Hallo,
habe bisher fast nur dankbar gelesen im Forum, denke, jetzt bin ich mal dran.
Kam gestern aus dem Urlaub zurück, war 2 Wochen in "Montbrun les Bains" (Südfrankreich, nächste Großstadt ist Marseille).
Da ich navigationstechnisch seit Geburt eine totale Niete bin (sonst würde ich nicht Navis benutzen, weil sie so teuer sind), habe ich mich voll und ganz dem TomTom Go 700 (V5.200) anvertraut.
Mein Fazit: Obwohl ich noch nie außerhalb Deutschlands Auto gefahren bin und wie gesagt, froh bin, wenn ich von der Küche ins Bad finde (bitte als Übertreibung verstehen), konnte ich mit dem TomTom letztendlich problemlos meinen Urlaubsort und Haus finden und nach 2 Wochen auch wieder zurück finden bis vor meine Haustür. Damit hat sich TomTom 700 bewährt und ich werde demnächst öfters mal ins Ausland fahren, da mir Reisen jetzt mehr Spaß macht (z.B. jemanden in Holland besuchen).
Dennoch gibt es Schwachpunkte. Am Schlimmsten sind die unten genannten Negativpunkte 1, 3 und 8, aber letztendlich konnte ich mir immer mit dem Go weiterhelfen - und das zählt !
Ich fasse jetzt mal Positives und Negatives zusammen.
Positiv:
1.
Die Route war meiner Einschätzung nach super (Gronau/Leine bis Montbrun les Bains, Südfrankreich). Grenzübergänge etc. alles reibungslos. Auf der Rückfahrt bin ich zeitweise mit meinem Onkel zusammen gefahren und an einer Stelle haben wir uns getrennt, weil mein Navi was anderes anzeigte, als er meinte/wollte. Später zeigte sich, dass ich am Treffpunkt 15 Minuten eher war und 1x weniger Maut gezahlt habe. Er meinte aber in seinem gekränkten Stolz, ICH bzw. der Go hätte sich/mich verfahren (kicher) und er hätte richtig gelegen - nee is klar.
2.
Das Trafficsystem hat funktioniert, via Handy habe ich Staumeldungen erhalten (Siemens SX1, Konfiguration dauerte 5 min), und TomTom entschied sich jedesmal richtig, nämlich in den Stau hineinzufahren. Er war nur kurz und löste sich jeweils nach spätestens 30 Min wieder auf. Umfahren wäre schlecht gewesen. Ja, automatisch Umfahren war auch aktiviert.
3.
Das Wetterprogramm hat auch funktioniert (bei dem ich nicht wußte, dass es auch eine Zeit lang gratis ist). Hab mich immer gefragt, was das soll, Wetter kriegt man auch im Internet und was soll nen Navi damit. Ich wußte es dann, als wir ans Meer fahren wollten und wir uns fragten, wo es heute grad am Schönsten ist... dafür ist es ideal.
4.
Auf der Rückfahrt habe ich immer Mal geschaut, wie weit das nächste McDoof ist, und irgendwann waren es 950m, hinnavigiert und später wieder zurück - geil. Dito mit den Hotels, denn ich bin 2 Tage lang gefahren. Einfach GEIL. Verbesserungsvorschlag: "Ich will möglichst nahe der Autobahn bleiben und meine Route nicht zu sehr stören, aber in der nächsten halben Stunde bei Burgerking oder McDonalds essen" - dafür gibts keine Lösung, außer man schaut alle 20 km, wie weit das nächste McDings ist und greift dann, wie eben beschrieben die Gelegenheit beim Schopf. Desweiteren bleibt eine Route nicht gespeichert, wäre gut, wenn man die Hauptroute irgendwie im Hintergrund hätte und ihm sagen könnte, OK ich will aber mal eben kurz dorthin - ohne dass er Frankreich-Deutschland neu berechnet (was beim Go allerdings auch weniger als 90 Sek dauert)
5.
In Frankreich hat das System ebenfalls gute Dienste geleitestet bei Fahrten auf den Mount Ventoux, nach Apt, Sault etc. Die Karten waren bei meinen Fahrten in Frankreich so gut wie in Deutschland.
6.
ASN funktionierte in den Tunnels wider meiner persönlichen Erwartung (schleche Erfahrung mit dem classic) sehr gut. Aber da ich in keinem Tunnel abbiegen mußte, wars auch wurscht.
7.
Der GPS Empfang war einfach superspitze. Hat hier der 700 irgendwas besser, als der Classic? Beim Classic hatte ich früher immer mal einen 1 Minuten Ausfall oder schaute besorgt auf wenige Balken und ruckelige Positionsanzeige. Beim 700er quasi nur volle Balken.
8.
Eine Straßensperre kurz vor dem Ziel, bereits hoch in den Bergen, wurde vom Trafficsystem zwar nicht gekannt/erkannt, wurde aber völlig korrekt nach Eingabe von "Alternative suchen - Sperre meiden - 100m vor mir" umfahren.
9.
Es war einfach supergeil, dass wir den Go in zwei verschiedene Autos mit 2 Handgriffen hin- und herbauen konnten und abends auf der Terasse sitzend, mit dem Go Gameboy-like in der Hand rumspielen konnten (Routen angucken, Hotels suchen etc.) Obwohl mein navigationsskeptischer Onkel dort seit 10 Jahren Urlaub macht, war ihm eine nahegelegene Tankstelle nicht bekannt - fassungslos nahm er zur Kenntnis, dass der Go Recht hatte (die Tanke war 300m vom Supermarkt entfernt, in dem er immer einkaufte)
Negatives:
1.
Nach 1/2 des Urlaubs Schock-schwere-Not, das Navi geht nicht mehr an. Da ich mich voll drauf verlassen mußte, dachte ich, ok jetzt hängste in Frankreich fest. Vollaufgeladen - nix geholfen.
Aber ein RESET löste dann das Problem und alle Einstellungen waren wieder/noch da. Tags zuvor lief der Akku wohl leer (Zigarretenanzünderkabel hatten wir weggelassen) und über Nacht (TomTom braucht wohl auch ausgeschaltet minimal Power) entgültig leer. Trotzdem darf sowas nicht passieren (!), wenigstens bei dann angestecktem Stromkabel müßte er doch sofort angehen.
2.
Ein Kreisel war ihm unbekannt in Frankreich, dort kam er ziemlich durcheinander, weil die Straße 100m weiter links lag. Dachte eigentlich, die Karten des Go 700 wären brandneu.
3.
Bei der Hinfahrt sponn die Anzeige ein paar Mal und zeigte, obwohl noch 100 km davon entfernt, die letzten 3 km zum Ziel mit Flagge an. Die Routenanweisungen kamen aber korrekt. Mit Neustart der Navigation lies sich dies immer für einige Minuten beheben. Auf der Rückfahrt tauchte dieses Problem gar nicht auf. Falls TomTom hier mitliest: Zum Nachvollziehen eventuell von Süd-Bern nach "Montbrun les Bains" fahren lassen. Software ist 5.200
4.
Was ich beii TomTom grundsätzlich eine Katastrope finde, sind die Anweisungen:
"Halten Sie sich links/rechts"
"Bleiben Sie links/rechts"
Mit diesen Anweisungen kann ich NIX anfangen. Ich weiß inzwischen, ok wenn er das sagt, schau kurz aufs Display, dann weißte, was er meint.
Grund: Diese Ansagen können zu viele Bedeutungen haben. Halten Sie sich XXX, kann heißen, man soll NICHT die Ausfahrt nehmen - Ausfahrt nicht nehmen wird aber normalerweise nicht angesagt, weil überflüssig. Es kann aber auch bedeuten, dass man die Ausfahrt nehmen soll, aber TomTom diese "Ausfahrt" nicht als eine solche erkennt. Und manchmal soll man einfach nix machen, aber irgendwo geht ein unbedeutender Weg ab. Witzigerweise kann sowohl "bleiben Sie rechts" als auch "bleiben Sie links" heißen, dass man nicht die Ausfahrt nehmen soll.
Was mich wundert, viele festeingebaute Navis nennen die Ausfahrten beim Namen und geben präzisere Infos über Fahrspuren, demnach gehe ich davon aus, dass Teleatlas diese Daten liefert. Warum macht man bei TomTom da nix draus?
5.
"Fahren Sie geradeaus über den Kreisverkehr..." - na viel Spaß. Ich zog hier immer wie auch bei Punkt 4 das Gelächter der Mitfahrer auf mich.
6.
Ich fand keine Möglichkeit, eine Route zu planen, von A über B nach C, wenn man sich nicht an A befindet. Er will immer zuerst "nach A" navigieren und kann nicht in A starten. Das ist Käse.
7.
Die Freisprecheinrichtung ist ohne Zusatz-Mikro meiner Meinung nach brauchbar, aber nicht professionell. Mußte mich vorlehnen zum Sprechen und Verstehen.
8.
Auf der Rückfahrt startete der Go einfach mal so mittendrin neu (als wenn aus und wieder eingeschaltet), völlig grundlos. Allerdings setze er die Navigation sofort ohne Eingreifen meinerseits an Ort und Stelle fort.
9.
Das Display hat sehr gespiegelt, aber dieses Problem werde ich, wie beim Classic vor 1 Jahr, mit einer 10 EUR Klebe-Folie lösen.
So hoffentlich ziehe ich nicht als zu viel Zorn auf mich. Ich bin kein Navi-Experte und schreibe alles in meiner subjektiven, untertänigst geringwertigen Meinung und erhebe keinesfalls den Anspruch, dies einen Testbericht zu nennen.
Gruß,
Christian