Distanzfehler eines aufgezeichnetem Tracks

  • Hallo Community,

    wenn ich mit dem Handy per App (z. B. STRAVA) eine Wanderung aufzeichne, kann der GPS-Sensor unter schlechten Bedingungen (z.B. steile Berghänge) grob falsche Positionen messen (u.U. Kilometer vom Standort entfernt). Man kann nach Abschluss der Aufzeichnugn in der ansonsten korrekten Spur Zick-Zack-Geraden auf dem Bildschirm sehen. Ist dann die errechnete Tracklänge zu groß berechnet - oder erkennt die Software aus dem hohen Abstand der Punkte, dass die Messung ungültig war ?


    Gruß

    MissingLink

  • Ich will mich nicht ganz sicher festlegen, aber die moderne Satelliten-Navigation ist Mathematik mit Georeferenzdaten der Erde in Länge und Breite.

    Und ein Track ist ein Track. Die Verbindung zwischen zwei Geopunkten.


    Das Navi empfängt von mehreren Satelliten ein Signal und errechnet aus den unterschiedlichen Laufzeiten eine Position auf der Erde.

    Diese Laufzeit des Signals jeden einzelnen Satelliten kann durch Abschattungen, Wolken und anderen Gründen schwanken und vom „wahren“ Wert abweichen.

    Damit stimmt dann auch die Berechnung des „richtigen wahren“ Punktes nicht mehr.

    Die Frequenz der Messungen kann über Sekunden bis Minuten betragen. Bei professionellen Navigationsgeräten sind die Zeitabstände oft einstellbar, bei APPs weiß ich das nicht, kann auch sein, dass der GPS Empfänger mit festen Takt arbeitet.


    Den Zickzack den Du dann siehst entspricht der Berechnung der Referenzpunkte mit ihrem möglichen Fehler. Woher soll das Navi wissen, dass die erhaltene Laufzeiten zueinander falsch sind? Das weis es nicht.

    Bei Tracks werden halt die Punkte errechnet in einer Liste „gespeichert“ und als Linie dargestellt ohne da Korrekturen durchzuführen.


    Bei Autonavigation sind die Positionsberechnungen zunächst genau so falsch, wie bei Track. Nur wird dann bei der Darstellung die berechnete Position mit den gespeicherten Position der Straße verglichen und der Zeiger auf die Straße gehalten. Dies funktioniert so innerhalb von 3-10 Meter zur Straße. Es kommt aber auch bei den Navis schon mal vor, dass man neben der Straße fährt, wenn halt die Fehler der Positionsberechnung zu groß werden.

    psr (Peter)



    Mittlerweile voll auf Garmin umgestiegen. Ein Garmin Oregon 750 für den Sport. Ein DriveSmart 61 mit dem superscharfen Glasdisplay für den Alltag und Leihautos und ein Camper 780 bei Bedarf und fürs Cabrio, trotz dem dort verbauten Garmin MapPilot.

    Das MB MapPilot System hat leider nicht den kompletten Funktionsumfang der normalen Garmins. Mehrere Routen planen und einspeichern geht da z. B. gar nicht. Bedienung mit den Dreh/Drücksteller ohne Touchdisplay ist schlicht eine Katastrophe.

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  • Danke Peter,

    die Berechnung der durchlaufenen Strecke - nur um die geht es mir - ist ja die Summe der Abstände von Position zu Position. Wenn auf dem Track z. B. nur eine einzige Position, sagen wir um 5 km, falsch bestimmt wurde -alle anderen sollen wieder korrekt sein - ergibt sich im Fall "primitiver" Auswertung (bedingungslose Summierung) eine ca 2*5=10 km zu lange Strecke.


    Die Software könnte aber erkennen, dass die Position ungültig war, wenn sie die Geschwindigkeit von Punkt zu Punkt aus den Positionen errechnet und beachtet. Wenn dann zwischen zwei Punkten mit z. B. 5 km/Sekunde (1 Sekunde sei die angenommene Messperiode) gelaufen oder radgefahren wurde, müsste die Position übergangen werden. Meine Frage ist, ob das standardmäßig so gemacht wird.

    Gruß

    MissingLink

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  • Tja was die Software müsst und was sie tut, sind nun mal zwei verschiedene Dinge.

    Sie erfaßt nun mal beim Tracking zeitgetaktet die Geodaten, also z. B. alle 5 Sekunden wird ein Signal, was ja ständig von den Satelliten gesendet wird, aufgezeichnet und ausgewertet Punkt! Wie schnell man die „Strecke„ zurückgelegt hat und dabei die Geschwindigkeit ändert, ist beim Tracking nun mal uninteressant und wird nicht bewertet. Noch einmal ein Track ist ein Track, wird oft mit dem „Erbsen streuen„ im Märchen verglichen. Die Erbsen fallen halt nur dahin, wo du sie fallen läßt. Es folgt Dir keiner der Streuungen begradigt, wenn du Zick Zack läufts.

    Wie ich schon schrieb, nur bei PKW Navis mit Straßenrouting wird der „Standort“ auf Plausibilität zu den Geodaten der nächsten Straße geprüft. Und das geht auch nicht immer glatt. Und wenn nun, wie Du schreibst, die Position um 5 km falsch ist, dann ist es leider so berechnet. Wobei 5 Kilometer sind schon gewaltig und etwas aus der Luft gegriffen. Mehrere 10 Meter sind aber durchaus möglich.

    psr (Peter)



    Mittlerweile voll auf Garmin umgestiegen. Ein Garmin Oregon 750 für den Sport. Ein DriveSmart 61 mit dem superscharfen Glasdisplay für den Alltag und Leihautos und ein Camper 780 bei Bedarf und fürs Cabrio, trotz dem dort verbauten Garmin MapPilot.

    Das MB MapPilot System hat leider nicht den kompletten Funktionsumfang der normalen Garmins. Mehrere Routen planen und einspeichern geht da z. B. gar nicht. Bedienung mit den Dreh/Drücksteller ohne Touchdisplay ist schlicht eine Katastrophe.

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  • Ich bin inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass grobe Positionsfehler von der Software erkannt werden und in der nachträglichen Streckenberechnung des Tracks eliminiert sind.

    Der Track wird zwar mit seinen Rohpositionen aufgezeichnet und angezeigt, aber in der Weglänge sind die Abschnitte, in denen das GPS Signal stark streut, nicht berücksichtigt. Die Genauigkeit der Messung (die schon auf einem einfachen Garmin eTrex10 durch Angabe einer Meterzahl ausgegeben wird) genügt schon, die verdächtigen Positionen zu identifizieren.