Hallo Wolfgang,
ganz ruhig, das kriegen wir schon hin. Da bist du nicht der erste und auch mit Sicherheit nicht der letzte, der anfänglich über diese Tücken stolpert.
Als erstes muss man sich mal drei Begriffe etwas klar machen bzw. darauf achten, dass man sie nicht miteinander verwechselt.
Kartenprojektion:
Dies beschreibt die Technik bzw die math. Vorschrift mit der die Karte "gezeichnet" wurde. Um eine Karte anfertigen zu können muss man die völlig unregelmäßig gestaltete Erde auf ein ebenes, zweidimensinales Blatt Papier bringen. Sprich man hat das Problem, dass man um eine Dimension reduzieren muss. Jetzt gibt es verschiedene Anforderungen an eine Karte. Eine Karte sollte Längen-, Winkel- und/oder Flächentreu sein (es gibt noch mehr Anforderungen). Das ist jetzt in etwa so wie die berühte Schokoladeneier-Werbung. "3 Wünsche auf einmal". Alles geht nicht, deshalb gibt es verschiedene Projektionsarten. Somit ist man in der Lage für die verschiedenen Anwendungen die mit einer Karte vollzogen werden sollen, die wichtigsten Kriterien zu erfüllen.
Am Rande bemerkt. Ich vermute, dass du von gescannten Topographischen Kartenwerken redest. In Deutschland sind die mit der Gauß-Krüger-Abbildung erstellt worden. In Fugawi gibt es diese Einstellung. Für gescannte Karten in der Landnavigation kannst du auch "Längentreue Zylinder" als Abbildung/Projektion in Fugawi wählen ohne dabei große Fehler zu begehen.
Kartendatum/Map-Datum:
Hat im wesentlichen nichts mit dem Erstellungsdatum zu tun, also nicht damit verwechseln.
Das Kartendatum trifft eine Aussage über den zu grundeliegenden Koordinatenursprung. Um einen Punkt mit Hilfe von Koordinaten beschreiben zu können, muss man zunächst einen Nullpunkt festlegen, den Koordinatenursprung. Dieser wird durch das Kartendatum zu Ausdruck gebracht. Ursache dafür ist die Erdgestalt. In erster Näherung ist die Erde eine Kugel, das stimmt so aber nicht. Also arbeitet man mit einer Ellipse, die man um eine bestimmte Achse rotieren lässt. Damit ist man beim Rotationsellipsoid angelangt, wobei der Schnittpunkt der beiden Halbachsen der Ellipse im Koordinatenursprung liegt, dem Map-Datum. Aber selbst mit einem Rotationsellipsoid ist man nur lokal beschränkt in der Lage die Erdoberfläche annähern zu können. So hat fast jedes Land einen eigenen Ellipsoid mit eigenen Halbachsen und eigenem Koordinatenursprung definiert.
Für die deutschen Topos ist das dann das Potsdam-Datum und der Bessel-Ellipsoid.
Grid:
Das Grid ist, vereinfacht gesagt, die Art und Weise der Notation von Koordinaten. Als Grid wird ein ebenes, rechtwinkliges Gitternetz definiert.
In deinem Fall also Gauß-Krüger Koordinaten.
Fassen wir zusammen. Für amtliche Topo's wird als Kartendatum Potsdam, als Bezugsellipsoid Bessel und als Grid Gauß-Krüger verwendet.
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Zitat
Ich habe Karten, die im GK/Potsdam-Format vorliegen und man hat mir gesagt, dass ich mein GPS auf GK/Potsdam umstellen soll, wenn ich keine zu grossen Abweichungen haben möchte. Man hat da von Abweichungen bis zu 50 m gesprochen.
Das ist schon richtig. Wenn Du mit einem Handempfänger im Gelände stehst und möchtest die vom Gerät ermittelte Position auf die Karte übertragen oder umgekehrt, dann musst du dein Gerät auf Postdam und Gauß-Krüger umstellen. Meist auch als German-Grid in den Einstellungen benannt.
Das gleiche gilt auch für die Kalibrierung in Fugawi. Du entnimmst ja der Karte die Koordinaten des Kalibrierungspunktes. Da die Karte die Koordinaten auf Potsdam und GK bezieht musst du Fugawi klarmachen, dass der von dir gewählte Kal-Punkt exakt die Koordinaten im Potsdam-Datum hat. Wenn du das nicht machst, dann hast Du einen Fehler gemacht. Die 50m sind etwas optimistisch betrachtet. In etwa sind es so ca 130 bis 180m.
Um das ganze hier an der Stelle abzukürzen.
Für die Kaliebrierung der Karten sagst du Fugawi, dass es sich um Potsdam Gauß-Krüger Koordinaten handelt. Damit kaliebrierst Du. Jetzt exportierst du diese Karten auf den PPC. Fugawi rechnet dann die ganze Karte um. Auf dem PPC liegt die Karte mit den Koordinaten bezogen auf WGS84 vor.
Jetzt stellst du dein GPS auf WGS84 ein und verbindest du es mit Fugawi. Dann passt die ganze Sache.
Cludy hat dir ja schon ne Menge Infoquellen zukommen lassen.
Gruß
Anderl