Seit gut einem Jahr lese ich regelmäßig hier im Forum mit, habe hier wertvolle Infos, auch für die Zusammenstellung meines eigenen Navisystems, gefunden. Deshalb vorerst einmal heftigen Dank an die Gemeinde, die ihr teils sehr fundiertes Wissen so bereitwillig an Newbies weitergibt.
Auch wenn reine Urlaubsberichte eher der eigenen Eitelkeit als der allgemeinen Information dienen, möchte ich doch ein wenig zu TTN 2.24 in (Nord-)Italien erzählen, auch weil hier immer wieder nach der Qualität der Europakarten gefragt wird.
Generell: Mein nach ausführlichem Studium diverser Forumsbeiträge Ende 2002 gekauftes System (iPaq 3950, RoadPilot-CF-GPS-Empfänger, TTN aufgerüstet bis derzeit 2.24, DACH + Europa, Karten auf SanDisk 256 SD) funktioniert seit Beginn zufriedenstellend. Ich erwarte nämlich von meinem PPC keine bessere Leistung als von meinem PC, und dessen gelegentliche Mucken habe ich ganz gut im Griff. TTN ist trotz intensiver Nutzung nur ein einziges Mal komplett zusammengebrochen.
Zu Norditalien: Dass die Autobahn durchs Kanaltal und die Anfahrt nach Lignano in der Karte enthalten ist, hat mich nicht überrascht. Sehr verwundert hat mich hingegen die Tatsache, dass der doch einigermaßen bekannte und nicht ganz kleine Badeort Lignano laut TomTom aus gerade einmal 2 Hauptstrassen und einigen davon abzweigenden Strassenstummeln besteht. Hätte ich unser Hotel nicht schon von früher gut gekannt, wäre die Zufahrt dorthin leicht problematisch geworden. Naja.
Ein Ausflug zu den Ausgrabungen und der sehenswerten Basilika von Aquilea verstärkte den aufkeimenden (und von der heimischen Österreichkarte her ungewohnten) Frust: Anfahrtsnavigation OK, die Stadt selbst navigatorisches Nirwana.
Das große Aha-Erlebnis trat ein, als wir nach einigen Strand-faulenz-Tagen nach Nordwesten ins Trentino aufbrachen, um unserem Offroader in den dortigen Bergen einen artgerechten Auslauf zu bieten. Auf der Hochebene von Sette Comuni, zwischen 1000 und 2000 Metern Seehöhe gibts Festungsruinen aus dem Ersten Weltkrieg, zu denen noch immer alte Militärpisten in teils erbarmungswürdigem Zustand hinaufführen. Und siehe da, TomTom kannte diese teilweise sogar privaten Pisten und lotste uns fast metergenau zu unserem jeweiligen Ziel! Ich war echt fassungslos, zumal ich mir damit die ganze Arbeit des Scannens und Kalibrierens topografischer Karten für den OziExplorer hätte sparen können (haben wir dann doch für Fußmärsche verwendet).
Kreuz & quer durch die Friauler/Trentiner Berge TomTom wusste immer den richtigen Weg. Schließlich, als Abschluß, fuhren wir noch am Westufer des Gardasees auf den Paso di Tremalzo, dessen steile, enge Schotter-Spitzkehren unser 5m-Vehikel nie auf einmal schaffte, sodass wir über himmelhohen Abgründen so lang vor und zurück mussten, bis die Richtung wieder stimmte.
Und auch diese wirklich abenteuerliche und wunderschöne! Piste war in TomTom verzeichnet, TTN lotste uns bis auf die Passhöhe (hätten uns aber sowieso kaum verfahren können, weil die einzige Möglichkeit, die Piste zu verlassen, im freien Fall einige hundert Meter tiefer geführt hätte).
Da TeleAtlas hier sicher und TomTom hoffentlich mitliest, nun meine schüchterne Frage: Ist es für ein Navigationssystem wirklich sinnvoll, dass absolut einsame und z.T. mit Normal-PKW gar nicht befahrbare Pisten enthalten sind (was mich persönlich als Extrem-Individualisten und Autobahnvermeider ja freut), während bekannte und von vielen Touristen frequentierte Orte wie Lignano oder Aquilea de facto ignoriert werden? Wie erklärt man das?
PS: Sogar bei einem Kurzbesuch in Venedig leistete uns TTN mit CF-GPS gute Dienste, dort allerdings mit der Einstellung zu Fuß und der Einschränkung, immer nur auf den gottlob häufigen Plätzen einen Fix zu haben in den engen Gässchen gabs natürlich nur Blindflug. Aber von Platz zu Platz konnten wir uns recht gut durchhangeln.
Fotos zum Text