Das leidige Akkuthema und seine Ursache

  • Da ja von Becker selbst kein Service mehr zu erwarten ist, schildere ich hier einmal das eigentliche Problem mit der Energieversorgung und dessen Lösung!


    Viele kennen das Problem, das der Akku der Geräte mit Magnethalterung irgendwann nicht mehr richtig geladen wird, bzw. das Gerät an sich nicht mehr richtig mit Strom versorgt wird. Die Folge sind Streifen im Bildschirm, verblassende Anzeige, Hänger beim Start oder totaler Blackout!


    Die Spannungsübertragung von den Kontaktflächen der Magnethalterung in der Gehäuserückwand zur Platine erfolgt über kleine federnde Kontakte. Diese verlieren aber mit der Zeit langsam ihre Vorspannung und obendrein ist der Federweg in Richtung der Kontaktbleche im Gehäuse mechanisch begrenzt, was der eigentliche Schwachsinn an der Konstruktion ist! Das führt am Ende dazu, das die Spannungsversorgung durch Wackelkontakte instabil wird und so kommt es zu dem bekannten Fehlerbild, wie oben geschildert!

    Ich habe bei meinem transit.6 dafür gesorgt, das sich diese Kontakte frei bewegen können und habe seitdem keine Probleme mehr mit der Spannungsversorgung.


    Um an diese Kontakte heranzukommen muß allerdings das Gerät recht weit zerlegt und die Hauptplatine aus dem Kunststoffgehäuse ausgebaut werden. Das erfordert eine gewisse Erfahrung und auch entsprechendes Werkzeug! Deshalb habe ich auch keine Fotos davon gemacht, weil ich davon ausgehe, das sich nur entsprechend versierte Leute an diese Arbeit wagen, die auch nach der Beschreibung wissen, was zu tun ist.


    Das Öffnen des Gehäuses sollte jedem hinlänglich bekannt sein, der bei einem Becker schon einmal einen Akku gewechselt hat. Die Schritte sind identisch. Nun löst man vorsichtig das Mikrofon aus seiner Halterung im Frontrahmen. Weiterhin löst man die schmale Bandleitung des GPS-Empfängers und in der Nähe des Lautsprechers die Zuleitung der Bildschirmbeleuchtung. Anschließend baut man die Ein-Aus Taste und die kleine Platine vom roten Taster aus. Danach schraubt man den Lautsprecher los und entfernt im nächsten Schritt die vier kleinen Kreuzschlitzschrauben, die die Hauptplatine in der Rückwand halten. Die breite Bandleitung zum Bildschirm muß nicht gelöst werden, da sie ausreichend lang ist um drum herum zu arbeiten. Die Hauptplatine kann nun aus dem Gehäuse genommen werden. Dabei auf die Zuleitungen zu den Tastern, dem Mikrofon und dem Lautsprecher achten, sonst kriegt die Lötstation Arbeit!


    Es befinden sich insgesamt fünf Federkontakte auf der Platine, die dann von innen auf die Kontaktbleche im Gehäuse drücken.... eigentlich!


    Die jeweils paarweise angeordneten Kontakte sind die der Spannungsversorgung und der einzelne ist der von der TMC-Antenne.

    Mit einer guten Lupe erkennt man dann auf den Clips die winzigen dreieckigen Laschen, die den Weg nach oben in Richtung der Gehäusekontakte versperren. Diese Dreiecke habe ich bei mir mit einem Skalpell und einem kleinen SMD-Seitenschneider entfernt. Danach bog ich die Kontakte vorsichtig etwas von der Platine weg und säuberte sie, da durch den vorher zu losen Kontakt bei mir bereits Schmorstellen vorhanden waren! Ein weiteres Problem bei mir war eine zu reichliche Verlötung an zwei Kontakten, die verhinderte, das sie überhaupt federten! Beim Wiedereinbau der Patine sollte man nun eine leichte Federwirkung der Kontakte spüren, wenn man die Platine festschraubt.

    Seit dieser Reparatur ist der Akku meines transit.6 immer randvoll, bzw. wird in weniger als einer Stunde selbst bei vollem Betrieb bis Anschlag geladen, auch wenn das Navi davor zwei Wochen nicht in Gebrauch war. Das Gerät startet nun auch wieder zügig und fehlerfrei.

    Der Akku selbst ist erst ein Thema, wenn das Navi mehrere Jahre in Betrieb war!


    Die MagKlick Halterung selbst ist vom Aufbau her quasi unkaputtbar und scheidet als Fehlerquelle definitiv aus, da die Zuleitungen in ihr direkt mit den Kontaktflächen verlötet sind und diese sich nicht bewegen! Auch die Elektronik im Stecker ist robust und ausreichend dimensioniert!


    Solange man diesen Fehler auf der Platine nicht beseitigt und es kommt zum Wackelkontakt, kann man ein Atomkraftwerk ans Navi ranhängen und der Akku wird nicht richtig geladen, bzw. es startet mit den zitierten Fehlern!


    Der USB-Anschluß taugt nur bedingt zur Spannungsversorgung des Gerätes. Ein entsprechender Adapter dafür muß mindestens 2 Ampere liefern um Akku und Gerät sicher versorgen zu können. Deshalb ist Becker auch seinerzeit von dieser Spannungsversorgung abgegangen.


    Rein mechanisch ist die Micro-USB Buchse für den KFZ-Betrieb eigentlich nicht geeignet, da sie sehr schnell ausleiert und dann ebenfalls für Wackelkontakte sorgt. Das merke ich immer wieder dann, wenn ich eine solche Buchse an älteren Becker-Geräten erneuern muß und das ist alles andere als lustig...

  • Micro USB ist ein big fail der Industrie wegen des Ausleierns von sowohl Buchse als auch Stecker.


    Big big Fail. Imho.


    Mal sehen wie Langzeiterfahrungen mit USB C sein werden.


    Ich fand USB 2.0 Type B ganz robust (siehe Printer und externe Festplatten), aber sowas war zu groß für Handhelds.

  • In den Navis ist im Gehäuse ausreichend Platz um die stabilere B-Type zu verbauen. Allerdings stößt so ein Umbau auf Probleme, da das Raster der Kontakte ein anderes ist, als bei Micro-USB.....