Eine deutsche Steuererklärung!

  • Ich weiss jetzt nicht ob es "fun" ist oder nur Offtopic.....




    Eine deutsche Steuererklärung!



    Bericht aus FRONTAL im ZDF ( Sendung im März, nachzulesen auf www.frontal.de )



    Ein Rentner hat ordnungsgemäß mit seiner Schreibmaschine seine Steuerklärung gefertigt. In dieser hat er Zinseinkünfte von 11.000 DM fuer 2001 angegeben.


    Tatsächlich hatte er jedoch gut 17.000 DM an Zinseinkünften. Als ihm sein Fehler auffiel, informierte er prompt die Sachbearbeiterin beim Finanzamt.


    Im Steuerbescheid traute der Rentner seinen Augen nicht ... die Sachbearbeiterin hatte die Zinseinkünfte hintereinander weg geschrieben und auf 1100017000DM (1,1 Mrd. DM) beziffert. Seine Steuerschuld errechnete das Finanzamt auf mehr als 280 Mio. Euro !!.


    Daraufhin rief der Rentner beim Finanzamt an und wies die Sachbearbeiterin auf Ihren "Flüchtigkeitsfehler" hin. Umgehende Änderung wurde ihm zugesagt.


    Einige Wochen später wurde dem Rentner seine EC-Karte vom Bankautomaten eingezogen. Seine Bank wies den Rentner darauf hin, dass das Finanzamt eine Steuervorauszahlung von 10 Mio. Euro !! eingezogen habe.


    Daraufhin marschierte der Rentner zu seinem Rechtsanwalt. Der Rechtsanwalt fertigte ein Schreiben an das Finanzamt an und innerhalb weniger Tage wurde der Beschwerde abgeholfen. Der Rentner bekam natürlich sein Geld vollständig zurück.


    Jetzt aber der Hammer: Der Rechtsanwalt bezifferte gegenüber dem Finanzamt seine Kosten, die er abhängig vom Streitwert errechnete.


    Der Streitwert (mehr als 280 Mio. Euro) hatte einen Kostenersatz von 2,3 Mio. Euro zur Folge. Das Finanzamt weigerte sich, den Betrag auszuzahlen. Der Rechtsanwalt klagte seinen Anspruch ein und gewann vor Gericht. Ein Schreiben ans Finanzamt gefertigt und 2,3 Mio. Euro reicher! Der Mann hat alles richtig gemacht!


    Die Kosten für das Verfahren trägt übrigens der Steuerzahler. Die Beamtin wurde vermutlich auf einen besser bezahlten Posten wegbefördert.


    Der Anwalt und der Rentner sind seitdem gute Freunde.




    Schönes Wochenende : drink

  • Hihi,


    ich bin ja nun nicht unbedingt ein Freund der Anwälte, auch missfällt mir die Verschwendung von Steuergeldern.


    Aber diesem Anwalt sei es gegönnt. :D


    Leider haben wir keine Amtshaftung, so dass den Schnarchzapfen vom Finanzamt mal wieder kein Haar gekrümmt werden wird.


    Ich lass mir einen Zahlendreher gefallen, auch dass man 1100017000 schreibt, aber dass dieses Ding durch alle Prüfmmechanismen fällt, und wirklich versandt wird, und dann wirklich Geld eingezogen wird, ist der Gipfel.


    Mir wird Angst, wenn solch trübe Tassen an verantwortlicher Stelle Entscheidungen treffen.


    Gruß
    H.-J.

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  • hab ich neulich bei einem klienten im ordner gefunden:


    Nachtrag:
    In Österreich wäre dies nie möglich, da Steuerberatungskosten und Rechtsanwaltskosten für eine Berufung (vorallem in der 1. Instanz) immer vom Steuerpflichtigen bezahlten werden müssen - egal wie der Ausgang ist! Sowas liest man immer wieder in der SWK - ist zwar irgendwie eine Sauerei, aber wenn man dies hier liest, verständlich.

    Einmal editiert, zuletzt von dIdIX ()

  • Hi dIdIX,


    nur damit ich das richtig verstehe:


    im obigen Fall muesste der Rentner (in Oesterreich) die Anwaltskosten bezahlen, damit er sein Geld vom Fiskus wieder bekommt und nicht weiter behelligt wird ? ?(

  • ...


    die Österreicher, schuldig oder nicht schuldig müssen immer zahlen, Geil! :D :D :D


    Gruß

  • Zitat

    Original von koemei
    Hi dIdIX,


    nur damit ich das richtig verstehe:


    im obigen Fall muesste der Rentner (in Oesterreich) die Anwaltskosten bezahlen, damit er sein Geld vom Fiskus wieder bekommt und nicht weiter behelligt wird ? ?(


    kein mensch braucht dafür einen anwalt.
    ein kurzer anruf beim finanzamt genügt dafür.
    kosten 10 cent ?

  • Hi

    Zitat

    Original von dIdIX


    kein mensch braucht dafür einen anwalt.
    ein kurzer anruf beim finanzamt genügt dafür.
    kosten 10 cent ?


    eben nicht. Der Anruf war ja schon gemacht. Trotzdem hat das Finanzamt 10 Mio Euro abgebucht. Da würde ich auch einen Anwalt einschalten. Und dass ich auf den Anwaltskosten dann sitzen bleiben würde, hielte ich für eine absolute Unverschämtheit.


    Offensichtlich ist doch nicht alles schlecht, was in Deutschland gemacht wird.


    Ciao
    Gloern


  • was mich daran stark wundert, dass die bank überhaupt einfach so 10 mio abbuchen lässt. also mein giro-konto würde das nicht aushalten und das würde es sofort von der bank abgelehnt ... (als schüler ist mir das schon bei einer handyrechnung von 15 passiert)


    ich habe oft mit dem finanzamt zu tun (zwar nur mit dem österreichischen), aber für mich hört sich das ganze an, als würden hier viele unglückliche fast unglaubwürdigen zufälle zusammenspielen.


    außerdem braucht man fürs finanzamt keinen rechtsanwalt, sondern lieber einen steuerberater (der kennt sich dort eigentlihc immer besser aus - sonst hätten wir nicht soviele rechtsanwälte als kunden)


    dIdI