Zunächst zu meinem Erfahrungshintergrund: Ich habe seit März 2006 den Transonic 5000 mit MN 5.2 benutzt. Seit ca. 2 Wochen habe ich den Transonic 6000T und bin derzeit ca. 600km quer durch Deutschland gefahren.
Gerät:
Also das Gerät ist gegenüber dem 5000er etwas kompakter. Die Anbringung des Gerätes in der Halterung ist deutlich schwergängiger. Beim ersten Einsetzen dachte ich, dass ich das Gehäuse des 6000er zerstöre.
Positiv gegenüber dem 5000er ist vor allem das Display. Das spiegelt deutlich weniger und ist kontrastreicher. Damit ergibt sich eine bessere Ablesbarkeit vor allem bei Lichteinfall.
Nachteilig gegenüber dem 5000er ist, dass die Hardwaretasten für das Zoomen fehlen. Habe ich in fremden Gegenden doch immer mal benutzt, um eine bessere Übersicht über die Gegend zu bekommen. Das wird allerdings etwas dadurch ausgeglichen, dass in MN6 große Buttons für das Zoomen existieren.
Der GPS-Empfänger ist echt die Wucht. Selbst im Zimmer noch Empfang. Draußen habe ich schon bis zu 11 Satelliten gesehen. Allerdings scheint er etwas hypersensibel zu sein. Wenn man längere Zeit steht (> 5 min) spinnt die Höhenangabe und die Richtungsanzeige total. Sagt dann schon manchmal Bitte wenden Sie, weil Norden plötzlich Süden ist. Im Fahren habe ich das Verhalten bis jetzt noch nicht bemerkt.
Performance:
Das Suchen eines Ziels geht wesentlich schneller als bei MN5. Gerde bei der Eingabe einer Stadt entfällt die Wartezeit nach Eingabe des 3. Buchstabens komplett. Auch gut gelöst, ist die Freitextsuche. Gerade bei Straßen oder POIs muss man nicht mehr exakt das hinterlegte Ziel eingeben. Ansonsten ist die Geschwindigkeit bei Routenneuberechnung und anzeige mit MN5 + Transonic 5000 vergleichbar.
Oberfläche/ Bedienung:
Gegenüber dem MN5 versteckt sich wesentlich mehr Funktionalität hinter irgendwelchen Buttons. Diese sind allerdings sehr groß und lassen sich auch während der Fahrt sehr gut bedienen. Nach etwas Umstellung lässt sich MN6 eigentlich ähnlich intuitiv bedienen wie MN5. Ich habe das Handbuch zumindest nicht gebraucht :-).
Positiv ist auch, dass nach Eingabe eines Ziels die Route zunächst angezeigt wird. So kann man schon einmal abschätzen, ob die Routenführung sinnvoll ist. Sollte das nicht der Fall sein, kann das Routenprofil (Schnell, kurz, optimal) geändert werden oder ggf. eine Zwischenstation eingefügt werden. Das Einfügen von Zwischenstationen aus der Karte fand ich in MN5 besser gelöst. Das Ausrichten des Fadenkreuzes in MN6 erfordert wesentlich mehr Feingefühl.
Kartenmaterial
Ein schwieriges Thema, das man bestimmt auch nur für eine bestimmte Gegend (abschließend) einschätzen kann. Hier in Südwestsachsen sind die Karten deutlich aktueller. Ich fliege derzeit eigentlich nirgends mehr über die Wiese. In MN5 war das schon öfters der Fall gewesen. Auch bei unserem Nachbarn Tschechien sind die Karten besser. So kann ich u.a. in Karlsbad direkt POIs ansteuern
Auch die Pflege der Hausnummern wurde deutlich verbessert. In MN5 gab es hier in der Gegend bei Städten unter 100.000 Einwohner nur noch sporadisch Hausnummern. Mittlerweile sind selbst in meinem Heimatdorf (2.500 Einwohner) die Hausnummern hinterlegt.
Routing:
Genauso schwierig wie das Thema Karte einzuschätzen. Ich habe jetzt Optimale Route eingestellt. Manchmal führt er dann aber wirklich auf sehr kleinen Straßen lang. Erscheint für meine Gegend aber ein ausgewogeneres Routing (nicht so Bundesstraßen-lastig wie schnelle Route) zu liefern, so dass ich teilweise komplett auf das Planen mit künstlichen Zwischenzielen verzichten kann.
Schön ist u.a., dass ich mir POIs entlang meiner Route anzeigen lassen kann. Nützlich u.a. bei Tankstellen. Diese kann ich direkt als Zwischenziel in meiner Route einfügen.
Spurassistent:
Davon bin ich etwas enttäuscht. Selbst in Berlin war der Assistent nur an großen Straßen verfügbar. In Chemnitz immerhin drittgrößte Stadt von Sachsen mit ca. 300.000 Einwohnern gibt es keinen entsprechenden Eintrag. Auf der Autobahn gab es durchweg eine Unterstützung. Ganz nett, aber nicht unbedingt notwendig.
TMC
Hier sieht man, dass diese Funktionalität bei MN5 erst nachträglich hinzugefügt wurde. Bei MN6 ist ein deutlicher Fortschritt zu erkennen. Vor allem beim Anzeigen einer Warnung während der Fahrt, da dann in einem Bild der betroffene Routenabschnitt angezeigt wird. Der Fließtext in MN5 war während der Fahrt doch schwierig zu überblicken.
Update auf Europakarte:
Dieser funktionierte problemlos. Allerdings dauerte die Installation überraschend lange. Habe auf dem Bildschirm mit dem drehenden Navigon-Symbol bestimmt 2 min gewartet.
Etwas frech fand ich von Navigon, dass das Update nur auf der SD-Karte geliefert wurde. D.h. man muss selbstständig eine Backup anfertigen. Die zusätzliche Lieferung auf einer DVD hätte die Kosten nun auch nicht explodieren lassen
Fazit:
Die Hardware (6000T) ist vor allem durch das Display deutlich besser als der 5000er.
Die Software (MN6) bietet vor allem aktuellere Karten, ein verbessertes Routing und eine bessere TMC-Integration.
Ich bin insgesamt sehr zufrieden. Allerdings musste ich mein erstes Gerät tauschen. Das hatte nach Standby-Schaltung keinen Empfang zum TMC-Empfänger mehr.
Gruß
Andre