Kein FIX nach Flug in die USA

  • Hallo,


    ich bin jetzt grad in den USA angekommen und wollte mein GPS benutzen, aber leider bekommen ich nirgends ein FIX. (Habs schon mehrere Stunden daussen liegen lassen) Immer nur ein Satellit wird angezeigt, und auch da ist die Signalstaerke bei weitem nicht aussreichend...


    Was kann ich tun? Ich hab das Gefuehl, dass der Pocket PC immer noch denkt ich sei in Deutschland. Aber ich kann ihm ja auch nicht sagen wo ich ungefaehr bin...


    Hab nen Yakumo delta 300 GPS 2L mit TomTom5 mit USAKarten drauf. Dazu Glopus und BeelineGPS und VitoNavigator als shareware. (bei keinem der Programme bekomme ich ein Fix)



    Gruss, JTurtle



    (PS: Da ich grad im Urlaub bin, kann ich nur alle paar Tage mal hierher schauen.)

  • Sollte eigentlich nicht passieren. Zur Not mal den Empfänger kaltstarten (mit WinFast Navigator oder ähnlichem), und dann eine Viertelstunde in freier Umgebung laufen lassen.


  • Hallo JTurtle


    Herzlich willkommen im Forum und schoenen Urlaub
    Geduld, Geduld.
    Die Zeit bis zum ersten Fix kann bis zu 45 Minuten dauern, in Ausnahmefaellen auch noch laenger. Dies hat den Grund, das der Empfaenger zuerst einmal die Almanachdaten der Satelliten empfangen muss. Fuer die danach folgenden Navigationsvorgaenge braucht dieser Vorgang in der Regel nicht wiederholt zu werden.
    Kleiner Tipp:
    Um die erste Fix-Zeit zu minimieren solltest Du die auesseren Randbedingungen (z.B. Autodach, metallbedampfte Autoscheiben, Haeuserschluchten, Tunnel, dichter Wald oder Fahrbewegungen), die den SAT-Empfang negativ beeinflussen, optimal gestalten. Wie das geht? Ganz einfach, stell Dich irgendwo hin und gib dem Empfaenger RUNDUM FREIE SICHT zum Himmel. STARTE den GPS-Empfang erst wenn Du den Standort eingenommen hast.


    Fuer alle die sich die Wartezeit verkuerzen wollen, folgt hier in Kurzform eine vereinfachte Darstellung ueber das Einsammeln der Almanachdaten. Die anderen koennen den naechsten Beitrag lesen.


    Wenn man sich die Datenstrecke der GPS-Signale mal naeher ansieht, stellt die sich in 4 Teilschritten dar:

    • GPS-Daten werden von den SAT´s zur Antenne des Empfaengers geleitet.
    • Daten werden von der Antenne zum "Chip" des Empfaengers geleitet.
    • Daten werden im "Chip" aufgearbeitet (Datenauswertung/ -umwandlung).
    • Aufgearbeitete Daten werden vom Chip zur COM-Schnittstelle geleitet.


    Das war es, nicht mehr und nicht weniger.


    Was erkennen wir daraus? Ein GPS-Empfaenger empfaengt nur Daten der Satelliten, er kann also keinem Satelliten sagen "Hallo ich bin hier, nun sag Du mir mal auf welchen Koordinaten ich bin". Also kann er seinen momentanen Standort nur aufgrund der empfangenen Satellitendaten ermitteln. Dies macht er, indem er intern gespeicherte Daten mittels trigonometrischen Funktionen mit den aktuell empfangenen Daten verknuepft und dadurch die genaue Standortposition berechnet. Daraus ergibt sich aber, das ein GPS-Empfaenger zuerst einmal die internen Daten erhalten muss, damit er ueberhaupt korrekt arbeiten/rechnen kann. Diese intern gespeicherten Daten werden Almanach genannt. Diese Almanachdaten enthalten die vielfaeltigsten (13 verschiedene) Einzeldaten. Ohne an dieser Stelle auf alle Details einzugehen, kann man hier vereinfacht von einem Satelliten-Kursfahrplan reden. Das heisst, das der Empfaenger anschliessend genau weiss, welche Satelliten sich auf welcher Umlaufbahn befinden und welche Bewegung diese, mit welcher Geschwindigkeit machen. Da sich die Satelliten im Orbit verteilt bewegen, sind fuer jeden Standort des Empfaengers die Daten der empfangbaren Satelliten zu ermitteln. Denn, wie bereits erwaehnt, dienen die Daten als Referenzpunkte fuer die Positionsberechnungen und muessen demzufolge vor dem Beginn einer Navigation vorhanden sein. Um diese Daten zuerst einmal einzusammeln, scannt der Empfaenger die zur Verfuegung stehenden Satelliten ab und speichert die gesammelten Daten in seinem internen Speicher ab. Dieser Vorgang sollte theoretisch, bei optimalen aeusseren Bedingungen, innerhalb von 12,5 Minuten abgeschlossen sein. Die Praxis sieht allerdings so aus, das dieses Einsammeln je nach Standort/Randbedingungen schon mal bis zu 45 Minuten dauern kann. Hier ist auch eine evtl. Bewegung des Empfaengers von Bedeutung, da durch die Bewegung (Fahrt) die Zeitdauer des Einsammelns verlaengert wird. Daher kann ich immer wieder nur den Ratschlag geben, das der erste Fix im Stillstand erfolgen soll. Hat der Empfaenger erst mal alle erforderlichen Daten erhalten, greift er bei spaeteren Positionsbestimmungen auf diese Almanachdaten zurueck. Das heisst, das dieses Einsammeln nicht vor jeder Navigation neu beginnen muss und dadurch die neue Navigation schneller starten kann.


    PS:
    Ich hoffe das Dein Empfaenger nun schon den ersten Fix schon hat. Wenn nicht, dann warte noch ein Weilchen.

  • ok, also ich muss sagen, dass ich nun endlich einen fix bekommen hab. sobald er erfolgt war, ging die positionsbestimmung richtig gut. ich wunderte mich nur, dass das soooo lange dauerte. wenn ich bei den verschiedenen gps-progammen diesen "sky-view" einschalte, bei dem ich ja die signalstaerke der einzelnen sat's erkennen kann, war ich nur mistrauisch, weil da eben rein gar kein signal zu sehen war...


    also, verstehe ich das so, dass der empfaemger erst nach 45min anfaengt weitere sat's zu suchen. und zuvor nur probiert die 8 sat's, die von der letzten gps position bekannt waren? (sonst haette ich ja auch keine chance einen fix zu bekommen, wenn ich nach australien fliegen wuerde...)


    immerhin funktioniert das gps jetzt! danke fuer die ausfuerliche antwort! (mal sehen, wie ich in ein paar wochen wieder in deutschland den fix bekomme...)


    gruss
    jturtle


  • Hallo JTurtle


    Nein, die Betrachtungsweise ist so nicht richtig. Was passiert, wenn der Empfaenger angemacht wird? Er schaut in seine internen Daten der letzten Position und versucht an der Stelle die SATs zu finden. Findet er die dort, dann hat er nach enigen Augenblicke den Fix. Findet er die SATs dort nicht, schaut er in seine Almanachdaten und sucht an der vermeintlichen Position nach den SATs. Nun kommt es, das auch an den im Almanach stehenden Positionen keine SATs gefunden werden, weil diese halt an ganz anderer Stelle stehen, denn Du bist ja tausende Kilometer weg von der Stelle, an der der eletzte Almanach geladen wurde. Also sagt der Empfaenger "Irgendetwas ist passiert das ich nicht bewerten kann. Ich fange an, mir die Almanachdaten erneut zu laden." Und genau dieses Laden der Almanachdaten kann, je nach Gegebenheit, schon mal bis zu 45 Minuten dauern. Das wird Dir wahrscheinlich auf dem Rueckflug wieder passieren.


    PS:
    Ist nur eine stark vereinfachte Darstellung des doch recht komplizierten Sachverhalts. Dient also nur der Grobdarstellung.

  • Hallo,


    bringt es dann eigentlich was, den PDA schon im Flugzeug einzuschalten, bzw. immer mal wieder. Der N520 mit eingeb. Sirf III funktioniert ja auch im Flugzeug? Hat jemand damit Erfahrung.

    Gruß


    Sendi

    Einmal editiert, zuletzt von Sendi ()

  • Zitat

    Original von Sendi
    Hallo,


    bringt es dann eigentlich was, den PDA schon im Flugzeug einzuschalten, bzw. immer mal wieder. Der N520 mit eingeb. Sirf III funktioniert ja auch im Flugzeug? Hat jemand damit Erfahrung.


    Hallo Sendi


    Im Flugzeug einschalten bringt was, aber nur wenn Du den Empfaenger einschaltest und der dann den SAT-Kontakt haelt. Denn wenn der Empfaenger an einem Ort eingeschaltet wird, der mehr als ca. 300km entfernt des letzten Standorts ist, wird der Almanach verworfen und ein neuer geladen. Das Laden dauert aber in der Bewegung extrem laenger, als in der Ruhestellung. Daher wird das nicht allzuviel bringen, gerade im Flugzeug mit einer relativ hohen Bewegungsgeschwindigkeit und garantiert nicht optimalen Empfangsbedingungen. Wenn Du den Empfaenger in Dauereinstaz mit SAT-Kontakt hast, dann wird das automatisch mit aktualisiert. Denn dann ist das nichts anderes als wenn Du hier ins Auto einsteigst und bis dahin fahren wuerdest (klar, dazu brauchst Du dann auch nich ein Schiff). Denn Du verlierst ja auch den Almanach nicht wenn Du von Deinem Wohnort bis nach Spanien faehrst.

  • Zitat

    Original von Sendi
    Hallo,


    bringt es dann eigentlich was, den PDA schon im Flugzeug einzuschalten, bzw. immer mal wieder. Der N520 mit eingeb. Sirf III funktioniert ja auch im Flugzeug? Hat jemand damit Erfahrung.


    Crew fragen. Nicht in allen Fluglinien ist dies - soweit ich weiß - erlaubt.


    Sonst bringt es was, wenn im Flieger Empfang ist. Das kommt u.U. auch darauf an, wo Du dann sitzt. Mit-loggen und anschließend visualisieren stelle ich mir
    sehr interessant vor, sofern der Akku des PDA da mithält.


    Und wenn es erlaubt ist, Du mitloggst, stelle das log mal hier rein. Ich kann Dir ein kml-File zurückliefern für GoogleEarth, damit sieht man mal, welche "Strecke" man geflogen ist.

    Einmal editiert, zuletzt von karomue ()

  • Zitat

    Original von 900SS-97
    Was passiert, wenn der Empfaenger angemacht wird? Er schaut in seine internen Daten der letzten Position und versucht an der Stelle die SATs zu finden. Findet er die dort, dann hat er nach enigen Augenblicke den Fix. Findet er die SATs dort nicht, schaut er in seine Almanachdaten und sucht an der vermeintlichen Position nach den SATs. Nun kommt es, das auch an den im Almanach stehenden Positionen keine SATs gefunden werden, weil diese halt an ganz anderer Stelle stehen, denn Du bist ja tausende Kilometer weg von der Stelle, an der der eletzte Almanach geladen wurde.


    Hier möchte ich mich mal einklinken, dann diese Aussage habe ich jetzt schon so oft gehört und genauso oft hab ich mir gedacht: da stimmt doch was nicht.


    Was mich irritiert sind Äußerungen wie "an der Stelle die SATs zu finden" oder "weil diese halt an ganz anderer Stelle stehen".


    Der GPS Empfänger nimmt doch afaik keine räumliche Ortung der Satelliten vor, sondern empfängt ausschließlich periodisch ausgestrahlte Signale und berechnet aus den Laufzeitunterschieden die eigene Position.


    Also kann es dem Empfänger doch egal sein, ob ein Sat im Süden, Norden, oder gar nicht zu sehen ist, denn er empfängt das Signal, in dem auch die Nummer des Satteliten steckt, und das sollte ihm erstmal genügen.


    (Natürlich muss er auch die Almanachdaten empfangen, da er zur Berechnung auch die Position der Sats benötigt, aber er ortet sie ja nicht selbst.)


    Aber ich werde bei Gelegenheit mal das Web durchstöbern. Auf irgendwas muss diese, für mich seltsam anmutende, Information ja fussen.


  • Hallo Autopilot


    Wenn der erste Abschnitt stimmt, dann weis ich nicht was Du mit dem dritten Abschnitt sagen willst.

  • Ich will sagen, dass der GPS Empfänger zur eigenen Positionsbestimmung zwar die Lage der Satelliten kennen muss, dass er aber diese Ortsbestimmung (der SATs) nicht selber vornimmt, sondern die Position der Satelliten von diesen mitgeteilt bekommt.


    Also kann der Empfänger die Satelliten nicht "an einer bestimmten Stelle" suchen oder vermissen, da er nur Funksignale auffängt und ihm erstmal egal ist, wo diese herkommen. (Die Lageinformation der SATs ist ja in dem Funksignal enthalten, was man, soweit mir bekannt, als "Almanach" bezeichnet)


    Kommt das so besser rüber?



    Nebenbei habe ich eben gelesen, dass jeder Satellit diese Almanachdaten alle 12,5 Minuten sendet (vermutlich nicht jeder zur gleichen Zeit, denn das wäre dämlich), so dass man bei 4 sichtbaren Satteliten max. ca. 3 Minuten auf die Almanachdaten warten muss.

    Einmal editiert, zuletzt von Autopilot ()


  • Hallo Autopilot


    Dann einigen wir uns darauf so:
    Ja, jede Positionsberechnung erfolgt aufgrund der von den SATs ausgesendeten Signale. Das geht nicht anders.


    Damit der Empfaenger aber erst einmal anfaengt mit den empfangenen Werten/Signale zu rechnen, vergleicht er zuerst einmal seine Berechnung die er intern macht (welche SATs sollen nun wo am Himmel stehen), mit den tatsaechlichen Positionen der SATs. Und genau zu dieser Ueberpruefung greift er auf die Almanachdaten zu. Und wenn diese Ueberpruefung nicht korrekt/positiv verlaeuft, faengt er erst garnicht an die Positionswerte zu berechnen/auszugeben.


    Die Almanachdaten werden nicht alle 12,5 Minuten ausgesendet, sondern werden zyklisch in Teilpaketen uebermittelt. Unter Umstaenden benoetigt der Empfaenger zur kompletten Einsammlung der Almanachdaten 12,5 Minuten. Dies ist die Theorie der Almanachdateneinsammlung. Die Praxis zeigt hier teilweise stark abweichende Ergebnisse. Deswegen poste ich aus der gemachten Erfahrung heraus, das es bis zu 45 Minuten dauern kann. Wobei ich persoenlich noch nie alenger als 10 Minuten gewartet habe.

  • Klingt doch gut :)


    Ich war ja nur etwas irritiert, weil nicht wenige Leute ähnliche Formulierungen wie die oben zitieren verwenden. Möglicherweise hat sich das so eingebürgert, oder wird nur im übertragenen Sinne so verwendet. Ich fand es einfach etwas missverständlich und wollte das an dieser Stelle mal ansprechen.

  • Zitat

    Original von Autopilot
    Klingt doch gut :)


    Ich war ja nur etwas irritiert, weil nicht wenige Leute ähnliche Formulierungen wie die oben zitieren verwenden. Möglicherweise hat sich das so eingebürgert, oder wird nur im übertragenen Sinne so verwendet. Ich fand es einfach etwas missverständlich und wollte das an dieser Stelle mal ansprechen.


    Hallo Autopilot


    Dann sind wir uns einig.
    Den Zusammenhang hier in wenigen Worten darzustellen faellt mehr asl schwer. Deswegen schrieb ich aber auch bewusst:

    Zitat

    PS:
    Ist nur eine stark vereinfachte Darstellung des doch recht komplizierten Sachverhalts. Dient also nur der Grobdarstellung.