Mit TomTom in Norwegen

  • Hallo zusammen,


    wie versprochen, möchte ich Euch über meine Erfahrungen mit TomTom und meiner Toshifee berichten. Kurz die Ausrüstung: TomTom 2.24; GPS 2.06; TomTom aus; Toshiba e350 (noch mit Win 2002)


    Am Freitag den 25.07.03 gings in aller Frühe in Oldenburg - nicht das in Holstein - los Richtung Kiel zum Norwegenkai. Den kennt TT aber nicht, daher habe ich als Ziel die Straße "Zur Fähre" angegeben.


    Die Autobahnfahrt bis Kiel verlief navigationstechnisch problemlos - Fahrer, Copilotin und Tomi kannten den Weg. Die erste Klimaveränderung zwischen mir und meiner Beifahrerin gab es dann aber kurz nach Ende der Autobahn in Kiel. Tomi sagte "halten Sie sich rechts" - Anweisung wurde befolgt, dann kam sofort "biegen Sie links ab" ?? Suuper. Über 3 - 4 Spuren!
    Haben wir ignoriert. Durch die anschließende notwendige Neuberechnung der Route kamen einige Anweisungen leider etwas zu spät und meine Bemerkung über einen angedachten Verkauf von Tomi bei ebay waren auch nicht so gut fürs Raumklima.


    Aber vielleicht hat die Drohung geholfen, Tomi brachte uns doch noch zur Fähre. Klima und Urlaub waren gerettet.


    An Bord in der Kabine wurde dann die Norwegenkarte geladen und schon mal ein Blick auf die Route ab Anleger in Oslo zur Ferienwohnung geworfen. Meistens gehts beim Auschecken ziemlich hektisch zu und da wollten wir vorbereitet sein.


    Gegen 10 kamen wir aus der Fähre - und die Hektik begann. Den ersten Vorwegweiser haben wir übersehen, dann kam der Kreisel.


    Tomi und ich waren uns einig - da müssen wir gerade rüber. Da kam von rechts der Ruf: E16 geht rechts ab. Noch an die alten Zeiten ohne Navigationsgerät gewöhnt folgte ich dieser Empfehlung. Tomi blieb stumm vor Schreck. Wir fuhren jetzt Richtung Zentrum von Oslo. Schon wieder Wetterumschwung. Tomi hatte jetzt arge Schwierigkeiten, da es fast ständig durch irgendwelche Unterführungen und Tunnel ging. Da ist halt nix mit GPS.


    Dann fand sich endlich die Möglichkeit zum wenden - ungefähr 200m hinter!! der Mautstelle. Da durften wir dann 15 Kronen abgeben. Die nächsten 30 Min sprach eigentlich nur Tomi.


    Mit der Navigation klappte es dann aber ganz ordentlich.


    Die Norweger scheinen aber sehr fleissige Straßenbauer zu sein. Jedenfalls haben sie einen schönen Vorsprung vor den Machern der Kartendaten.


    Im Verlauf der E134 zwischen Drammen und Kongsberg hat es seit dem letzten Kartenupdate wohl einige Änderungen gegeben.


    Einige Kreisverkehre sind abgebaut bzw. Kreuzungen geändert worden. Dadurch kam es ein paar mal zu verwirrenden Anweisungen.


    Ein Stück der E134 war dann gänzlich unbekannt, so daß wir scheinbar über Wiesen gefahren sind.


    Etwas überfordert war Tomi dann in Bergen. Hinein zum Fischmarkt hat er uns noch wunderbar geführt. Doch dann wollten wir von dort zur Talstation der Ulrikenseilbahn. Das Chaos nahm seinen Lauf. Die Stadtplaner müssen sich hier regelrecht ausgetobt
    haben. Sollten wir rechts rum gings nur nach links, sollten wir links gings nur rechts oder war nur für Bus/Taxi frei.


    Nachdem wir 4 Runden durch die Innenstadt gedreht haben und immer wieder an derselben Stelle standen, ab der nur noch Busse fahren durften, haben wir unseren Landy zum Bus umdefiniert und sind dann so lange nach Gefühl gefahren, bis wir wieder bekanntes Gebiet erreicht haben.


    Ein anderes Mal fing Tomi an zu spinnen. Auf einer Strecke die wir schon mehrfach gefahren waren und wo die Navigation einwandfrei funktioniert hat, rastete Tomi aus. Die Anzeige auf dem Display sprang mal in den Fjord mal in die Berge, es kamen Anweisungen zum Abbiegen wo es nix zum Abbiegen gab. Erst nach einem Reset und Neustart der programme lief es dann wie
    gewohnt. Keine Ahnung was da los war. Vielleicht haben ja die Satelitten getrudelt. Wer weiß?


    Auf eine er zahlreichen Fährfahrten kam Tomi dann buchstäblich ins Schwimmen. Spaßeshalber habe ich die Navigation während der Überfahrt mitlaufen lassen. So lange wir der gestrichelt dargestellten Fährverbindung folgten lief es ganz normal. Doch als der Kapitän sich die Freiheit heraus nahm und davon abwich, wußte Tomi nicht mehr was los war. Da half auch nur noch ein
    Neustart.


    Einen Vorschlag an die Programmierer von TomTom hätte ich dann auch noch. Gerade in Norwegen fährt man oft kilometerweit durch zahlreiche Tunnel. Oft muß man dann kurz nach Verlassen eines Tunnels abbiegen. Im Tunnel ist logischerweise kein GPS und somit keine Navigation. Wie wäre es, wenn die Tunnelstrecken als solche gekennzeichnet würden und schon vor Einfahrt in den Tunnel die Ansagen erfolgten. Statt des dicken grauen Balken auf dem Display mit dem Hinweis auf unzuverlässige GPS-Position, könnten dort die Anweisungen noch schriftlich angezeigt werden. Bei den langen Tunnelfahrten hat man am Ende die Ansage schon wieder vergessen.


    Gewundert habe ich mich über die unterschiedlich lange Reaktionszeit von TomTom. Manchmal hat es nach Verlassen eines Tunnels ewig gedauert bis die Signale wieder verarbeitet wurden. Andere Male ging es schon nach wenigen Sekunden weiter.


    Als Bilanz aus drei Wochen Norwegen stellen wir fest, es läßt sich mit Tomi überwiegend streßfreier fahren als mit Karte auf dem Schoß. Aber man sollte schon so ungefähr wissen wo man ist, wo man hin will und eine gute Karte dabei haben, die einem sagt wie man dahin kommt.


    Die nächsten größeren Orte die auf dem Weg liegen sollte man kennen, um notfalls wie früher einfach den Schildern zu folgen. Und hoffen, daß die Orte auch auf den Schildern stehen. Man wundert sich ja oft über den Einfallsreichtum der Schildermacher.


    Ich bin jeden falls mit Tomi trotz einige kleiner Schwächen ganz zufrieden. Und wenns mit dem Navigieren mal nicht so klappt, so hat man doch viel Spaß an den manchmal merkwürdigen Ansagen.


    Soweit meine Erlebnisse mit Tomi in Norwegen.


    Gruß


    Freelander

  • Hallo,
    Danke, ein interessanter Bericht, ich lese gerne so etwas.
    Den Weg zu Deiner ersten Krise in Kiel versuchte ich mal nachzufahren ( auf dem Computer ). Es war wohl die ,B76 auf dem Theodor Heuss Ring, wo Tomtom meinte, "bleiben Sie rechts"? Und dann immerhin nach 200m ging es wohl "biegen Sie links ab" auf die Sörensen Straße? Nach meiner Demo sagt er das allerdings "schon" 100m vorher ( "Nach 100m links abbiegen" ) . Allerdings ist die Strecke verdammt unübersichtlich. 4 Spuren, bei denen nicht genau ersichtlich ist ob und wie sie getrennt sind. Besser wäre gewesen "bleiben Sie links", dann "nach 100m links abbiegen" dann hätte man Zeit gehabt noch rechtzeitig die Spur zu wechseln.
    und dann kurz vor der Sörensenstr. nochmal "links abbiegen" ( wenn man da überhaupt abbiegen darf? ).
    Da muß man dann schon öfters einen Blick auf das Navi werfen! Rein nach den Ansagen geht es nicht. Ich hatte bisher noch keine solchen Probleme, ich hatte Glück, daß er mich immer rechtzeitig informiert hat.
    Denke auch, es ist wirklich gut, die Strecke sich vorher mal anzusehen, oder auch mit einer Papierkarte zu vergleich, wählt Tomtom wirklich den besten Weg!
    Zum "Herumspringen der Position" : Ich denke Tomtom braucht täglich seinen Reset. Hängt vielleicht mit dem Speicher zusammen.
    Die gestrichelte Linie der Fährverbindungen:
    Erst versucht Tomtom auf die Straße zurück zu hüpfen, hier ist irgendein Anziehungseffekt vorhanden. Wenn das nicht mehr klapptmüsste er sich aber auch im Gelände zurechtfinden. Zumindest war das bei mir so in Deutschland und auch in Dänemark.


    Mit den Tunneln: Gute Idee: "Nach dem Tunnel rechts abbiegen"


    So das waren nun meine Bemerkungen.
    Norwegen ist bestimmt ein schönes Land, eine Freundin war mal längere Zeit dort und sehr begeistert.


    Gruß
    Simmy

  • Kann schon sein, das daß die Stelle in Kiel war. Hätte vielleicht eher einen Blick auf die Schilder werfen sollen.
    Auf unserem Rückweg von der Fähre zur Autobahn wich die Route auch von der Ausschilderung ab. Bin dann den Schildern gefolgt und TomTom hat die Route jeweils schnell angepaßt.


    Norwegen ist wirklich schön (und teuer). Leider hatten wir unser Quartier in einem Regengebiet. Während Deutschland unter der Hitze litt, sind wir im Dauerregen fast ersoffen.


    Ansonsten wirklich eine Reise wert.


    Bis demnächst


    Freelander