[Weiter OT: TMCPro]
Man beachte meinen Smiley bei dem "fehlenden Fachwissen".
Aus der Vorbereitungszeit dieses Systems, das ja ursprünglich nur für den Mobilfunk als kostenpflichtiger Zusatzdienst gedacht war, kann ich berichten: Man wollte eine einfache kostengünstige Infrastruktur für eine eigene Erfassung. Jede Station sollte nur wenige 100 DM kosten. So verzichtete man auf die Messung des Fahrstreifens auf der zweistreifigen Autobahn und positionierte seinen Sensor nur über dem Überholfahrstreifen. Im wesentlichen erfasste man die Verkehrsstärke (Fahrzeuge pro Zeiteinheit). Geschwindigkeitsmessung war mit der Technik nur bedingt möglich. Eine genauere Erfassung schied damit von vorneherein aus. Die fehlenden Messdaten wurden durch sogenannte Modellrechnung erst im Verarbeitungsprozess gebildet, also geschätzt. Man nahm weiterhin in Kauf, dass eine Reihe der Außenstationen ausfallen und man trotzdem noch Ergebnisse liefern wollte. Wenn man diesen Minimalaufwand mit dem vergleicht, was die Bundesländer für ihre Verkehrsdatenerfassung einsetzen, dann wird man wenig Parallelen sehen.
Die öffentlichen Daten sind schon nicht immer gut, trotz deutlich aufwändigerer Technik. Was da wohl mit den Schätzdaten wird? Will nicht heißen, dass das private System nicht auch mal richtig liegen kann. Mangels Verbreitung erfährt man darüber so gut wie nichts. Bei den tollen Statistiken des Anbieters bin ich mehr als skeptisch. Wer stellt die auf? Wenn es ein Ingenieurbüro ist, in welchem Verhältnis steht es zu den Leuten, die die Verkehrsmodelle eingebracht haben?