(von Lars, 24.02.2002)
Ich hatte vorgestern die "Chance" den Navman auszuprobieren. Das Resultat war schlichtweg schlecht; ich kann niemanden empfehlen, sich das Gerät anzuschaffen.
1. Eindruck
Sieht ganz nett aus und ist leicht. Aber bereits jetzt fällt auf, dass das Jacket, nachdem man es mit der Halterung für das Auto verbunden hat, an diesem Halter wackelt. Nicht sehr vielversprechend für die ersten Fahrversuche.
2. Installation
Dass man das ROM-Update benötigt, weiß ich nur aus dem Internet. Kein direkter Hinweis in irgendeiner Bedienungsanleitung. Immerhin klappte der Update ohne Probleme. Die beiliegende Karten-Software ist TomTom City und Route, die ich grundsätzlich gut finde (abgesehen von der fehlenden Sprachausgabe, ReRouting etc.; das ist ja schon woanders ausgiebig diskutiert worden).
Um aber das System vernünftigt zu installieren, muss man erst einmal für ein paar Downloads einen Ausflug ins Internet unternehmen. Die beiliegende Software für den GPS-Support muss erst einmal aktualisiert werden. Außerdem hängt sich die Software machmal mit Activesync auf ! Aber dafür gibt es auch schon einen Fix auf der Seite des Herstellers (noch ein Download). In der Zwischenzeit waren 2 Stunden vergangen.
3. Inbetriebnahme
Das Ding nahme keinen Kontakt zu den Satelliten auf. Ich habe ja erwartet, dass die "Time to First Fix" 15-20 Minuten betragen kann. Als nach 25 Minuten immer noch nichts passierte, wurde ich ungeduldig. Wohlgemerkt: Das Gerät stand bei offenen Fenster im 3. Stock und hatte einen freien Blick zum Himmel.
Aber da gibt es ja noch einen Download bei Navman. Ein Testprogramm für den GPS-Empfang. Scheinbar taucht das Problem öfters auf. Die Software zeigte den Empfang von 4-5 Satelliten an, d.h. der Navman schien zu funktionieren. Noch mal 30 Minuten ans Fenster gestellt, und als ich wiederkam, tatsächlich, er hatte Empfang (ca. 4 Stunden nachdem ich die Packung geöffnet hatte).
4. Auto
Die Halterung schien gut an der Scheibe zu haften und ich befestigte den Navman daran. Der Empfang war relativ schnell da (ca. 1-2 Minuten) und auch verhältnismäßig stabil.
Jetzt wollte ich noch das Stromkabel mit dem Zigarettenanzünder verbinden....Scheinbar befinden sich die Anzünder bei Neuseeländischen PKW immer direkt an der Scheibe. Das Kabel ist so kurz, dass bei meiner A-Klasse eine echte Spannung auf dem Kabel liegt, die den Navman erst einmal von der Scheibe katapultierte. Ich weiß nicht, warum sich Hersteller so wenig Gedanken machen.........
4. Fahrt
Man ist das Ding ungenau ! Ich befinde mich permanent neben der Straße. Schalte ich die "Map-Matching Funktion" ein, wackelt die Karte, da die Software permanent die GPS-Position korrigiert. An Kreuzungen springt dann die Position zwischen den verschiedenen Straßen hin und her. Ich bin 2 Strecken gefahren, die ich auch schon mit einer GPS-Maus und TomTom abgefahren bin, der Vergleich zu der einfachen GPS Maus aus Taiwan fiel leider immer zu Ungunsten des Navman aus. Das hat sich während der Fahrten nicht geändert. Und dann fiel mir der Navman auch noch innerhalb einer Stunden 3 Mal von der Scheibe !
5. Fazit
Der Navman ist vollkommen ungeeignet, überteuert und nicht durchdacht. Am nächsten Tag war ich auf dem Postamt und habe ihn wieder zurückgeschickt.
Epilog:
Ich meine, dass sich eine "All-in-One"- Lösung im PKW nicht durchsetzen wird, da es eine Diskrepanz zwischen dem Ort für den optimalen GPS-Empfang (außen oder direkt am Fenster) und dem optimalen Ort für den PocketPC (Konsole) gibt. Ich weiß nicht, wie man dies mit einer "All-in-One"-Lösung schaffen will.
Grüße Lars