Köln - Sylt - Dänemark - Schweden - Köln: Ein Nüvi-Reisebericht

  • Von Köln nach Schweden und zurück


    Jetzt ist Schluss mit lustig! Am Heimatort herumzufahren oder mal nach Rheinhausen oder Krefeld, kann die Neugierde, wie der Nüvi große Strecken in fremden Ländern bewältigt, nicht befriedigen. Da kommt der Urlaub gerade Recht. Nach Westerland auf Sylt soll es gehen, nach einer Woche dort ist nach einer eintägigen Zwischenstation im Hotel Ascot in Kopenhagen/Dänemark das Örtchen Grannäs in Mittelschweden das Ziel, wo wir für eine weitere Woche ein Ferienhaus gemietet haben. Meine Konfiguration: Nüvi 350, Firmware 3.8, GPS SW 2.7, Saugnapfhalterung.
    Achtung: Der Reisebericht ist ziemlich umfangreich geraten! Man sollte sich eine Viertelstunde Zeit dafür nehmen.


    1. Etappe: Sylt


    Zunächst die Planung. Schon hier ein überraschendes Ergebnis! Nach einem Tipp von Replay habe ich die "Kürzere Strecke" und "Kürzere Zeit" einmal im Auto/Motorrad- und einmal im LKW-Modus berechnen lassen. Zwei Strecken beziehen den Autozug nach Sylt mit ein, den meine Frau und ich auch nehmen wollen, die anderen beiden führen nach Dänemark hinein und nehmen die 175 zur Insel Rømø und die Fähre von Havneby nach Sylt, die ich bei "Umgehungen" eigentlich ausgeschlossen habe. Gut, dass man das vorher checken kann (und sollte).


    Auto:
    Kürzere Strecke 640,8 km / 7:03 Std. (Autozug)
    Kürzere Zeit 690,7 km / 6:40 Std. (Rømø & Fähre)


    LKW:
    Kürzere Strecke 644,5 km / 6:48 Std. (Autozug)
    Kürzere Zeit 708,4 km / 6:50 Std. (Rømø & Fähre, und nicht mal kürzer!)


    Umgehungen aktiviert:
    Unbefestigte Straßen / Ferries


    Ergo: Ich nehme die kürzere Strecke mit der LKW-Einstellung, die bei nur 3 km mehr einen Zeitgewinn von einer Viertelstunde gegenüber dem PKW verspricht.


    Es geht los. Die Strecke ist in ca. 15 Sek. geplant, der Empfang liegt bei durchschnittlich 5-6 m Genauigkeit. Die Ansagen sind eindeutig und kommen rechtzeitig, auch bei Autobahnauffahren. Bis Sylt auch keine Meldung "Es gibt eine bessere Strecke" glaube ich, denn ich habe in den Ansagen auf "Nur Wegführung" gestellt, sodass die bessere Route lediglich optisch angezeigt wird. Als Beifahrer kann ich das Gerät aber gut im Auge behalten, so entgeht mir eigentlich wenig.
    Wichtigstes Kriterium: Kein Absturz (bis zum Elbtunnel, s.u.)! Obwohl ich oft hin und her schalte, die Route sichte oder mir die Fahrdaten anschaue, läuft der Nüvi absolut stabil. Bei Pausen lasse ich ihn auf Batteriebetrieb weiterlaufen, um die Gesamtzeit der Reise nicht zu verfälschen.


    Dann die erste (und einzige) Irritation: Nach der Einfahrt in den Elbtunnel bei Hamburg rechnet der Nüvi erst ca. 2 km fröhlich weiter und zeigt den Pfeil in korrekter Bewegung, dann kommt die Meldung "Satellitenempfang verloren" (oder so ähnlich). Der OK-Button lässt sich nicht anklicken, die Anzeige ist eingefroren. Auch nach der Ausfahrt aus dem 3,5 km langen Tunnel keine Änderung. Ich muss mir mit einem Reset behelfen (der auszuführen ist, ohne das Gerät von der Halterung zu nehmen, wenn man die Antenne ganz hochklappt). Danach ist der Empfang sofort wieder da (innerhalb des Bootens), und auch die Strecke wird fortgesetzt, ohne sie neu routen zu müssen!
    Mein Vorschlag/Tipp: Wenn die gleichzeitigen Operationen (Weiterberechnen ohne Sat-Empfang, Suchen desselben, Warnmeldung) den Nüvi verwirren, könnte es eventuell helfen, nach der Einfahrt in Tunnels über 2 km Länge das Fahrt-Fenster auf das Hauptmenü umzuschalten, dann spart er sich die Darstellung der Strecke samt Berechnung. Ich werde das auf der Rückfahrt testen und bitte um Tests anderer Nüviisten mit Tunnel-Erfahrung!


    Die restliche Fahrt zum Autozug verläuft ohne Komplikationen. Hier müssen wir eine Stunde warten, bis es weitergeht. Auf der Zugfahrt lasse ich den Nüvi weiter mitlaufen. Als wir auf der Insel ankommen, springt die Anzeige von der Bahnstrecke auf die daneben verlaufenden Straßen und will ständig neu routen, weil wir denen natürlich nicht folgen. Witzig, aber kein Kritikpunkt, schließlich verfahren wir uns ja nicht und es ist eh unsinnig, hier den Nüvi einzusetzen. Bei der Ankunft am Bahnhof wird einmal die "Bessere Route" vorgeschlagen, die ich auch bestätige. Ich nehme an, das kam durch die ständigen Neuberechnungen. Da aber nur noch ca. 2 km zum Ferienhaus zu fahren sind, bleibt der Nutzen der neuen Route ungeklärt.


    Fazit: Bis auf das Einfrieren im Elbtunnel hat mich der Nüvi perfekt geroutet. Und jetzt kommt's: Wir brauchten für die Strecke abzüglich der Pausen und der Wartezeit auf den Zug genau 6 Stunden und 51 Minuten ganze 3 Minuten mehr als kalkuliert! Und die Kilometer? 642,9 km! Das sind 1,6 km weniger als berechnet und ziemlich genau die Strecke, die der Nüvi im Elbtunnel eingefroren war! Das hat mich dann doch verblüfft, eine so genaue Planung hatte ich nicht erwartet. Und es bringt mir ein von meiner Frau bezahltes Abendessen, die gewettet hatte, wir bräuchten abzüglich Pausen mindestens eine Stunde länger. :D Das hätte bei Staus unterwegs sicher anders ausgesehen, aber da hatten wir Glück und kamen wunderbar durch.


    Nüvigieren auf Sylt


    Wieder einmal beglückwünsche ich mich zu der Entscheidung, ein so kleines und leichtes Navi gekauft zu haben. Es bleibt beim Bummel durch Westerland natürlich "am Körper" (sprich: in der Hosentasche) und wird genutzt, um POIs in die Favoriten aufzunehmen (so finde ich auch bei meiner Null-Orientierung später den nächsten Edeka-Markt wieder) und die Restaurants für das Abendessen zu checken. Außerdem ist der Nüvi ein Stadtplan-Ersatz für die Übersicht des Straßennetzes. Zwar sind nicht alle Supermärkte und Restaurants in den eingebauten POIs enthalten, aber interne und externe POIs (von Pocketnavigation.de) ergänzen sich prima. Der Nutzen des Wörterbuchs hält sich noch in Grenzen, man spricht deutsch auf Sylt. ;)


    Fotos: Einfahrt in den Elbtunnel + Nüvi-Position auf der Mittelkonsole

  • 2. Etappe: Dänemark


    Da zwischen der Abfahrt von Sylt und dem Mietbeginn des Ferienhauses in Schweden ein Tag liegt, haben wir uns entschlossen, im Ascot-Hotel in Kopenhagen eine Übernachtung einzulegen. Die Routenberechnung schließt diesmal zu Recht die Fähre nach Rømø und die 175 ein, weil es der direkte Weg nach Nordosten ist obwohl die Fähre eigentlich ausgeschlossen wurde (ein Minuspunkt; die Umgehungs-Funktion funktioniert auch mit Firmware 3.8 bei Routen über 60 km nicht richtig). Wir aber wollen wieder den Autozug nehmen, der erst einmal nach Südosten führt. Da hier keine Route angeboten wird, kommt das Zwischenziel zum Einsatz, das ich auf den Bahnhof in Niebüll auf dem Festland setze. Dem Nüvi bleibt also kein anderer Weg und das Zwischenziel hat sich bewährt. Wieder wird mit den Einstellungen Auto/Motorrad und LKW gerechnet. Die Ergebnisse:


    Auto:
    Kürzere Strecke 338,8 km / 5:27 Std.
    Kürzere Zeit 385,1 km / 4:37 Std.


    LKW:
    Kürzere Strecke 375,5 km / 4:43 Std.
    Kürzere Zeit 405,2 km / 4:50 Std. (wieder nicht kürzer, von dieser Einstellung ist also abzuraten!)


    Umgehungen aktiviert:
    Unbefestigte Straßen / Ferries


    Unser Favorit ist erneut die kürzere LKW-Strecke; um 44 Min. Zeit gegenüber der kürzeren PKW-Route zu sparen und so die Besichtigungstour durch Kopenhagen zu verlängern, wollen wir die zusätzlichen 36,7 km in Kauf nehmen. Ohne das Zwischenziel wären es lt. Nüvi übrigens 3:55 Std. bei 348,1 km gewesen aber meine Frau hat nun mal was gegen Fähren...


    5 Stunden und 2 Min. später sind wir am Ziel, davon 4:45 Std. in Fahrt mit 17:17 Min. Pausen. Wieder verblüfft die Genauigkeit der Zeitkalkulation; diesmal nur 2 Min. drüber. Der Kilometerzähler steht bei 377,13 km, auch dies bei nur 1,6 km Differenz die sich aus einem kleinen Einkaufs-Schlenker zu Beginn der Fahrt ergeben haben könnte sehr genau.
    Irritationen gibt es diesmal keine; der Nüvi versagt nicht einmal seinen Dienst, schlägt auch keine bessere Route vor und ist besonders in den Straßenschluchten von Kopenhagen extrem hilfreich. Die Ansagen kommen zeitig und präzise, und sogar die deutsche Aussprache der dänischen Straßennamen ist verständlich. Die Mischung zwischen Bundesstraßen und Autobahnen erschien uns sehr ausgewogen; um bei der Kürze der Zeit noch genug von der Landschaft zu sehen. Und auch die länderübergreifende Navigation funktioniert einwandfrei. Der Weg zum Hotel ist schnell gefunden, und sogar meine Frau, die sonst mit dem "technischen Kram" wenig am Hut hat, zeigt sich beeindruckt.


    Nüvigieren in Kopenhagen


    Flugs werden im Hotelzimmer die Restaurants der näheren Umgebung aufgerufen 42 innerhalb 200 m, davon 17 im Tivoli , sodass auch das Abendessen gesichert ist. Hier kann ich allerdings nur noch die internen POIs abrufen, da Pocketnavigation keine für Dänemark anbietet.
    Ich gebe für Kopenhagen übrigens keine Reiseempfehlung die Stadt erschien mir ziemlich schmutzig, hektisch (superbreite Straßen) und bis auf einige schöne Fassaden auch nicht sonderlich sehenswert. Baustellen an jeder Ecke. Außerdem sieht man kaum Hunde hier; kein Wunder, denn fast überall sind die Vierbeiner unerwünscht leider auch im Tivoli. Dafür wimmelt es von Fahrradfahrern.


    Foto: Brücke über den kleinen Belt

  • 3. Etappe: Schweden


    Nach nur einer Übernachtung geht es an das letzte Teilstück zum Ferienhaus in Grannäs ein winziges Örtchen, das nicht mal in den Navteq-Karten verzeichnet ist. So muss ich unter Zieleingabe / Städte/Orte den nächst größeren Ort (Tranemo) eingeben und mit einer Straßenkarte den Zielpunkt bestimmen. Habe ich natürlich längst als POI gespeichert, sodass jetzt ein Klick genügt. Die Berechnungen ergeben diesmal fast identische Werte; hier scheint es nicht viele Routenvarianten zu geben:


    Auto:
    Kürzere Strecke 298,2 km / 3:36 Std.
    Kürzere Zeit 300,7 km / 3:30 Std.


    LKW:
    Kürzere Strecke 300,7 km / 3:35 Std.
    Kürzere Zeit 304,9 km / 3:37 Std. (forget it!)


    Umgehungen aktiviert:
    Unbefestigte Straßen / Ferries


    Wie gesagt, die Unterschiede sind marginal, sodass ich mich für die "Kürzere Zeit" mit Auto/Motorrad entscheide und die für LKW endgültig ad acta lege.


    Da wir das Ferienhaus erst um 16 Uhr beziehen können, lassen wir uns diesmal Zeit. Dazu kommt prasselnder Regen; auf der Autobahn sind teilweise nur 70 km/h möglich. Daher liegt die Zeit ganze 11 Minuten im Minus: 3:47 Std. statt 3:36 Std. Die Kilometerzahl: 300,91 km, nur 200 m darüber! Verblüffend und auch kein Zufall mehr. Der Nüvi routet in der Tat äußerst exakt.


    Spannend wird es im 3,1 km langen Tunnel vor der Øresund-Brücke; wird der Nüvi wieder einfrieren? Diesmal warte ich die Meldung "Satellitensignal verloren" ab, bestätige mit "OK", schalte dann ins Hauptmenü um und gehe erst wieder auf "Karte", als das Tunnelende in Sicht kommt. Und tatsächlich: Der Fehler aus dem Elbtunnel (s.o.) tritt nicht auf, und nach nur 6-8 Sek. ist auch der Sat-Fix erledigt. Es kann sein, dass ich in Hamburg zu lange gewartet habe, die Warnmeldung zu bestätigen, und das den Absturz ausgelöst hat. Werde das auf der Rückfahrt testen...


    In Schweden tut der Nüvi weiter klaglos seinen Dienst, und auch heftiges Herumklicken bei Fahrdaten und den Favoriten (Restaurantsuche) bringt ihn nicht aus der Ruhe. Die Straßen werden seltener und leerer; wir sind in der schwedischen Pampa. Ohne Navi käme ich mir hier ziemlich verloren vor. Kurz vor dem Ziel kommt trotzdem Unsicherheit auf: Folgen wir der Wegbeschreibung per Fax oder vertrauen der Technik? Wir entscheiden uns für Letzteres und haben Glück: Auf dem Zettel steht einmal "links" statt "rechts", aber der Nüvi liegt richtig! Nur die "zwei grünen Briefkästen" am Waldweg, in den wir einbiegen müssen, kennt er nicht; da biegen wir gemäß Zettel ein und haben es geschafft. (Der unbefestigte Weg ist aber durchaus als gestrichelte Linie in der Karte enthalten!) Wer sehen will, an welchem Anus der Welt wir gelandet sind: Die Koordinaten lauten N 57°25.786' E 013°16.487'.
    Noch anderthalb Stunden Zeit bis zur Schlüsselübergabe; was tun? Wir suchen uns aus den Favoriten ein Restaurant heraus: Es soll ein McDonald's in 36 km Entfernung geben. Beim Losfahren stellen wir aber fest: Es sind 59 km; die Angabe war Luftlinie. So groß ist der Hunger auf einen Big Mäc nun doch nicht. Also fahren wir nur bis zum nächsten Ort Tranemo und kehren dort in einer Pizzeria ein, von der der Nüvi nichts weiß. Ich vergebe ihm. Schließlich hat er uns überhaupt erst hergebracht...


    Nüvigieren in Schweden


    In den nächsten Tagen planen wir mit dem Nüvi einige Touren in die Umgebung. Dabei nutzen wir auch die internen POIs, die ich immer mehr zu schätzen weiß, obwohl sie alles andere als komplett sind. Ein feines Urlaubs-Feature des Nüvi, das einem normalen Reiseführer überlegen ist, wenn man nicht eben Sehenswürdigkeiten, sondern die nächste Tankstelle oder einen Supermarkt sucht.


    Einen persönlichen Fehler gestehe ich ein und warne dringend: Auf dem Weg von Svenljunga nach Jönköping keinesfalls die "Kürzeste Route" auswählen es sei denn, man steht auf Rallyes. Nach dem 500sten Schlagloch haben wir aufgehört zu zählen und für den Rückweg lieber die "Kürzere Zeit" gewählt, die stoßdämpferfreundlichere Straßen nutzte.
    In den besuchten Orten wird immer gleich die Parkplatz-Position abgespeichert, bevor es auf Entdeckungstour geht; das garantiert ein Wiederfinden des Wagens.


    Auch bei diesen Aktionen muss ich erneut die Stabilität des Nüvi loben; kein einziger Absturz trübte die Urlaubsstimmung, und der Empfang lag selten schlechter als 5 m Genauigkeit. Bei einer einzigen Auffahrt kam die Ansage etwas knapp, ansonsten immer rechtzeitig, um bequem zu reagieren, und einmal verwirrte bei einer komplizierten Straßenführung ein "rechts abbiegen, links abbiegen", wo man sich im Grunde nur geradeaus halten musste. Ein Blick auf den Bildschirm genügte, um richtig zu fahren. Eine Skurrilität: Kurz vor Jönköping gibt es eine neue Brücke, die noch nicht auf den Navteq-Karten verzeichnet ist, die wir aber im Verkehrsfluss benutzt haben. Plötzlich war rings um den virtuellen Wagen nur noch Wasser und der Nüvi geriet etwas aus der Fassung. Bei Erreichen des Ufers wurde aber sofort die neue Route berechnet.


    Eine Tagestour nach Kungsbacka, 72,0 km Luftlinie entfernt gelegen, zeigt mir noch einmal die Notwendigkeit, nicht gleich die erstbeste Route zu nehmen, sondern mit Auto/Motorrad vs. LKW auf der einen Seite und Kürzere Zeit vs. Strecke auf der anderen zu arbeiten. Die erste Berechnung LKW, Kürzere Strecke zeigt 1:45 Std. Fahrt bei 134,6 km (!) an, die zweite Auto, Kürzere Zeit ergibt 1:40 Std. bei 103,6 km. Und die dritte Auto, Kürzere Strecke errechnet schließlich 1:23 Std. bei 89,9 km. Ich spare bei Letzterer also erheblich Zeit und Sprit! Eine kurze Kontrolle der Fahrtliste ergibt ein paar Nebenstraßen (zu eng für LKW), aber keine unbefestigten. Die Route nehmen wir und kommen ohne Stopp nach 1:21 Std. und 89,89 km ans Ziel. Perfekt! Um die Kriminalitätsrate in Schweden nicht zu fördern, kommt der Nüvi wieder mit einem Griff in die Hosentasche und ist so auch dabei, als wir für Souvenirs Knäcke, Bonbons und Honig für die Lieben daheim ganze 370 Kronen zahlen und ich gleich währungsumrechnen kann, dass dies 40,75 Euro entspricht (den aktuellen Kurs habe ich vor Antritt der Reise natürlich eingegeben).


    Von Kungsbacka aus wollen wir noch einen Abstecher ans Meer machen. Wie die Orte dort heißen, interessiert nicht. Einfach per Zieleingabe / Auf Karte suchen einen Punkt auf der Küstenstraße definieren und los. Das geht alles so einfach und schnell, dass ich einen "echten" Routenplaner, wie manche ihn für den Nüvi fordern, inzwischen für meine Anforderungen für überflüssig halte. Nur ein paar Zwischenziele mehr wären nicht schlecht, obwohl sie auf dieser Reise nicht gebraucht wurden.


    Fotos: Øresund-Brücke + Nüvi (Abfahrt von Sylt via Autozug)

  • 4. Etappe: Zurück nach Köln


    Eine Knochentour steht uns bevor: Schon in Luftlinie gerechnet ist Köln-Porz satte 835,7 km von Grannäs entfernt aber unser Opel Meriva ist schließlich kein Fliewatüt. Die Routenplanung schlägt Folgendes vor:


    Auto:
    Kürzere Strecke 1187,6 km / 12:20 Std.
    Kürzere Zeit 1216,5 km / 12:00 Std.


    LKW:
    Kürzere Strecke 1179,5 km / 11:50 Std.


    Umgehungen aktiviert:
    Unbefestigte Straßen / Ferries


    Ganz klar: Wieder ist die kürzere Strecke mit LKW-Einstellung die erste Wahl. Fähren liegen diesmal nicht auf dem Weg; es geht über die Øresund-Brücke, den dazugehörigen Tunnel und den Elbtunnel in Hamburg. Die Route mit 44 Abbiegungen in der Fahrtliste ist in genau 20 Sek. berechnet.


    Nach 12 Stunden und 45 Minuten sind wir zurück in Köln. Es war eine anstrengende Fahrt mit einem Stau, vier Wolkenbrüchen (mit 50 km/h über die AB) und Wartezeiten an zwei Mautstellen. Außerdem frage ich mich, warum die A1 in Nordrhein Westfalen hauptsächlich aus Baustellen zu bestehen scheint, in denen meist nur 60 km/h erlaubt sind. Ich ziehe aber nur die zwei Ruhepausen, die wir außerdem eingelegt haben, von der Rechnung ab, sodass sich die Fahrtzeit auf 12:11 Std. beläuft, also 21 Min. mehr als berechnet. Angesichts der o.g. Tempobremsen ein durchaus akzeptabler Wert, wie ich meine. Die Entfernung bleibt bei 1179,07 km stehen 430 m weniger als geplant. Eine "Bessere Route" wurde mir auf dieser ganzen Strecke nicht vorgeschlagen.


    Spannend waren die beiden Tunnel. Und siehe da durch rechtzeitiges Bestätigen der Warnmeldung lief der Nüvi diesmal klaglos weiter, beim 3,1 km langen Øresund-Tunnel sowie beim 3,5 km messenden Elbtunnel. Bei beiden dauerte es 30 Sek., bis die Meldung kam, und nur drei Sek., bis der Empfang wiederhergestellt war. Ich bin mir nun ziemlich sicher, dass das Einfrieren auf der 1. Etappe damit zusammenhängt, dass ich die Warnung nicht bestätigt hatte.


    Einen weiteren Pluspunkt hat der Nüvi bei meiner Frau gesammelt, die, als der Bordcomputer des Meriva noch für 80 km Sprit anzeigte, schon abfahren wollte, um im nächsten Ort nachzutanken. Dank interner POIs konnte ich ihr schnell zeigen, dass der nächste Rastplatz nur 14 km entfernt war (wir hätten auch den übernächsten in 59 km Entfernung noch erreicht).


    Foto: Scheißwetter

  • Fazit


    Negativ-Punkte:
    - Ein Einfrieren des Nüvi im Elbtunnel nach ca. 2 km. Lässt sich evt. durch rasches Bestätigen der Meldung "Satellitenempfang verloren" und/oder Umschalten auf das Hauptmenü vermeiden. Damit im Øresund-Tunnel kein Ausfall.
    - Die Berechnung "Kürzere Zeit" bei Einstellung LKW liefert bei der Routenplanung unsinnige Daten. Vermeiden!
    - Irritierend, dass man die besten Routen meist mit der LKW-Einstellung erhält. Ein Unwissender, der nur mit Auto/Motorrad planen lässt, bekommt so eine Route, die länger sein kann als die vielleicht optimale.
    - Umständlich, dass man sich die Fahrzeiten nicht wie die Kilometer anzeigen lassen kann, sondern aus der Jetzt- und Ankunfts-Zeit selbst errechnen muss. Revidiert! Siehe nächstes Posting!
    - Trotz der Umgehung von Fähren werden diese bei Strecken über 60 km Länge mit einbezogen. Ein echtes Manko!
    - Die internen POIs weisen (in Schweden) erhebliche Lücken auf. Zwar reichen sie für den Notfall aus, könnten aber erweitert werden.


    Der nur sekündliche Refresh des Navi-Screens steht übrigens nicht in der Negativ-Liste. Zwar wäre es für die Optik schöner anzuschauen, und somit plädiere ich für 3 bis 4 Zwischenschritte pro Refresh, aber das "Ruckeln" hat in keiner Sekunde der Reise zu Irritationen oder gar Fehlern geführt. Selbiges gilt für die Kartendarstellung. Zwar wären mehr Details wie in der Topo-Karte ansprechender, aber gerade die Schlichtheit der Karte (mit den notwendigen Details) garantiert ein Ablesen auch bei direkter Sonneneinstrahlung.


    Positiv-Punkte:
    - Perfekte Zielführung. Der Nüvi ist zuallererst ein Navigationsgerät; diesen Job hat er mehr als zufrieden stellend erledigt. Die Routenplanung arbeitete erstaunlich präzise und die Ansagen kamen rechtzeitig und waren auch bei Radio/CD sehr gut zu verstehen.
    - Allzeit guter Empfang mit SIRF-3. Wann immer ich die Sats überprüft habe, lag die Genauigkeit zwischen 4 und 6 Metern. Zu einem Abriss (außer im Tunnel natürlich) kam es kein einziges Mal.
    - Leichte Bedienung. Während der Fahrt (als Beifahrer) ließ sich das Display mit wenigen Fingertipps komfortabel handhaben.
    - Absturzsicher. In den 17 Tagen Urlaub kein Ausfall bis auf das einmalige Einfrieren im Elbtunnel, das sich m.E. vermeiden lässt.
    - Mobilität. Man wusste ja schon, dass der Nüvi eins der kleinsten und leichtesten Navis ist. Die Reise hat das bestätigt; bei Stopps blieb es immer "am Körper".
    - Erstklassige Hardware. Kein Vibrieren (außer bei kopfgroßen Schlaglöchern), das Display war auch bei direkter Sonne immer ablesbar, und die Saugnapfhalterung (auf der Halterplatte) löste sich trotz der Belastung (s.o.) in den 17 Tagen kein einziges Mal.
    - Nützliche Features. Das Wörterbuch wurde zwar nicht benötigt, aber POIs und Währungsumrechner kamen mehrfach zum Einsatz.


    Mein persönliches Resümee: Der Nüvi 350 erscheint mir nach dieser Reise als fast fehlerloses Navi, das meinen Ansprüchen voll genügt. Natürlich geht es immer noch besser, aber Garmin hat mit dem Nüvi ein Gerät auf dem Markt, das insbesondere durch seine Routenplanung, Absturzsicherheit und Bedienerfreundlichkeit in der oberen Liga der Navis mitspielt. Von mir gibt's eine eindeutige Empfehlung!


    Foto: Es grüßt der Elch!

  • Hallo MadMike !


    Super Bericht :respekt


    Zitat

    Original von MadMike
    Fazit


    Negativ-Punkte:
    - Umständlich, dass man sich die Fahrzeiten nicht wie die Kilometer anzeigen lassen kann, sondern aus der Jetzt- und Ankunfts-Zeit selbst errechnen muss.


    Es geht sehr wohl :D Du muss nur Leute kennen, die das Wissen besitzen :gap


    Und zwar: Anzeige rechts unten "Distanz" antippen um in die Ansicht :Next Turn Pop-Up" zu gelangen. Jetzt Pfeil UNTEN dauernd gedrückt halten (gehst so schneller). Du landest auf dem letzten Turn - Ziel.


    Jetzt sieht man die GESAMMTSTRECKE und FAHRZEIT.


    Diese Angaben bleiben dynamisch währen der Route.


    Archie

  • Hey - ein neuer praktischer TIPP! Warum hast du mir den nicht längst zukommen lassen, Pursche?! :D
    Danke!

  • Ich dachte das kennen alle ... 8o vor allem die Simulanten ... :schiel eeeh Simulationsfreude ;D


    Aber lass uns darüber weiter in dem dazugehörigen Thread diskutieren :]


    Archie, und jetzt echt gute Nacht ... :sleep

  • Toller Reise- und Erfahrungsbericht. Vielen Dank!


    Die recht genaue Berechnung der Ankunftszeiten kann ich vom Quest her nur bestätigen. Was mich vor allem oft überrascht hat sind die Zeiten über Alpenpässe. Da stehen die meisten PC und Internet-Routenplaner ziemlich daneben, da sie vermutlich zu hohe Durchschnitte verwenden bzw. falsche Strassenprofile hinterlegt haben.


    Wo die ursprünglich berechnete Zeit nicht stimmt (und auch nicht stimmen kann) ist bei längeren Fahrten im Vororts- und Stadtbereich mit vielen Ampeln und Stau. An einem Sonntagmorgen wo man oft durchfährt und einige Ampeln ausgeschaltet sind, stimmt es noch recht gut. An Wochentagen kann aus 35min aber rasch 55min oder noch mehr (Stau!) werden. Da mache ich dem Winzling allerdings überhaupt keinen Vorwurf.


    Die Ankunftszeit wird laufend neu berechnet und angezeigt. So habe ich auch schon kleine "Umwege" angehängt, damit ich nicht zu früh am Ziel bin.

  • Hey Mike, altes Haus!


    Willkommen in der Heimat!
    Und besten Dank für diesen ausführlichen Bericht. Ehrlich gesagt, nichts anderes hätte ich erwartet.
    Das Durchscrollen der Abbiegeanweisungen kenne ich ebenfalls von anderen Garmins, wo immer die letzte Zeile mit Zielenfernung und Dauer steht. Ist beim nüvi umständlicher, aber sollten wir noch mal an Garmin schreiben, dann ist das durchaus einen Wunsch wert!


    Man, Euer Häuschen liegt ja wirklich im Niemandsland. Na ja, sicher habt Ihr oft Besuch bekommen... von Mücken :gap.


    So,
    dann wünsche ich wieder langsames "ankommen" und noch ein schönes Wochenende!


    ciao,
    most

  • Wow! Super Bericht. :tup


    Bist Du mit dem Notebook gleich im Auto gesessen oder wie konntest Du Dir all die Details merken? Gut, wenn man eine Chaufeuse hat. ;D


    Dein Elbtunnel Absturz kann ich mir nicht so recht erklären. Mit Meldung mit dem verlorenen Satelliten Empfang bestätige ich nie und ich fahre täglich in Tunnels (Schweiz).


    @ All
    Wo sind die eure Urlaubsberichte? (ich hatte noch keinen...)

  • Zitat

    Original von PoPo
    @ All
    Wo sind die eure Urlaubsberichte? (ich hatte noch keinen...)


    Urlaub oder Bericht ?1 :D

  • Ach Archie...
    Ich hatte noch keinen Urlaub, daher gibt es von mir auch keinen Urlaubsbericht. Nun alles klar :D

  • Hallo



    eine Frage zu Routenberechnung:


    Wenn ich die kürzeste strecke mit LKW eingebe, geht das Nüvi dann nicht immer über Landstrassen statt Autobahn?



    GrussFabian

  • Zitat

    Original von TA04
    eine Frage zu Routenberechnung:
    Wenn ich die kürzeste strecke mit LKW eingebe, geht das Nüvi dann nicht immer über Landstrassen statt Autobahn?


    Nur über solche, die für LKW geeignet sind. Bei der PKW-Einstellung sind auch kleinere Wege dabei, was dann meist etwas länger dauert. Witzig, aber Fakt: Mit LKW/Kürzere Strecke bekomme ich meist die besten Routen.