneller behoben werden und man hätte genug Zeit, sich um ein noch besseres Routing für die Zukunft Gedanken zu machen, was letztendlich noch bessere und zuverlässigere Geräte zur Folge hätte. Ein Aspekt, der sicher jeden Verbraucher mehr freuen würde als irgendein zusätzliches Gimmick, was man eigentlich gar nicht benötigt und nur teuer mitbezahlen muß, obwohl es vielleicht noch nicht einmal vernünftig funktioniert...
Schuld sind aber letztlich die Verbraucher, die die alten Geräte zum Spottpreis abgeben (habe gerade einen tadellosen StreetPilot C550 für 35 Euro gekauft!) und ihr Geld für unausgegorenes Zeug ausgeben und dabei nach immer mehr Gimmicks schreien...
Wie Du schon richtig sagst: Apple macht´s mit dem iPhone vor (wobei Ausgabe 3 wohl auch ein Hammer war: in bestimmten Situationen konnte ich mit meinem Knochen telefonieren, das iPhone beschäftigte sich mit endloser Netzsuche...) Fehlt nur noch, dass die Garmins demnächst Alles außer Navigation können... (kleiner Scherz am Rande...)