Historische Karten und GLOPUS

  • Gibt es hier eigentlich Freizeithistoriker die Glopus zur Spurensuche mittels historischer Karten nutzen?
    Die Möglichkeit digital vorliegende Karten, auch unentzerrte Scans, selber mittels Glopus Map Manager zu kalibrieren macht es doch zu einem netten Werkzeug historischer Spurensuche...


    Anbei mal ein Beispiel mit einer Karte deren Copyright seit ca. 160 Jahren abgelaufen ist, die Reymann'sche Karte (sozusagen der Vorläufer der MAYR'schen Generalkarte 1:200.000). In unserer Region eine äusserst nützliche (wenn auch nicht völlig fehlerfreie) Altstraßenquelle. Die Reymann'schen Karten basierten direkt auf der Tranchot-/ Müfflingschen Landesaufnahme und gehörten damit zu den ersten Karten im deutschen Gebiet dieses Maßstabs mit topographischer Genauigkeit.


  • Ich habe eine tolle Seite entdeckt für Freunde historischer Karten und Glopus-Bernutzer. Die Kalibrierung der einzeln heruntergeladenen Blätter ist denkbar einfach, aber dran denken: Kalibriert wird streng preußisch, nach Potsdam/Rauenberg, sonst hat man 3-4" Versatz drin.


    Ich bin selbst schon ewig lange ein großer Fan der "KDR". Sie hatte eine Präzision die den heutigen 1:50.000er Karten gleichkommt oder sie sogar übertrifft. Ich bin noch in den 1990er Jahren mit ihr im Gelände unterwegs gewesen da sie besser war als alles was für manche Gebiete der Ex-DDR erhältlich war, selbst bei Berücksichtigung veralteter Karteninhalte. Die Auflösung dieser Scans auf der Seite ist für reine Kartenzwecke natürlich zu hoch; mit 50% skaliert sieht man immer noch alle wichtigen Details. Die feine Machart der Karte wird aber deutlich. Die Blätter sind im Original bloß A3 groß, um alle Details zu erkennen braucht man sehr gute Augen oder eine Lupe...


    Die an der Erstellung der Karten beteiligten Kupferstecher waren wohl die größten Meister ihres Fachs. Die Kupferplatten mit denen diese Karten gedruckt wurden, sind im 2.WK zerstört worden und wurden niemals rekonstruiert - der dahinter steckende Aufwand in Mannjahren wäre ruinös gewesen - daher ist die Sammlung der Scans eine ruhmvolle Tat. Zudem von den (weniger häufigen) mehrfarbigen Drucken mit Gewässer-Blau. Die Ausgabe aus der Zeit kurz vor der Jahrhundertwende ist zudem die vielleicht interessanteste für Hobbyhistoriker: Etwas präziser und mehr kleine Wege enthaltend als die Erstausgabe um 1875 herum, aber noch ohne den seit ca. 1900-1910 herum einsetzenden Siedlungs- und Straßenbauboom...


    http://www.davidrumsey.com/blo…es-deutschen-reiches-1893

  • Hallo Taunide,


    ich bitte um einen Tipp zur Kalibrierung. Auf Karte 570 steht in der oberen Ecke: 49° 15' als Breite und 24° 30' als Länge. Als PD kann die Länge aber nicht stimmen, sie muss um die 7° liegen.


    Wo liegt mein Fehler?


    Vielen Dank im Voraus


    meine Anfrage hat sich erledigt: nachdem ich die Länge von Ferro (17°40') abgezogen habe, passt alles bestens

  • Dear All
    mit welchem Programm habt Ihr denn die Karten kalibriert?
    GMM lädt die Karte zwar ins Fenster rechts oben, zeigt Sie aber nicht an.


    Sind die Karten mit ca. 38MB zu gross für den GMM?


    Danke für ein kurzes feedback
    Bernd M aus F


    PS: die hist. Karten sind wirklich wunderschön!!

  • Hallo,
    soeben habe ich anscheinend die Gesamtdeutschlandkarte mit 2,5GB geladen.
    Eigentlich interessieren mich nur einige Gebiete im Rheinland.
    Muss ich diese aus der Gesamtkarte extrahieren oder hätte ich diese anders downloaden können?
    Z.Z. bin ich online mit Ubuntu und einem 1GB Netbook.
    Habe ich überhaupt eine Chance in Linux oder XP mir diese Grafikdatei anzusehen?


    Klaus

  • 0. Mit IrfanView Stapelverarbeitung die runtergeladenen Blätter auf 50% skalieren und in jpg umwandeln.
    1. Wenn ich mehr als 1 Blatt kalibriere mache ich mir immer als erstes eine Tabelle wo ich je Karte die Eckpunkte mit Pixelwerten und Breiten-/Längenangaben eintrage. Die Blätter trage ich so ein wie sie auch in GMM liegen, d.h. neben und untereinander. Das erleichtert den Umgang mit Formeln und reduziert Fehler. Diese Tabelle bekommt sinnvollerweise denselben Namen wie das zugehörige gmf.
    2. Bei der KDR trage ich je Blatt 2 Kalibrierungspunkte ein: oben links (0/0) und unten rechts, mit den auf der Karte abgelesenen Höhen- und Längenangaben (Länge - 17.666667 Grad Ferro). Das ist bei der KDR einfachst weil jedes Blatt exakt 0,5° lang und 0,25° hoch ist.
    3. Kalibrierung "geodetic" : die Kartenprojektion ist eigentlich Polyeder, aber ich gehe davon aus dass der Fehler vernachlässigbar sein dürfte. In jedem Fall wäre er bei der KDR von 1895 schwierig feststellbar, weil die noch voller Lagefehler ist. Abweichungen von 100-200m kommen nämlich so und so vor. (man sollte aber auch nicht zu streng sein denn beim Maßstab der Karte wären das nur 1-2mm auf dem Blatt!)
    4. Kartendatum (PDT): Potsdam/Rauenberg (D). Kurioserweise funktioniert ihre Vorgängerkarte "Preußische Generalstabskarte" besser mit "World Geodetic System 1972". Das mag daran liegen dass diese noch mit den franzsischen Karten kompatibel sein sollten.
    5. Wenn alles korrekt kalibriert ist, Kleinkacheln zu 1000x1000 anfertigen lassen (der GMM schneidet sie passend etwas kleiner) und als jpg umwandeln, gmf erzeugen, testen (!)

  • Gibt es hier eigentlich Freizeithistoriker die Glopus zur Spurensuche mittels historischer Karten nutzen?


    Vielen Dank für diesen neuen, hochergiebigen Link!! Ja, ich nutze historische Karten (KDR100, MTB) selbstgescannt und -kalibriert zur Spurensuche; nun ist ersteres weniger nötig, auch wenn mir die späteren Karten (1930/40er) noch lieber wären. Ich nutze allerdings OziCE (auf einem kleinen Medion), demnächst Derivate für Android (S2) und hoffentlich gibts auch Lösungen fürs iPad. Wegen meiner tausenden ozfx3-Dateien werde ich nicht auf andere Formate umsteigen...

  • Hallo,


    also die Gesamtkarte als jp2-Datei ist auf der linken Seite unten zu laden.
    Zum Betrachten habe ich nach einem mrsid viewer gegoogelt.
    Es gibt ein Addon zum betrachten für den Dateiexplorer, was unter XP sehr gut funktioniert.
    Auf einem W7-Rechner habe ich mit dem Geo Viewer einzelne Karten nach Geotiff exportiert und diese im Oziexplorer Trial geladen.
    Beim Import hatte ich die Kombination Mercator und WGS84 gewählt.
    Anschließend wurde mit Img2ozf die Karte PPC-fähig für OziCE gemacht.
    Das Ganze war mit einigen Klicks relativ schnell erledigt.
    Bei einer ersten Testfahrt heute stellt sich heraus, dass ein Ost-West-Fehler von ca. 50m vorhanden ist, m.E. erstaunlich wenig.


    Klaus

  • Danke, Klaus, für die Präzisierung: ganz klein ist der Link "Full Image Download", ein jp2 von 2,5GB.
    Der angesprochene Viewer bzw das Plugin funktioniert ja tadellos, auch dies ein superwertvoller Tipp! Für Recherche und Trockenflüge noch smarter verwendbar als Ozi. Frage: die Kalibrierungspunkte müssen beim Laden des TIFF manuell gesetzt werden? Dachte, GeoTIFF beinhaltet Kal-Daten - oder welche Importparameter muss ich bei Ozi auswählen?

    Gruß
    mobutu


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    Mein Skin für GoPal3.0PE/4-Zoll (SunCompass,UTM,OziCE-Einbindung,spezial-POI-Suche etc.):
    http://forum.pocketnavigation.de/tid1100137-sid.htm
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