Navigation an Kreuzungen mit eingeschränkten Abbiegemöglichkeiten

  • Morgen allerseits !


    Nachdem ich diese Frage schon in einem anderen Thread lt. Monzetti "vergraben" habe ;) und er meinte, dass diese Sache einen neuen Thread wert wäre, probiern mers halt mal.


    Also, da ich aus der gleichen Stadt komme wie jof habe ich die Diskussion natürlich besonders intensiv verfolgt. Dabei bin ich bei dem Kreuzungsbeispiel auf ein besonderes Problem gestoßen.
    Allgemein gesehen handelt es sich hierbei um eine große Kreuzung. Keine der vier Straßen ist eine Einbahnstraße! Ich darf von Norden nach Süden, Süden nach Norden, Osten nach Westen, Westen nach Osten. Und jetzt kommt das Problem: Ich darf zwar von Osten nach Norden abbiegen aber aus verkehrstechnischen Gründen nicht von Westen nach Norden. Dies wird durch Beschilderung geregelt. Es stellt sich also die Frage ob ein Navi-Programm überhaupt in der Lage ist jede Beschilderung zu berücksichtigen. Würde es sich um eine Einbahnstraße handeln, so wäre es programmtechnisch vermutlich einfacher, diese Kreuzung zu analysieren. Da man diese Straße aber nur von einer Richtung aus nicht erreichen kann, bin ich mir im Unklaren, ob das von einem Programm in der Größe überhaupt verarbeitet werden kann.
    Wie @Limbo schon mit Recht gesagt hat, "navigiere doch mal an ein anderen Kreuzung und schau ob es geht", hätte ich ja auch schon versucht, aber mir fällt z. Z. keine ähnliche ein und draußen ist es im Moment so kalt (brrrrrrrrrrrrr). Müßte mit Auto erst mal suchen. Habe keine Standheizung. :-D)
    Es könnte ja sein, daß irgend einem eine ähnlich konzipierte Kreuzung in seinem Wohnbereich einfällt, anhand derer er es mal ausprobieren kann.
    Es wäre interessant zu wissen, ob eine Navi-Software eine andere Kreuzung mit den gleichen Bedingungen richtig analysieren kann.

  • Hallo Lupo, ich habe gerade erst gesehen, daß Du einen neuen Thread eröffnet hast und wiederhole deshalb nochmals meinen Kommentar bzw. meine Frage, der im anderen Thread steht:


    Das ist tatsächlich ein interessanter Aspekt bzw. eine Grundsatzfrage, wie Knotenpunkte in der Kartensoftware dargestellt werden. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, daß für jeden Knoten die einzelnen Fahrbeziehungen gespeichert sind. Das erfordert natürlich mehr Speicherplatz, als lediglich bestimmte "Richtungen" zu sperren (Stichwort Einbahnstraße).


    Da aber in Städten aus verkehrs- und bautechnischen Gründen bei großen Knotenpunkten häufig die eine oder andere Fahrbeziehung verboten ist, würde das genannte Problem sehr häufig auftreten und zu entsprechendem Verdruß führen.


    Vielleicht liest ja einer der "Insider" mit und kann hierzu etwas sagen.


    Gruß jof

  • Zitat

    Original von jof


    Da aber in Städten aus verkehrs- und bautechnischen Gründen bei großen Knotenpunkten häufig die eine oder andere Fahrbeziehung verboten ist, würde das genannte Problem sehr häufig auftreten und zu entsprechendem Verdruß führen.


    Gruß jof


    So ist es, der Verdruß ist schon recht groß geworden! Etwa in Wien habe ich noch keine einzige Kreuzung gefunden, an der die "eingeschränkten Abbiegemöglichkeiten" richtig berücksichtigt weden!


    Gruß Asus620

  • Hallo Asus


    bitte poste doch mal die adresse einer dieser Kreuzungen in Wien (mit der Richtung, in die nicht abgebogen werden darf)
    Ich möchte das mal mit unterschiedlichen Systemen ausprobieren - damit wir mal näher kommen, obs am Kartenmaterial liegt

  • Hallo,


    theoretisch ist es so, dass die Informationen zu Abbiegeverboten mit in der Routenplanung/Navigation berücksichtigt werden. Praktisch müssen diese Informationen natürlich erst mal bekannt sein und vn Kartenanbieter aufgenommen werden.


    Praktisches Beispiel:
    Routensuche von 1494340, 6877360 nach 1494710, 6877215: Das Linksabbiegen aus der Karl-Marx-Straße in die Silbersteinstraße ist nicht zulässig. Entsprechend ist der Routenvorschlag etwas umwegig, aber eben richtig, getestet mit FN2004 2.0.0.50 und Karte 03/2004.


    Hardy

  • Ich hatte kürzlich persönlichen e-mail Kontakt mit einem Mitarbeiter der Firma Navteq. Hier wurde bestätigt, daß an einem Knotenpunkt als Kartengrundlage sämtliche Fahrbeziehungen sowie noch viele andere Details aufgenommen werden.


    Dies geschieht durch mehr als 300 Außendienstmitarbeiter, die mit speziell ausgerüsteten Fahrzeugen in ganz (West-)Europa tatsächlich die Knotenpunkte abfahren. Ferner arbeiten die Kartenhersteller nach eigener Aussage eng mit den Landesvermessungsämtern und anderen Institutionen zusammen, um sich die Grundlagendaten für das Kartenmaterial zu beschaffen.


    Interessant ist hierbei die Aussage, daß die Knotenpunkterfassung durch eigene Mitarbeiter erfolgt, und die Daten angeblich nicht von Subunternehmern eingekauft werden.


    Ich hatte vermutet, daß die Daten teilweise von Subunternehmern zusammengetragen werden, und an die "großen" Kartenhersteller verkauft werden. Dies wäre eine Erklärung für gleiche Kartenfehler bei Navteq und Teleatlas bezüglich der Abbiegebeziehungen. Hierfür gibt es aber noch viele andere mögliche Ursachen (wie z.B. geänderte Verkehrsregelungen).


    Wie bereits mehrfach gepostet sind für mich fehlerhafte Abbiegebeziehungen an Knotenpunkten zwar ärgerlich, aber verschmerzbar, da eine neue Route ja recht schnell berechnet wird.


    Viel schlimmer dagegen sind falsche Einordnungen von Streckenabschnitten (z.B. enge Ortsdurchfahrt wird versehentlich als "autobahnähnliche Bundesstraße" eingestuft), was die gesamte Streckenplanung erheblich beeinflussen kann und ausschlaggebend für ein "gutes, schnelles" Routing im Vergleich zu einem "schlechten" Routing mit deutlichen Umwegen führt.


    Meines Erachtens sind nämlich nicht "die letzten 300m vor dem Ziel" entscheidend, wo durch eine falsche Abbiegebeziehung die Route um 2 oder 3 Minuten verlängert wird, sondern die überörtliche Streckenwahl, wo man je nach Streckenlänge durchaus eine halbe Stunde und mehr verlieren kann.


    Gruß jof

  • Original jof


    Zitat

    Dies geschieht durch mehr als 300 Außendienstmitarbeiter, die mit speziell ausgerüsteten Fahrzeugen in ganz (West-)Europa tatsächlich die Knotenpunkte abfahren.


    Hätten sie mal lieber statt 300 nur 299 Außendienstmitarbeiter und einen, der im Büro einigermaßen zeitnah die Änderungen, die von draußen kommen, in das Programm kläppert.


    Nachteil wäre allerdings, dass wir hier im Forum dann nicht mehr so viel zu diskutieren hätten :D

  • Hallo,


    wohne selber "hinter" so einer Kreuzung mit eingeschränkten Abbiegemöglichkeiten.


    Die Routenführung da wäre vor zwanzig Jahren korrekt gewesen. Aber seit sicherlich mehr als zehn Jahren darf man an der Kreuzung auch von Süden nach Norden fahren, seit ca. fünf Jahren auch mit deutlicher Beampelung. Vor diesen > 10 Jahren verbot eine durchgezogene Linie diese Fahrtrichtung.


    Wer sich als Ortsfremder von Süden kommend an die Routenführung hält, hat dann kurz vor dem Ziel das Problem, dass er als Linksabbieger auf eine sehr stark befahrene Bundesstraße muss, ohne Ampel wohlgemerkt. Und wie gesagt, seit mehr als zehn Jahren darf anders, einfacher, gefahren werden. (Gab es damals überhaupt schon Navteq oder Teleatlas??)


    Dafür habe ich allerdings zwei Stichstraßen in einem Neubaugebiet entdeckt, die im Moment allenfalls als Baustellenzufahrt existieren, wenn überhaupt, da dort gerade die ersten Häser entstehen.


    Gruß


    ruggero

  • Hallo,


    wir müssen halt die fehlenden Abbiegeverbote/ sonstigen Fehler nicht nur hier im Forum diskutieren, sondern auch an Navteq melden. Ich habe gestern bspw. eine Mail erhalten, dass ein von mir gemeldeter Fehler nun in den Kartendaten korrigiert wurde.
    Beim nächsten Kartenupdate gibt es dann einen Fehler weniger.


    Hardy

  • Zitat

    Original von hdy wir müssen halt die fehlenden Abbiegeverbote/ sonstigen Fehler nicht nur hier im Forum diskutieren, sondern auch an Navteq melden.


    Genau richtig.


    Begrüßenswert wäre, wenn Navteq hier noch offensiver auftreten würde, d.h. das Potential der Nutzer noch besser nutzen würde.


    So könnte Navteq regelmäßg unter allen "Fehlermeldern" etwas verlosen, z.b. ein Kartenupdate oder einen neuen PDA. Auch könnte die Meldung von Kartenfehlern via Internet komfortabler sein, z.B. als Freitext oder durch ein Ankreuzformular. Navteq benötigt diesbezüglich ja "nur" die genaue Identifikation des Knotenpunkts und den Hinweis "fehlerhafte Abbiegebeziehungen". Die richtigen Abbiegebeziehung werden dann vom Außendienstmitarbeiter schon aufgenommen.


    Noch mal was anderes: Ich habe heute für meine Schwiegereltern das "Praktiker-Bundle" = Yakumo 300 GPS mit Marco Polo Software (Navteq Kartenmaterial) auf einer 256 MB-Karte für 299,- Euro gekauft und ausprobiert (Übrigens: keinerlei Andrang bei Praktiker, ich war nach dem Frühstück um 9.30 Uhr da, sie hatten insgesamt 14 Geräte, 3 waren schon weg, 2 waren telefonisch reserviert):


    Meine aus anderen Postings bekannte Route von 64293 Darmstadt, Evenaristraße nach 64319 Pfungstadt, Kirchstraße 12 mit den bekannten Kartenfehlern und dem "schlechten" Falk-Premium-Routing durch ganz Darmstadt und anschließend über eine enge Bundesstraßen-Ortsdurchfahrt durch Pfungstadt routet Marco Polo bei sämtlichen PKW-Einstellungskombinationen (schnell / langsam / ökonomisch / streckenoptimiert / zeitoptimiert) über die Autobahn ! Und im Fußgänger-Modus werde ich sogar über den auch für PKW (!) tatsächlich günstigsten Weg über eine anbaufreie Landesstraße geroutet. Bravo Marco Polo!


    Gruß jof

  • Hallo,


    der andere Thread ist mir zu anstrengend und vielleicht habe ich es daher überlesen:
    Wie lange braucht man deiner Meinung nach auf der B3 Einbiegen auf die Karlsruher Straße bis zur Ausfahrt Pfungstäder Straße? Welche Geschwindigkeit ist hier zulässig? Wie lange braucht man dann auf der B426 Pfungstäder Straße/Ebendorfer Straße? Ab wann sind auf der Eschollbrücker Straße mehr als 50km/h erlaubt?


    Die Route über die Landstraße ist laut MG11 10,63 km lang, die Route über die B3/B426 ist 10,23 km lang. Ohne jetzt schon jemanden verunsichern zu wollen (dafür werde ich dann einen eigenen Thread eröffnen :gap :(


    der Abschnitt Haardring/Rüdesheimer Straße ist für 0,9 km als Landstraße langsam typisiert
    der Abschnitt B3 ist 4,3 km lang und als Autobahn langsam typisiert,
    der Abschnitt B426 ist 2,8 km lang und als Landstraße langsam typisiert,
    macht bei PKWschnell 0,9 km*45km/h + 4,3km*109km/h + 2,8km* 45km/h


    demgegenüber:
    die Eschollbrücker Straße ist für 1,8 km als Stadtstraße schnell typisiert,
    die folgende Landstraße ist für 5,7 km als Landstraße schnell typisiert,
    die Mainstraße ist für 1,2 km als Stadtstraße schnell typisiert
    macht bei PKWschnell 1,8*30km/h + 5,7*60km/h + 1,3*30km/h


    Ausrechnen müsst ihr's selber :D



    Hardy

  • @hdy
    Kannst Du die 15 Geschwindigkeiten in den Fahrzeugprofilen genauer definieren?


    Ich möchte gern 2 Fahrzeugprofile für Motorräder erstellen. Zwar habe ich nur ein Motorrad, aber manchmal fahren wir mit mehreren Motorrädern eine gemütliche Tour, und andererseits fahre ich manchmal möglichst schnell zu Veranstaltungen in anderen Städten und ebenso wieder zurück.


    P.S. wenn Du es nicht veröffentlichen möchtest, gern auch als PN.


    Limbo

  • @hdy


    Zitat

    ich schrieb doch dass ich zum Verunsichern der Allgemeinheit einen eigenen Thread eröffnen wollte.


    Wow. :wow Da hat aber einer ins Eingemachte geguckt! Habe die PDF-Datei durchgelesen und mich anfangs gefragt, wo du die Zeit für die ganzen Recherchen hernimmst, bis ich auf dein Profil gestoßen bin. Bist ja vom Fach.


    Das ist alles hochinteressant und vermittelt einem einen deutlich besseren Einblick, warum die Routenwahl mal so und mal so getroffen wird. :applaus :applaus :applaus


    Wann ist denn mit der Fortsetzung zu rechnen? Bin schon ganz gespannt :gap


    Wird bestimmt viele hier im Forum interessieren!:respekt

  • Hallo HDY
    habe die PDF-Datei gerade erst runtergeladen, und schaue noch die anderen neuen Threads durch.
    Vielen Dank für Deine Mühe und die Infos.


    Limbo