Wie teilweise schlampig Garmin seine Geräte und Sprachdateien programmiert habe ich nun bei meiner 3-wöchigen USA/Kanada-Reise mit dem dazu angeschafften Nüvi 66 festgestellt.
Vorab: Die 6 Zoll Grafik ist toll, ebenso der relativ groß abgebildete rechte Teil mit wählbaren Reiseinformationen ohne das die Kartendarstellung leidet.
Meine Routen wurden alle mit Basecamp vorgeplant und auf das Navi übertragen.
Nun zum weniger Schönen.
Sprachansagen amerikanischer Straßen in Deutsch.
Das, was da manchmal ausgesprochen wurde, läßt auch einem der überhaupt nicht die englische bzw. amerikanisch-englische Sprache kennt die Fußnägel hochklappen.
Bei Straßen, die halt in USA auf Highway enden, abgekürzt in der Anzeige mit "Hwy" also z. B. Washington Hwy wurde dies auch von der Steffi so angesagt mit -Fahren Sie in 300 m auf die ! (Grammatik) Washington HaWeYpsilon-.
Sogenannte Drives, dann abgekürzt dargestellt z. B. mit Kennedy Dr. ,wurden zu -Fahren Sie ... auf die Kennedy Doktor-.
Namen für bzw von Straßen, dessen Aussprache jedes deutsche Kind richtig kennt und ohne Englischkenntnisse beherrscht sind bzw. werden "eingedeutscht" angesagt. Das ist bzw. war in der Sache bzw. Ausführung oft belustigend für mich und meiner Frau, wenn es eigentlich nicht so traurig bzw. armselig wäre.
Nun zur Routenplanung bzw. das Auswählen und Abfahren der Route.
Einige Routen, welche ich aus dem Speicher am Startort der jeweiligen Route auswählte, zeigten nach der Berechnung und dem Drücken des Button "Los" Luftlinien der Route, bei mir im orangenen Navigon-Design. Da man eh in der Weite des Landes nicht viele Straßen hat und die grundsätzliche Richtung ja bekannt war, fuhr ich erst einmal los.
Bei einigen Route fuhr man dann mit der eigenen Positionsanzeige, das Garmin-Auto, auf der Straße, während die Luftlinie rechts oder links daneben verlief. Abbiegepunkte wurden genannt, man konnte diese aber nicht über den Routenverlauf auf der Karte überprüfen.
Bei einigen Routen erledigte sich das Problem nach einigen Kilometern von allein und plötzlich war der orange Routenverlauf auf der richtigen Straße, bei einer Route passierte jedoch über gut 100 km nichts. Weglöschen von schon überfahrenen Routenzwischenzielen und Neuberechnen half nicht. Erst das Eingeben des Endziels als alleinigen Zielpunkt und die Neuberechnung von der aktuellen Position brachte das Navi wieder auf die Straße.
Blöde war hier, dass ich vorher durch einige kompliziert geführte Umleitungen musste, die das Navi nicht neu berechnen konnte, weil es der "Luftlinie" folgte. Bei 10 gespeicherten Routen trat das Phänomen bei 3 Routen auf. Eine Erklärung habe ich dafür nicht.
Was übrigen in USA/Kanada auch nicht funktionierte, obwohl in der Werbung gezeigt, letztendlich aber nicht entscheident oder kritisch war, ist die Splitscreenanzeige. Das Kartenmaterial ist aber original Garmin USA/Kanada mit Aktualisierung vor der Abreise.
Was ich natürlich nicht probiert habe, ist die englische Spracheinstellung. Ob sich da die Ansagen besser angehört hätten? Es ist mal anzunehmen. Ob das Routing dann ohne diesen Luftlinienfehler gewesen wäre, keine Ahnung.
Fazit: Im Großen und Ganzen war das Navi gut zu gebrauchen, erst recht in den Ballungsräumen mit der typischen amerikanischen Beschilderung ohne Ortsangabe von Fernzielen. Die belustigenden Ansagen kann man ertragen. Das tw. aufgetretenen Luftlinierouten ist jedoch störend und schlecht, wenn man mit Zwischenzielen eine bestimmte und nicht die vom Navi nur mit Endziel berechnete Route fahren will und nicht weiß, wie man dies korrigieren kann.