Erfahrungen mit MN 6 in den USA (Florida)

  • Erfahrungen mit MN 6 in den USA (Florida)


    Hatte jetzt für 2 Wochen das Vergnügen in Florida mit MN6 und USA Karten zu fahren.
    Zusammenfassend: Es war schon eine große Hilfe, jedoch begleitet mit für Europäer Ungewohntem und schon beim Start der Verzweiflung nahe, ob man nun selber zu blöd ist oder das Navi. Aber man lernt halt immer dazu.


    Also, Landung in Florida Miami Airport gegen 19:00 und bis zur Übernahme des Leihwagens, rund 3 Kilometer vom Flughafen weg, war es draußen stockschwarze Nacht. Zum Vermieter gab es Shuttlebusse.


    Eingabe des Hotels BW Airport nach gewohnter Manier:
    Ort: Miami
    Straßen: 3875 107th Avenue
    Bemerkung: Das Hotel liegt westlich vom Flughafen etwa 20 Kilometer an einer nach Norden führenden Straße. In den USA sind viele Straßen schachbrettartig entweder Richtung NS oder OW ausgerichtet und zumindest dies hilft anfangs viel in der Orientierung. Viele US Autos haben auch Kompassanzeigen im Innenspiegel (so auch unserer), es scheint halt nicht immer die Sonne oder es ist Nacht wie jetzt.


    Es gab keine Treffer.


    Alles Mögliche probiert, dummerweise, oder weil bisher nie gebraucht, habe ich nicht die eingebauten POIs benutzt. Die Straße war nicht zu treffen. Erst mit der Postleitzahl und nach einigem Haareraufen gelang es. Das Hotel war im Display zu sehen.


    Losfahren in die Nacht.
    Vom Parkplatz auf die Ausfallstraße nach Westen war noch OK.
    Nach 5 Kilometern hieß es: Den linken Spuren folgen.
    Nur welchen bei 5-6 und manchmal auch noch 7 Spuren in einer Richtung.
    Die Beschilderung zeigt in den USA häufig nur die abgehenden Straßen mit der Straßennummer und manchmal Straßenname. Das Geradeausziel wird nicht genannt und wenn ist dies die folgende abgehende Straße.
    Im Real View war dann textlich auch keine vollständige Übereinstimmung mit der Beschilderung und die Spuranzeigen passten auch irgendwie nicht wirklich. Was auch wohl nicht leicht ist bei der Menge der Spuren.
    Wegen des Real View hatte man auch keine Kartenansicht mit der Position und dem Straßenbild und welche kommt und dem weiteren orangen Streckenverlauf, was für mich häufig an AB-Abzweigungen hilfreicher ist, als dieses Pseudo-Real-View mit Standbild. Ich benutze daher auch weiterhin nur 2 D statt 3D Ansicht im laufenden Betrieb.
    Als aus links war dann bei mir ganz links und es ging statt nach Norden, wo unser Hotel war nach Süden. Also blieb uns nur, dem Navi stur zu folgen und so irgendwie doch an unser Hotel zu gelangen.
    Stockdunkel bis auf die Straßenbeleuchtung, riesig breite Straßen, noch ein etwas ungewohntes Auto, Gott seit dank nicht mehr die Schwankschiffe von einst, und eine Straßenbeschilderung der anderen Art. Dazu der Stress bei der Eingabe ins Navi am Anfang. War, obwohl einiges gewohnt, nicht gerade lustig. Und Stress im Urlaub hasse ich. Dazu reicht der Alltag.


    Irgendwie hatten wir nach einer riesigen Kreisfahrt die Richtung zum Hotel und mein innerer Kompass, als auch die ungezoomte Navi-Ansicht zeigte, dass wir uns dem Hotel näherten.
    Doch plötzlich hieß es: Rechts abbiegen in die xx. Avenue. Zunächst der Anweisung und den weiteren Anweisungen gefolgt und irgendwie kam das Gefühl, wir fahren hier im Kreis. Das Gefühle hatte dann auch meine Frau, welche mittlerweile versuchte, mit dem vom Vermieter beigefügten Plan und den Straßenbezeichnungen zu Recht zu kommen und so uns mit dem Navi abzugleichen. Eigenheit an Kreuzungen in den USA. Es wird immer die Querstraße gezeigt, nicht aber die gerade befahrene Straße.
    Wieder auf der großen Straße, wo wir doch irgendwie schon mal waren und wieder die Anweisung rechts abbiegen. Gemacht und auf den nächsten Parkplatz, denn jetzt streikte mein innerer Kompass vollständig und ein Blick auf das Display zeigte, wir waren fast am Hotel und hätten nicht abbiegen brauchen.
    Also zurück und alle weiteren Abbiegeaufforderung ignoriert und dann hieß es: Sie haben ihr Ziel erreicht, das Ziel liegt rechts.


    Nach dem Navi würden wir wahrscheinlich heute noch um das Hotel kreisen und nicht ankommen.


    Fing ja gut an der Abend.


    Am nächsten Tag nach Miami Beach, alles ging klar und bei Tageslicht konnte man sich mal an die Eigenheiten der realen Beschilderung und der Real-View-Anzeigen gewöhnen.
    Zurück zum Airport Hotel ging es wieder am Flughafen vorbei und man erkannte die Straßen des Vorabends wieder.
    Als dann wieder den linken Spuren zu folgen war habe ich dann nicht die ganz linke genommen und es ging dann direkt, wie gewollt, zur 107.
    An der gleichen Kreuzung begann dann wieder der Spuk mit dem Rechtsabbiegen.
    Es machte also keinen Unterschied, ob der Startpunkt der Flughafen war oder eine Straße in Miami Beach, wenn man sich dem Hotel aus gleicher Richtung näherte, wollte das Navi partout nicht direkt geradeaus zum etwa noch 1,5 km entfernten Ziel.


    So, im Hotel dann mal eine Vorplanung zum nächsten Ziel Titusville in der Nähe von Cape Canaveral. Wie weit ist es bis dahin?
    Wieder Frust, der dann auch bei den nächsten Eingaben folgte.
    Ziele bei MN 6 in den USA verlangten immer eine Straße und eine Hausnummer. Nur mal eben zum Ort und zu einer Straße ohne Nummer routen bzw. berechnen, um eine Entfernungsangabe zu erhalten, das geht nicht.
    In MN 6 EU kann ich auch wählen "Zur Ortsmitte routen, berechnen", bei MN6 USA nicht.
    Dort ist eine exakte Ortsangabe, am besten noch mit der Postleitzahl nahezu zwingend um den richtigen Treffer zu erhalten. Bei Straßen ohne bekannter Nummer muss dann eine Nr. aus der Liste oder eien Querstraße "gewählt" werden. Anders ist eine Berechnung und sei es nur mal für eine Vorschätzung der Entfernung nicht zu starten.


    Wir hatten unsere Hotelziele alle mit den Originaladressen und dazu den Postleitzahlen aus den ausgedruckten Buchungsbestätigungen dabei und so war dann, nach dem man die Eigenheiten raus hatte, die weitere Zielfindung bei der Eingabe kein Problem.


    Beim Fahren selber dann aber zu den Keys bzw. nach Key West als Endziel wieder ein ungewöhnliches Verhalten.
    Wegen eines Zwischenstopps war ein Wenden und zurückfahren um vielleicht 1 Kilometer erforderlich. Die Neuberechnungen, auch als wir wieder uns zum Ziel hinbewegten, die Keys haben nur eine Zugangsstraße, wurden dann zum Chaos. Das Ziel war auf einmal 3 x so weit weg. Reset alleine half nicht. Erst nach ziehen der SD-Karte und noch mal Reset des Navis war die Berechnung wieder OK.


    Übrigens unser Starthotel war auch unser Endhotel und von der Westküste kommend und mit Eingabe des Hotels aus der POI-Liste war die Anfahrt korrekt und sofort zielführend.


    Es gab noch andere Kleinigkeiten, die für Europäer in den USA anders sind und auch beim Navi Verwunderung auslösten aber das Fazit ist:
    Ohne Navi wäre es für unsereins wahrscheinlich noch schwieriger auf Anhieb mit den Beschilderungen zu Recht zu kommen und so war es doch eine Hilfe mit kleinen Stolpersteinen, die aus unserem Gewohnten und der daraus folgenden Erwartungshaltung entspringen, als auch aus Fehlern, die Navis hier auch haben.

    psr (Peter)


    2005 start mit Navigon. Ab 2014 Garmin Navis. Seit 2023 nur noch Routenplanung mit PC / iPad mit MyRouteApp und der App MRANext zum Routen per iPhone/CarPlay. Zum A-B Routen auch mal Google oder Apple. Datenverbrauch ist mit Offlinekarten und Wegfall Roamingkosten bei den heutigen Tarifen kein Argument gegen die Navigation mit Smartphone und passender „App“. Auch die Aufschläge außerhalb der EU sind moderat.

    Das Garmin DS 76 ist nun, im Dez. 24, auch Geschichte und verkauft.

  • Es werden sicher noch qualifiziertere Antworten kommen als meine.
    Aber wenn man nicht weiß daß in den USA eine Straße durch zig Orte gehen kann und man ohne die genaue Hausnummer und die Richtung der Hausnummer
    ( gibt es zweimal ) absolut hilflos ist, naja........


    Abgesehen davon benötigt man in den USA kein Navi, eine Karte reicht völlig,
    die Beschilderung ist so daß man sich nicht verfahren kann. :D
    Wenn wir so weit in Deutschland wären müsste es dieses Forum nicht geben. 8)
    Gruß, Werner

  • @ langert, nun mal nicht so überheblich.. :D


    Ich bin nun nicht das erste mal da drüben gewesen, aber halt das erste mal, wo ich selber fahren musste. Und die Eigenheiten sind dort anders und ein Start in dunkler Nacht, in einer Riesenstadt wie Miami, wo auch Kartenlesen kein Leichtes ist, waren halt nicht optimal.


    Der Mensch lebt und lernt nun mal aus Erfahrung und wenn die Situation anders ist, muss man sich erst an das Neue gewöhnen. Was auch mir gelang :D :D


    Nebenbei, Fahrenheit ist für mich auch nicht so richtig einzuordnen, aber die Amis leben damit, ebenso wie mit Uhr AM und Uhr PM. und Monat Tag Jahr, Meilen geht so gerade :D. Und die Amis wollen partout nicht aufs metrische System, obwohl dies seit 1977 internationale bzw. Weltnorm ist und Kanada dahin gewechselt hat.
    Wer ist hier also stur und nicht lernwillig.


    Ein Navi habe ich seit 1970, da datiert mein Autoführerschein und seitdem reise ich mit dem Auto, auch in ganz Westeeuropa bisher nicht gebraucht und bin immer angekommen.
    Komischeweise verkaufen sich die Dinger aber auch hier wie warme Semmeln, als kämen alle heute ohne nicht zurecht. ?(
    Oder ist es einfach nur, weil es bequemer ist als Karte gucken und Tankwarte fragen, wenn man in unbekannte Gebiete fährt.
    Oder warum hast Du denn eins???

    psr (Peter)


    2005 start mit Navigon. Ab 2014 Garmin Navis. Seit 2023 nur noch Routenplanung mit PC / iPad mit MyRouteApp und der App MRANext zum Routen per iPhone/CarPlay. Zum A-B Routen auch mal Google oder Apple. Datenverbrauch ist mit Offlinekarten und Wegfall Roamingkosten bei den heutigen Tarifen kein Argument gegen die Navigation mit Smartphone und passender „App“. Auch die Aufschläge außerhalb der EU sind moderat.

    Das Garmin DS 76 ist nun, im Dez. 24, auch Geschichte und verkauft.

  • Gude,


    tut mir leid wenn mein Beitrag als überheblich rübergekommen ist.
    War nicht so gedacht.


    Nee, ich ärgere mich in Deutschland immer über die seltsame Beschilderung.
    Einfach so eine Karte nehmen oder nach der aufgeschriebenen Route fahren
    das ist nicht einfach. Also ich kann es nicht.
    War bisher nur ein einziges Mal in den USA.
    Bis auf zwei kleine Verfahrer war es dort echt easy.
    Warum ist so etwas nicht auch bei uns möglich?
    Übrigens ganz großes Danke für die Erlebnisse.
    Wenn jemand so ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert find ich das
    ganz nützlich. :)
    Prost. : drink
    Gruß, Werner

  • ich war auch vor 2 Wochen in den USA mit dem PKW und einem Navi ( garmin ) unterwegs.


    und dummerweise hatte ich meine Karten vom AAA in Deutschland vergessen ...


    Ich wollte ersteinmal nur von New York JFK rüber nach Newark EWR


    oioioioi


    die Auffahrt auf den Beltparkway verpasst und schon im Schlamassel gesteckt ...
    führt mich mein Navi dann schön durch Queens und immer schön rechts links rechts links rechts links ...
    naja ...
    ich war nun schon mal das 5. mal in New York und habe dann irgendwann aufgegeben auf das Navi zu hören und bin der Sonne nachgefahren, weil ich ja etwa wußte wo ich hinmuss
    Habe dann auch irgendwann ein Schild zur Brücke nach Staten Island gefunden und dann kannte ich mich wieder aus


    Das selbe dann paar Tage später on EWR nach Manhatten West Side Central Park ( genaue Adresse habe ich eingegeben)
    Navi wieder grausam geroutet


    dann noch kleine Rundreise Richtung Boston und Rhodes Island
    oioioioi


    Zusammenfassung:
    Ohne Karten geht es nicht in den USA ...wer stumpf nach Navi fährt verliert


    Ich war dann zu faul Karten zu kaufen oder nen AAA zu suchen und bin dann abends im Hotel immer ins I-Net... mapquest.com und habe mir meine route für den nächsten Tag bis kurz vors Ziel mit den Interstates zusammengestellt und bin nur die letzten Meilen dann nach Navi gefahren


    Die letzten Jahre hatte ich immer Karten von AAA dabei und bin zusätzlich mit NAVI gefahren ...
    und ich denke das ist das beste was man in USA machen kann ... Grob ans Ziel mit Karten ... und die letzten Meilen dann mit Navi


    P.S. Wobei ich mich mittlerweile wirklich gut in New York bis hoch nach Boston sehr gut auskenne und für die meisten Ziele weder Karte noch Navi brauchen würde ... aber irgendwie fühlt man sich doch ein wenig sicherer


    P.S.2 ... In deutschland benutze ich mein Navi auch nur für die letzten Kilometer ... da fahre ich vorher auch, wie ich es für richtig erachte und nicht das Navi

  • Zitat

    ... In deutschland benutze ich mein Navi auch nur für die letzten Kilometer ... da fahre ich vorher auch, wie ich es für richtig erachte und nicht das Navi


    Eigentlich Konsens.


    Aber ich schau mir die Route an, und dann sperre ich die Autobahn die ich nicht fahren will.


    Die Schilder auf der Autobahn sind in Deutschland das Problem.
    Ich habe mir also die Route aufgeschrieben. Auch die Richtungen in die ich
    am jeweiligen Abzweig fahren muß.
    Aber dann stehen am Schild ganz andere Städte. Ganz andere Richtungen.
    Zu 50% muß ich bis zur nächsten Abfahrt, drehen, und dann habe ich das Problem ja schon wieder vor mir.
    Ohne Navi wäre ich schon längst in der geschlossenen Psychiatrie.........


    Bitte bitte liebe Verkehrsplaner, schreibt doch mal auf eure blöden Schilder das
    was ich wissen muß.
    Und bitte schreibt auf die Autobahnhinweisschilder an der Landstraße, welche Nummer und Richtung die Autobahn hat.
    20 Kilometer Umweg pro Fahrt halte ich nicht jeden Tag aus..........
    Gruß, Werner

  • ..um das Thema Beschilderung abzuschließen.


    Ich bin über 30 Jahre regelmäßig in fast ganz Frankreich rumgefahren u.a. auch mit dem Fahrrad.
    Irgendwann in den 80zigern hatte Frankreich eine durchgehende Nummerierung an allen Straßen eingeführt, fast bis zum Feldweg.
    Und das Beste, diese Nummern stehen an doch rund 95 bis 98 % aller Schilder. Wer sie kennt, es sind die roten Nxx, gelben Dxx und weißen ss Schildchen über den weißen Richtungsangaben. Dazu sind alle Nummern in den besten aller Straßenkarten, den Michelins 1:200000 angegeben. Wenn man dann auf die Karte schaute zur Standortbestimmung, wusste man immer, an welcher Kreuzung man sich befand, bzw. an welcher man abbiegen muss, auch wenn sich der Ortsname nicht gerade im Nahbereich des zurechgefalteten Kartenblattes befand.
    Dies war besonders hilfreich mit dem Rad, denn Verfahren war damit nahezu unmöglich.
    In Deutschland stehen fast immer nur Ortsangaben mit Entfernungen und ab und zu mal Bundestraßen-Nummern. Auf Nebenstrecken fürs Rennrad oder Cabrio ist da nichts mit Nummern. Die deutschen Shell Karten1:200000 helfen dann auch nicht immer, denn hier stehen fast immer nur Ortsnamen und keine Straßennummern und die Indentifikation des Standortes ist dann manchmal schwierig.


    Mit den Navis ist das heute nicht mehr unbedingt erforderlich, aber Klasse ist dieses Frankreich-System schon.


    Aber nun wieder zurück zu MN6

    psr (Peter)


    2005 start mit Navigon. Ab 2014 Garmin Navis. Seit 2023 nur noch Routenplanung mit PC / iPad mit MyRouteApp und der App MRANext zum Routen per iPhone/CarPlay. Zum A-B Routen auch mal Google oder Apple. Datenverbrauch ist mit Offlinekarten und Wegfall Roamingkosten bei den heutigen Tarifen kein Argument gegen die Navigation mit Smartphone und passender „App“. Auch die Aufschläge außerhalb der EU sind moderat.

    Das Garmin DS 76 ist nun, im Dez. 24, auch Geschichte und verkauft.