Hallo
In der vergangenen Zeit habe ich ein wenig mit zwei neuen Navis "gespielt" und herausgekommen ist dabei ein Vergleich zwischen einem Falk N240L und einem Falk F6 Zentral-/Osteuropa und damit auch ein Vergleich zwischen FN|6 und FN|7. Das Ganze fasse ich einmal in einem "Erfahrungsbericht zum F6 zusammen". Wobei dieser in Vielem natürlich nur meine subjektive Meinung wiedergibt.
Verarbeitung und erster Eindruck
Die Verarbeitung der neuen F-Serie ist absolut hochwertig und die Haptik entsprechend gut. Mit dem metallischen Silber setzt sich Falk deutlich vom Einheitsschwarz vieler Hersteller ab und lässt auch den etwas "billigen Plastikloock" z.B. des N240L hinter sich. Die Taste zum Einschalten ist an der Oberseite mittig angebracht und alle Anschlüsse liegen günstig an der Unterseite. Es macht richtig Spaß, den F6 in die Hand zu nehmen. Dazu tragen auch seine Maße von ca. 120x80x17 Millimeter und sein Gewicht von ca. 190 Gramm bei. Das Display hat dabei eine Größe von 4,3 Zoll.
Lieferumfang und mitgelieferte Halterung
Geliefert wird ein Falk F6, notwendiger Scheibensauger mit Halteschale, Ladekabel für Zigarettenanzünder, USB-Kabel, TMC-Wurfantenne, DVD mit Kartenmaterial, diverse Anleitungen und einen Gutschein für den Falk Onlineshop. Der mitgelieferte Scheibensauger unterscheidet sich wohltuend von vielen Schwanenhalshalterungen und lässt eine Drehung bzw. Arretierung in jede Richtung zu. Nichts desto trotz setze ich hier auf eine Halterung von Brodit bzw. Verbauung über den Lüftungsdüsen. Letzteres ist mittels Richterplatte ohne weiteres möglich. "Pfiffig" ist wie schon bei den Geräten der älteren F-Serie die Halteschale. Diese hält mittels Magnet den F6 sehr sicher und lässt trotzdem ein einfaches Entfernen des PNA zu.
Mir persönlich fehlt eine einfache Schutztasche und vor allem ein Stylus im Lieferumfang.
Hardware und Display
Spannend ist immer die Frage nach den "inneren Werten". Legt man den Desktop des F6 frei, kann man über die Systemsteuerung einige dieser Werte abrufen. So wird der Prozessor mit ARM/266Mhz angegeben. 64MB ROM und 2GB RAM sind offensichtlich verbaut [keine Gewähr auf Richtigkeit beim ROM]. Zusätzlich ist ein Slot für SD-Karten integriert. Letzterer konnte problemlos mit z.B. einer 2GB-Karte betrieben werden.
Das Display ist mit eines der Besten, das mir in einem PNA begegnet ist. Klar, hell und mit guter Auflösung wird die Karte bzw. das Menü dargestellt. Hier ist ein deutlicher Unterschied zum N240L sichtbar. Der Druckpunkt ist angenehm und der F6 in den meisten Funktionen gut fingerbedienbar. Nichts desto trotz wäre/ist ein Stylus für manches ratsam; z.B. die Bedienung der PopUp-Menüs [Schnellstartleiste] im Navigationsbildschirm.
Die Taste für einen HardReset ist nun wie schon bei der älteren F-Serie durch einen richtigen Schalter ersetzt worden, der notfalls auch mit dem Fingernagel bedient werden kann. Somit lässt er sich wenn man es denn möchte auch als richtiger Ausschalter verwenden. An-genehm bei längerer Lagerung ohne Nutzung; eine Akkuladung sollte dadurch deutlich länger halten ["Reset"].
Wenig verständlich erscheint mir allerdings die fehlende USB2.0-Unterstützung; gerade bei einem 2GB internen Speicher. Gut, dass der beigefügte Navi-Manager auch die Funktion "Kopieren auf den PC" für das Kartenmaterial kennt. Somit kann das Kartenmaterial auch über einen wesentlich schnelleren Card-Reader auf SD-Karte kopiert und im F6 verwendet werden.
Der verbaute Lautsprecher lässt eine deutliche und klare Sprachansage zu. Während der Fahrt hatte/habe ich die Lautstärke auf ca. 70 bis 80% stehen und trotzdem klingt der Lautsprecher nicht verzerrt oder übersteuert.
Für den GPS-Empfang wurde ein GloNav/42Kanal-Chip verbaut. Dieser ist im Bereich mobiler Navigation im Vergleich zum SIRFIII-Empfänger sicherlich noch ein Exot; einen Unterschied in der Praxis lässt sich jedoch kaum ausmachen. Selbst ohne PremiumGPS-Daten wird ein Sat-Fix in jeder Situation sicher und schnell gefunden.
Auch der TMC-Empfang ist vorbildlich. Starke Sender werden durchaus auch ohne Wurfan-tenne empfangen; allerdings dürfte diese bei längeren Fahrten und in Gebieten mit schlechter Senderabdeckung ratsam sein. Verbaut wurde ein TMC-Empfänger von GNS.
Geschwindigkeit von Routenberechnung und Software
Insg. reagiert der FN|7 in einer angenehmen Geschwindigkeit. Eingaben werden dabei recht flott und direkt umgesetzt und führen schnell zum gewünschten Ergebnis. Dies wird durch ein klar strukturiertes Menü unterstützt, das sich im Vergleich zum FN|6 nur wenig verändert hat.
Der Start der Software nach einem Reset ist langsamer geworden. Startet FN|6 auf einem N240L in ca. 25 Sekunden, benötigt FN|7 auf dem F6 ca. 55 Sekunden. Auch bei der Routenberechnung lässt sich FN|7 ein klein wenig mehr Zeit. So benötigt der N240L für eine der Standardstrecken von pnav [85540 Haar / Ferdinand-Kobell-Strasse nach 10245 Berlin / Neue Bahnhofstrasse] ca. 18 Sekunden. Der F6 benötigt hier ca. 40 Sekunden. Gemessen jeweils vom Start der Routenberechnung bis zur Anzeige der errechneten Route. Wobei diese Werte allenfalls ein Annäherungswert darstellen und natürlich mit einfachen Mitteln gemessen wurden.
Die Routenberechnung führt zu durchaus logischen Routen mit einem leichten Hang zu Fahrten auf der Autobahn. Neu hinzugekommen ist dabei die Möglichkeit zum Ausschluss von vignettenpflichtigen Strecken.
Stellt sich die Frage, ob dieser Zeitunterschied in Start und Berechnung sich störend auswirkt? Mich hat er zu keinem Zeitpunkt gestört. Was sind 20 Sekunden im Vergleich zu einer Fahrt von sechs Stunden?
Zumal in der Bedienung der Software kein wesentlicher Unterschied fest zu stellen ist. Im Gegenteil: FN|7 läuft nach meinen bisherigen Erfahrungen äußerst stabil. Abstürze der Software habe ich keinen einzigen erlebt; selbst dann nicht, wenn ich Eingriffe in die Registry des F6 vorgenommen oder weitere Software installiert habe. Dies war z.B. für die Erstellung von Screenshots notwendig. Aus dem StandBy-Betrieb ist der F6 ohnehin sofort betriebsbereit.
Optische Zielführung und Einbindung TMC
Sehr viel hat sich hier im Vergleich zu FN|6 nicht verändert. Die Darstellung ist nach wie vor klar; insg. halte ich sie nun für etwas gefälliger. Das Symbol für die aktuelle und darauf folgende Fahranweisung wird nun etwas deutlicher eingeblendet.
Die Karte kann nun frei gedreht/gezoomt werden, was die Routenplanung deutlich erleichtert.
Optional können über zwei PopUp-Menüs zusätzliche Informationen [z.B. TMC] eingeblendet bzw. ausgewählt werden. Gerade das Einblenden von TMC-Meldungen hilft zur schnelleren Information während der Fahrt. Relevante Störungen werden dabei rot und nach Entfernung oben sortiert in der Liste geführt. Eine Umfahrung kann dabei ab ca. 50KM vor der relevanten Störung berechnet werden. Hierzu wird wie gewohnt automatisch eine entsprechende Meldung ausgegeben. Insg. würde ich die Einbindung der TMC-Daten als gelungen und praxisnah bezeichnen.
Die Karte in der Navigationsansicht wird während der Fahrt recht flüssig nachgeführt. Eine leichte Steigerung gegenüber FN|6 ist hier auszumachen. Die Positionsmarke stimmt mit der realen Position gut überein. I.d.R. wird die reale Position mit dem vorderen Drittel der Positionsmarke angezeigt.
Akustische Zielführung
Die akustische Zielführung ist dank text-to-speech [TTS] eines der Highlights bei den neueren Geräten von Falk. Die Ansagen kommen klar, stimmig, rechtzeitig und in einer angenehmen Häufigkeit; nicht zu viel und nicht zu wenig.
Durch TTS werden angesagt: Straßennamen, Richtungsangaben, Verkehrsinformationen mittels TMC [Ort der Störung] oder die Informationen des integrierten TravelGuide. TTS lässt sich für die Navigation aber auch deaktivieren. Die verwendete TTS-Engine dürfte derzeit zu den Spitzenreitern in Sachen mobiler Navigation gehören.
So werden z.B. Auffahrten auf Autobahnen angesagt: "In 300 Meter rechts auf die A5 in Richtung Karlsruhe abbiegen". Und das in einer Verständlichkeit, die auch für synthetische Stimmen erstaunlich ist. Sicherlich; es bleibt eine synthetisch erzeugte Stimme, die vor allem im Travel Guide auch an ihre Grenzen kommen kann.
Kartenmaterial
Nach wie vor setzt Falk auf das Kartenmaterial von Navteq. Im Falle des F6 Zentral-/Osteuropa dürfte dies Q1 oder gar Q2/2008 ein. Falk gibt hier wohl "nur" eine interne Bezeichnung bekannt. Es ist auf jeden Fall sehr aktuell. Gerade in Osteuropa sind einige Regionen erfasst, die vor sechs Monaten noch nicht erfasst waren, z.B. einige Regionen in der Türkei. Einer Fahrt an die türkische Riviera stünde z.B. außer der Länge im Grunde nichts im Wege. Angefügt habe ich einen Screenshot der Stadt Alanya.
Falk hat vor geraumer Zeit begonnen, auch für ältere Geräte jährliche Kartenupdates anzubieten. Dies dürfte wohl auch für die F-Serie gelten.
Der Travel Guide
Für FN|7 wurde der integrierte Travel Guide komplett neu überarbeitet und wesentlich erweitert. Hinter dem Travel Guide verbirgt sich quasi ein Reiseführer mit Informationen zu ca. 1.3 Mio POIs. Diese Informationen können nach diversen Kriterien gesucht und sortiert werden. So z.B. nach einer Stadt, entlang einer Route oder um den Standort. Somit lassen sich fast zu jedem Reiseziel interessante Informationen finden. Aufgrund der Fülle an Informationen gilt dies nun auch für kleinere Städte innerhalb des gesamten hinterlegten Kartenmaterials. Darin enthalten durchaus auch die "Stammkneipe" um die Ecke mit diversen Informationen über "Art der Küche", Zimmer, Parkplätze, Preise und akzeptierte Kreditkarten.
Neue Funktionen in FN|7
+ Frei dreh- und zoombare Karte zur besseren Routenplanung
+ Einblendbare PopUp-Menüs [z.B. TMC-Meldungen]
+ Eingabe von Geokoordinaten
+ POI-Suche entlang der Route / Aufnahme als Zwischenziel
+ Meine Standort-Funktion
+ Ausschluss vignettenpflichtiger Strecken
+ POI-Beschriftungen können eingeblendet werden
+ Komplett neu überarbeiteter Travel Guide
+ Anzeige von gewähltem Profil und Signalqualität in der Navigationsanzeige
+ Erzwingen der Routenoptionen bei jeder Routenberechnung
+ Installierte Extras [Bild-, Videobetrachter, Rechner, Übersetzer, Adressbuch]
Neue Funktion im Navi-Manager 1.4
+ Import von POIs aus kml-Dateien
Fazit
Insgesamt hat sich Falk seit den Geräten der älteren N-Serie bzw. seit FN|4.6 zu einem "richtigen" Navi gemausert. In der vorliegenden Version 7 erscheint mir der FN nahezu perfekt. Gravierende Bugs innerhalb der Software konnte ich bis jetzt keine aus machen; im Gegenteil: Die Software läuft stabil. Dazu eine Verarbeitung, die man nur als sehr gut bezeichnen kann. Sollten die Funktionen des F8 auch nur annähernd so gut funktionieren [integrierte TMC-Antenne, FM-Transmitter], wäre das für mich eine neue Referenzklasse. Wobei dies immer sehr subjektiv ist, da man z.B. mit der Machart des Programmes und dem Funktionsumfang eben leben muss. Einen Vergleich mit anderen Herstellern muss Falk aber wahrlich nicht scheuen.
Natürlich bietet der F6 auch nicht alles. Am schmerzlichsten vermisse ich die Spracheingabe des N240L. Ob sich die Mehrausgaben für TMCpro rentieren??? Wer es möchte, wird eher zum F8 greifen.
Einige Dinge wären in meinen Augen wünschenswert:
+ Unterstützung von USB2.0
+ Stylus / einfache Schutztasche
+ Optionale Routenplanung mit Berechnung der Gesamtroute über mehrere Stationen
MfG