Vergleich See-Naviprog und Wunschliste

  • Die neuesten Änderungen in AFTrack möchte ich einmal zum Anlass nehmen, meine Navigationsprogramme in Bezug auf Eignung für die See-Navigation zu vergleichen.


    Die Programme sind:
    FugawiPPC Version 1.6 (von Fugawi 3), OziCE Beta Version 1.12.3e, Pocket Navigator Version 4.0.1 und AFTrack Version 1.1 vom März 2007.


    Wenn sich in der Funktionalität der Programme etwas Wesentliches geändert haben sollte, würde ich mich über einen Hinweis freuen.


    Als Hardware benutze ich für AFTrack das Nokia 5500 plus Holux 236. Für die anderen Programme benutze ich den IPAQ 2210 und ein Garmin12. Durch den seriellen Anschluss mit 4800 Baud des Garmin ist die Kompatibilität zu einigen Zusatzgeräten gegeben. Das Garmin12 ist zudem, nach meiner Erfahrung, betriebssicherer als die BT-Maus. Der bessere Empfang der BT-Maus ist auf dem Wasser unerheblich. Da der Garmin im Gegensatz zur BT-Maus wasserfest ist, wird er im Außenbereich betrieben, was die schlechtere Empfangsqualität ausgleicht.


    Der Vergleich der 4 Programme erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe nur die Dinge getestet, die aus meiner Sicht für die See-Navigation wichtig sind!


    Folgende Randbedingungen setze ich für den Vergleich an:
    Navigation in einem kleineren Boot (6-8 Meter Segelboot). Eigner von größeren Booten haben in der Regel mehr Platz und mehr Geld für eine (etwas) bessere, feste Navigationsanlage. Mit einem Segelboot (Kielboot) der 6-8 Meter-Klasse kann die westliche Ostsee in der Regel auch dann noch befahren werden, wenn es ungemütlicher wird. Mit noch kleineren gedeckten Booten sollte man nur bei schönem Wetter Touren auf der Ostsee unternehmen. Die Navigation ist dabei weniger kritisch.


    Als Wetterbedingung für den Vergleich setze ich deshalb 5-6 Windstärken und 1,5m Welle an. Diese Bedingungen kommen durchaus häufig vor und sind normalerweise kein Grund, im Hafen zu bleiben.
    Bessere Bedingungen anzusetzen wäre irrelevant. Am Schreibtisch oder bei spiegelglattem Wasser zu navigieren bringt wichtige Unterschiede nicht deutlich zu tage.


    Die oben genannten Wetterbedingungen bedeuten:
    Starke Bootsbewegungen über einen längeren Zeitraum. Wenn eine längere Tour unternommen wird, sollte man immer davon ausgehen, dass der Navigator nicht sehr lange unter Deck bleiben möchte, um seinen Job zu machen. (Auch wenn er vorher gesagt hat, dass er absolut seefest ist!) Die Navigation muss daher einfach, sicher und trotzdem schnell funktionieren.


    Alle vorgestellten Programme basieren auf Rasterkarten.
    Hierzu möchte ich noch eine Bemerkung machen.


    -Rasterkartensätze sind normalerweise relativ günstig und damit passend zu der ebenfalls günstigen Navi-Anlage mit PPC.
    -Bei der See-Navigation ist es quasi Pflicht, Papierkarten mit zuführen. Da elektr. Rasterkartensätze häufig zusammen mit Papierkarten verkauft werden (z.B. vom NV-Verlag für die Ostsee). spart man sich den zusätzlichen Kauf von Papierkarten. Bei sämtlichen Vektor-Kartensätzen ist der zusätzliche Kauf von Papierkarten obligatorisch und muss zum Gesamtpreis hinzu gezählt werden.
    -Da man den Kartenausschnitt auf dem PPC-Display exakt auf der Papierkarte wiederfindet, ergeben sich weitere Vorteile (vor allem für den Gelegenheitsnavigator).
    -Man hat jederzeit eine Übersichtskarte vor Augen, ohne zu Zoomen. Vektorkarten ändern ihre Ansicht je nach Zoomfaktor und Einstellung zum Teil wesentlich und haben in keiner Einstellung eine exakte optische Übereinstimmung mit irgendeinem Papierkartenbild. Das kann unter schlechten Bedingungen leicht zu Fehlinterpretationen führen.


    Grundsätzliches:


    -Ablesbarkeit-
    Durch die kleinen Displays ist es bei der See-Navigation besonders wichtig, dass die Ablesbarkeit gut ist. Überladene Kleinstdisplays zeigen vielleicht, was der Programmierer alles kann, sind aber bei schlechten Bedingungen nicht sehr brauchbar. Bei der geringen Displaygröße ist es vorteilhafter, die Informationen auf mehrere Fenster, die natürlich leicht zu wechseln sein müssen, aufzuteilen. Bis auf AFTrack scheinen die restlichen Programme tendenziell eher das ursprüngliche und ähnliche PC-Programm kopieren zu wollen. Gerade bei OziCE scheint mir, dass weniger mehr sein könnte.
    AFTrack teilt die benötigten Informationen schon besser auf mehrere Fenster auf. Obwohl AFTrack für noch kleinere Displays ausgelegt ist, als die anderen Programme (das Display vom Nokia 5500 hat nur ca. ein Viertel der PPC-Displayfläche), kann man sich wichtige Navigationsdaten in einem Extrafenster so groß anzeigen lassen, dass diese auch noch in einiger Entfernung, durch ein Aquapac hindurch, zu lesen sind.


    -Bedienung-
    Für die Bedienung gilt ähnliches. OziCE hat viele kleine Icons auf dem Display, die man bei starker Bootsbewegung mit einem Stift erst mal treffen muss. Auch für die anderen beiden PPC-Programme gilt ähnliches. Grundsätzlich halte ich eine Stiftbedienung mit ein paar Quadratmillimetern Trefferfläche auf See für Unsinn. Wichtige Funktionen sollten auf die paar vorhandenen Tasten des PPC gelegt werden. Das dies geht, zeigt jeder einfache Hand-GPS,der auch nicht gerade über viele Tasten verfügt.


    OziCE hat eigentlich die besten Voraussetzungen für ein gutes See-Navi-Programm. Ich benutze es trotzdem normalerweise nicht mehr, weil viele Dinge unnötig kompliziert sind. Wegepunktdateien müssen in der Regel nach dem Programmstart extra geladen werden und wehe wenn das entsprechende Verzeichnis nicht richtig eingegeben wurde. Das gleiche gilt für Maps. Die anderen Programme haben normalerweise feste Standardverzeichnisse für ihre Daten. Das ist zwar nicht so flexibel, aber dafür sicher.


    Navigations-Grundfunktionen:
    Vereinfacht gesagt verstehe ich da drunter alle Funktionen, die auch ein einfaches Hand-GPS ohne Karte zur Verfügung stellt. Das ein aktuelles Navigationsprogramm alles das können muss, was ein 10 Jahre altes Hand-GPS kann, würde ich als Selbstverständlichkeit ansehen.


    Leider sieht es hier zum Teil zappenduster aus.


    Position, KüG und FüG können sie alle.


    Für die Werte nachdem man GOTO zu einem Wegepunkt gedrückt hat, sieht es schon ganz anders aus:
    schlechtestes Beispiel, PocketNavigator: GOTO gibt es überhaupt nicht!


    Bei Fugawi bekomme ich es zwar unter bestimmten Vorbedingungen hin, dass GOTO nicht grau dargestellt wird und damit angewählt werden kann. Nach der Auswahl eines Wegepunktes mit anschließendem GOTO passiert aber nichts, was ich sehen kann. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit. Trotzdem bliebe die Bedienung für die Randbedingungen zu kompliziert.


    - OziCE reagiert nach dem Drücken von GOTO mit sofortiger Anzeige der Peilung und der Distanz (leider nicht in ganz groß mit eigenem Fenster, da dies sehr wichtige Werte sein können. Dies kann wiederum das Handyprogramm AFTrack).


    Keines der Programme kann aber das, was fast jeder kleine Hand-GPS kann:
    Eine Autobahndarstellung!
    Eine Autobahndarstellung ist die einzige Darstellung, bei der es möglich ist, einem Wunschkurs sehr exakt zu folgen. Dies wird durch eine mögliche Spreizung auf z.B. +/- 50m über die gesamte Displaybreite erreicht. Zusätzlich kann der Steuermann diesen Kurs direkt und selbstständig fahren, ohne sich irgendwelche Zahlenwerte merken zu müssen.
    Bei den 3 PPC-Programmen kann man nur etwas ähnliches und dann auch nur kompliziert erreichen, in dem man seine momentane Position als Wegepunkt speichert und dann eine Routenlinie zum Zielwegepunkt darstellen lässt. Eine Spreizung von +/- 50 m auf der Karte kann man damit trotzdem nicht sinnvoll darstellen.
    Diese Funktion ist im See-Bereich außerordentlich wichtig, da man mit ihr z.B. sofort und sehr deutlich einen Versatz (z.B. durch Strom) feststellen kann. Für die Landnavigation braucht man diese Funktion, trotz des Namens, normalerweise nicht.


    AFTrack wurde in dieser Beziehung jetzt seetauglicher gemacht:
    Nach einem GOTO läuft alles so ähnlich ab, wie bei einem Hand-GPS. Der aktuelle Standort wird beim GOTO automatisch temporär abgespeichert. Anhand einer virtuellen Linie zwischen den beiden Punkten wird der seitliche Versatz (XTE=CrossTrackError) in einer Extraanzeige deutlich (links oder rechts) dargestellt. Die Peillinie in der Kartendarstellung (die auch OziCE bietet) bleibt davon unberührt.
    Dies ist zwar noch keine Autobahndarstellung (=grafische Darstellung des XTE), aber auch diese zahlenmäßige Anzeige des XTE ist eine gute Hilfe.
    AFTrack kann auch, wie viele Hand-GPS, eine Wegpunkt aus Distanz und Peilung vom Standort erzeugen. Auch von den GeoCacher habe ich schon Klagen gelesen, dass keines der PPC-Programme dies kann.

    Viele weitere Werte, die aus den Grundwerten berechnet werden können, werden ebenfalls von keinem der Navi-Programme angezeigt( z.B.: VMG, ETA usw), obwohl dies programmtechnisch keine große Tat wäre.


    Kartendarstellung:
    Die wichtigste Anforderung wäre: Ein Navi-Programm muss aktuelle Seekarten anzeigen können!
    Hier muss AFTrack (noch) passen. Mit AFTrack können bisher nur BSB3-Karten angezeigt werden. Alle PPC-Programme können auch die aktuellen BSB4-Karten anzeigen.


    Für die See-Navigation ist auch eine gute Kartenverwaltung mit einer eventuellen Automatik wichtig, da die Kartensätze durch die große Anzahl von Karten sehr unübersichtlich sind.
    PocketNavigator und OziCE sind hier die Spitzenreiter, da man sehr einfach und ohne große Fehlermöglichkeit die Karten für seinen Standort wechseln kann. (Kartenwechsel bei OziCE sogar durch Tasten!)
    In AFTrack ist jetzt eine neue Automatikfunktion hinzugekommen, die die Kartenauswahl etwas erleichtert.
    Schlußlicht ist hier eindeutig Fugawi. Hier habe ich mich schon tot gesucht. Im Zweifel gibt es nur die Möglichkeit die aktuelle Karte zu schließen und danach, bei eingestellter GPS-Zentrierung, auf Karte öffnen zu drücken. Dann kommt die passende Karte im größten Maßstab.
    Man muss noch einmal betonen, dass die Kartenverwaltung sehr wichtig ist.


    Pointer:
    In der See-Navigation ist ein vernünftiger Pointer mit möglichst langem Strich in Vorausrichtung sinnvoll, da hiermit der künftige KüG gut abgeschätzt werden kann.
    Wenn ein Programm hier nur fipsige, kleine Pfeile oder Schiffsicons zur Verfügung stellt, kann damit unter Umständen ein Design-Preis gewonnen werden. Zur Navigation ist so etwas nicht sonderlich geeignet.
    Spitzenreiter ist hier eindeutig PocketNavigator.
    Einen geschwindigkeitsabhängigen Vektor in Richtung KüG bietet kein anderes Programm!
    Danach kommt OziCE. Hier kann man sich z.B. den Plane-Pointer mit dem langen Vorausstrich aussuchen. Wer es noch besser möchte und Segler ist, sollte zum Pointer von SegelOzi greifen. Der ist sogar mit einstellbaren Querab-Strichen ausgestattet und daher gut zum Abschätzen des Wendezeitpunktes zu gebrauchen.
    Fugawi und AFTrack gehören leider zur Fraktion der Pfeildarsteller.


    Eine wichtige Funktion ist die Trackdarstellung auf der Karte. Zumindest die letzte Stunde sollte man sich grundsätzlich anzeigen lassen. Aus dem aufgezeichneten Kurs kann man viele Dinge erkennen (unter Umständen z.B. Strom und wahre Windrichtung). Diese Funktion wird von allen Programmen beherrscht.


    Ich persönlich finde es auch noch wichtig, dass ich Daten zwischen PPC und Garmin direkt austauschen kann (Wegpunkte sind hier für mich am wichtigsten). Somit habe ich auf zwei unabhängigen Geräten die gleichen Wegpunkte, was ein Sicherheitsgewinn ist und mir z.B. die Autobahndarstellung für den Steuermann ermöglicht (auf dem Garmin). Außer mit OziCE funktioniert dies mit allen PPC-Programmen.


    Fazit:
    Für mich ist der PocketNavigator das beste See-Navigationsprogramm, was die Kartenarbeit betrifft. Es ist zusätzlich sehr abgespeckt und einfach zu bedienen. Sehr negativ an dem Programm ist, dass es nicht einmal GOTO und dessen Folgewerte beherrscht. Hier hat man wohl zu sehr abgespeckt!


    Fugawi hatte ich zu Anfang. Das Programm benutze ich eigentlich nur noch zu Testzwecken oder auf dem PC, da es auch auf dem PC nicht so kompliziert wie Ozi ist.


    OziCE habe ich mir nur wegen AIS2OZI gekauft. Das Programm setze ich höchstens noch für Landnavigation ein. Für See-Navigation ist es zu umfangreich und damit fehlerträchtig.


    AFTrack ist eindeutig das beste See-Navigationsprogramm, wenn man von der Kartendarstellung absieht. Es gibt wichtige Navigationsdaten, die kein anderes Programm bietet. Alle wichtigen Navigationsdaten können auch noch in extra Fenstern deutlich dargestellt werden. AFTrack kann ich meistens sogar mit einer Hand ohne die seeuntaugliche Stifteingabe bedienen.
    Wenn es jetzt noch die Möglichkeit gäbe BSB4 zu lesen und zusätzlich ein brauchbarer Pointer vorhanden wäre, würde es bei mir alle anderen Programme ablösen. Bei der Landnavigation ist dies schon geschehen!


    Wunschliste:
    Keines der 4 Programme könnte ich uneingeschränkt empfehlen. An ein PPC-Programm, dass für die See-Navigation geeignet ist, hätte ich daher folgende Wünsche:
    Die Hersteller dieser Programme sollten sich an dem PPC-Display und an den PPC-Eingabemöglichkeiten orientieren und nicht versuchen ein PC-Programm möglichst 1 zu 1 auf einen PPC zu portieren.
    Beides, Tastenanzahl und Displaygröße, sind beim PPC ähnlich wie bei einem Hand-GPS. Warum orientiert man sich nicht einfach an den Dingen, die es schon lange gibt und die sich auch unter schlechten Bedingungen bewährt haben?


    -Es müssen mehrere unterschiedliche Fenster vorhanden sein.
    -Die Bedienung während der Navigation muss möglichst nur mit Tasten zu erledigen sein.
    -Das Programm darf nicht überladen sein.
    -Der PPC mit dem Programm plus GPS muss ein einfaches Hand-GPS von den Funktionen her komplett ersetzen können.
    -Alle Kartenformate für Rasterkarten müssen gelesen werden können.
    -Pointer müssen mindestens eine lange Vorauslinie haben.
    -problemloser Datenaustausch zwischen PPC, marktgängigen GPS und PC muss möglich sein.


    Wenn jetzt noch eine integrierte Möglichkeit vorhanden wäre, AIS darzustellen, hätten wir ein wirklich gutes Navi-Programm.


    Tritonnavi

  • Hallo Tritonnavi,


    ... ein langer Thread :gap


    Zuerst mal, es gibt spezielle Nautic-Navis auch für den PDA, wie zB von Klasing den Yacht Navigaor, mit denen ich aber keine Erfahrung habe.


    Die von Dir erwähnten sind allesamt nicht speziell auf nautische Anforderungen abgestimmt, klar.


    Da ich mein Navi auch nicht nur für nautische Aufgaben verwende, sind eben Kompromisse angesagt. Ich verwende nach Ozi jetzt PathAway mit TTQV. Das bietet mir die Funktionen die ich benötige. Selbstverständlich können alle Rasterkarten die TTQV darstellen kann, und das sind die allermeisten, auf den PDA exportiert werden.


    Es gibt neben der Standard Kartenansicht auch zB Routing, Tracking, Punkte, und Kompass Ansicht. Es können zusätzlich im Kartenfenster Infos in wählbarer Schriftgröße Infos eingeblendet werden wie Warnung bei Trackabweichung, ETE, ETA, DTD, Folge der Richtung, Entfernung bzw Zeit zum nächsten Punkt, Vertikale Entfernung bzw Winkel zum nächsten Punkt, und und und ...


    AIS ist wundernett, macht aber letztlich nur auf Übersichtskarten Sinn. Die Darstellung am kleinen PPC Display ist mE völlig sinnlos.


    Grüße
    Karl

  • Hallo Karl,
    natürlich bezieht sich mein kleiner Vergleich nur auf Programme, die ich kenne.


    <<Zuerst mal, es gibt spezielle Nautic-Navis auch für den PDA, wie zB von Klasing den Yacht Navigaor, mit denen ich aber keine Erfahrung habe.
    Die von Dir erwähnten sind allesamt nicht speziell auf nautische Anforderungen abgestimmt, klar.>>


    Ich glaube, dass mein PocketNavigator auch zu den speziellen Nautic-Navis gehört, oder bist du anderer Meinung?


    Pathaway und TTQV kenne ich nicht. Nach deiner Schilderung der Eigenschaften, bin ich mir auch hier nicht sicher, ob mit diesen Navis ein schnelles "GOTO" mit automatischer Abspeicherung des aktuellen Standortes und somit die "Autobahndarstellung" möglich ist.
    Mir persönlich ist dies "schnelle GOTO" wichtig. Wenn ich ähnliche Eigenschaften erst durch Routennavigation erreiche, ist mir das auf dem Wasser zu langsam und zu kompliziert.


    Zu AIS habe ich bereits schon einiges unter AIS2OZI geschrieben.
    Wenn AIS2OZI gut funktionieren würde, wäre das eine Supersache.
    Deine Einschätzung, dass AIS nur auf größeren Displays Sinn macht teile ich nicht unbedingt.
    Ich habe AIS mit dem PPC in der letzten Saison getestet. Du kannst von deiner stärker gezoomten Detailansicht entweder mit ein paar Tastenklicks auszoomen oder mit einem Tastenklick auf eine Karte mit kleinerem Maßstab wechseln.
    In beiden Fällen hast du sehr schnell eine Übersicht der relevanten AIS-Kontakte.
    Wenn du z.B. mit den NV-Karten navigierst und gerade "GroßerBelt-Süd" benutzt, bist du mit 2 Klicks auf der Karte "Rund Fünen-Kieler Bucht" und hast einen hervorragenden Überblick,was gerade im Großen Belt an AIS-Kontakten vorhanden ist. Auch bei einem Laptop müsstest du von der Navigationsansicht zur Übersicht des gesamten Großen Belt zoomen.


    Tritonnavi

  • Hallo Trotonnavi,


    ... keine Ahnung was Du mit "Autobahndarstellung" meinst, aber mehr als einen Punkt am Display anzuklicken, GOTO bestätigen und ich habe sofort am Display einen Linie von meinem Standort zu diesem Punkt, mehr erwarte ich nicht.


    Grüße
    Karl

  • Zitat

    Original von cludy
    ... keine Ahnung was Du mit "Autobahndarstellung" meinst


    Ich versuchs mal zu beschreiben:
    Du hast die Ansicht einer Straße. Am Horizont, in der Mitte der Straße, liegt dein Ziel ("Goto"). Weicht dein Kurs jetzt nach links ab, wandert die Straße nach rechts aus - und umgekehrt.



    Wastl

    Das schöne an Bienchen ist, man hat immer was worauf man sich freuen kann :love2

  • Prima Beitrag Tritonnavi,


    ich würde statt der Autobahnanzeige aber eher eine Garmin like Big Numberpage mit Kompasspfeil und Soll / Ist vorziehen.


    Apropos Waypoints, kennt jemand ein <Programm, wo man die NV Waypoints in ein Garminformat wandeln kann ?
    Ich bin nicht so der Exel Kenner und suche deshalb die NV WPs ab 2004 in
    diesem Format- auch gg. kl. Annerkennunghon.


    cu,dehlya (der immer noch mit einem alten 3+ und QV 1.62 arbeitet) -demnächst mit 292 und G2 E21 BC

  • Hallo dehlya,
    was ist << Garmin like Big Numberpage mit Kompasspfeil und Soll / Ist >>?


    Ist das die übliche Kompassanzeige mit den Werten "KursüberGrund" und "Peilung" (eventuell auch noch Distanz) zum Wegpunkt" ?


    Was ist da der Soll- und was der Istwert?


    Viele Grüße
    Tritonnavi

  • Die Big Number Page enthält beim III nur einen kl. Kompass und zwei Datenfelder die aber gross genug sind , um sie aus 2 Metern Entfernung zu lesen. Ob Du da Course/ To Course / Track / Bearing / Off Course als Anzeige auswählst bleibt Dir bei diesen Garmin (wie auch wahrscheinlich bei anderen) selbst überlassen.


    Fakt ist, dass man auf den Zwergl Displays, kleine Pfeilchen , Schildchen und 5mm grosse Zahlen (oder diese lächerlichen Waypoint Schildchen des Autobahnmodus ) gerade bei Dreckwetter nicht mehr lesen kann, ohne das Ding direkt vor der Nase zu haben.


    cu,dehlya

  • Zitat

    Original von dehlya
    ... die aber gross genug sind , um sie aus 2 Metern Entfernung zu lesen.
    ...
    Fakt ist, dass man auf den Zwergl Displays ... gerade bei Dreckwetter nicht mehr lesen kann, ohne das Ding direkt vor der Nase zu haben.


    Es sind halt Handgeräte - und wer hat schon 2m lange Arme ?( ;)



    Wastl

    Das schöne an Bienchen ist, man hat immer was worauf man sich freuen kann :love2

  • Hallo,
    ich habe den Eindruck, dass der Unterschied zwischen Autobahnanzeige und Kompassdarstellung nicht richtig deutlich geworden ist.


    Die seitliche Ablage vom Kurs als Autobahn darzustellen, ist eigentlich nur ein grafischer Gag, der nicht besonders zweckdienlich sein muss (verspielte Anzeige).
    Eine sehr einfache Darstellungsweise würde hier besser sein, sieht aber auf dem Schreibtisch nicht so beeindruckend aus:
    Eine Mittelinie auf dem Display plus ein deutlicher Pfeil, der sich vom rechten bis zum linken Displayrand bewegen kann, reichen völlig. Das könnte auch der Steuermann mit den 2m langen Armen ablesen.


    Eine Zielsetzung bei der See-Navi war, einen Wunschkurs (also den gewünschten Kartenkurs) möglichst exakt steuern zu können. Es geht also nicht nur darum auf das Ziel zuzufahren, sondern dabei zusätzlich einen möglichst unveränderten Kurs beizubehalten.
    Ein guter Vergleich hierzu, ist das Fahren nach Ober-und Unterfeuer. Auch hier hält man nicht nur auf ein Ziel zu, sondern muss zusätzlich einen fixen Kurs einhalten (eine Linie fahren). Der Steuermann kann auch hier einer Kurslinie exakt folgen, ohne auf Zahlen zu achten oder sich Zahlen zu merken.


    Die Kompassanzeige (nach einem GOTO) stellt prinzipiell die Richtung zum WP mit Zeigern dar. Diese Eigenschaft ist z.B. in der Landnavigation (GeoCaching) wichtig. Zusätzlich kann man sich Werte für z.B. Peilung, Distanz, Kurs usw. anzeigen lassen.


    Wenn der Steuermann nichts weiter macht, als zu versuchen, den Ist-Kurs (KursüberGrund) dem Soll-Kurs (Peilung zum WP) anzupassen, ist ein seitlicher Versatz und eine sogenannte Hundekurve durch Strom/Abdrift nicht zu vermeiden.


    Es gibt mit diesen Werten nur eine Krücke, mit der man die geplante Kurslinie einhalten kann:
    Zum Zeitpunkt des GOTO muss der Steuermann sich sofort den Peilungswert zum WP merken und versuchen, diesen Wert danach gleich zu halten.
    Der Steuermann muss also ständig auf Digitalzahlen achten. Nicht sehr komfortabel. Der Kompasspfeil alleine ist für diese Aufgabe viel zu ungenau.


    Die Autobahnanzeige (oder eine andere grafische Darstellung des seitlichen Versatzes) braucht für den gleichen Zweck überhaupt keine Zahlen. Der Steuermann muss sich nichts merken und ist trotzdem in der Lage einem Wunschkurs sehr genau zu folgen. Eine Hundekurve kann immer vermieden werden.
    Bei einer eingestellten Spreizung von z.B. +/-50m über die gesamte Displaybreite, wird auch eine geringe Abweichung vom Wunschkurs sofort und eindeutig sichtbar.
    Für den genannten Einsatz in der Seenavigation ist die Kompassanzeige daher kein guter Ersatz für die Autobahndarstellung


    Gruß
    Tritonnavi.

  • Ich habe das als Wunschliste verstanden und wollte sicher nicht die Grundlagen der Navigation diskutieren.


    Die Praxis sieht nunmal so aus, dass die wenigsten (Ich kenne bis auf überbesetzte Affenfelsen keinen), die auch mal grössere Törns machen bzw. sich eher um Trimm und dergleichen bemühen, Ideallinie fahren.


    Früher hat man bei den Dantroniks bzw. Philips AP Navigatoren die CTE genutzt, um grob den jeweilig notwendigen Vorhalt überblicken zu können (das waren zwei Winkel jew.n.STB/BB und eine 2 stellige Gradanzeige.
    Reichte völlig aus, um sich innerhalb eines bestimmten Korridors zu bewegen, ebenso wie im Prinzip der dicke Kompass (sicher nicht für Geocashing geeignet) und COG or whatever.


    Ich war bei meiner Autobahndarstellung immer bei der verspielten, unlesbaren Detaildarstellung hängengeblieben, so wie sie mir von den alten Garmins bekannt war- eher unbrauchbar, fürs schnelle mal eben draufschauen (in der Tat geht es mir nicht um Ideallinien). Die meisten werden die Kisten auf true stellen und COG fahren (Track)


    Hundekurven frei im Fahrtensegelbereich mit den Gustafs bewegt sich wohl kaum jemand.


    Die angewandte Praxis im Sportbootbereich hat wenig mit Rechenaufgabenstellung in Internetforen oder SHS Kursen gemein, dass mag man bedauern oder auch nicht.


    Und natürlich sind das Handgeräte, aber selbst auf einem Pippi Boot wie vor Jahren meine Sprinta-Sport hatten wir die Dinger immer am Schott und da erkennt man als Rudergänger nichts mehr - in Praxi kaum ein anderer Ort, wo man das Ding sicher befestigen konnte, ohne das einer drauflatscht -


    Und die Geräte mit grösserem Display (wie die APs) brauchten satt 30W und da ist man froh über die Big Number Darstellung eines im Gegensatz zu PPC und Co. wasser und weitesgehend prügelfesten Gerätes.


    cu,dehlya

  • Hallo Tritonnavi,


    ich habe fast alle der bekannten Yachtprogramme zumindest als Probeversion auf dem PPC gehabt. Keines der Programme hat mich überzeugt und deshalb habe ich mich dann für den Generalisten OziCE entschieden. Deinen Erfahrungen mit dem Programm kann ich grundsätzlich zustimmen. Bei mir haben diese dann dazu geführt, einen neuen Pointer zu entwickeln und ein Skript zu schreiben, das die Ausführung von Funktionen auf Tastendruck ermöglicht. Aufgrund Deiner Anregungen bin ich bereits dabei, eine neue Version zu entwickeln.


    Als ziemlicher Ozi-Fan möchte ich zu Deinen Ausführungen bezüglich OziCE noch folgende Anmerkungen machen:


    Mit dem Programm "OziCE Settings Manager" lassen sich benutzerdefiniert ca. 35 Funktionen auf Tasten oder Screencontrol legen.


    Wenn Du in den Einstellungen die Pfade richtig zu den entsprechenden Ordnern konfigurierst, hast Du auch in OziCE feste Standardverzeichnisse und keine Probleme mit Karten und Daten.


    Ich möchte z.B. nicht, dass alle WP einer Karte automatisch mitgeladen werden, weil das dann viel zu unübersichtlich wird. Durch entsprechende Abspeicherung in Gruppen lade ich nur die, die ich auch brauche (z.B. Einfahrt in Hafen x oder Untiefenmarkierungen und Tonnen). Es ist aber nicht möglich, mehrere WP-Dateien gleichzeitig zu laden. Man muß beim Erstellen der Dateien schon darauf achten, was eventuell zusammen gehört und angezeigt werden soll.


    Nach dem Drücken von GOTO wird bei mir nicht nur die Peilung und Distanz angezeigt, sondern auch eine gelbe Linie, die Standort und Ziel-WP verbindet. In Kombination mit der Vorauslinie kann man damit auch auf dem Strich fahren. Ist zwar nicht so genau, wie die Autobahndarstellung, aber immerhin ein mäßiger Ersatz.


    Über die Routennavigation kann ich, wenn ich mit dem rechtweisenden Kurs arbeite, ziemlich leicht meine Abdrift als Gradzahl ermitteln.


    Unter "Future Changes" steht auf der Ozi-Seite:


    * Calculation and display of more parameters such as ETE, ETA, Distance to go, XTE, VMG and so on.
    * Parameter screens to be user configurable
    * Odometer funktion


    Eine Autobahnfunktion hätte auch noch den Vorteil, dass sie ohne Karten zu benutzen wäre. Deshalb würde ich mir diese Darstellungsmöglichkeit für eine See-Navi auch wünschen!


    Mit meinen Ausführungen verteidige ich zwar OziCE, generell möchte ich aber Deinen Feststellungen zustimmen und mich der Wunschliste uneingeschränkt anschließen. Es gibt momentan kein wirklich auf die Bedürfnisse von Seglern zugeschnittenes Naviprogramm und ich fände es gut, wenn sich das mal ändern würde!!


    tommy

  • Könnt Ihr mir bitte mal verraten, warum man dazu nicht einfach ein entsprechendes Garmingerät kauft, anbaut und gut ist?


    PDAs für solche Zwecke sind und bleiben Krücken, ihre Programme deswegen auch. Akkulaufzeit, Bildschirmgrösse, Wasserfestigkeit etc.


    Wenn schon PDA, dann als Software iQue, GPSGate als COM-Splitter mit Garminportemulation und die entsprechenden BlueChartkarten-läuft. Aber gegen ein bis zu 30cm/Diagonale... Das Ganze beginnt doch bei 11cm Diagonale in schwarz-weiss für unter 500. Driftversatz, Ankerwache und was weiss ich nicht alles geht auch noch. Törnplanung am heimischen PC sowieso.


    Gruss


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    warum für jede Aufgabe ein spezialisiertes Gerät? Man kann mit einem PDA durchaus auch auf einem Boot glücklich werden. Ich hab einen PDA von der Jolle bis zum 18m-Plattboden bei jedem Wetter erfolgreich und ohne Schäden eingesetzt. Und das nur mit Ozi ...



    Wastl

    Das schöne an Bienchen ist, man hat immer was worauf man sich freuen kann :love2

  • Wastl, das glaube ich Dir sofort!


    Nur komme ich mit einem spezialisierten Gerät hier sicher weiter, und die Kosten dafür stehen mMn in keiner Relation zum Kahn selber.
    Um ab und zu (leider in den letzten Jahren zeitbedingt kaum noch) mal mit segeln zu gehen, würde ich auch den PDA einsetzen, aber dann mit iQue und GPSGate. Zusammen mit einer Basiskarte ist diese Kombi sogar kostenlos, man muss nur wissen wie (nein, das ist rein technisch gemeint).