Morgään!
So, mein neuer Tomtom One (altes oder zumindest: gerade noch aktuelles Modell) ist eingetroffen. Hier meine ersten Erfahrungen:
Verarbeitung: mindestens 100%. Irre stabil gebaut und sehr wertig, auch im Vergleich zu manch anderen Systemen. Gefällt mir außerordentlich gut. Tolle Scheibenhalterung ohne Schwanenhalsgebaumel und Wackelkontakt. Bombenfester Sitz. Doof dagegen: Laden nicht über USB, darum passt auch kein billiges Standardnetzteil und das Navi wird nicht beim Synchronisieren geladen. Und: warum kann man den Akku nicht entnehmen wie z.B. bei Becker?
Bedienung: Sehr gut. Mein bisheriges Medion mit Navteq war schon gut, aber das hier ist deutlich besser. Top: Reine Fingerbedienung (kein Stift nötig). CHIP vergibt Höchstpunktzahlen, und ich gebe ihnen Recht.
Empfang: Vorbildlich. Der größte Vorteil gegenüber meinem Sirf II-Oldie. Das Medion brauchte im Auto bis zu 15 Minuten, um zu wissen, wo man ist. Tomtom reicht eine Minute. Selbst im Haus ist in Fensternähe der Empfang ausreichend. Ein Hoch auf Sirf III !
Bugs: na klar. Uhrzeitbug serienmäßig. Never change a running bug. Der Kunde kauft es trotzdem.
Navigation: Uih, so sieht "das einzige Navisystem, das bei CHIP 100 Punkte schaffte" also die Welt. Meine direkte Umgebung hat sich mächtig geändert, seit Tomtom hier wohnt. Die Nebenstraße Radebruchswiesen heißt nun Raderbruchwiesen. Der Waidmannsgrund ist nun ein Weidmannsgrund. Die Postleitzahl 30938 gehört nun nicht mehr zu Burgwedel. Unsere Hauptzufahrtsstraße ist ein gestrichelter Trampelpfad, der bei jeder Route zu ignorieren ist. Die gängigste Anweisung lautet "Bitte wenden", jedenfalls in jedem Fall dann, wenn man einer Anweisung nicht gefolgt ist. Vermutlich, so viel habe ich über Tomtom schon gelernt, ist die Routenneuberechnung eines dieser kostenpflichtigen Tomtom Plus-Extras, für das man 40 Euro extra zahlen muss? Und Lisa verkündet nach einer sehr schweigsamen Ortsdurchfahrt mit drei nicht angesagten abknickenden Vorfahrten stolz in gebrochenem Deutsch: "Fahren Sie geradeaus über den Kreisverkehr. In 200 Metern Sie haben Ihr Ziel erreicht!". Wie gesagt: laut CHIP gibt es definitiv keine besser navigierende Software und offensichtlich bei Höchstpunktzahl auch kein Verbesserungspotential. Gut hingegen: Lautstärke und Verständlichkeit der Ansagen, Darstellung auf dem Display. Ich hoffe, dass Tomtom (oder Teleatlas) den Rest der Welt besser kennt, zumindest so gut, wie mein Medion-Navi (Navigator 4.4).
Preispolitik: Tja, was soll man da sagen. Der Gerätepreis ist gut, ansonsten ist Handaufhalten Firmenpolitik von Tomtom. Alles kostet extra, reichlich extra sogar. Gratis gibt es nur Dunkin' Donuts-OVIs.
Würde ich es wieder kaufen? Sagen wir so: ich weiß bis heute kein wirklich gutes Gerät bis 300 Euro. Ob Becker, Blaupunkt, Medion, Falk, Typhoon oder Garmin. In allen Foren ist von teils extremen Navigationsschwächen die Rede, von Systemabstürzen und vielen Defekten. Der Kunde ist Kummer gewohnt und auch Tomtom baut nur "vergleichsweise" gute Navis. Aus meiner Sicht macht Navigon besseres Kartenmaterial, so dass Käufer des neuen Tomtom One vermutlich im wahrsten Sinne 'bessere Karten haben'. So muss ich sagen, dass mir das Gerät gut gefällt und die Software nur "befriedigt". Immerhin gibt es Softwareupdates für die Firmware kostenlos, so dass vielleicht Lisa noch hinzulernt. Kartenhersteller mit so großen "Wissenslücken" sollten sich allerdings fragen, ob dreistellige Preise für Daten-DVDs nicht eine gewisse Sorgfalt bei der Erfassung der Daten rechtfertigen.