Hi all,
nachdem ich mich wirklich wochenlang mit Recherchen rumgeschlagen habe, die Suchfunktion des Forums von mir bis zum Abwinken maltätiert wurde und freundlicherweise auch die ein oder andere Newbiefrage eine Antwort fand, dachte ich mir, dass es vielleicht zur Abwechslung mal ganz nett wäre, statt der Frage was ich mir kaufen soll, eine Begründung für meine Kaufentscheidung zu posten. Wäre schön, wenns dem ein oder anderen bei der Entscheidungsfindung hilft.
Das Bedürfnis nach einem GPS entstand, nachdem ich von Berlin nach Kalrsuhe gezogen bin und mich hier ständig beim Mountainbiken im Schwarzwald verfahren habe, bzw. ewige Diskussionen mit den Mitfahrern hatte, welches denn der richtige Weg sein könnte. Hat auf Dauer ziemlich genervt und deshalb hab ich mich mal vorsichtig an das Thema rangearbeitet. Grundsätzlich gings also erstmal drum einen Überblick zu kriegen und welches System in Frage kommt, war erstmal völlig offen, d.h. ich habe mich in alle Richtungen unabhängig vom System informiert.
Da man ja stets das Bedürfnis hat, für die sauer verdiente Kohle möglichst viel zu bekommen, hab ich erstmal geguckt, obs nicht ein System gibt, das alles gleich gut kann, d.h. sowohl für die Navigation im Auto geeignet ist, als auch für die Navigation beim Wandern und Mountainbiken. Dabei wurde aber relativ schnell klar, dass ein PDA nicht wirklich für Outdoor-Einsätze geeignet ist, da mir die Wetterfestigkeit nur bedingt vorhanden zu sein scheint und auch die Akkulaufzeiten im Moment noch zu kurz sind. Damit will ich nicht sagen, dass es unmöglich ist, aber erste Wahl ist ein PDA IMHO nicht und da der Schwerpunkt auf MTB und Wandern liegt, hab ich PDAs erstmal beiseite gelassen.
Blieben also die Outoorgeräte übrig, d.h. als Anbieter erstmal Magellan und Garmin. Magellan schied dabei relativ schnell aus, weil mir als Anfänger eine möglichst breite Schicht von Anwendern wichtig war, denn das bedeutet ja auch, dass es wahrscheinlich leichter ist, auf offene Fragen eine Antwort im Netz zu finden.
Jetzt war ich also bei Garmin angelangt und hier war die Frage welches Gerät. Mit Kartendarstellung oder ohne, mit Kompass oder nicht, braucht man einen Höhenmesser usw. Nach längerer Sucherei habe ich Kartengeräte favorisiert, da durch die Kartendarstellung über Topo Karten die Orientierung leichter erschien, denn durch möglicherweise sichtbare zusätzliche Punkte wie Seen, Straßen, Gaststätten als POI usw. wäre eine Einordnung des Aufenthaltsortes auf einer Papierkarte ohne Koordinatenangabe leichter und ein Farbgerät erschien mir dabei vorteilhaft, weil hier die Unterscheidung von Höhenlinien, Flüssen und Straßen einfacher ist.
Jetzt wars klarer: Ein Garmin solls sein mit Farbdisplay. Aber welches. Und gibts vielleicht Garmins, die man auch im Auto, bzw. auf dem Motorrad gut benutzen kann? Also statt PDA im Outdooreinsatz ein Garmin im Indooreinsatz?
Na ja. Mal gucken. Zur Auswahl standen auf jeden Fall Garmins und zwar das VistaC, das 60CS und das 76CS. Das LegendC fiel dabei raus, weil mir wegen der Berge im Schwarzwald und des anstehenden Alpencross ein Höhenmesser wichtig war. Außerdem hab ich mir auch mal das Quest angesehen, aber was mich daran stutzig gemacht hat, war die aufklappbare Antenne und das schien mir für den Outdooreinsatz wegen evtl. Stürze und Hänger ziemlich ungeeignet, zumal man sich ja normalerweise bei solchen kleinen mechanischen Teilen ausrechnen kann, wann sich das Scharnier durch die ganze Schüttelei verabschiedet.
So. Das sah ja schon mal nicht schlecht aus. Drei Geräte sind überschaubar also wurde jetzt Google, pocketnavigation und die Garmin Webseite nach Informationen geplündert und gleichzeitig hab ich immer wieder nach günstigen Anbietern, auch im Ausland, gesucht. Aus diesem Wust von Informationen kristallisierte sich jetzt aber einige Probleme raus, die mich richtiggehend sauer gemacht haben und wegen derer ich mir fast überhaupt keins gekauft hätte.
Diese beiden Problem sind bei Garmin zum einen der Speicher und zum anderen die Kartenpolitik. Sich im Jahr 2004/2005 überhaupt zu trauen, Geräte, die eigentlich wegen des Kartenmaterials viel Speicher benötigen mit viel zu kleinen Speicherbausteinen auf den Markt zu bringen grenzt IMHO wirklich an eine Frechheit, die eigentlich nur Resultat des Quasimonopols von Garmin sein kann. In jedem zweitklassigen Kaufhaus bekommt man inzwischen Speicherkarten bis zu einem GB und statt ein Gerät auf den Markt zu bringen, auf das man einfach die Topo Deutschland lädt, muß ich hier je nach Ziel einzelne Kacheln raufladen und mir Gedanken drüber machen, ob der Speicher auch für längere Ausflüge reicht. Die Motivation Garmins scheint mir dabei ziemlich klar, denn die Navigation wird im in absehbare Zeit immer speicherintensiver und so ist auch absehbar, wann ein Neukauf fällig wird,
wenn man genaueres Kartenmaterial oder andere Features nutzen will. Ähnliches gilt, meiner Meinung nach, für die Karten.
Die Topo Deutschland von Garmin ist ok, aber, so der Tenor, kein Vergleich mit den Karten der LVA oder MagicMaps. D.h. Garmin ist nicht Willens wirklich gutes Kartenmaterial bereitzustellen, gibt aber auch keinem anderen Anbieter die Möglichkeit, Karten zu entwickeln. Als Kunde bedeutet das, wenn ich ein kartenfähiges Gerät möchte, muß ich mir die Topo Karten von Garmin kaufen und gleichzeitig, wenn ich Routen zu Hause vorbereiten will, noch die Karten anderer Anbieter. Das erinnert mich doch sehr an die Politik von Microsoft und es geht mir dabei nicht darum, dass Garmin Geld verdienen will, sondern das IMHO der Bogen da ein wenig überspannt wird.
Aber lange Rede, gar kein Sinn, ich war so genervt, dass ich das Thema erstmal beiseite legte...bis...ich diese
Seite fand:
http://www.gps-tour.info
Danach gabs kein Halten mehr. Superleckere Touren, viele davon direkt hier in der Nähe und andere gut mit Bahn oder Auto zu erreichen.
Also nochmal fast von vorn angefangen :o)
Garmin war klar, aber das Gerät nicht. Also den Bekanntenkreis interviewt und da gabs eigentlich nur eine Aussage und zwar das 76 CS. "Viel" Speicher, ein Monitor, der groß genug ist und über CitySelect die Möglichkeit das Dingens auch im Auto oder auf dem Motorrad zu nutzen. Vielleicht doch die eierlegende Wollmilchsau?
Fand ich irgendwie nicht. Zum einen tat der Preis weh und zum anderen war mir das Teil zum Wandern und fürs Fahrrad einfach zu groß. Außerdem schien es mir keine wirklichen Vorteile zu bieten, die den hohen Preis gegenüber einem VistaC rechtfertigen, denn auch bei 115 MB muß ich weiter Touren im Auto oder auf dem Motorrad zu Hause vorbereiten, in dem ich passende Karten aufs Gerät lade und die Möglichkeiten der Trackaufzeichnung usw. sind zwar etwas besser, aber auch nicht so deutlich. Zumal, wenn ich mir überlege, dass es für 350 durchaus schon einen brauchbaren PDA mit Navi bekomme, den ich einfach ins Auto packen kann oder mit einer Otterbox ans Motorrad schnallen, ohne irgendwelche größeren Vorbereitungen. Dann kam noch ein bißchen Rechnerei dazu, denn bei einer Weihnachtsaktion bei gps24 gabs das VistaC für 400 und das 76CS kosten dort im Moment 730. D.h. wenns unbedings noch eine Navi fürs Auto sein muß, komme ich kohletechnisch nahezu aufs gleiche raus, hab aber den Speicherstress nicht (erwähnte ich schon, dass Garmin die Geräte mit lächerlich wenig Speicher ausliefert? ;o)
Ach so:
Und das 60CS? War irgendwie dann völlig draußen. Von 24 auf 56MB ist nicht wirklich eine Verbesserung und das Display ist nur minimal größer. Außerdem stört mich die rausstehende Antenne, weils beim MTB eben unter Umständen doch mal etwas rauher wird und rausstehende Teile brechen nun mal doch leichter ab oder neigen dazu irgendwo hängen zu bleiben. Und die Empfangsfähigkeiten? Nachdem was ich da gelesen habe, gibt es da zwischen VistaC, 60CS und 76CS kaum Unterschiede. Von daher wars jetzt also endlich geklärt und das Baby hieß VistaC :o).
Also Bestellung aufgegeben, noch kurz gezögert und bei gps24 ein VistaC für 399, eine Softcasehalterung und die Topo Deutschland Süd für insgesamt 543 bestellt. Die Website und der Shop ist zwar IMHO nicht so dolle, aber die waren bei einem kurzen telefonischen Kontakt supernett und die Ware wurde sehr schnell und ordentlich verpackt geliefert.
Daheim erstmal sortiert, was im Päckchen drin war und mal testweise Batterien reingelegt. War schon dunkel und deshalb gabs nur einen kurzen ersten Versuch. Schien mir aber schon amtlich, was da rauskam. Schnelles Auffinden der Satelliten und Trackaufzeichnung usw. all das schien erstmal ziemlich gut zu klappen.
Und am WE der erste Test mit dem MTB.
Problematisch war eigentlich erstmal nur das reinpopeln des Geräts in die
Softcasehalterung. Denkt man erstmal, dass es gar nicht passt. Tuts aber doch, wenn man doll genug drängelt und schiebt. Sieht auch alles gut aus, allerdings ist die Lücke, die für die seitlichen Bedienknöpfe gelassen wurde, extrem knapp bemessen, so das man die Knöpfe fürs Ausschalten und das Menü kaum erreicht (läßt sich laut GPS24 nicht anders machen) und es hat sich beim Testen herausgestellt, das es nicht wirklich ein Problem ist, denn durch das Softcase kann man die Knöpfe mit etwas mehr Druck auch so beackern.
Abgesehen davon ist das Teil aber auf jeden Fall sein Geld wert. Zum einen ist das GPS so von den laufenden Erschütterungen etwas abgeschirmt und selbst beim runterfahren von Treppen springt da nichts raus (allerdings werde ich das Gerät in Zukunft trotzdem noch mit einer Schlaufe sichern).
Und das Vista C selbst?
Ein Gedicht! Ist auch für trottelige Newbies gut verständlich aufgebaut und wenn man sich etwas mit der Materie beschäftigt hat, fällt die Einarbeitung nicht schwer. Das Display ist gut abzulesen, allerdings würde ich nicht behaupten, dass es auch bei starker Sonneneinstrahlung noch der Fall ist.
Bei starkem Gegenlicht ist da schnell Feierabend, aber das ist sicherlich auch technisch gar nicht anders machbar. Brilliant ist es deswegen aber trotzdem und die Qualtiät ist wirklich sehr gut.
Wenn man bisher nichts mit dem Thema zu tun hatte ist außerdem verblüffend, was dabei rauskommt. Zum einen das einfache Nachvollziehen von Touren incl. diverser Informationen wie Durchschnittsgeschwindigkeit, gefahrene Höhenmeter usw. im Nachhinein für die Auswertung sehr interessant, zum anderen hatte ich heute das erste mal das Vergnügen, die Kartenfunktion und die Navigation zu kennenzulernen, in dem ich die GoTo Funktion zu einem Wegpunkt nutzte.
Problematisch war hier nur, dass per default das Autorouting auf die Nutzung von Straßen entwickelt wurde, die ich als Fahrradfahrer in dieser Form natürlich gar nicht gebrauchen kann und schon gar nicht, wenn Autobahnen empfohlen werden.
Deshalb habe ich hier die Navigation auf Luftlinie umgestellt und ab da hats völlig reibungslos funktioniert und bei einem kleinen Verfahrer konnte ich schnell sehen, in welche Richtung der Bach liegt, an dem ich langfahren wollte. Alles in allem also, auch wenn noch viele Fragen offen sind, erstmal ein voller Erfolg und abgesehen vom Speicher (bestimmt sagte ich nocht nicht, dass Garmins ein kleines Speicherproblem haben) hat der VistaC von mir schon jetzt das Prädikat "absolut empfehlensert" (bis auf den Speicher :o)
Viele Grüße
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