Gesucht: Kunden-Management-System / Kaufmännische Software

  • Tach auch,


    ich brauche wieder mal Eure Hilfe in einem speziellen Fall:


    Ein Bekannter möchte sich mit einer Servicefirma selbständig machen. Jetzt sucht er dafür eine kaufmännische Software.


    Man sollte Kundendaten verwalten können, Angebote und Rechnungen erstellen können, Waren verwalten können.


    Folgende Eigenschaften soll sie erfüllen (die Wichtigkeit gebe ich in Punten an: 5 Punkte = ganz wichtig, 1 Punkt = wäre schön, muss aber nicht sein)


    (6) Rechnungen müssen kompatibel fürs Finanzamt sein (Rechnungen dürfen nicht rückdatierbar sein, Rechnungsnummern müssen fortlaufend sein, dürfen nicht doppelt vergeben werden)


    (5) Programm muss deutsch sein


    (5) Rechnungen müssen im Design den Wünschen anpassbar sein (am Besten mit Word oder HTML/CSS, gut wäre keine eigene komplizierte Layout-Sprache)


    (5) Programm muss mehrplatzfähig sein


    (5) Programm muss Schnittstelle für Außendienstler haben (unter Beachtung von Punkt 1!, eine Synchronisierung per E-Mail reicht nicht)


    (5) Eine Verwaltung von offenen Posten ist selbsverständlich


    (4) Linux sollte als Grundlage dienen


    (4) gute wäre ein integriertes Kassenbuch und auch die Vorbereitung für die Buchhaltung


    (4) Eine gute Auftrags-Historie erleichtert enorm die Arbeit. Die Kommentierung von Aufträgen ebenso (z.B. "Kostenvoranschlag wurde telefonisch mitgeteilt")


    (3) Das Programm wird hauptsächlich zur Verwaltung von Reparaturen benötigt, schön wäre eine Möglichkeit, wenn Kunden online den Status abfragen könnten.


    (3) Es wäre schön, wenn es ein Web-Interface gäbe. Damit ein Kunde per Internet eine Reparatur in Auftrag geben könnte, die automatisch ins System eingepflegt wird.


    Edit: (3) Ein integriertes DMS (Document Management System) wäre auch gut. So könnte man Begleitbriefe, E-Mails und ähnliches zum Auftrag zufügen.


    (6) Am besten wäre natürlich, wenn das ganze nichts kostet... :D


    Bekannt ist mir zum Beispiel "Wiso Kaufmann" von Buhl bzw. das Pendant von Microtech. Das ist schon ganz ok. Doch als Mehrplatzsystem kostet das 350, zuviel für den Start. Vielleicht gibts ja gerade für Linux etwas aus der Open-Source-Gemeinde.


    Edit: Es ist schon interessant, was man findet, wenn man "kaufmännische Software Linux" googelt. Kennt jemand LxOffice, IntarS oder COUN? Diese drei Open-Source-Programme habe ich gefunden.

    Einmal editiert, zuletzt von BlackMagic ()



  • moin moin,


    ich arbeite mit Produkten von SAGE , kann aber aus dem Stegreif nicht sagen, ob unter Linux lauffähig.

  • Zu den Punkten:


    Zitat

    Original von BlackMagic
    (5) Programm muss mehrplatzfähig sein
    (5) Programm muss Schnittstelle für Außendienstler haben (unter Beachtung von Punkt 1!, eine Synchronisierung per E-Mail reicht nicht)
    (4) Linux sollte als Grundlage dienen
    (3) Es wäre schön, wenn es ein Web-Interface gäbe. Damit ein Kunde per Internet eine Reparatur in Auftrag geben könnte, die automatisch ins System eingepflegt wird.


    Wegen den Punkten:
    Auf Web-Basis was erstellen und auf nen Server laden.


    So können Außendienstler per UMTS daruf zugreifen,
    Kunden können sich anmelden und Aufträge erstellen/verfolgen,
    Betriebssystem-unabhängig, da es im Web-Browser läuft.

    Systemfehler 4711:
    (A) Abbrechen, (W) Wiederholen, (K) Kaffeetrinken: _

  • Zitat

    Original von BlackMagic
    (5) Programm muss mehrplatzfähig sein


    Wenn er sich erst selbständig machen will, warum so kompliziert???


    Zitat


    (5) Programm muss Schnittstelle für Außendienstler haben)


    Schon Außendienst obwohl gerade erst gegründet???


    Zitat


    (3) Es wäre schön, wenn es ein Web-Interface gäbe. Damit ein Kunde per Internet eine Reparatur in Auftrag geben könnte, die automatisch ins System eingepflegt wird.


    Gibt man im Internet eine Reparatur in Auftrag? Ist das nicht besser telefonisch zu lösen? Bezüglich beidseitiger Kommunikation...


    Zitat


    (6) Am besten wäre natürlich, wenn das ganze nichts kostet... :D


    Gute Qualität mit möglicht vielen Features kostet halt auch was...
    Schließlich müssenja auch Ausgaben generiert werden, sonst ist der Gewinn zu groß...


    Mein Tipp: Erst mal klein anfangen, vergrößern kann man immer noch, wenn es dann läuft.
    Die "normalen" Büro/Warenwirtschaftssysteme sind fast alle mit den anderen genannten Prämissen behaftet...


    Grüße
    Fred

  • Zitat

    Original von FredT
    Wenn er sich erst selbständig machen will, warum so kompliziert???
    Schon Außendienst obwohl gerade erst gegründet???


    Über kurz oder lang (etwa mit Jahresfrist) wird die Firma 3 Mitarbeiter umfassen: einer sammelt Geräte ein, einer repariert direkt beim Kunden und einer bleibt in der "Basis" zurück repariert dort und kommuniziert mit Kunden, pflegt die Buchhaltung etc. Die ersten beiden Mitarbeiter sollen gleich vor Ort Annahmescheine und Rechnungen erstellen und ausdrucken können. Dass diese zuerst mit der Hand erstellt werden und erst später zugeschickt werden, verbietet sich in unserer modernen Zeit.


    Zitat

    Gibt man im Internet eine Reparatur in Auftrag? Ist das nicht besser telefonisch zu lösen? Bezüglich beidseitiger Kommunikation...


    Beim derzeitigen Arbeitgeber des Bekannten schicken viele Kunden Ihre Geräte per Post zu. Jedem Kunden wird die Prozedur am Telefon erklärt. Jeder schickt eine handgeschriebene Fehlerbeschreibung. Jede eingeschickte Reparatur muss manuell vor Ort von Mitarbeiter erfasst werden. Jedem Kunden muss anschließend eine Empfangsbestätigung zugeschickt werden. Wenn diese Prozedur abgekürzt werden könnte, bliebe mehr Zeit zum arbeiten und damit zum Geld verdienen.


    Zitat

    Gute Qualität mit möglicht vielen Features kostet halt auch was...
    Schließlich müssenja auch Ausgaben generiert werden, sonst ist der Gewinn zu groß...


    Linux kostet im Prinzip nicht und ist trotzdem gut. Open Office ist eine akzeptable Ausweichlösung zu den Produkten von Microsoft und kostet de facto nichts.


    Zitat

    Mein Tipp: Erst mal klein anfangen, vergrößern kann man immer noch, wenn es dann läuft.


    Naja, wenn man aber erst mal klein anfängt und dann nach einem halben Jahr auf andere Software umsteigt, hat man doppelte Arbeit. Besser ist es doch, sich vorher einen Kopf zu machen.


    Zitat

    Die "normalen" Büro/Warenwirtschaftssysteme sind fast alle mit den anderen genannten Prämissen behaftet...


    ... und kosten ein Heidengeld.

  • Um es mal zu strukturieren:
    Büro: Einplatzlösung ggf. mit Datenübergabe
    Außendienste: Laptop und Drucker(!) mit Einzelplatzversion. Datenübergabemöglichkeit mit Medium etc.


    Formulare mit Hand auszufüllen geht vor Ort sicher schneller (Multiple Choice) und ist allemal billiger.


    Das Einschicken mit beigefügter Fehlerbeschreibung ist doch kein Problem, die Daten müssen so oder so übernommen werden, da sie sehr kundenspezifisch sind. Eine Vereinheitlichung der Eingabe/Schreibung wäre zwar möglich, aber mit welchem Aufwand?
    Empfangsbescheinigung ist normal; aber hat jeder dieser Kunden eMail, Fax o.ä.? Bleibt sonst nur Post...mit Gedrucktem.


    Jahmmm, billigste Variante wäre eine Selbstprogrammierung, kostet "nur" eigene Zeit und Mühe; aber die ist dann mit Sicherheit nicht FA-Geprüft und somit angreifbar/manipulierbar(!!!)...und vor allem nicht ausreichend getestet!


    Bei "professionellen" Systemen ist das alles ausgetestet und zertifiziert! Deshalb sind sie (im Vergleich) so "teuer". sageGS oder PC-Kaufmann haben ihren Preis; die Leute dort müssen halt auch Umsatz generieren, wegen den Kosten...


    Im Ernstfall kann man das auch mit 1-Jobbern und einer Registratur auf herkömmlicher Weise machen (Um letztere wird er sowieso nicht herumkommen wegen des FA). Aber im Ernst: ein wenig Investition in die eigene Firma muß schon sein...

    Einmal editiert, zuletzt von FredT ()

  • Zitat

    Original von FredT
    Um es mal zu strukturieren:
    Büro: Einplatzlösung ggf. mit Datenübergabe
    Außendienste: Laptop und Drucker(!) mit Einzelplatzversion. Datenübergabemöglichkeit mit Medium etc.


    Nein. Montag Morgen 9:00: Kollege 1 beim Kunden, holt 10 Geräte ab, erstellt 10 Reparaturaufträge, Kollege 2 ist bei anderem Kunden, repariert und druckt Rechnung (fortlaufende Rg-Nummer ist Pflicht!), Kollege 3 schreibt gleichzeitig Aufträge und Rehnungen in der Basis.


    Zitat

    Formulare mit Hand auszufüllen geht vor Ort sicher schneller (Multiple Choice) und ist allemal billiger.


    Geschäftliche Kunden, und die machen einen Großteil aus, brauchen eine maschinell erstellte Rechnung mit Name, Adresse, USt-Nr. usw.. Die Nacherfassung macht einen Haufen Arbeit, den man sich sparen könnte, dank moderner Technik.


    Zitat

    Das Einschicken mit beigefügter Fehlerbeschreibung ist doch kein Problem, die Daten müssen so oder so übernommen werden, da sie sehr kundenspezifisch sind. Eine Vereinheitlichung der Eingabe/Schreibung wäre zwar möglich, aber mit welchem Aufwand?
    Empfangsbescheinigung ist normal; aber hat jeder dieser Kunden eMail, Fax o.ä.? Bleibt sonst nur Post...mit Gedrucktem.


    Naja, der Typ der Geräte ist recht eng gefasst, und die Zahl der möglichen Fehler ebenso. Im Grunde reichen für 90% der Fehler sogar einfache Checkboxen für die Beschreibung.


    Zitat

    Im Ernstfall kann man das auch mit 1-Jobbern und einer Registratur auf herkömmlicher Weise machen (Um letztere wird er sowieso nicht herumkommen wegen des FA).


    Die angestrebte Firma hat keinen karitativen Charakter, daher fallen 1-Jobber aus. Was meinst Du mit Registratur? Für mich ist das lediglich die Ablage, und die ist für mich selbstverständlich - und sie braucht auch keine mehreren Mitarbeiter. Und gedruckt werden müssen die Dokumente für die Ablage ohnehin, weshalb man dann immer noch ein Warenwirtschaftsprogramm braucht....

  • Zitat

    Original von BlackMagic
    ...
    Die angestrebte Firma hat keinen karitativen Charakter, ....



    Warum erwartet sie es den von anderen Firmen? Wer nicht investiert verliert.

  • Ich wiederhole mich nur ungern:


    Zitat

    Original von BlackMagic
    Linux kostet im Prinzip nichts und ist trotzdem gut. Open Office ist eine akzeptable Ausweichlösung zu den Produkten von Microsoft und kostet de facto nichts.


    Ich könnte die Liste noch in andere Richtungen ausdehnen. Warum sollte es also nicht auch ein kostenfreies Warenwirtschaftssystem geben?

  • Zitat

    Original von BlackMagic
    Ich wiederhole mich nur ungern:



    Ich könnte die Liste noch in andere Richtungen ausdehnen. Warum sollte es also nicht auch ein kostenfreies Warenwirtschaftssystem geben?




    Richtig, das Unix-Derivat kostet nur im Prinzip nichts, in Realtität allerdings uros.
    Diskussionen in dieser Richtung sind fruchtlos.

  • Zitat

    Original von BlackMagic
    Ich wiederhole mich nur ungern:



    Ich könnte die Liste noch in andere Richtungen ausdehnen. Warum sollte es also nicht auch ein kostenfreies Warenwirtschaftssystem geben?


    Salve BlackMagic,


    Deine Argumentation scheint schlüssig zu sein, ist es aber leider nicht.


    Linux basiert auf eher zufällig entstehenden "Distributionen".
    Diese sind eine Momentaufnahme der Linuxentwicklung.
    Wie sich das Ganze weiterentwickelt, weis niemand.
    Entweder hast Du als Anwender von Linux und einer Software die Manpower und das Know How die Entwicklung mitzugehen, oder Du hast die Arxxxkarte.
    Deswegen gibt es in nur sehr begrenzten Ausmaß Profisoftware für Linux, weil niemand dafür gerade stehen kann.
    Lösungen die im Markt sind, werden schweineteuer, weil ein winziges Marktsegment auf einen Anbieter angewiesen ist.
    Linux als Basis eignet sich für wirklich Große, die das gesamte EDV-Managemet, einschließlich Programmierung in Eigenregie abwickeln können, oder für EDV-Freaks, die sich da selbständig durchwursteln.
    Lösungen wie Du sie suchst, wird man wohl kaum finden, weil sie immer auf tönernen Füßen stehen.
    Zwei Möglichkeiten, Du findest irgendwo einen Freak, der "just for fun" soetwas programmiert, oder programmiert hat und das Projekt langfristig interessant findet, (sehr windige Sache), oder das, was die meisten der Poster hier im Thread, so auch meine Meinung, rübergebracht haben, produktive SW kostet Euros, die sinnvoll angelegt sind, wenn man das Richtige gefunden hat.
    Linux Phantasien sind nachvollziehbar, aber leider nicht realistisch.


    Pinguin

  • Danke, das ist doch mal eine schlüssige Erklärung. Ich habe zwar einige kostenfreie Varianten gefunden, die sind sogar recht professionell auftreten. Das größte Problem ist bei denen aus meiner Sicht die Administration.


    Ich werde wohl auf Wisos "Kaufmann" zurück greifen. Der erfüllt zwar einige Bedingungen nicht, andere lediglich über Krücken. Doch ich kenne ihn gut, da ich ihn schon jetzt einsetze und die Kostenstruktur einem Existenzgründer sehr entgegen kommt.

  • Also aus der Sicht einen selbständigen:


    Ich stand vor 5-Jahren genauso "doof" da und hatte richtig Angst 30 zuviel auszugeben.
    Jedoch: wenn Du schon Kundenkreis hast = Arbeit = Umsatz dann sollst Du auch bereit sein "etwas" zu investieren.


    Bedenke mal, was das Geschäft im Monat bringen muss, um Dich und die Mitarbeiter übers Wasser zu halten.


    Dann sinds diese 350 glaube ich für profi Software überhaupt nichts.


    Aus Erfahrung: wenns es erstmal "läuft", wird es schwer alles dann von einem was-weiss-ich-freeware-Programm auf etwas umzusteigen, womit man komfortabler = effizienter arbeiten kann. Verdammt schwer.


    Von Nichts kommt nichts. So einfach kann es sein.


    Archie