Forerunner-Track: Diskrepanzen nach Import in BaseCamp und nach dortiger Glättung

  • Hallo,

    um meine gewanderten Kilometer mit den Routen-Vorlagen von einer Wanderer-Webseite mal zu vergleichen, hab ich auf einer der letzten Touren meinen Garmin Forerunner 35 mitlaufen lassen.


    Die Tour war angegeben mit 16,4 km (ich weiß leider nicht, mit welchem Gerät bzw. mit welcher Software sie erstellt bzw. welche Bearbeitungsschritte noch vorgenommen wurden). Mein Forerunner kam am Ende laut Display auf 18,5 km - über einen Zeitraum von etwas mehr als 6,5 Stunden und mit etwas mehr als 24.000 Trackpunkten. Nach Export des Tracks in ein GPX-File auf der Garmin-Webseite (dort noch unverändert 18,5 km) und anschließendem Import in BaseCamp und in Locus wurden aus dem Track plötzlich 20,5 km (egal ob mit oder ohne Höhenkorrektur). Es sind keine besonders heftigen Ausreißer "irgendwohin zum Nordpol" zu entdecken. Die kartographische Darstellung entspricht ziemlich genau der Route von der Wanderer-Webseite.


    Ich hab den Track nun in BaseCamp einmal auf ca. 1200 Punkte und einmal auf ca. 370 Punkte geglättet/gefiltert. Im ersten Fall reduzierte sich die Entfernung (von 20,5) auf 18,4 km, im zweiten auf 17,6 km. Da ich auch nicht ausschließen konnte, daß ggfs. dem ursprünglichen Vorlagen-Ersteller ein Fehler unterlaufen war, habe ich die Route erneut auf der Karte in Locus nachgezeichnet. Diese Version wurde von der Routing-Funktion exakt am vorliegenden OSM-Kartenmaterial entlang "geroutet". In dieser Variante ist die Strecke 17,0 km lang. Auch hier wurde eine Höhenkorrektur vorgenommen. Der Track liegt kartographisch(!) ebenfalls sehr nah an meinem vom Forerunner aufgezeichneten Track und damit auch an der fremden Vorlage.


    Um die Genauigkeit des Forerunners nochmal zu testen, habe ich einen völlig anderen Track (vom Joggen) mit einer im Nachhinein in Locus gezeichneten/geplanten Strecke verglichen. Es handelt sich hierbei um eine Strecke von ca. 11 km über einen Zeitraum von ca. 1 Stunde. Hier sind die Abweichungen nur im zwei- bis dreistelligen Meterbereich.


    Ich frage mich jetzt, woher diese großen Diskrepanzen bei der Wanderstrecke kommen, auch nach dem Import in BaseCamp. Auch daß die Glättung auf eine erheblich geringere Punktezahl einen so großen Einfluss hat, finde ich bemerkenswert. Ich frage mich natürlich auch, welchen Angaben ich nun am ehesten Glauben schenken kann und ob es ohne eine Glättung (und auch auf welche Punktezahl) überhaupt eine halbwegs akkurate Entfernungsangabe geben kann. Da sich die Zahlen von manuell gezeichnetem Track sowie geglättetem Forerunner-Track noch am ehesten annähern, schätze ich ja mal, daß die Glättung zwingend erforderlich ist und die geringeren Abweichungen beim Jogging-Track von der kürzeren Zeit (und der damit ebenfalls geringeren Punktezahl) herrühren. Oder mache ich noch irgendwo anders einen Fehler?


    Grüße,

    Mac

  • Hallo Mac,

    Eine Vermutung, gerade durch den Unterschied Joggen zu Wandern und den damit verbundenen Geschwindigkeiten in dem Glätten.

    Die Geokoordinaten werden doch in fester Zeitfolge, z. B. alle 10 sec. aufgezeichnet und natürlich in der Zeitfolge chronologisch aufgezeichnet.

    Wenn du nun gehst kann die ermittelte Geokoordinate auch auf der Strecke zurück liegen sehr nahe an einen zuvor gezeichneten Punkt aber dahinter. Das Auswerteprogramm rechnet dann natürlich 3 Schritte vor einen zurück. Und wenn es nur Zentimeter sind. Es sind dann allein die Glättungsfunktionen der Programme und Logiken der Darstellung die die Unterschiede ausmachen. 24000 Trackpunkte auf 18 Km sind schließlich etwa alle 75 cm ein Trackpunkt.

    Schau doch mal welcher Abstand im Durchschnitt auf der Joggingstrecke von 11 Km rauskommt.

    psr (Peter)



    Mittlerweile voll auf Garmin umgestiegen. Ein Garmin Oregon 750 für den Sport. Ein DriveSmart 61 mit dem superscharfen Glasdisplay für den Alltag und Leihautos und ein Camper 780 bei Bedarf und fürs Cabrio, trotz dem dort verbauten Garmin MapPilot.

    Das MB MapPilot System hat leider nicht den kompletten Funktionsumfang der normalen Garmins. Mehrere Routen planen und einspeichern geht da z. B. gar nicht. Bedienung mit den Dreh/Drücksteller ohne Touchdisplay ist schlicht eine Katastrophe.

  • Hi,


    ja, das kann ich ganz gut rauslesen. Beim Joggen ist die Entfernung zwischen zwei Punkten meistens zwischen 2 und 4 Metern. Beim Wandern oftmals nur bei 1 oder gar bei 0 m. Leider zeigt mir Basecamp keine kleinere Einheit an oder ich sehe gerade nicht, wie man auf cm umstellt, so das denn geht. Aber klar, das würde es erklären.

    Offen bleibt trotzdem noch, warum der Forerunner nach dem Aufzeichnen eine kürzere Gesamtdistanz anzeigt, und Basecamp nach dem Import des gleichen Tracks gleich so massiv viel mehr (18,5 vs. 20,5 km).


    Auf welche Punktezahl sollte man pro Kilometer am besten glätten, um einen realistischen Wert zu haben? Ich schätze, das hängt auch von der Beschaffenheit der Strecke ab, also viele gerade Abschnitte = es genügen weniger Punkte. Von daher ist die Abweichung bei meiner (häufig gradlinigen) Joggingstrecke nach dem Glätten (per "Automatisch" und "weniger Punkte" von knapp über 4000 auf knapp unter 200) gerade erheblich geringer ausgefallen (10,9 vs. 11,2 km). Die Strecken auf besagter Wanderer-Webseite scheinen für 15 bis 20 km immer so um die 400 bis 500 Punkte zu haben.


    Mac


    PS: Vielleicht nutzt der Forerunner in seiner Darstellung der Strecke auch schon eine Glättung, weil er davon ausgeht, daß das reine Auffädeln und Zusammenzählen der GPS-Daten fehlerhaft sein kann. Wenn man den Track aber exportiert, stehen dort die ungeglätteten Werte drin.

  • Hallo Mac, Deine letzte Annahme wird es wohl sein.


    Tiefer im Detail kenne ich mich allerdings nicht aus. Bin fast nur mit Auto- also PKw Routing beschäftigt.

    psr (Peter)



    Mittlerweile voll auf Garmin umgestiegen. Ein Garmin Oregon 750 für den Sport. Ein DriveSmart 61 mit dem superscharfen Glasdisplay für den Alltag und Leihautos und ein Camper 780 bei Bedarf und fürs Cabrio, trotz dem dort verbauten Garmin MapPilot.

    Das MB MapPilot System hat leider nicht den kompletten Funktionsumfang der normalen Garmins. Mehrere Routen planen und einspeichern geht da z. B. gar nicht. Bedienung mit den Dreh/Drücksteller ohne Touchdisplay ist schlicht eine Katastrophe.

  • Es ist normal, dass mit abnehmender Geschwindigkeit die Genauigkeit der Distanzermittlung leidet. GPS ist nur ca. 5-10m genau und wenn man sich beim Wandern langsam bewegt, öfter stehebleibt usw. summieren sich diese kleinen Fehler auf. Vor allem wenn man mal kurz steht, entsteht eine kleine Trackwolke und die Distanz summiert sich. Beim Joggen ist das Problem schon viel geringer.

    Jedes Programm berechnet die Distanz dann oft noch etwas anders oder nutzt Glättungen etc. perfekt wird man das nicht hinbekommen und letztendlich sind alle Werte eben nur Annäherungen. Beim langsamen Wandern mit Pause die Distanz über GPS korrekt zu ermitteln ist schlicht nicht möglich. Die besten Ergebnisse wird man vermutlich erhalten, wenn man Auto-Pause verwendet und die Trackpunkte mit der Automatik setzen lässt. Das führt zwar nicht zu feinen detallierten Tracks, aber die Distanz wird am besten gemessen. Letztendlich hängt es aber auch davon ab wie schnell man wandert, wie gut der Empfang war, wieviele Pausen man gemacht hat usw. und jeder muss für sich einen Weg finden, wie er zu bestmöglicher Distanzermittlung kommt.

    Es ist halt auch schwer die korrekte Distanz zu ermitteln. Auf der Karte messen bringt auch nicht unbedingt das richtig Ergebnis, denn gerade bei einer lockeren Wanderung wechselt man ja auch oft die Wegseite und läuft ein Mini-Zick-Zack was man so auf der Karte nicht nachbildet wenn man die Strecke nur "zeichnet". Ich würde daher denken, dass die echte Distanz dann immer irgendwo in der Mitte liegt.


    VG