"Japan" und die Folgen

    • Offizieller Beitrag

    Und was wäre Deine Alternative? Eine sichere Zukunft haben wir halt auch mit der Kernenergie nicht...


    Ohne genügend Energie haben unsere westlichen Demokratien aber garantiert keine Zukunft.


    Jahrelang wurde CO2 als Weltuntergangselement zelebriert.
    Seit einigen Wochen ist es nun Uran bzw. Plutonium.


    Irgendwie muss man sich halt entscheiden, da wir mit unserer momentan vorhandenen Technologie mindestens eines zur Energieerzeugung benötigen.


  • Mit Allgemeinheit meinst du diejenigen, die seit Jahren voller Dankbarkeit ihre elektrischen Waschmaschienen, Fernseher, Bügeleisen mit künstlich billigen Strom (weil wesentliche Rücklagen für Störfälle bei AKW-Betreibern nicht gebildet und eingepreist sind) betreiben? :D


    Hallo


    Mit "Allgemeinheit" meine ich alle! Und dass Energie ggf. teurer werden kann, schließe ich nicht aus. Auf der anderen Seite hat man uns über Atomstrom in den letzten Jahren so viel erzählt, dass ich sage... schaun'n wir mal.


    MfG


  • Seit einigen Wochen ist es nun Uran bzw. Plutonium.


    Hallo


    Wobei einige das Thema schon länger drauf hatten. So richtig überraschen kann diese [Atom-]Katastrophe ohnehin niemand.


    MfG

  • Wobei einige das Thema schon länger drauf hatten. So richtig überraschen kann diese [Atom-]Katastrophe ohnehin niemand.


    Naja, hinterher sind alle schlauer. Irgendjemand hat immer vorher schon alles gewusst, geahnt usw. Das liegt einfach an der Vielzahl von Meinungen.


    Ich für meinen Teil hätte zum Beispiel gemeint, das ein KKW in Japan gegen Erdbeben und Tsunamis (vor allem dann, wenn es so an der Küste gebaut ist) ausreichend geschützt sein müsste. Aber scheinbar waren selbst die Japaner überrascht.


    Sie hätten mal vor nem halben Jahr hier im Forum die Diskussion entfachen sollen, dann hätte man es ihnen ja sagen können. Wenn selbst obk es schon vorher wusste...


    Franz

  • Wenn selbst obk es schon vorher wusste...


    Hallo


    Schwaches Argument! Ich hatte die politische Richtung im Blick, die seit 40 Jahren gegen Atomkraft auf die Straße geht. Von mir hatte ich ohnehin nicht geschrieben. Ich pers. habe es auch lange genug nicht ernst genug genmmen. Schade: Zumal es bis jetzt sachlich hier zu geht/ging. Von daher meine Bitte: Unterlasse solche pers. Unterstellungen!


    Und ja... dass ein AKW im Zweifel nicht mehr zu handeln ist, dass die Gründe hierzu vielfältig sein können und im Fall eines Falles die unmittelbaren und mittelbaren Folgen in jede Richtung nicht mehr beherrschbar sind, ist alt und wurde der Welt schon einmal vorgeführt. Aber klar, dass die Restrisikogläubigen jetzt den Überraschten geben...


    Und meine Meinung kennst Du auch schon aus der Zeit vor den aktuellen Ereignissen.


    MfG

  • Nun ja, außer obk warnten auch schon Andere, z.B. 2008 das IAEA, siehe hier und hier .


    Naja, die Erdbeben hat Fukushima überstanden, die Reaktoren wurden runtergefahren. Allerdings funktionierte die Nachkühlung nicht, weil der Tsunami die Dieselaggregate beschädigt hat. Insofern mögen die angesprochenen Mängel bestehen, waren aber nicht ursächlich für die jetzigen Verhältnisse.



    Von daher meine Bitte: Unterlasse solche pers. Unterstellungen!


    Ja ok, sorry dafür. Es hat mich etwas gereizt.


    Nostradamus hat je nach Auslegung auch alles mögliche vorhergesagt. Allerdings macht ein tatsächlich eingetretenes Ereignis ne irgendwann gemachte Vorhersage nicht per se seriöser.


    Eins zeigt Fukushima aber deutlich, das eben nicht soviel Sicherheit gewährleistet werden kann, das man Unfälle gänzlich auschließen kann. Die möglichen Ursachen für Störungen sind umfangreicher, als nach menschlichen Ermessen berücksichtigt werden kann. Insofern hast du schon recht, als das ein Störfall im Prinzip nicht überraschen kann. Trotzdem kann es im Detail überraschen, wenn man aus der Entfernung meint, das gerade diese Ursachen doch hätten bedacht werden müssen. Letztlich ist es aber leider so, das man hinterher immer schlauer ist. Da nützt auch nichts, das man vorher von den generellen Risiken gewusst hat.


    Franz

  • Da nützt auch nichts, das man vorher von den generellen Risiken gewusst hat.


    Hallo


    Es weiß sicherlich keiner wann, wo und unter welchen Umständen es in Zukunft zu solch einem GAU kommt. Dass es aber jederzeit überall dazu kommen kann, ist nicht neu... allein die Notfallpläne in den einzelnen AKW's zeigen dies schon. Und auch unsere AKW's sind nicht frei von Störfällen. Wissen also ja... ob man ernsthaft damit rechnet oder nicht doch heimlich hofft...??? Von der Hoffnung habe zumindest ich mich verabschiedet...


    Und wer's genauer wissen will...


    Risiken AKW's Japan


    Und das Wissen um die Risiken auch bei uns ist die Motivation zum Ausstieg; insofern ist sie nicht nur hilfreich, sondern dringend notwendig.


    MfG

  • Naja, die Erdbeben hat Fukushima überstanden, die Reaktoren wurden runtergefahren. Allerdings funktionierte die Nachkühlung nicht, weil der Tsunami die Dieselaggregate beschädigt hat.


    Und das nach einem Seebeben i.d.R. auch ein Tsunami kommt war jetzt eine neue Erkenntnis oder gar eine Überraschung, Hmm. ?(
    OK, schon klar noch nie in der Stärke..... Konnte keiner ahnen.
    Ich glaube. War dem Betreiber einfach zu kostspielig. Hat er sich gespart. Das ist die Wahrheit und sonst nichts. Was nicht gesetzlich geregelt ist wird auch nicht gemacht.


  • Und das nach einem Seebeben i.d.R. auch ein Tsunami kommt war jetzt eine neue Erkenntnis oder gar eine Überraschung, Hmm. ?(
    OK, schon klar noch nie in der Stärke..... Konnte keiner ahnen.


    Da war wohl ne Schutzmauer gegen Tsunamis, aber wie alle anderen Tsunamischutzmauern in Japan wurde auch diese überspült.


    Ich sag ja, hinterher ist man immer schlauer. Wenn 100 Wissenschaftler sagen, das der höchste anzunehmende Tsunami meinetwegen 7 Meter sei und die Mauer für 9 Meter ausgelegt wird, findet sich sicher immer einer der nach nem 10 Meter-Tsunami meint, das man das ja vorher hätte wissen müssen.


    Ich habe keine Ahnung, wie die zu ihrer Auslegung gekommen sind, aber wenn, dann hat ja auch der dortige Gesetzgeber nicht mit sowas gerechnet.


    Der höchste aufgezeichnete Tsunami in Japan war wohl irgendwann im 15ten Jahrhundert... mit 32 oder 38 Metern, soweit ich mich richtig erinnern kann. Ich denke mal, das es generell nicht gut ist, solch ein KKW in direkter Nähe zum Meer zu bauen. Oder zumindest auf ner entsprechenden Anhöhe.


    Aber auch das kann Makulatur werden, wenn nur ein entsprechendes Ereignis stattfindet. Dann sind auch dreistellige Höhen denkbar.


    Letztlich ist es immer ne Abwägung der Wahrscheinlichkeit. In Japan werden die Orte am Wasser auch wieder aufgebaut, obwohl man ja mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit sagen kann, das sie irgendwann wieder überspült werden. Wenn nicht ein Vulkanausbruch, ein Meteorit, ein Ufo oder ne Bombe drauffällt. Da muss man nicht mal an Japan denken. Mir fällt gleich der Vesuv ein, der einer der gefährlichsten Vulkane weltweit ist. Trotzdem leben da über ne Million Menschen in der Evakuierungszone und die Bevölkerungsdichte steigt immer noch. Oder Holland... Wie kann man denn in nem eingedeichten Gebiet ruhig leben, das unterhalb des Meerespiegels liegt?


    Also ich glaube nicht unbedingt, das es am Geld liegt. Tepco wird jetzt mehr Geld verlieren, als höhere Mauern oder ne Einbunkerung gekostet hätten. Insofern glaube ich eher, das Tepco nicht die einzigen sind, die das Risiko einer solch hohen Tsunamiwell unterschätzt haben. Und ohne das Eingehen von Risiko kann man Kernkraft nicht betreiben. Denn wenn ausschließlich die Minimierung von Risiko das Ziel ist, dann baut man einfach kein KKW. Ist man aber gewillt, Kernkraft zu nutzen, muss man eben ein nach menschlichen Ermessen kalkulierbares (Rest-) Risiko eingehen.


    In Japan war man gewillt, also ist man das Risiko eingegangen. Und zwar auf dem Niveau, auf das sich Betreiber und Gesetzgeber geeinigt haben.


    Franz


  • Ich sag ja, hinterher ist man immer schlauer.


    Hallo


    Ja; und es gab in Vergangenheit - das finde ich pers. tragischer - offensichtlich genügend, die bereit waren, die Risiken um solch eine Katastrophe klein zu reden/glauben. Warnende Stimmen hat es aber gegeben. Es ist aber tatsächlich müßig, sich bei uns Ängste über Erdbeben oder Tsunamis zu machen. Im Grunde bleibt nur die Erkenntnis, dass es sich um eine Technik handelt, die wir im Falle eines GAU nicht mehr in der Griff bekommen, dass ein GAU auch bei uns ausgelöst werden kann und dass ein solcher Folgen hat, die keiner tragen/verantworten kann. Für mich pers. ist damit auch eine Risikoabwägung bei Kernkraft müßig [geworden]... zumal sich die Risikoabwägungen schlicht und ergreifend als falsch herausgestellt haben.


    MfG

  • Wie die dauerhaften Folgen von Fukushima aussehen werden, wird man ja erst zukünftig ermessen können.


    Jetzt hat die Regierung in Japan wohl angeordnet, das auch bei einem Stromausfall die Kühlung sichergestellt werden muss. Das soll in kurzfristig in Form von Feuerwehr-Spritzwagen erfolgen, die im Notfall die Reaktoren kühlen können.


    In Fukushima war wohl auch das Problem, das die umliegende Infrastruktur (Stromversorgung, Strasse usw.) völlig zusammengebrochen/zerstört war. So das erste Maßnahmen zu lange gedauert haben. Die Naturkatastrophe muss halt nur schwer genug sein, dann kann man da vorbereiten was man will. Ne Steigerungsform wird es immer geben und ja, man kann nicht auf alles vorbereitet sein.


    Und per Definition ist es kein GAU in Japan, denn ein GAU ist der grösste anzunehmende Unfall. Wenn er "anzunehmen" war, dann ist er in das Sicherheitskonzept des KKW eingeflossen und wäre beherrschbar. Es ist ein "Supergau", der also schwerer als ein GAU ist, nicht vorher angenommen wurde und deshalb nicht beherrschbar ist. Allerdings ist der Supergau in seiner Schwere nicht definiert, insofern gibt es da ne grössere Bandbreite, deren obere Bereiche in Fukushima noch lange nicht erreicht sind. Es könnte also weit schlimmer kommen. Im Moment wird die dort herrschende Radioaktivität meist durch Stoffe generiert, deren Halbwertzeit recht kurz ist. Es besteht also durchaus die Hoffnung, das nach einer möglichen Wiedererlangung der Kontrolle/neues Containment der Bereich verseuchter Gebiete recht klein ist.


    Insofern wäre das Ausmaß, so schlimm es auch jetzt schon ist, noch überschaubar, wenn man bedenkt, was im schlimmsten Fall noch dort passieren kann, oder im Vergleich zum katastrophalen Tsunami.


    Franz

  • Jetzt hat die Regierung in Japan wohl angeordnet, das auch bei einem Stromausfall die Kühlung sichergestellt werden muss. Das soll in kurzfristig in Form von Feuerwehr-Spritzwagen erfolgen, die im Notfall die Reaktoren kühlen können.


    Ähm - wo sind diese Feuerwehrautos nach einem Tsunami? ?(

    Navigation mit Google Maps über Android Auto und AAWireless im Nissan Qashqai Akari Automatik. Zusätzlich ist POIbase NAVI ein treuer Beegleiter meiner Fahrten  ;)

  • Yep, das frage ich mich auch. Allerdings stehen nicht alle KKWs in Japan am Meer und die Chance, das solch ein Auto in der Nähe ist, ist zumindest grösser, wenn vor der Zerstörung von Strassen ein solches Fahrzeug zumindest auf dem hoffentlich besser gesicherten Gelände steht. Haben die da eigentlich keine Werksfeuerwehr?


    Franz

  • Wie die dauerhaften Folgen von Fukushima aussehen werden, wird man ja erst zukünftig ermessen können.


    Hallo


    Allenfalls in Zahlen; der Rest ist bekannt.


    GAU oder "SuperGAU"... eigentlich müßig; aber würdest Du das den Menschen dort erklären wollen? Ich nicht. Egal wie: Die "Annahme" für solche Szenarien war falsch. Und Löschfahrzeuge oder Betonpumpen [die lassen sich auftreiben... Flughafenlöschfahrzeuge waren/sind wohl schon vor Ort] zur Kühlung... das zeigt doch schon die ganze Hilflosigkeit. Nebenbei... bis jetzt wurde mit Meer- also Salzwasser gekühlt... nicht gerade ideal für techn. Gerät... vorsichtig ausgedrückt. Nicht umsonst muss auch noch Süß- bzw. Kühlwasser rangeschafft werden.


    Und ob Werks- oder Berufsfeuerwehren... was glaubst Du, wie groß die Truppe sein müsste, um solch ein Szenario abzuarbeiten... sofern das möglich wäre? In einem Bericht zu Neckarwestheim hat es diese Woche geheißen, dass als erstes die Berufsfeuerwehr HN ausrücken würde... 16 Mann!


    Ich befürchte, dass die KKW's bei uns max. eine Betriebsfeuerwehr haben... also 3 Mann und ein Feuerlöscher.


    MfG