Ich habe seit ein paar Tagen den Yakumo Delta 300 GPS in Benutzung. Hatte das Gerät meiner Freundin geschenkt da sie noch keine Navi hatte. Da eine SD Karte vorhanden war fehlte nur noch die Software und der PDA.
Also erstmal alles ausgepackt und installiert. Schon kurze Zeit später gingen die Probleme mit der Software los. Dank des tollen Forums hier konnte ich diese aber in den Griff bekommen. Alles in allem verging ein kompletter Sonntag Nachmittag bis die Kiste lief. Von Abstürzen zwischendurch mal abgsehen (Softreset nötig), auch ganz passabel. Habe noch zusätzlich den POI Warner installiert.
Nun habe ich in meinen Autos noch ein Blaupunkt DX-N (Bildschirm Navi) und einen Travelpilot E1 (Radionavigation). DX-N fahre ich seit 4 Jahren. E1 seit knapp einem Jahr. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, das viele PDA User noch im Rausch der "Ich komme tatsächlich an Erfahrung" sind. Wenn man diese Erfahrung schon länger hinter sich hat, sieht man die Sache vielleicht etwas nüchterner. Ich fahre insgesamt seit 1997 mit Navi. Wollte daher mal ein kurzes Resumée ziehen was den Vergleich von PDA & Festeinbau angeht.
Installation:
- PDA Navi:
Installation / Konfiguration aufwendig, verlangt technisches Verständnis und gewisse PC Kenntnisse-
Dafür kein Einbau Aufwand.
- Festeinbau:
Nach Einbau CD-ROM einlegen und es kann losgehen. Weitere Konfiguration nicht notwendig. Bei Travelpilot E1 zusätzlich gute Autoradio mit CD Player (auch MP3 bei Version E2). Einbauzeit bei 1-DIN Geräten im Schnitt 30-60 Minuten. Bei Systemen mit externem Moitor und Rechner 3-6 Stunden.
Bedienung:
-PDA Navi:
Bedienung fällt im Stand leicht. Vielfältige Eingabemöglichkeiten. Sprachspeicher für 20 Ziele ist sinnvoll. Eingabe auch über PLZ möglich. Bedienung während der Fahrt sehr gefährlich da die kleinen Symbole und der Touchscreen sehr vom Fahren ablenken. Auch wenn man generell während der Fahrt das System nicht bedienen sollte, verführt es erfahrungsgemäss doch, bzw. ist manchmal auch notwendig (Routensperrung, Änderung der Kartendarstellung, etc.). Die Tasten sind bei den meisten Systemen nicht beleuchtet un bei Dunkelheit schlecht auszumachen.
-Festeinbau:
Bedienung ist durch beleuchtetes Bedienteil (optional auch am Lenkrad per Infrarot) bzw. am Radio vorbildlich. Anzeigen sind gut ablesbar. Bedienung der Funktionen wie Kartengrösse oder Wiederholung der Ansage ist im Prinzip auch "blind" durchführbar.
Zielführung:
PDA Navi:
Hat meine (nicht sonderlich hoch gesteckten) Erwartungen absolut übertroffen. Sprachführung ist gleichauf mit Blaupunkt (welche gemeinhin als Beste gilt). Kartenmaterial ist qualitativ ebenfalls vergleichbar was Deutschland angeht. Schön das Europakarten im Lieferumfang sind und bedarfsgerecht auch internationale Routen mit passender Tiefendigitalisierung übernommen werden können.
Nachteil der rein GPS basierten Navigation. Bei forcierter Kurvenhatz auf Landstrassen kommt das System schnell aus dem Takt da er kein "Mapmatching" mehr schafft. Ebenso ist in Tunneln und bei widrigen Bedingungen keine Ortung möglich. Initalisierung bei Systemstart und fahrendem Fahrzeug dauert bei mir bis zu 15 Minuten! Daher Abwarten der Initalisierungsphase im Stand empfehlenswert.
Ebenfalls nachteilig: TMC nur mit zusätzlichem TMC Empfänger / Aufwand verbunden.
Sehr schön: POI Warner - ein echtes Argument!
Auch ein Vorteil: PDA lässt sich auch ausserhalb des Autos als Fussgänger nutzen.
Festeinbau:
Genauigkeit ist durch die Koppelnavigation (GPS, Tacho, Gyro) nach wie vor Unübertroffen. Wenden, abbiegen, anhalten, etc. wird sofort bemerkt und entsprechend umgesetzt. Ebenso keine Probleme mit längeren Initialisierungspausen der GPS Ortung. TMC Empfang ist Serie. Recht intelligente Art der Umleitung (Alternativen werden vorher auf Plausibilität überprüft). Kartenmaterial: In Benelux (im direkten Vergleich mit Navigator) ist die Blaupunkt (Teleatlas) genauer. Auch in kleinsten Ortschaften BelgiensTiefendigitalisierung mit Hausnummern! In Deutschland war der Navigon teilweise besser / aktueller aber das gleicht sich in anderen Fällen wieder zugunsten der Blaupunkt Software aus - also eher 1:1. Dafür aber eben auch happige Preise für spezifische Länder CDs (um 150,- Euro) während bei Navigon alles inklusive ist.
Fazit:
Wer nur navigieren will, den PDA nicht anderweitig nutzt, und zudem nur begrenztes Technik Verständnis hat wird mit einer PDA Navi nicht glücklich. Selbst meine Freundin (ist PC technisch sehr fit) hatte schon ein paar Probleme mit Abstürzen oder Ungereimtheiten beim Kartentransfer auf den PDA. Auch die Liste der Problemfälle und Lösungen in diesem Forum kommen nicht von ungefähr. Ich wüsste Leute die mit den Macken des Duos PDA / Navigator total überfordert wären und ihn in die Ecke legen würden.
Eine 1-DIN Navi wie der Blaupunkt E1 ist im Netz bereits für 540,- Euro inklusive CD für Deutschland und Hauptstrassen Europa zu bekommen. Dafür super Navi ohne Konfigurationsprobleme oder Windows Macken. Kein Kabelsalat, keine Probleme mit Akkuladung oder Absturz.
Wer einen PDA auch als PDA nutzt und bspw. öfter mal in verschiedenen Fahrzeugen unterwegs (Mietwagen, WoMo) hat schon ein Argument für PDA vs. Festeinbau. Wer zudem die Geduld und die Bereitschaft zeigt, sich mit der Installation auseinanderzusetzen, dem sei eine PDA Navi empfohlen. Ich habe für meinen PDA 265,- bezahlt plus Zubehör. Komplettpakete mit Yakumo Delta 300 gibt es schon für 400,- Euro.
Ich würde meinen Festeinbau nicht gegen eine PDA Navi tauschen wollen aber die Erweiterbarkeit mit vielen Zusatzfeatures macht die PDA Variante trotzdem interessant. Die PDA Zielführung ist insgesamt brauchbar.
Gruß,
André