[Buchtip] Für die Freunde der straßenungebundenen Navigation

  • Vom Wandern ...


    Es war grad Ostern, und da schenkt man sich was. Mein Weib[tm] kam auf die glorreiche Idee, mir ein Buch übers Wandern zu schenken, strauche ich doch schon seit Monaten geocachend durch die Lande (aber immer nur Tagestouren) und plane, demnächst eine Woche zu Fuß in einem unserer Mittelgebirge zu verbringen.


    Nein, nicht irgend einen der normalen Wanderführer (Weg x von A nach B, Weg Y ...) zog sie dem Buchhändler aus dem Regal, sondern "Du mußt wandern" von Manual Andrack. Andrack? Genau der, der in der Harald-Schmidt-Show den Widerpart macht.


    Andrack wandert seit Jahren, und, was ich wesentlich finde, er ist ein (relativ) junger Mensch, der nicht der üblichen Wandertümelei verfallen ist. So begibt er sich zwar in die üblichen Gefilde, meist Mittelgebirge, aber er beschreibt eben nicht das drumherum in typischer Wanderführermanier, sondern das, was er erlebt, was man braucht, was man falsch und richtig machen kann. Egal, ob man allein, mit Freunden oder den Kindern unterwegs ist.


    Und plötzlich stolpert man dann in dem Buch über Tucholsky, den großen Kurt:


    Was ist Heimat, wo ist Heimat, oder was löst Heimatgefühle aus? Kurt Tucholsky, jeder Deutschtümelei unverdächtig, hat Heimat einmal so definiert:
    "Es besteht kein Grund, vor jedem Fleck Deutschlands in die Knie zu sinken und zu lügen: wie schön! Aber es ist da etwas allen Gegenden Gemeinsames - und für jeden von uns ist es anders. Dem einen geht das Herz auf in den Bergen, am Rand der Gebirgsseen, wo es nach Wasser und Holz und Felsen riecht und wo man einsam sein kann; wenn da einer seine heimat hat, dann hört er dort ihr Herz klopfen. Das ist in schlechten Büchern, in noch dümmeren Versen und in Filmen schon so oft verfälscht, daß man sich beinah schämt zu sagen: man liebe seine Heimat.
    Wer aber weiß, was die Musik der Berge ist, wer den Rythmus einer Landschaft spürt, wer gar nicht anders spürt, als daß er zu Hause ist; daß das da sein Land ist, sein Berg, sein See, auch wenn er nicht einen Fuß des Bodens besitzt. Und so widerwärtig mir jene sind, die - umgekehrte Nationalisten - nun überhaupt nichts mehr Gutes an diesem Lande lassen, kein gutes Haar, keinen Wald, keinen Himmel, keine Welle - so scharf verwahren wir uns dagegen, nun etwa ins Vaterländische umzufallen."


    Aus: Manuel Andrack, "Du mußt wandern", KiWi paperback, ISBN 3-462-03488



    Wastl

    Das schöne an Bienchen ist, man hat immer was worauf man sich freuen kann :love2

  • Hallo Wastl,


    Danke für den Buch-Tipp - und Deinen persönlichen Eindruck. Klingt interessant.


    ciao - Hans

  • Kann man diese Wandertouren auch mit der Enduro fahren ?
    Dann könnten wie und dort mal treffen.
    :D :D :D


    Limbo