Sieg für Emmely

  • Bei der Pfandbongeschichte ist halt der Vorsatz so eindeutig...


    Hallo


    Und eben darum gibt es das Mittel der Abmahnung... und das BAG hat entschieden, dass dieses ausreichend gewesen wäre. Nicht mehr und nicht weniger. Das heißt ja nicht, dass solches Handeln ein Arbeitnehmers grundsätzlich toleriert wird. Im Wiederholungsfall ist er dann drann.


    Und wenn ein Handwerker - mit dem ich 30 Jahren zufrieden war - bei mir 1,31€ einsteckt, spreche ich ihn an und gut ist es für dieses mal.


    Und es hätte ggf. sogar andere Mittel gegeben, die der Arbeitgeber hätte ergreifen können. Bei 1,31€ und dem Verlust des Vertrauensverhältnisses hätte ja z.B. auch mit einer Versetzung bzw. einem anderen Tätigkeitsfeld [Regale auffüllen] gearbeitet werden können. Aber alls das wurde nicht einmal versucht.


    Ist übrigens in anderen Bereichen schon läner so... Stichwort "Mundraub"...


    MfG


  • Das ist dann verzeihlich und erfordert sogar Mitleid und organisierte Aktionen mit/ für dem(n) armen Täter(n)? ?( ?(


    Hallo


    Wie kommst Du auf das "schmale Brett"? Hier wird doch nicht Unrecht toleriert, sondern auf das richtige [in diesem Fall "humane"] arbeitsrechtliche Mittel verwiesen. Und dieses ist ein ernst zu nehmendes Mittel. Im Wiederholungsfalle wäre dann - zurecht - Ende-Gelände.


    Der Umkehrschluss ist eben der vorgeschobene und billige Kündigungsgrund... und dem wurde zumindest eine Hürde gesetzt. Die Erfahrungen der letzten Zeit hatten es offensichtlich notwendig gemacht.


    Wie's wohl augegangen wäre, wenn's ein Arbeitnehmer innerhalb der ersten Anstellungswoche [abgesehen, dass dieser sich in einer Probezeit befindet] gewesen wäre...???


    MfG

  • Also die Pfandbons waren doch echt? Dann ist es eigentlich egal, wer sie einlöst? Wären die beim Kunden auch bemängelt worden? Wohl nicht. Bei der Echtheit und dem Vorgehen des Einlösens ist daher niemand geschädigt worden, denn das Pfand bestand ja wohl zu recht. Bestenfalls ist noch ein unbekannter Kunde, der den Bon verloren hat, der Geschädigte. Sonst niemand.


    Und das Essen eines ohnehin weggeworfenen Brötchens schädigt nur die Müllabfuhr um jene 20Gramm, die die Semmel wiegt. Aber auch nur scheinbar, denn der Müll wird ja pauschal pro Einheit oder nach Gewicht abgerechnet. Wo also ist der Schaden entstanden, auf dem man so vehement herumreitet?


    Noch weitergehend: der Pfandbon wäre abgegeben worden und hätte auf wundersame Weise den Weg zum Kunden XY genommen, der mit irgendjemandem in der Verkaufsstelle bekannt ist...... Na, merkt? Richtig, unten kann und wird kontrolliert, was oben geschieht ist geheim...


    Da werden schon mal Reste eingepackt, die übriggeblieben sind und weggeworfen werden, für den Hund...


    Jedenfalls, man merkt die Absicht...


    Quod licet Jovi, non licet bovi...

  • Also die Pfandbons waren doch echt? Dann ist es eigentlich egal, wer sie einlöst? Wären die beim Kunden auch bemängelt worden? Wohl nicht. Bei der Echtheit und dem Vorgehen des Einlösens ist daher niemand geschädigt worden, denn das Pfand bestand ja wohl zu recht. Bestenfalls ist noch ein unbekannter Kunde, der den Bon verloren hat, der Geschädigte. Sonst niemand.


    Hallo


    Wohl nicht ganz. Es gab wohl eine Regelung, dass Pfandbons bei MA's unterschrieben sein müssen und offensichtlich hat die MA die Pfandbons auch vom Vorgesetzten zur Verwahrung bekommen. Es war wohl Unehrlichkeit... aber das Mittel war überzogen.


    MfG

  • Mir tun schon jetzt alle Arbeitgeber- und nehmer leid, die in Zukunft verstärkt darauf achten müssen, dass sie nicht von "Emmelies" beklaut werden. Jeder darf einmal...


    Der Tatbestand Mundraub wurde übrigens 1975 abgeschafft.


    Gus


  • Und wenn ein Handwerker - mit dem ich 30 Jahren zufrieden war - bei mir 1,31€ einsteckt, spreche ich ihn an und gut ist es für dieses mal.


    Echt? Keine Entäuschung? Nächstes mal würdest du ihn auch wieder unbeaufsichtigt in deiner Wohnung/Haus lassen? Vielleicht, wenn nur dein Kind da ist? Oder ihm den Schlüssel geben, damit er weiterarbeiten kann, während du noch ein paar Erledigungen abarbeiten kannst? Oder würdest du doch anfangen, das Kleingeld aus der Schale zu räumen, dein Handy lieber in ne Schublade packen usw....


    Sorry, Vertrauen ist IMHO nicht von der Menge des entwendeten Geldes abhängig. Wenn mich jemand mit Vorsatz beklaut, dann kann er mich mal kreuzweise. Was wäre denn, wenn es 5,-€ gewesen wäre, oder 10,-€? Wieweit darf man dich den beklauen, eh es dein Vertrauen erschüttert?


    Es wird halt heute leider oft als Bagatelle angesehen, wenn man die Versicherung, den Arbeitgeber, das Sozialamt, die GEZ, das Finanzamt, den Zoll, die Softwarehersteller oder eben auch den Arbeitgeber ein wenig beklaut, schummelt oder unterschlägt. Das nennt man heutzutage einfach Clever.


    Mich kotzt es einfach an.


    1,23€ ist ein Bagatellbetrag, der Diebstahl aber nicht. Und in unserem Fall war es ein Diebstahl. Mehr muss man IMHO auch nicht sagen.


    Franz

  • Es wird halt heute leider oft als Bagatelle angesehen, wenn man die Versicherung, den Arbeitgeber, das Sozialamt, die GEZ, das Finanzamt, den Zoll, die Softwarehersteller oder eben auch den Arbeitgeber ein wenig beklaut, schummelt oder unterschlägt. Das nennt man heutzutage einfach Clever.


    Hallo Franz,
    hier will ich nicht widersprechen. Steuersünder die sich selbst Anzeigen gehen z. B. straffrei aus. Versicherungsbetrug, mogeln bei den Spesen; nah und, wenn man auffällt wird bei den "Hohen Tieren" eben nachgezahlt. Strafe? Fehlanzeige.
    Das extrem unterschiedliche Strafmaß macht ärgerlich.
    Und kündigung nach 31 Dienstjahren bedeutet Harz 4 und damit in der Regel erhebliche persönliche Einschränkung und Belastung, für den Betroffenen und seine Familie.
    MfG
    rth

  • Wir reden hier nicht von zu spät kommen oder Mittagspause überziehen, sondern von Unterschlagung.


    da gebe ich Franz Jaeger vollkommen Recht - eine Abmahnung ist für solche "Delikte" zu milde.

    Navigation mit Google Maps über Android Auto und AAWireless im Nissan Qashqai Akari Automatik. Zusätzlich ist POIbase NAVI ein treuer Beegleiter meiner Fahrten  ;)


  • Das extrem unterschiedliche Strafmaß macht ärgerlich.
    Und kündigung nach 31 Dienstjahren bedeutet Harz 4 und damit in der Regel erhebliche persönliche Einschränkung und Belastung, für den Betroffenen und seine Familie.
    MfG
    rth


    In der Tat, die Großen lässt man laufen, die Kleinen hängt man. Zwar nicht sprichwörtlich, aber die Großen sind meist finanziell nicht existenziell betroffen. Das ist ärgerlich, keine Frage. Macht aber im Grunde das Handeln der Kassiererin noch verwerflicher. Wegen 1,23€ im Zweifel ne ganze Familie ins Unglück stürzen...


    Aber vielleicht kommt ja ein ehrlicher Harz4 Empfänger so zu dem frei gewordenen Arbeitsplatz. Das nennt man dann ausgleichende Gerechtigkeit.


    Franz

  • In der Tat, die Großen lässt man laufen, die Kleinen hängt man. Zwar nicht sprichwörtlich, aber die Großen sind meist finanziell nicht existenziell betroffen. Das ist ärgerlich, keine Frage. ....

    Das ist nicht ärgerlich. Das ist extrem Ungerecht.


    Aber vielleicht kommt ja ein ehrlicher Harz4 Empfänger so zu dem frei gewordenen Arbeitsplatz. Das nennt man dann ausgleichende Gerechtigkeit.

    Franz, diese Anmerkung ist zynisch.

  • Was wäre denn, wenn es 5,-€ gewesen wäre, oder 10,-€? Wieweit darf man dich den beklauen, eh es dein Vertrauen erschüttert?


    Hallo


    Na... bleib mal bei 1,31€... du musst es nicht künstlich aufbauschen. Und in der Tat: Mein Vertrauen zu Menschen hängt nicht an 1,31€... das wäre nämlich "Korinthenkackerei"; sondern an Erfahrungen, die ich mit einem Menschen gemacht habe. Und da wiegen 30 Jahre mehr als 1,31€. Wenn ein Chef sein Vertrauen von solch einer Summe bzw. auch von solch einer einmaligen Entgleisung abhängig macht, hat er eh schon verloren als Chef.


    Und als Bagatelle wurde das Ganze nicht abgehandelt, sondern das richtige Mittel dagegen gefordert. Aber so sind Chefs gelegentlich... ein kleines Vergehen... und der Kerl... die Frau fliegt. Zeugt nicht gerade von Sozialkompetenz.


    MfG

  • Wir reden hier nicht von zu spät kommen oder Mittagspause überziehen, sondern von Unterschlagung.


    Hallo


    Also wenn, dann bleib konsequent... denn das zu spät kommen, kostet im Zweifel des Arbeitgeber's Knete. Bei unseren Stundenlöhnen sind 1,31€ da verdammt schnell aufgebraucht. Zweierlei Maß...???


    MfG


  • Na... bleib mal bei 1,31€... du musst es nicht künstlich aufbauschen. Und in der Tat: Mein Vertrauen zu Menschen hängt nicht an 1,31€... das wäre nämlich "Korinthenkackerei"; sondern an Erfahrungen, die ich mit einem Menschen gemacht habe. Und da wiegen 30 Jahre mehr als 1,31€. Wenn ein Chef sein Vertrauen von solch einer Summe bzw. auch von solch einer einmaligen Entgleisung abhängig macht, hat er eh schon verloren als Chef.


    Ich stelle mir gerade vor, wie du in den Flur kommst und den Handwerker deines Vertrauens dabei beobachtest, wie er sich mal eben ein wenig Kleingeld von deinem Flurschrank in die Tasche steckt... Gleiches stelle ich mir vor, wenn auf meinem Schreibtisch im Büro mal Kleingeld liegen sollte. Das würde ich nicht mal meinem besten Freund durchgehen lassen.


    Es geht eben nicht um 1,23€, sondern darum, ob man dem Angestellten oder sonstwem traut.


    @rth


    Mag so aussehen, finde ich aber nicht. Warum soll ein ehrlicher Mensch auf Arbeitsplatzsuche keinen Job bekommen und ne Kassiererin, die sich mal eben nen Pfandbon in die Tasche steckt einen der wenigen Jobs "besetzen" dürfen?


    HSVMichi


    Sehe ich auch so. Hier geht es nicht direkt ums Geld.


    Franz

  • Das würde ich nicht mal meinem besten Freund durchgehen lassen.


    Hallo


    Und... dann kündigst Du ihm die Freundschaft? Dann hat sie nichts getaugt.


    An sonst ignorierst Du hartnäckig, dass hier nicht eine Tat geleugnet/verharmlost wird, sondern der richtige Umgang gefordert wird. Und zwischen sich "beklauen lassen" und "wegen einer Bagatelle fristlos rausschmeißen" könnten ja noch Möglichkeiten liegen. Schlecht wenn "Chef's" das nicht sehen... wie gesagt... hat was mit Sozialkompetenz und Mitarbeitermanagement zu tun. Offensichtlich hat das in dem genannten Fall wieder einmal versagt...


    MfG