So! Den Sonntag habe ich genutzt und bin bei uns leere die A42 mit Pilot rauf und runter gedonnert - die Umweltschützer mögen mir verzeihen. Aber die Sache mit dem Orientierungsverlust hat mich einfach nicht mehr losgelassen! Wird der Navigator bei 160 blind? Und wenn ja, warum?
Um es vorweg zu nehmen: Das Ergebnis ist nicht eindeutig. Dennoch war der Test recht interessant:
Ich bin die Strecke unter unterschiedlichen Konfigurationen, immer einmal mit TOMTOM-Empfänger und einmal mit GARMIN eTREX gefahren.
Die Ergebnisse:
1. Laut GPS-Status hatte der TOMTOM-Empfänger tatsächlich immer einen bis zwei Satelliten weniger. Zufall?
2. Wenn der Navigator die Orientierung verloren hatte, lag es eigentlich nicht am Empfang: Fast immer hatte er noch vier oder mehr Satelliten. Übrigens ist das Problem des Orientierungsverlusts auch mit dem GARMIN aufgetreten - ich würde aber nicht sagen, dass es später (vom Tempo her gesehen) oder seltener war.
3. Das hat mich zu dem Schluss verleitet, dass es kein empfängerseitiges Hardware-Problem sein dürfte. Daher habe ich dann mit den Einstellungen für die sichere Geschwindigkeit gespielt. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Probleme vor allem im Modus der "sicheren Geschwindigkeit" auftreten. Denn im Kartenmodus bleibt der Cursor einfach stehen und man kann trotzdem noch die nächste Anweisung sehen (z.B. links halten oder nächste Abfahrt runter). In dem sogeannten "sicheren Modus" wird der Bildschirm aber schwarz und man sieht praktisch nur noch ein Fragezeichen. Völliger Orientierungsverlust!
Das ist meiner Meinung nach echt ein Witz und damit ein völliger Bumerang. Das ist doch nicht sicher! Den Modus hätten die sich sparen können. Ich rate daher, die sichere Geschwindigkeit so hoch wie möglich zu setzen. Denn bleibt die Karte auch bei hohen Geschwindigkeiten sichtbar. Beim Empfangsverlust bleibt dann zwar der Cursor stehen - Karte und letzte Anweisung (sogar der Name der entscheidenden Ausfahrt) bleiben aber lesbar.
4. Bleibt die Frage, warum der Navigator die Orientierung verliert. Ich glaube, dass es die TOMTOM-Leute zu gut gemeint haben. Mir ist nämlich aufgefallen, dass der NAVIGATOR die angezeigten Daten einer sehr strengen Plausibilitätsprüfung unterzieht. Mir ist das insbesondere auf Parkplätzen, Garagenhöfen und Firmengeländen aufgefallen: Während der DESTINATOR (zum Vergleich) nach kurzem Zögern die tatsächliche Position auch anzeigt (beispielsweise wenn man über einen großen Parkplatz fährt) wirft einen der Navigator ständig auf die umliegenden Strassen - er setzt einfach voraus, dass man sich nur auf Staßen bewegen kann. Ich hatte deshalb den Eindruck, als würde er nicht die gemessene Position abbilden, sondern immer einen Mischwert aus dem Messwert und einer nach seinen Kartendaten plausiblen Position bilden. Wenn das stimmt, könnte es auch die Fehlerquelle für die Probleme auf der Autobahn sein. Denn der NAVIGATOR wußte ja anhand der GPS-Daten, wo er sein sollte, hält die Daten aber offensichtlich für "unzuverlässig" und zeigt deshalb im sicheren Modus statt der Route lieber ein einsames Fragezeichen auf schwarzem Grund (Besserwisser!!!).
Was meint ihr zu diesem Phänomen???
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Abschließend möchte ich noch etwas hinzufügen:
In einem Beitrag wurde mal erwähnt, dass der NAVIGATOR die Rechleistung des IPAQs bis aufs letzte ausnützt. Den Eindruck hatte ich irgendwie auch. Der PDA wird immer langsamer, teilweise so langsam, dass ich ihn resetet habe. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich immer wieder zwischen zwei Empfängern gewechselt habe.
Ach und nochwas: Ich kann nicht bestätigen, dass das Gerät irgendwann ganz aussteigt: Wir hatten im Kartenmodus zum Teil auch bei 230 noch korrekte Anzeigen.
Ich hoffe, dass die TOMTOM-Leute das Problem in den Griff bekommen. Denn abgesehen von dieser einen großen Schwäche finde ich das Programm super!
Viele Grüße,
NAAVII