Durch TomTom MapShare zum Geisterfahrer?

  • So, aber ohne Fragezeichen, lautet ein Artikel in der aktuellen CT. Es werden beispielhaft zwei Stellen in Deutschland beschrieben, an denen eine fehlerhafte MapShare-"Korrektur" dazu führt, dass man auf der Autobahn auf die Gegenfahrbahn geleitet wird und so zum gefährlichen Geisterfahrer wird, wenn man die Situation nicht rechtzeitig erkennt.


    Das präkere daran:
    Diese genannten Korrekturen sind von TomTom verifizierte Korrekturen, d.h. auch eine Senkung des Akzeptanz-Levels von runterzuladenden Daten verhindert nicht das Aufspielen dieser Daten.


    TomTom verspricht diese Abschnitte nun nochmals zu überprüfen und bemerkt, dass MapShare eigentlich nur für langfristige Änderungen gedacht sei und vielleicht zukünftig keine kurzfristigen Korrekturen mehr aufgenommen werden. Die CT stellt die Frage, ob dies umsetzbar ist und ob auf diese Weise Fehler ausgeschlossen werden können und gibt erstmal folgenden Rat:


    Im Hinblick auf bisherige Erfahrungen empfiehlt es sich vorerst kritisch auf die MapShare-Funktion zu schauen.


    Allerdings bleibt dann noch die Überlegung, dass langfristige Änderungen eigentlich vom Kartenhersteller TA gepflegt werden sollten und somit MapShare nur TA einen Nutzen bringt durch die Gratis-Hilfer der User. Der MapShare-Gedanke von tagesaktuellen Änderungen würde dadurch völlig zunichte gemacht werden.
    Vielleicht sind auch einfach die Kosten zu hoch, um diese Vielzahl an Meldungen vernünftig abzuarbeiten, was bei den gegebenen Zahlen duchaus vorstellbar ist. Da hätte wohl jeder Hersteller seine Probleme damit, mit dieser Masse an Meldungen zurechtzukommen.


    Zu kritisieren ist aber, dass die CT das anscheinend nicht selbst aufgedeckt hat, sondern sich sogar aus einem TT-Forum für diesen Artikel bedient hat, wohl Ironie des Schicksals:
    http://www.meintomtom.de/forum/index.php?showtopic=23330&mode=linearplus


    Aber wie auch im Artikel erwähnt ist ein Navi nur eine Fahrhilfe und enbindet nicht von Verantwortung. Wenngleich aber diese durch das MapShare-System verursachte Problemlage nicht zu unterschätzen ist.

  • Zitat

    Original von Zero511
    .....................
    Aber wie auch im Artikel erwähnt ist ein Navi nur eine Fahrhilfe und enbindet nicht von Verantwortung............


    Das sollte aber nicht extra erwähnt werden müssen.

  • Zitat

    Original von KawaDrifter


    Das sollte aber nicht extra erwähnt werden müssen.


    Doch, sonst kommen noch einige auf Ideen wie Schuldzuweisungen etc.


    Man ist im Straßenverkehr immer selbst verantwortlich, egal ob MapShare oder eine sonstige Navi-Funktion nun funktioniert oder nicht.

  • Dies betrifft fast alle Navi's: siehe falsches Routing beim 8110, auch hier sollte man den Kopf nicht zu Hause lassen.



    Gruss
    PMAX

  • Sehr sachliche Darstellung dieses Artikels, den ich auch nur kurz überflogen habe. :tup .
    Bei dem Screenshot AS Rade A1 bin ich auch stutzig geworden (So nicht!) und tatsächlich kann auch ich nicht verstehen , wie der Autor erwarten kann, dass bei der (vermuteten) Meldungsflut diese kurzfristig und fehlerfrei verifiziert werden kann.

    Welche Organisation koennte dies auch kostenguenstig abbilden?
    Albern.


    Das da der ein oder andere Mapshare Terrorist durch die Maschen schlüpft, ist doch klar. Denn es gibt a ja bestimmt auch bösartige Zeitgenossen, die den guten Community Gedanken torpedieren(Sitzen wahrscheinlich vorm Compi und freuen sich diebisch- "Schau mal Moni , sie haben es gefressen")


    Wäre schade , wenn man solche Einzelfälle (?) zum Anlass nimmt ,um zukünftig die User gratis helfen zu lassen, nur noch für Karten, die später bezahlt werden müssen.


    cu

  • Ich hab mir den Thread mal durchgelesen und so wie das aussieht war das ganze eine temporäre Umleitung wegen einer Baustelle auf einem Autobahnabschnitt. Wie lange diese Baustelle dort war kann man schlecht verifzieren, aber vermutlich war es zum Zeitpunkt der Prüfung durch TT korrekt. Da es sich aber um eine nicht dauerhafte Änderung handelte hätte sich nicht freigegeben werden dürfen, eigentlich sollten es die Mapshare User sie schon garnicht als dauerhaft melden, aber gegen DAUs ist halt kein Kraut gewachsen.


    Deswegen würde ich aber nicht die ganze Mapshare-Funktion in Frage stellen, da ich davon ausgehe das es sich hier um einen dummen Einzelfall handelt. Wenn man nun anführt, daß dieser Fall fatale Folgen haben kann, mag das durchaus stimmen. Das gilt aber auch für "echte" Kartenfehler oder Änderungen der Verkehrsführung (geänderte Einbahnstraßen) die ebenfalls zu fatalen Fehlleitungen führen können. Hier sind Navis ohne Mapshare deutlich unterlegen, da es sehr viel länger dauern kann bis diese Fehler behoben sind, vor allem sich jemand gar keine neue Karten kauft.


    Ich denke das Mapshare deutlich mehr Fehler behebt, als Fehler durch Mapshare entstehen. Und Fehlleitung gab es schon bei deutlich mehr Geräten (auch ohne Mapshare). Ich denke da an so Zeitungsartikel wie:


    - Polizei muß fehlgeleiteten Navi-Benutzer im Wald suchen,
    - Navi leitet Autofahrer in die Elbe
    - Durch Navigationssystem auf Bahngleise geleitet

  • Zitat

    Original von Frabi


    Ich denke das Mapshare deutlich mehr Fehler behebt, als Fehler durch Mapshare entstehen. Und Fehlleitung gab es schon bei deutlich mehr Geräten (auch ohne Mapshare). Ich denke da an so Zeitungsartikel wie:


    - Polizei muß fehlgeleiteten Navi-Benutzer im Wald suchen,
    - Navi leitet Autofahrer in die Elbe
    - Durch Navigationssystem auf Bahngleise geleitet


    Die besten findet man hier :D


    cu Peter

  • Zitat

    Original von dehlya
    ...und tatsächlich kann auch ich nicht verstehen , wie der Autor erwarten kann, dass bei der (vermuteten) Meldungsflut diese kurzfristig und fehlerfrei verifiziert werden kann.

    Welche Organisation koennte dies auch kostenguenstig abbilden?
    Albern.


    Na, sicherlich kann keiner erwarten, dass die jemals die >80.000 Korrekturen absegnen und einpflegen, aber wenn sie etwas verifizieren, dann sollte das auch stimmen.


    Ich frage mich jetzt, ob die Änderung so von mehreren Usern angegeben wurde, noch nur von einem einzelnen.


    Ich hoffe ja um die "Map-Share Terroristen" herumzukommen, in dem ich halt nur die Veränderungen nehme, die von vielen gemeldet wurden, aber mehrere haben ja wohl nicht den Mist eingegeben, der nun abgesegnet wurde.


    Grüße Alfons

  • Hi


    @ Zero511: danke ür die Info. Ja, ist ein dicker Hammer.


    Ich kann`s auch nicht lustig finden.
    Hoffentlich bereinigt TT bald den Bug. ;)


    ( Daumen drück)

    ;) bab

  • Vielleicht ist hier TomTom einfach Opfer des eigenen Erfolges und man hätte einfach mit der wichtigsten Murphy-Regel rechnen müssen:


    "Wenn man idiotentaugliche Geräte baut, muss man sich nicht wundern, wenn sie auch von Idioten verwendet werden. "


    Traurig aber wahr, je besser Produkte werden, je dümmer die Konsumenten. Früher war es normal, Karten lesen zu können, heute scheint es schon zu kompliziert zu sein abzuschätzen, ob der Rat einer Navigationshilfe Sinn macht im Zusammenhang mit der Situation, wie sie sich ausserhalb des Wagens darstellt ;D

  • bab
    Ein entdeckter Bug ist ein behobener Bug, oder wie pflegst du zu sagen?
    Problem ist aber die Datenmenge. Das alles zu verifizieren, stelle ich mir sehr aufwändig vor.


    Und nicht verifizierte Daten zu übernehmen ist wie Russisches Roulette.


    MapShare, quo vadis? ?(

    2 Mal editiert, zuletzt von Zero511 ()

  • Ich hoffe solcher Unfug wird nicht direkt in die Karten übernommen.
    In der Februar Karte sind zum Beispiel Änderungen eingeflossen für eine Baustelle welche nur für 1 Jahr eingerichtet war.
    Ich finde sowas hat nichts in Karten zu suchen das gleiche gilt für temporäre Geschwindigkeitsbegrenzungen.
    Baustellen, im speziellen auf der Autobahn, könnten sehr gut über Mapshare eingerichtet werden und dann auch wieder entfernt werden wenn diese nicht mehr bestehen.
    Dies sollten aber nicht die Anwender tun schon gar nicht wenn es sich um Änderungen der Fahrtrichtung bei Ein- und Ausfahrten handelt.

  • @Browsercheck
    Ich finde es etwas unfair, das Problem jetzt auf den User abzuwälzen und den sogar als dumm oder Idiot zu bezeichnen.


    MapShare basiert auf der Community, das ist immer ein zweischneidiges Schwert, vgl. Wikipedia.


    Das Problem ist systemimmanent und TT hat's wohl erkannt und möchte MapShare deshalb womöglich nur für langfristige Änderungen einsetzen, was den Nutzen von MapShare aber deutlich reduzieren würde, aber dafür auch den Schaden.

  • Zitat

    Original von Zero511
    Das Problem ist systemimmanent und TT hat's wohl erkannt und möchte MapShare deshalb womöglich nur für langfristige Änderungen einsetzen, was den Nutzen von MapShare aber deutlich reduzieren würde, aber dafür auch den Schaden.


    Mapshare wird schon heute nur für langfristige Änderungen eingesetzt. Der User wird gefragt ob die Änderung dauerhaft ist. Nur dann wird sie hochgeladen. Sonst nur für ihn übernommen. Das der User die Frage unehrlich oder aus Dummheit falsch beantwortet kann man nicht verhindern. Dies hätte allerdings bei der Überprüfung bei TT auffallen müssen. Aber da war wohl auch ein Mitarbeiter schlampig, vielleicht sollten die internen Abläufe bei der Prüfung auf mehr Köpfe verteilt werden.

  • Zitat

    Original von Frabi
    Aber da war wohl auch ein Mitarbeiter schlampig, vielleicht sollten die internen Abläufe bei der Prüfung auf mehr Köpfe verteilt werden.


    Oder man schickt seine Leute nur noch dahin, was von vielen Usern gemeldet wurde.
    Stichpunkt Relevanz.


    Grüße Alfons