PDA für die Flugnavigation

  • Hallo!


    Bin neu hier im Forum -- und hätte gleich mal ein paar Fragen. 8-)


    Ich bin gerade am Planen eines laaaaangen Flugs mit einer Dimona von Deutschland nach Großbritannien.
    Zur Unterstützung der Navigation wäre ein PDA nicht schlecht (dachte ich mir).


    Ich habe mich schon recht ausfühlich mit dem Thema PDA-Navigation befasst. Das Hauptproblem scheint das dunkle Display der meisten PDAs zu sein. Dies ist in der Dimona besonders verschärft, weil aufgrund des Tiefdecker-Designs keine schattenspendenden Tragflächen vorhanden sind. Ich konnte mich bereits selbst davon überzeugen, dass die Yakumo 300GPS selbst mit Brando-Folie im Sonnenlicht oder bei heller Umgebungshelligkeit nicht besonders toll sind. Allerdings ist ein riesiger Vorteil der fehlende Kabelsalat aufgrund der integrierten GPS Antenne.


    Alternativ -- habe ich gelesen -- wäre ein IPAQ 3660 zu empfehlen, diese sollenn auch im Sonnenlicht ein sehr helles Display haben. Allerdings ist hier der Nachteil, dass man eine externe GPS Maus benötigt.


    Folgende Möglichkeiten gibt es also

    • Yakumo delta 300GPS mit selbstgebasteltem "Schutzhäubchen"
    • IPAQ 3660 ohne Haube


    Nun zu den Fragen: Lässt sich der Yakumo mit der Schutzhaube noch vernünftig bedienen?
    Und wie sieht es mit dem 3660 aus: Der ist ja schon älteren Baujahres. Besitzt er genug Leistung um eine flüssige MovingMap-Navigation mit "HeadingUp" zu ermöglichen (Als Software werde ich wahrscheinlich WinPilot VFR einsetzen)?


    Stromversorgung etc. ist für mich kein Problem, bin erfahrener Bastler 8-)


    Hat sonst noch jemand Anmerkungen und Vorschläge?


    Schonmal vielen Dank für alle Antworten!


    Gruß
    Marco

  • Hallo Marco,


    Zitat

    Bin neu hier im Forum


    herzlich willkommen Marc.


    Zitat

    und hätte gleich mal ein paar Fragen


    Ich versuche mal, meinen Senf dazu zu geben:


    Zur Display-Ablesbarkeit: Den IPAQ 3660 kenne ich nicht, ich habe den 2210, und der ist bei Sonneneinstrahlung auch nicht wirklich ablesbar (Wirklich ablesbar sind die Tablet-PCs von Siemens, falls sie mit Indoor&Outdoor Display ausgestattet sind - die kann man in die pralle Mittagssonne legen und ablesen!)


    Ich habe hinten auf dem IPAQ einen Klettverschluss geklebt, dass Gegenstück auf dem Kniebrett (rechts und links kann ich je noch eine Karte unterschieben). Die Lage auf dem Kniebrett ist auch bei CAVOK oder OnTop meistens ausreichend beschattet. Falls nicht, reicht eine Hand als Schattenspende. Das GPS ist eine Holux BT-Maus, die kabellos mit gleicher Technik auf dem Dashbord "klebt".


    Nachteil bei der Anbringung auf dem Kniebrett ist, dass man den Kopf immer nach unten nehmen muss, um mal eben drauf zu schauen.


    Sowohl die Maus wie der IPAQ laufen über Akku. Ladekabel nehme ich zur Sicherheit oder "Zwischentanken" immer mit. (Hat die Domina einen Zig-Anzünder ? - aber Du bist ja erfahrener Bastler, wie Du schreibst).


    Auch wenn der IPAQ 3660 älteren Baujahrs ist, sollte er keine Probleme mit der Track-Up-Darstellung (Heading-up funktioniert mit GPS nicht - sorry, die Spitzfindigkeit) haben, wenn du WinPilot einsetzen willst, da WinPilot Vektor-Grafiken aufbaut. Die sind deutlich weniger rechenintensiv als die Track-Up Darstellung von Pixel-Grafiken.


    Zitat

    Hat sonst noch jemand Anmerkungen und Vorschläge?


    Zwei Anmerkungen fallen mir ein:


    Nr.1: zu WinPilot: wer ist der Datenbank-Provider ? Ich vermute DAFIF, weil das die Quelle aller PDA-Programme ist, die mit Vektor-Grafiken funktionieren statt digitalisierter und - weil lizensierter - teurer Luftfahrtkarten. Möglicherweise wird DAFIF bald nicht mehr frei, d.h. kostenlos, den Programmherstellern zur Verfügung stehen (s. auch http://navaid.com/dafif.html). Dann würdest Du jetzt Geld für ein Programm ausgeben, dessen riesiger Vorteil, nämlich einer im 28-Tage-Cyclus kostengünstig aktualisierten Luftfahrtkarte (weltweit, wenn Du willst!), sich in wenigen Monaten in Luft auflöst.


    Nr.2: Eine fliegerische Anmerkung aus eigener Erfahrung: Einarbeitung, Installation, Fehlersuche und Behebung etc. bei PPC-GPS-Software (so schön diese Gadget-Kombi auch ist) ist nicht zu unterschätzen. Stabilität und Zuverlässigkeit hinkt einem Aviation-Handheld erst mal hinterher. Nebenbei auch die Ablesbarkeit und Bedienbarkeit. Vom Preis tut sich im Endeffekt auch nichts Grosses.


    Falls Du also die Strecke nach GB das erste mal Fliegen solltest und das erste Mal eine PPC-GPS-Kombi als "Unterstützung" nutzen willst, würde ich davon abraten, weil die Zuverlässigkeit der Unterstützung m.E. nicht hoch ist und schnell in eine Belastung ausarten kann. Einfacher wäre da ein Aviation-Handheld. By the way, wie gedenkst du primär zu navigieren - GPS, Radionav oder terrestrisch ? Hat die Dimona ein zusätzliches Panel-mounted-GPS, VOR/ADF-Empfänger ? Falls ja, brauchst Du natürlich nicht eine so hohe Zuverlässigkeit der PPC-Lösung.


    Gruß
    Rene

  • Hallo!


    Zitat

    Original von rene41
    Zur Display-Ablesbarkeit: Den IPAQ 3660 kenne ich nicht, ich habe den 2210, und der ist bei Sonneneinstrahlung auch nicht wirklich ablesbar (Wirklich ablesbar sind die Tablet-PCs von Siemens, falls sie mit Indoor&Outdoor Display ausgestattet sind - die kann man in die pralle Mittagssonne legen und ablesen!)


    Ich hatte letztens mal gaanz kurz die Möglichkeit, auf das Display eines 3660 zu schielen, leider nur ein paar Sekunden. Mein erster Eindruck war, dass es schon besser zu sein SCHEINT, aber aufgrund der knappen Zeit konnte ich das nicht genauer beurteilen.


    Zitat


    Hat die Domina einen Zig-Anzünder ? - aber Du bist ja erfahrener Bastler, wie Du schreibst.


    NOCH nicht. Aber ich habe den Vereinsvorstand ist schon von der absoluten Notwendigkeit einer Buchse überzeugt. 8-)
    Spätestens Ende nächster Woche ist sie drin!


    Zitat


    Auch wenn der IPAQ 3660 älteren Baujahrs ist, sollte er keine Probleme mit der Track-Up-Darstellung (Heading-up funktioniert mit GPS nicht - sorry, die Spitzfindigkeit)


    Ich weiß. Ich hab auch 5min überlegt, schreibe ich jetzt "track up" oder "heading up". Warum ich mich dann fürs falsche entschieden habe, weiß ich nicht mehr...


    Zitat


    Nr.1: zu WinPilot: wer ist der Datenbank-Provider ? Ich vermute DAFIF, weil das die Quelle aller PDA-Programme ist, die mit Vektor-Grafiken funktionieren statt digitalisierter und - weil lizensierter - teurer Luftfahrtkarten. Möglicherweise wird DAFIF bald nicht mehr frei, d.h. kostenlos, den Programmherstellern zur Verfügung stehen (s. auch http://navaid.com/dafif.html). Dann würdest Du jetzt Geld für ein Programm ausgeben, dessen riesiger Vorteil, nämlich einer im 28-Tage-Cyclus kostengünstig aktualisierten Luftfahrtkarte (weltweit, wenn Du willst!), sich in wenigen Monaten in Luft auflöst.


    Ja, das mit der möglichen Einschränkung hab ich auch schon hier im Forum gelesen. Allerdings weiß ich nicht, woher WinPilot seine Daten bezieht, aber ich denke schon dass es DAFIF ist.


    Zitat


    Nr.2: Eine fliegerische Anmerkung aus eigener Erfahrung: Einarbeitung, Installation, Fehlersuche und Behebung etc. bei PPC-GPS-Software (so schön diese Gadget-Kombi auch ist) ist nicht zu unterschätzen. Stabilität und Zuverlässigkeit hinkt einem Aviation-Handheld erst mal hinterher. Nebenbei auch die Ablesbarkeit und Bedienbarkeit. Vom Preis tut sich im Endeffekt auch nichts Grosses.


    Hm, also die Betriebnahme düfte für mich kein Problem sein -- ich hab i.d.R. für sowas ein Händchen. ;)
    An den Aviation-Handhelds stört mich, dass die Updates so teuer sind, selbst das Verbindungskabel zum PC muss teilweise teuer bezahlt werden.
    Aber dieser Nachteil könnte natürlich durch das kostenpflichtig-werden von DAFIF wegfallen.


    Zitat


    By the way, wie gedenkst du primär zu navigieren - GPS, Radionav oder terrestrisch ? Hat die Dimona ein zusätzliches Panel-mounted-GPS, VOR/ADF-Empfänger ? Falls ja, brauchst Du natürlich nicht eine so hohe Zuverlässigkeit der PPC-Lösung.


    Die Dimona ist komplett CVFR-Tauglich. Primär hatte ich vor, terrestrisch mit FunkNav-Unterstützung (VOR) zu navigieren. Ein GPS ist eingebaut, derzeit allerdings noch ein Uralt-Modell von Alcatel (?), das kein MovingMap bietet. Dieses soll wohl bald durch ein III-Pilot ersetzt werden, ich glaube allerdings nicht, dass das noch vor meinem Flug klappt.
    Als primären Verwendungszweck dachte ich auch wirklich nur die Luftraumwarnung, da der Luftraum an der französischen Grenze und in südost England doch sehr verschachtelt ist.


    Ansonsten: Vielen Dank für deine Ratschläge!


    Gruß
    Marco

    Einmal editiert, zuletzt von Dimonapilot ()

  • Hallo Marco,


    da Du ein Panel-mounted-GPS + Radionavigation hast, würde ich mir die zweifelhafte Workload primär terrestrischer Navigation nicht antun wollen, sondern den Flug navigatorisch so vorbereiten:


    Primäre Navigation nach Panel-mounted-GPS (da hast Du BRG/TRK/DIST zum nächsten Wegpunkt Deiner Flugstrecke, und kannst damit die Dimona präzise lenken - Falls das GPS RAIM hat und nicht warnt, brauchst Du Dir über die Integrität der Information keine Gedanken machen)


    Back-up und Kontrolle (Falls kein RAIM vorhanden oder eine der beiden RAIM-Warnungen auftritt) mit Radionavigation mit vieleicht vorher geplanter alternativer Flugroute nach Radionavigation.


    Terrestrisches Mitkoppeln mit dem Finger auf der Karte nur als 3.Back-Up und Spaß an der Aussicht.


    Den PPC mit Flugsoftware und Moving-Map zur Erleichterung der situational awareness einschliesslich Testen, was der PPC und das Programm so unter realen Bedingungen kann oder nicht kann.


    Eine exellente Seite mit den fliegerischen Aspekten des GPS - hier im Forum geht es ja eher um die technischen Seiten - ist die Homepage von John Bell, (http://www.cockpitgps.com), der dort sein Buch CockpitGPS weiterhin einzig mit der Bitte um eine freiwillige Autorenspende zum Download im HTML oder PDF Format zur Verfügung stellt - im Gegensatz zu den deutschen Allerwelts-Prüfungs-Vorbereitungs-Bla-Bla-Büchern ist sein Buch echtes Geld wert.


    Gruß Rene

  • Hallo!


    Von mir nur kurz was zum Thema Display-Ablesbarkeit: die iPaqs bis einschließlich der 38xx-Serie hatten reflektive TFTs, die in der Sonne sehr gut abzulesen sind, dafür im Indoor-Bereich eher flau. Die sind für den Einsatz im Flugzeug sehr gut.
    Die transflektiven, die danach kamen sind in der Sonne erstmal deutlich schlechter, wobei gerüchteweise das vom iPaq 4700 wieder an die alten reflektiven rankommen soll. Das habe ich allerdings nur gelesen, mir selbst aber noch kein Bild machen können.


    -Johannes

  • Hallo!


    Ok, vielen Dank für eure Tipps.


    Ich werde mal überlegen, welchen PDA ich mir zulege und euch auf dem Laufenden halten.


    Gruß
    Marco

  • Falls Du Dich noch nicht entschieden hast: Ich kann den Einsatz des 3660 nur empfehlen: Ich setze dieses Gerät seit über 2 Jahrn in Kombination mit Flymap ein. Die Rechenleistung ist völlig ausreichend und das Display gehört eben nach wir vor zum Besten was es in diesem Bereich gibt. Angenehmer Nebeneffekt: Ein 3660 ist inzwischen günstig zu haben. Einziger Nachteil des Gerätes ist der Akku, der schon von Haus aus selten mehr als eine halbe Stunde gehalten hat. Die Exemplare, die jetzt am Markt sind, machen in der Regel schon nach einigen Minuten schlapp. Du brauchst also zwingend eine Stromversorgung!


    Noch ein Wort zur simplicity, die meine Vor-Poster mit recht erwähnt haben: Das Flymap Programm ist in dieser Hinsicht super robust und hat mich noch nie im Stich gelassen.
    Happy Landings
    BernyT

  • Auch meinen Senf noch dazu:


    Ich habe seit ein paar Monaten einen Ipaq 3870 (bewußt gebraucht gekauft für 200,- , weil er auf den Segeflugseiten wegen seiner Ablesbarkeit gelobt wird). Darauf habe ich eine Antireflexfolie von www.boxwave.com geklebt.


    Diese Kombination finde ich wirklich gut. Je heller die Sonne ist, desto besser kann ich ablesen - und zwar ohne innere Beleuchtung, dadurch habe ich viele Stunden (4 - 10) Akkulaufzeit ohne Zusatzakku. Nur im Schatten (direkt unter der Wolke) wird die Ablesbarkeit schwächer, was auch mit Beleuchtung nicht viel besser wird, wenn man eine Sonnenbrille trägt.


    Die Folie ist gut, weil sie für alle Winkel, die nicht exakt dem Glanzwinkel der Sonne entsprechen, andere Reflektionen fern hält.


    Viele Grüße


    Jörn

  • Hi, auch von mir ein paar Zeilen dazu: Benutze ein ipaq 3970 mit einem Emtac GPSJAQ, da ist der gps-Empfänger mit Erweiterungsslot für CF-Karten im jacket integriert, und Flight Companion in einem Motorfalken und einem Kiebitz-Doppeldecker ohne Probleme. Die Ablesbarkeit ist gut.
    Grüße,

  • @Dimonapilot: Falls du den 3660 noch in der Auswahl hast, solltest du jedoch bedenken dass dieser kein Bluetooth und auch keinerlei Speichererweiterungsmöglichkeiten bietet, ohne ein zusätzliches Jacket!


    Die 38xxer haben schon einen SD-Slot und ggf (3870) auch BT. Zudem sind sie eenfalls bereits günstig zu bekommen.


    Ichh habe mir für die Luft vor kurzem einen 5450 günstig ergattert und bin mit der Ablesbarkeit des Displays auch iim Cockpit sehr zufrieden (verglichen mit dem MDA Compact).


    Gruß
    Waldi


  • Habe in der aktuellen ct gelesen das es nicht schaden kann auf die GPS-PDA's im test solch eine Folie zu kleben. Da meiner den ich mir bei Gelegenheit bestellen will dazugehört wollte ich fragen ob es einen deutschen anbieter von solchen Folien gibt !?!?


    greetz
    dark-lost-soul

  • Zitat

    Ja, unter www.streckenflug.at kann man die Boxwave-Folien in der EU auch bestellen.


    Hallo


    Gibt es auch eine Möglichkeit diese Folie in Deutschland zu beziehen? Oder was kostet eine Überweisung nach Österreich? Ich weis nur, von der Schweiz nach Deutschland kostet es 10 Sfr. Bin halt nicht auf dem neusten Stand in Punkto Bankkosten.


    Gruß
    Marco

  • Hallo,


    Zitat

    Original von johannes04
    Die transflektiven, die danach kamen sind in der Sonne erstmal deutlich schlechter, wobei gerüchteweise das vom iPaq 4700 wieder an die alten reflektiven rankommen soll.


    Ich nutze den iPAQ hx4700 in einem Mose. Also oben alles frei und die Sonne scheint rein.


    Ich hoffe immer auf Sonne, weil ich dann das Hintergrundlicht reduzieren kann mit dem Vorteil eines länger haltenden Akkus.


    Ich lass ihn immer mit 50% Hintergrundlicht laufen, weil die Sonne den Hintergrund aufhellt. Man denkt immer, das Hintergrundlicht läuft mit 100%.


    Einen Vergleich zur 38xx-Serie habe ich leider nicht.



    Gruß
    fly

  • Zitat

    Original von flieger-lupo
    Ja, unter www.streckenflug.at kann man die Boxwave-Folien in der EU auch bestellen.


    Hi


    Aber wer die dort bestellt, sollte dies besser schon im Winter bestellen, dann hat er diese Folie auch sicher im Sommer. Ich warte jetzt schon gute zwei Wochen auf den Mist. Ist ein richtig lahmarschiger Laden. Dort kaufe ich sicher nichts mehr!


    Gruß
    Marco