ausführlicher Testbericht Desti 6

  • Hallo,


    bevor ich hier irgendetwas über den neuen Destinator gelesen habe, habe ich ihn anz unvoreingenommen getestet und folgendes ist dabei herausgekommen. Vielleicht ist es ja informativ genug um oben festgepinnt zu werden...


    Desinator 6


    Vorbemerkung
    Der Destinator 6 ist der direkte Nachfolger von Destinator PN (und DS) und wird seit Mitte 2006 ausgeliefert.
    Dieser Test bezieht sich auf die PDA (Pocket PC) Version, dürfte aber praktisch keine Unterschiede zur PNA Version aufweisen. Der Test erfolgte mit einem Ipaq 2750 mit Windows Mobile 2003se und GNS TMC 9810, 9830 Kabel - und 5833 Bluetoothempfänger. Bei zwei dieser Mäuse wurde TMC per Wurf, bei der dritten per Autoantenne empfangen. Der Test erfolgte (wie aufgrund der passenden Autohalterungen vermutlich auf den meisten PDAs) im Hochkant Betrieb. Die Umschaltung auf Querformat (Windows Funktion) gelang aber ebenfalls.
    Aufgrund diverser Mängel und Probleme wurde das Programm mehrfach neu installiert und getestet.


    Inhalt
    Destinator 6 wird auf 3 CDs ausgeliefert. Zusätzlich befindet sich ein dünnes Heftchen und eine Art Echtheitszertifikat in der Packung. Auf der ersten CD befindet sich die selbst startende Installationsroutine, die die Destinator Konsole auf dem PC installiert.
    Zusätzlich befinden sich folgende Landkarten im gepackten Zustand auf den CDs (die Größe bezieht sich auf den ungepackten Speicherbedarf nach der Installation auf dem PDA)


    CD1: Dänemark + Norwegen + Schweden + Finnland 224 MB
    Deutschland 234 MB
    EU-Roads 83 MB
    CD2: Benelux 86 MB
    Frankreich 205 MB
    Griechenland 8MB
    Italien 180 MB
    Großbritannien 178 MB
    CD3: Alpenregion 224 MB
    Osteuropa 84 MB
    Iberische Halbinsel 211 MB


    Wie heute leider oft üblich umfasst die gedruckte Anleitung leider nur 6 deutschsprachige DIN A5 Seiten, die wirklich nur die notwendigsten Beschreibungen geben. Nach der Installation auf dem PC befindet sich neben der Konsole auch eine PDF Datei der gewählten Installationssprache auf dem Rechner. Allzu viel sollte man davon jedoch nicht erwarten. So fällt an vielen Stellen auf, dass die Anleitung nicht mehr ganz dem Stand der aktuellen Version entspricht und wohl auch zu einem Zeitpunkt angefertigt wurde, als die deutsche Übersetzung noch nicht abgeschlossen war. So findet man die Auswahl Lernprogramm unter Extras nicht wie angegeben und die dringend benötigte Hilfedatei ist auch nur ein Verweis auf Hotline und Internet/Email. Auch erfährt man nur hier, dass (auch) für Destinator 6 eine Text to Speach Funktion geplant war. Den entsprechenden Menüpunkt sucht man nach der Installation allerdings vergeblich. Eine spätere Überarbeitung hat man sich für die Finale Destinator Version anscheinend geschenkt.
    Für Navigationsneulinge ist die Anleitung trotz der vielen Fehler immerhin noch bedingt geeignet, da Grundbegriffe ausreichend erklärt werden. Dabei bleibt die Anleitung immer sehr oberflächlich; tiefer gehende Fragen werden leider nicht beantwortet.


    Die Destinator Konsole
    Die Konsole hat folgende Aufgaben:


    Destinator 6 auf dem PDA installieren
    Landkarten auf die Speicherkarte installieren
    Eigene Landkarten(ausschnitte) erstellen
    Favoriten Import
    Schnellaktivierung
    Sicherung / Wiederherstellung


    Destinator 6 auf dem PDA installieren
    Die Installation erfolgt bei (mit Active Sync) verbundenem PDA automatisch und PPC üblich. Im Gegensatz zum Vorgänger (Desti PN) wird nun bei Anwahl der Installation auf Speicherkarte (oder Filestore) das Programm nicht mehr zwangsweise in den oft knappen Hauptspeicher installiert, sondern auf den tatsächlich angegebenen Ort.
    Obwohl weder eine Warnung erscheint und auch in der Dokumentation nichts dazu angegeben ist, funktioniert der Destinator nach der Installation auf Speicherkarte nicht vollständig. Egal, welche Sprache man während der Installation wählt im Programm kann man anschließend nur Englisch nutzen. Dies kann man zwar durch manuelle Eingriffe (s. Forum) ändern. Inwieweit dies auch für die TMC Funktionalität gilt, die ebenfalls nach Speicherkarteninstallation nicht funktioniert, kann ich nicht sagen.
    Grundsätzlich (mit den gerade genannten Einschränkungen) scheint Desti 6 aber auch von Speicherkarte zu funktionieren. Außer einer sehr langen Zeit zum Beenden des Programms konnte ich ansonsten keine weiteren Unterschiede feststellen.


    Die Installation in den Hauptspeicher belegt ca. 8 MB und funktioniert problemlos.


    Landkarten auf die Speicherkarte installieren
    Nach Anwahl des Ziels wird der darauf verbleibende Speicher angezeigt und das Übertragen der Karten kann beginnen. Von PocketPCs mit SD + CF Slot hat Destinator wohl noch nie gehört. Bei solchen Geräten wird immer nur eine der beiden Karten erkannt, was auch bei der Vorversion so war.
    Es scheint dabei nicht möglich zu sein mehrere Länder gleichzeitig anzuwählen und zu installieren. Nacheinander klappt dies aber einigermaßen schnell und einfach..


    Eigene Landkarten(ausschnitte) erstellen
    Eine Besonderheit des Destinators gegenüber anderen Navigationsprogrammen ist die Möglichkeit eigene Kartenausschnitte zu erstellen und dadurch Speicherplatz zu sparen, auch wenn in Zeiten von 4 GB Speicherkarten und stetig fallender Preise diese Funktion an Wichtigkeit verliert.
    Das Erstellen z.B. einer Dänemarkkarte funktioniert dabei absolut reibungslos und erstaunlich schnell und kann anschließend auf die Speicherkarte übertragen und dort genutzt werden.


    Favoriten Import (nicht getestet)


    Schnellaktivierung
    Eine Schnellaktivierung wird vom Hersteller empfohlen, ist aber zum Betrieb der Software weder notwendig, noch bringt es irgend einen erkennbaren Vorteil.

    Sicherung / Wiederherstellung

    Die Sicherung und Wiederherstellung bezieht sich auf Favoriten, Mehrstopps und MeinDestinator. Auch diese Funktion wurde nicht getestet.


    Auf dem PDA / PocketPC


    Die Oberfläche
    Hauptunterschied zum Vorgänger, Desti PN, ist vor allem die neue, wesentlich aufgeräumtere Benutzeroberfläche. Hier gibt es jetzt neben der Kartendarstellung nur noch 2 Menüseiten hinter denen alle Funktionen und Einstellungen verborgen liegen. Wenn man sicherlich auch darüber streiten kann, ob eine Grundfunktion wie die Routenplanung hinter dem Punkt Extras versteckt oder der Fußgängermodus im Kartenmanager sein muss, so erlaubt die neue Menügestaltung insgesamt ein schnelles Arbeiten ohne eine besonders hohe Einarbeitungszeit.
    An die eine oder andere etwas unerwartete Platzierung einer Funktionalität hat man sich recht schnell gewöhnt. Zudem erhält man zu einigen Punkten noch Hinweise auf den Bildschirm, die man nach dem Lesen auch dauerhaft abschalten kann. Dazu gehört auch das Angebot nach einer Einführung beim ersten Programmstart, welche dann jedoch mit 11 Bildschirmen ausgesprochen spärlich ausfällt.


    Einstellungen
    Vor der ersten Nutzung muss nun mindestens noch der GPS Empfänger eingestellt werden. Dies erfolgt im entsprechenden Menüpunkt entweder automatisch oder manuell. Beides funktionierte anstandslos. Zusätzlich kann/muss hier TMC aktiviert werden.
    Hat man mehrere Landkarten übertragen, kann ein Blick nach der aktuell ausgewählten Karte ebenfalls nicht schaden.


    Alle weiteren Einstellungsmöglichkeiten sind selbst erklärend und können vor der ersten Fahrt unverändert bleiben. Zu diesen Einstellungen gehört z.B. Ansage (an/aus), Skinwahl (Aussehen und Farbe des Menüs), Sprachwahl (Text und Sprachausgabe), POI Auswahl u.s.w.


    Die Karten- / Navigationsansicht
    Auch die neue Karten- und Navigationsansicht erscheint aufgeräumt und harmonisch lediglich das TMC Symbol (wenn diese Funktion aktiv ist) wirkt deplatziert. Alle erdenklichen Informationen sind übersichtlich am unteren und oberen Rand angeordnet. Dabei ist die Akku- und GPS Anzeige recht schlecht erkenn- und sowieso eher verzichtbar. Schließlich wird der GPS Zustand auch durch die Farbe des Positionspfeils kenntlich gemacht und ist daran auch deutlich besser zu erkennen.
    Es wäre schön, wenn man die Anzeige der Fahrtrichtung (N, SO, ) abschalten könnte. Die Stummschaltung wäre im Menü besser aufgehoben oder hätte zumindest wie das + und - zum Zoomen durchsichtig ausfallen können. Diese Punkte sind jedoch vor allem eine individuelle Geschmacksfrage.
    Am unteren Bildschirmrand sind Geschwindigkeit / Höhe und alle notwendigen Daten zur aktuellen Route per Klick durchzuschalten. Alle anderen Informationen sind permanent sicht- und nicht abschaltbar. Ebenso gibt es keine Möglichkeit selber die Position der verschiedenen Anzeigen zu bestimmen. Leider kann man nirgendwo einstellen, welche der Informationen man unten sehen möchte. Bevorzugt man z.B. die Anzeige von Höhe und Geschwindigkeit, so muss man nach jedem Start zu dieser Ansicht durchklicken. Der letzte Zustand wird leider nicht gemerkt und wiederhergestellt. Eine individuelle Möglichkeit der Informationszusammenstellung gibt es nicht. Zum Beispiel Geschwindigkeit und Reststrecke sind zusammen nicht darstellbar.
    Da das Programm grundsätzlich mit dem Hauptmenü startet, wäre die Funktion nach Hause telefonieren, äh navigieren dort besser aufgehoben als in der Kartenansicht dafür Platz zu verschwenden.


    Die 2D Kartenansicht ist unauffällig und recht übersichtlich. Die Farben könnten allerdings etwas kontrastreicher sein. Die 3D Ansicht wirkt noch matter, was die Übersichtlichkeit z.B. an Autobahnkreuzen schwerer macht als nötig. Für helleres Umgebungslicht ist sie ebenfalls nicht zu empfehlen. Auch werden viele Objekte, wie z.B. Flüsse oder Bahnlinien in der 3D Ansicht weggelassen.
    Möglichkeiten zum Ändern der Kartenfarben oder alternative Ansichten werden nicht mitgeliefert. Straßennamen werden grundsätzlich angezeigt; POIs werden nur auf Wunsch eingeblendet und sind dann gut erkennbar.
    Die Darstellung bestimmter Landschaften oder Gegenden, wie z.B. Parkplätzen und vor allem Industrie ist zumindest gewöhnungsbedürftig und leider nicht per Einstellung änderbar.


    Navigation
    Sobald so viele Buchstaben des Ortes oder der Straße eingegeben wurden, dass die passenden Ergebnisse komplett auf den Bildschirm passen, werden diese zur Auswahl angezeigt. Dies erfolgt ohne merkbare Verzögerung. Die eingeblendete Tastatur ist wie fast alle anderen Funktionen- mit dem Finger steuerbar. Die Buchstabenanordnung entspricht nicht dem üblichen Tastenlayout, sondern ist alphabethisch sortiert. Für Nutzer reiner Navigationssysteme (PNAs) mag das vorteilhaft sein. Für den Tastatur-gewohnten PPC User ist das eher ein Nachteil.
    Zum Start muss dann nur noch zwischen schneller und kurzer Route gewählt werden und nach relativ kurzer Zeit (und ggf. einer abschaltbaren Ansage) beginnt die Navigation. Natürlich kann man (wie bei anderen Navigationssystemen) das Ziel auch aus den Favoriten, den letzten Zielen oder Kontakten auswählen oder direkt auf der Karte zeigen. Wählt man das Ziel aus den Favoriten, dann unterschlägt Destinator 6 leider die Hausnummer, die man dann auch nicht manuell zufügen kann.


    Leider gibt es außer schnelle und kurze Strecke keinerlei Alternativen die Streckenberechnung zu beeinflussen. Andere Programme bieten da mittlerweile mehrere Routingvarianten und/oder Fahrzeugprofile an. Da auch keinerlei Einstellung des Auto, bzw. Fahrerprofils möglich ist, wird so der spritsparende Schleicher wie ein Rennfahrer geroutet.
    In der heutigen Zeit sollte eine 25 km lange Strecke in 25 Minuten eigentlich die bessere Wahl sein, als zum gleichen Ziel 30 km weit zu fahren und nur 1 Minute zu sparen. Natürlich muss eine solche ökonomische Strecke nicht jedermanns Geschmack sein. Destinator 6 gibt dem Nutzer aber keine Möglichkeit solche Strecken zu wählen.


    Die Berechnung erfolgt dabei subjektiv etwas langsamer als beim Vorgänger insgesamt aber durchaus zügig. Bei Navigationen über eine Karte hinaus, verlangsamt sich der Vorgang aber erkennbar, ohne jedoch unerträglich lange zu dauern.
    Von den fehlenden Variationen abgesehen, sind die Ergebnisse des schnellen Routings gut, können aber unterschiedliche Fahrertypen, wie z.B. Lkw Fahrer oder Motorradfahrer nicht gleichermaßen befriedigen. Dabei muss aber grundsätzlich berücksichtigt werden, dass die Qualität einer Route immer sehr subjektiv ist und nicht nur der Destinator 6 die allgemein optimale Strecke nicht immer finden kann, da diese je nach Geschmack den Nutzers variieren kann.
    Die Wahl der kurzen Route ist zumindest gewöhnungsbedürftig und wird wohl eher ungenutzt bleiben.
    In beiden Fällen ist zu berücksichtigen, dass diese Auswahlmöglichkeiten (kurz und schnell) weder die kürzeste, noch die schnellstmögliche Route finden. Hier spielen noch andere Faktoren mit, die aber für den Anwender weder zu erkennen, noch zu beeinflussen sind.
    Eine einfache Alternativroute, wie es manch andere Programme anbieten, kann weder vor, noch während der Fahrt einfach ausgewählt werden, bzw. nur durch manuelle Eingabe einer Sperrung/Vermeidung erzeugt werden.


    Die Darstellung während der Fahrt ist leider nicht sehr flüssig. In Abständen von jeweils vielleicht einer Sekunde ruckelt ein neues Bild auf den Schirm. Im 2D Modus ist dabei die Positionsanzeige noch einigermaßen genau; im 3D Modus hinkt die Anzeige der realen Position aber deutlich hinterher.


    Das Rerouting bei Abweichung von der geplanten Strecke erfolgt mit ähnlich atemberaubender Geschwindigkeit, wie es auch schon Destinator PN beherrschte und gibt zumeist gut brauchbare Alternativstrecken zurück. Blindes Vertrauen ist aber auch hier nicht angesagt. So empfahl der Destinator 6 nach dem Verlassen der geplanten Route auf eine Autobahnauffahrt nach erfolgtem Rerouting zu wenden (wohlgemerkt auf der Autobahn!). Dieses Fehlverhalten war leider reproduzierbar.


    Die Sprachanweisungen kommen minimal verspätet, sind aber zumeist problemlos umzusetzen. Die Stimme ist ausreichend laut und meist angenehm temperiert.
    Straßennamen und (Bundes)straßen- und Autobahnnummern werden jedoch nicht angesagt. Ebenso fehlt eine Ansage, wenn für längere Zeit dem Straßenverlauf gefolgt werden soll.
    100%ige Zuverlässigkeit kann alleine schon aufgrund von Kartenfehlern auch kein Konkurrenzprodukt leisten. Davon abgesehen sind die Anweisungen vom Destinator 6 aber teilweise verwirrend und in sich auch nicht stimmig. So werden abknickende Vorfahrten mal angesagt, meist aber nicht angekündigt.
    Ebenso wird vor manchen Kurven der befahrenen Vorfahrtsstraße unsinnigerweise hin und wieder mit abbiegen oder rechts/links halten gewarnt. Genau so kann es auch vorkommen, dass das Abbiegen auf z.B. eine Bundesstraße überhaupt nicht angesagt wird.
    Anweisungen erfolgen immer 3000, 500 und 200 Meter, sowie direkt vor der Aktion. Vor allem auf Autobahnen oder bei schneller Fahrt sind vor allem die Abstände der letzten beiden Ansagen deutlich zu kurz.
    Insgesamt verlangen vor allem die links/rechts halten Anweisungen, die in vielen Fällen normales Abbiegen meinen, unnötige Beachtung des PDA-Bildschirmes und verwirren den Fahrer anstatt ihn zu entlasten.


    Die Sprachanweisungen werden durch einen großen und transparenten Abbiegepfeil in der Bildmitte unterstützt, der die Situation der Kreuzung gut widerspiegelt, aber die aktuelle Karte verdeckt.


    Während des Tests weigerte sich Destinator PN zudem mehrmals überhaupt Sprachausgeben zu machen und lies stattdessen nur noch ein Klicken hören. Dies trat bei diversen Fahrten auf und konnte dann auch durch Neustarts nicht immer behoben werden. Einige Fahrten später war die Stimme dann plötzlich wieder da


    TMC
    Meine GNS TMC Empfänger wurde sofort erkannt, was nicht weiter verwundert, da sie schon mit Desti PN problemlos zusammenarbeiteten. Nach Drücken auf das TMC Icon werden in einem Fenster alle empfangbaren Verkehrsmeldungen angezeigt, bzw. sollten angezeigt werden. Bei den meisten Testfahrten, aber auch in Versuchen außerhalb des Wagens gelang es nicht, dass Desti 6 Meldungen in diesem Fenster auflistete. Tests mit anderen Programmen (z.B. dem GNS Tester oder Navigon 5) ergaben in den gleichen Situationen jeweils nach 1-2 Minuten mehrere Meldungen. Während der Fahrt war diese Funktion deshalb leider zumeist völlig nutzlos, denn nur einem von 10 Fällen empfing Desti 6 korrekt mehrere Meldungen. Bei den vielen Test über insgesamt viele Stunden blieb das Programm zwar immer bei Sendern stehen und zeigte nach kurzer Zeit deren Namen (RDS) an, blendete aber keine (der garantiert vorhandenen) Meldungen ein und sprang nach einiger Zeit wieder in den Suchlauf. Die ((vermutete) Tatsache (die allerdings nicht durch die Dokumentation gestützt wird), dass Destinator 6 nur TMC Meldungen auf der berechneten Strecke anzeigt, scheint nicht die Ursache zu sein. In den wenigen Fällen, in denen Desitinator 6 bei mir Meldungen anzeigte, hatten diese nichts mit meiner Strecke zu tun.
    Einige, der in der Anleitung beschriebene Möglichkeiten sind augenscheinlich in der aktuellen Version nicht (mehr) enthalten. Möglicherweise wird in der Anleitung aber auch die Anzeige der besonderen TrafficSam Version vom Destinator gezeigt.


    Sperrung / Vermeiden von Strecken
    Eine Besonderheit des Destinators ist die Möglichkeit Straßen von der Navigation grundsätzlich auszuschießen. Dazu erstellt man im Routenmanager Gruppen (bestehend aus einer oder mehreren Straßen) und kann diese dann Gruppenweise sperren oder wieder freigeben.
    Die Auswahl einer zu sperrenden Straße ist dabei aber ausschließlich über die Ortsdatenbank möglich. Die Sperrung durch Zeigen auf der Karte oder nur eines Straßenstücks gelingt hingegen nicht.
    Hat man bereits eine Navigaton gestartet, so bewirkt eine Sperrung oder Freigabe eine automatische Neuberechnung der Route, wobei die Änderungen dann korrekt berücksichtigt werden.


    Über diese Funktion wird auch das vermeiden von Mautstraßen realisiert.
    Ein grundsätzliches Vermeiden von Autobahnen oder Fähren sieht Destinator 6 anscheinend nicht vor.


    Darüber hinaus kann man in einer geplanten Route Streckenabschnitte sperren. Genau genommen sperrt man in der entsprechenden Liste aber nicht den folgenden Streckenabschnitt, sondern nur diese Kreuzung.
    Die nächsten 20 km (z.B. der vor einem liegenden Autobahn) kann man auf diese Weise leider nicht sperren und so automatisch umgehen.


    Die Geschwindigkeitswarnung bleibt leider mehr ein Werbeversprechen, denn eine sinnvoll nutzbare Funktion. Wo die Konkurrenz die tatsächlich, gültigen Geschwindigkeiten vom Kartenhersteller einkauft und dann anzeigt, bzw. warnt, wählt Destinator 6 die preiswerte, oder besser gesagt: billige Variante. Straßenarten wird einfach eine grundsätzliche Geschwindigkeit zugewiesen und bei Überschreitung gewarnt. Leider hat diese Funktion mit der Realität recht wenig zu tun und kann deshalb nur als unbrauchbar eingestuft werden.


    Grenzenlose Navigation / landkartenübergreifende Navigation
    Konkurrenzprodukte sind immer nur in der Lage auf einer einzelnen Landkarte zu navigieren. Befinden sich auf dieser einen Karte z.B. nur Deutschland, dann ist bei der Konkurrenz an der deutschen Grenze auch Schluss. Will man über Ländergrenzen hinweg navigieren, dann braucht man eine entsprechend größere Landkarte mit den enthaltenen Ländern. Dies kann im Extremfall eine komplette Europakarte sein, die dann zurzeit knapp 1,5 GB an Daten umfassen kann und natürlich eine entsprechend große Speicherkarte benötigt.
    Um Besitzern kleiner Speicherkarten auch ein länderübergreifendes Routing zu ermöglichen wählte Destinator erstmals mit der Version PN einen anderen Weg. Der Nutzer kann auch bei Version 6 beliebige komplett Länder oder selbst erstellte Teillandkarten auf die Speicherkarte kopieren. Solange zusätzlich die Karte der EU Roads vorhanden ist, ermöglicht genau diese die kartenübergreifende Navigation.


    Dies hat den bereits genannten Vorteil, dass man z.B. auf einer 256 MB kleinen Karte Teile von Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Frankreich unterbringen kann und in diesem Bereich karten- (und grenz)übergreifend navigieren kann.
    Leider hat dieses Verfahren aber auch prinzipielle Nachteile und leidet zusätzlich auch noch an der mäßigen Umsetzung im Destinator 6.


    Bei der Navigation kann man vor der Auswahl der Stadt auch noch die Landkarte auswählen, auf der das gewünschte (Auslands)ziel liegt. Nach der Eingabe kann das berechnete Ergebnis auf dem Bildschirm aber nur bis zur Grenze der aktuell gewählten Karte anschauen. Dort endet die Route abrupt und wird erst kurz vor Erreichen der Grenze fortgesetzt. Da die Navigation über die Grenze (der Landkarte) durch die Karte EU Roads erfolgt, werden zur Grenzüberschreitung natürlich auch nur Straßen (und ggf. Grenzübergänge) benutzt, die dort enthalten sind. Vor allem, wenn ein Ziel kurz hinter der Grenze liegt, kann dies durchaus mit Umwegen verbunden sein.
    Schaut man sich die Route der erzeugten Navigation an (oben auf den Straßennamen und dann auf Route klicken) so wird die berechnete Strecke zwar komplett (in der EU Roads Karte) angezeigt. Ist das genaue Ziel aber dort nicht vorhanden, so kann das angezeigte Ergebnis auch weniger zufrieden stellend ausfallen.


    Routenplanung
    Bei der Routenplanung, die hinter dem Menüpunkt Extras versteckt liegt, muss man vor der Eingabe von Start und Ziel(en) eine Strecke (Hülle mit Namen) erzeugen, die dann beliebig viele Routenpunkte enthalten kann. Unpraktisch erscheint dabei, dass die Berechnung der Route nicht einfach vom ersten zum letzten Eintrag erfolgt, sondern der Startpunkt extra per Menü bestimmt werden muss.
    Ansonsten hat die Routenplanung die gleiche Funktionalität wie bei der Navigationseingabe mit den gleichen Einschränkungen in der Anzeige bei Kartenübergreifenden Strecken. Lediglich die Auswahl eines Streckenpunktes über das Zeigen in der Karte wird hier leider nicht angeboten.
    In diversen Versuchen gelingt es nicht eine Route von Blavand (Dk) nach Aubange (Belgien) zu planen, während die Deutschlandkarte aktiv ist. Entweder stürzte Destinator komplett ab oder zeigte nach 20-30 Sekunden Berechnung eine Strecke ab Berlin, obwohl in der Routenplanung nur genau die beiden genannten Orte eingetragen sind.


    Mehrere Ziele können nur über die Routenplanung eingegeben werden. Es ist schade, dass man diese nicht direkt aus der Karte auswählen kann. Startet man dort dann die Naviagtion, wird nach erreichen des ersten Ziels die Navigation zum 2. (oder weiteren) Streckenabschnitts automatisch gestartet.


    Fußgängermodus / Radfahrer
    Hatte Destinator beim Vorgänger noch mit Fußgänger und Radfahrernavigation geworben, aber nur einen Fußgängermodus enthalten, so wirbt Destinator für Version 6 nur noch mit Fußgängernavigation.
    Diese leidet natürlich stärker unter der ungenauen Positionsangabe. Wirkliche Navigation (Ansagen mit Anweisungen und Rerouting bei Verlassen der Strecke) beherrscht Desti 6, wie sein Vorgänger aber immer noch nicht. Da der Fußgängermode wie bei Desti PN auf nur 10 Kilometer begrenzt ist, kann er leider auch nicht zur Fahrradnavigation missbraucht werden. Dass die gepunktete Strecke auf der Karte zudem nur sehr schlecht zu erkennen und der Routenplaner im Fußgängermodus nicht anwählbar ist, macht diese Funktion gänzlich unnutz.


    Kartenmaterial und Qualität
    Das Kartenmaterial stammt aus dem Hause Navteq und trägt das Datum 1.Quartal 2006. Im Vergleich zum gut 1 Jahr älteren Material von Desti PN sind entsprechende Aktualisierungen zu erkennen. Auf der Internseite von Navteq kann man sich über den genaueren Inhalt der Karten informieren. Natürlich darf man nicht erwarten, dass bis Anfang 2006 neu gebauten Straßen grundsätzlich enthalten wären. Das Datum ist vielmehr als eine Art Redaktionsschluss anzusehen. Je nach Gebiet und Bedeutung der Straße kann die letzte Aktualisierung im Einzelfall auch 3 Jahre zurückliegen.
    Auch wenn die Abdeckung des Materials in Deutschland schon seit Jahren bei 100% liegt, finden sich auch in den neuen Karten zahlreiche Fehler. Dies könnte aber selbst bei monatlicher Aktualisierung nicht vermieden werden.
    Festgestellte Fehler im Kartenmaterial sollte man möglichst der Firma Navteq melden, selbst wenn man für die fehlerkorrigierte Fassung später wieder zur Kasse gebeten wird.


    Der Menüpunkt Hilfe zeigt leider nur einen text mit Hotline und Supportadressen an, was im Zweifel erst einmal nicht weiterhilft. Der Menüpunkt Anleitung bringt noch nicht einmal einen solchen Hinweis, sondern springt direkt zum Menü zurück.


    Ulli

    Einmal editiert, zuletzt von Ulli_T. ()

  • HI Uli,


    toller Testbericht, man kann alles gut nachvollziehen!


    Was noch fehlt, ist die Beschreibung DestiTJ in Verbindung mit Desti6, das klappt nämlich nicht. Entweder das eine oder das andere, beides zusammen geht nicht!


    Dann werden die Kilometer nicht mehr gezählt - wahrscheinlich weil sich Desti6 das GPS-Signal gekrallt hat.


    Gruß Siggi

  • @Ulli_T.


    Hast du fein gemacht! :) Viel ausführlicher als ich. ;)


    Allerdings konnte ich auch viele deiner Probleme bei mir gar nicht feststellen.


    EDIT: Du kannst das Layout (Position der Buttons, Transparenz usw.) von Desti problemlos über die INI-, INF- und PNG-Dateien steuern. Ist allerdings viel Fummelarbeit.


    @SAXI


    Wäre nett, wenn Desti dafür mal einen echten WYSIWYG-Editor zum Download anbieten würde. :)

    Einmal editiert, zuletzt von bttr ()

  • Hallo
    tolle Arbeit die du da ablieferst.:respekt
    Klasse Bericht :applaus
    Gruß
    rotzbengel

  • Wie wohltuend :) nach alldem, das hier in bestimmten Beiträgen auftaucht :evil:


    Danke Ulli_T.


    Gruß,

  • Danke Ulli, für Deinen Bericht, mit der sachlichen Herausstellung von sowie positiven als auch weniger positiven Punkten.
    So kann sich eigentlich jeder vorab sein Bild vom Produkt machen.


    Und dies war auch noch Dein 4.000er Beitrag!

    Katzen landen auf ihren Füßen.
    Toast landet auf der Marmeladenseite.
    Eine Katze mit einem Toast auf ihrem Rücken schwebt über dem Boden in einem Zustand von Quantenunentschlossenheit.

  • Danke für den Bericht..hat mir mehr geholfen als dieses subjektive gestöhne und gemeckere. Die Sachverhalte wurden objektiv dargestellt und dann auch noch subjektiv bewertet. Da sollte selbst Saxi froh sein.


    Welche Berichte geben denn die Beta Tester ab? Alles negative müssten Sie doch auch herausgefunden haben?

  • Hallo Ulli,


    auch ich möchte mich für den Test und die damit verbundene Arbeit bedanken.