Im ersten Teil (http://www.pocketnavigation.net/board/thread.php?threadid=43418&sid=) habe ich ja schon meine im Fahrbetrieb gesammelten und sehr positiven ersten Eindrücke zur neuen Holux GR-231 geschildert, welche mir dazu freundlicherweise von Haids zur Verfügung gestellt worden war. Daneben interessierte mich natürlich auch das Verhalten dieses Empfängers im Wald, z.B. beim Geocaching als typischer Anwendung.
Gerade unter schlechten Empfangsbedingungen mit dadurch bedingten stärkeren Schwankungen in der Positionsanzeige hat es sich beim Geocaching bewährt, bei ruhendem Empfänger eine über mehrere Minuten dauernde Mittelwertbildung vorzunehmen. Um dies zunächst unter guten Bedingungen zu testen, erfolgte eine Messung bei ruhender Maus unter freiem Himmel. Dabei Aufzeichnung des Logs mittels VisualGPS, Messdauer ca. 10 min.
Die dabei im Sekundentakt anfallenden Positionswerte streuen naturgemäß, und wenn man diese aus dem VisualGPS-Log z.B. mit Excel auswertet, erhält man eine um die wahre Position verteilte Punktewolke. Typische Beispiele sind in der oberen Reihe der angehängten Bilder für 2 herkömmliche Bt-Mäuse zu sehen: links eine Holux GR-230 und daneben eine Royaltek RBT 3000.
Völlig anders verhält sich hierbei die Holux GR-231. Im etwa 10minütigen VisualGPS-Log änderten sich die Positionswerte über längere Zeit überhaupt nicht: zwar wurde jede Sekunde ein Wert aufgezeichnet, aber die ersten 48 Werte waren identisch! Danach wieder 98 identische Werte, dann 151, dann 14, dann 26, dann 323 identische. Wie in der Grafik zu sehen ist, traten also überhaupt nur 6 unterschiedliche Koordinatenwerte auf (jeder jedoch xmal hintereinander)!
Dies führt dann zu seltsamen Effekten, wenn man in VisualGPS auf den Reiter "Stats" klickt. Man kann dort oben rechts in diesem Fenster zusätzlich nebem dem Mittelwert auch die Standardabweichung ("StdDev") ablesen. Während dies bei der 230er einwandfrei funktioniert, ergeben sich bei der 231er teilweise merkwürdige Negativwerte und "Hieroglyphen" (2. Reihe der Bilder: links Holux GR-230, rechts Holux GR-231).
Anstatt also die Positionwerte einzeln weiterzugeben, "klemmt" das bei der GR-231 irgendwie. Ob das aufgrund des darin implementierten Algorithmus grundsätzlich so ist, oder ob hier ähnlich wie beim Ausschalt-Bug ein weiterer Fehler vorliegt, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Das fällt wie gesagt nur im Ruhezustand der Maus auf, wirkt sich aber z.B. beim Geocaching sehr negativ aus: ein Positionaveraging dürfte hier schwierig oder gar unmöglich sein. Gerade das dabei häufiger benutzte Programm "GPS-Tuner" verfügt ja über ein spezielles Averaging dergestalt, dass dieses bei Bewegung nicht wirksam ist, aber bei Stillstand sofort zum Verbessern der Postionsgenauigkeit einsetzt. Dazu muss die Maus dann aber auch geeignete Daten liefern. Zum Vergleich sind in der untersten Bildreihe zwei mit GPS-Tuner aufgenommene Screenshots für die herkömmliche Holux GR-230 (rechts) und die GR-231 (links) angehängt. Da bei letzterer die vermeintliche Position quasi "festgebremst" ist, rechnet GPS-Tuner natürlich hervorragende Werte für die "Präzision" heraus. Zu diesem Punkt würden mich weitere Messungen anderer User interessieren, auch von sonstigen XTrack-Mäusen. Ist dieses Ruhe-Verhalten XTrack-spezifisch oder nur eine Eigenheit der Holux GR-231? Denn damit sehe ich sie für Geocaching nur als wenig brauchbar an.
Was Wanderungen im Wald anbelangt, so ist für die Holux GR-231 wohl ein ähnliches Verhalten zu erwarten wie bei der bereits in Teil 1 beschriebenen Radtour. Zeit- und wetterbedingt habe ich mit der 231 bisher nur eine kürzere Tour durch relativ dichten Wald unternehmen können. Dabei lag dann der mit OziCE aufgezeichnete Track etwa gleich gut auf oder auch mal leicht neben der eigentlichen Route wie bei der konventionellen GR-230, wobei es mit letzterer allerdings dann eher mal einen Sat-Abriss gibt.
Zwar ist es mir kaum möglich, aus diesen nur wenigen kurzen Tests ein verlässliches Fazit zu ziehen. Soviel scheint aber klar zu sein: die Holux GR-231 ist in Punkto X-Track ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. Es trat auch bei schneller Autofahrt kein Delay auf, und bis auf einen Ausrutscher bei sehr schlechtem Empfang blieb die Maus bei meinen Fahrten auch stets "in der Spur". Der Abschalt-Bug im seriellen Betrieb muss jedoch schnellstens von Holux behoben werden, sonst ist die Maus für seriellen Kabelbetrieb unbrauchbar und der beworbene "Dual-Mode"-Betieb sinnlos. Für Outdoor-Aktivitäten ist der Wechselakku sehr vorteilhaft und macht auch einen längeren Einsatz möglich (Dauer einer Akkuladung von mir noch nicht getestet). Im Hinblick auf Aktivitäten wie z.B. Geocaching bedarf allerdings die Frage des merkwürdigen Averaging-Verhaltens dringend einer weiteren Klärung.
Viele Grüße,
WOM.