PPC vs Festeinbau

  • Neulich hatte ich eine Diskussion mit einem Freund, welche Lösung denn die bessere wäre.
    Dabei hat er argumentiert, dass die angegebene Genauigkeit von ca. 20m bei PPCs nur im Stillstand erreicht werden könnte. Im fahrenden Auto wäre die Genauigkeit wesentlich schlechter und in Innenstädten eine exakte Wegfindung dadurch fast unmöglich, ein Verfahren dadurch praktisch vorprogrammiert.
    Im Gegensatz dazu wäre ein fest eingebautes und im Auto gut integriertes Navi wesentlich genauer. Unter anderem auch durch die Verbindung z.B. mit dem ABS-System, welches die Umdrehungen der Räder berücksichtigt. Dadurch wäre eine viel genauere Positionsbestimmung und dadurch eine bessere Wegfindung möglich. Ein Verfahren wäre fast ausgeschlossen. Auch in Tunnels würde durch die "Verbindung" mit den Rädern ein Wegfall der GPS-Verbindung nicht ins Gewicht fallen.
    Wie ist eure Meinung dazu, bzw. wie sind eure Erfahrungen mit PPCs in Innenstädten?
    Hat mein Freund übertrieben oder ist es tatsächlich so?


    Gruss
    Swen

  • Hi Swen,
    da ist auf jeden Fall etwas dran, speziell in Tunneln hat man z.B. mit TomTomGo Vorteile gegenüber einer PDA-Navigation.


    Ansonsten kann ich für mich sagen. Ich hatte bisher von zighundertmal erst einmal das Problem, das der TomTom Navigator mich in einer Innenstadt zeitweise falsch geführt hat, weil er die falsche Straße bestimmt hatte. Irgendwann war er aber wieder "bei der Sache" und hat mich dann auch richtig zum Ziel gebracht.


    Die GPS-Genauigkeit ist auch sehr viel besser geworden.


    BG,Ralf.

  • Swen,
    diese Diskussion ist ein Dauerbrenner; die Suche in der Historie des Forums wird Dir eine Unmenge an Meinungen bringen.
    Meine persönliche:
    Dein Freund hat technisch gesehen fast Recht, aber
    - Erst-Kosten= mind ca Faktor 3 (drei)
    - Problem bei Fahrzeugwechsel, sei es temporär oder auf Dauer
    - Festgelegt auf Hersteller/Marke bzgl Karten-Updates (nicht unbedingt preiswert zu nennen)
    - Gelegentlich keine optimale Position der Anzeige im Festeinbau
    - GPS-Genauigkeit ist auch eine Sache der Maus-Position im Fahrzeug
    - Zusatznutzen PDA (Kalender, Adressen, etc)
    Falsch gefahren wg _PDA-Navi_ bin ich noch nie; wg Kartenfehler gelegentlich, aber das passiert auch mit Festeinbau.
    Wolf
    ...
    stöbere ´mal ein wenig

  • Hallo


    Da fehlen Deinem Freund wohl noch einige Infos! Alles dazu weiß ich allerdings auch nicht...


    Theoretisch hat Dein Freund Recht... Bei vielen Festeinbauten, werden noch Fahrzeugdaten ausgewertet, um...
    a] eine höhere Genauigkeit zu erreichen
    b] auch dann navigieren zu können, wenn kein GPS_Signal zur Verfügung steht!


    Allerdings ist dies auch nicht bei allen Festeinbauten der Fall, meist nur bei den Originalfesteinbauten bzw. dann wenn im Auto die entspr. Radsensoren bzw. Anschlüsse vorhanden sind! Und das schlägt sich deutlich im Preis nieder [Originaleinbauten liegen nach wie vor bei 1.500 bis 2.500 Euronen].


    Bei den günstigen Navigationsradios, so wie neulich bei Aldi für 500 Euro, ist dies meist nicht der Fall!


    Dagegen spricht aber, dass das GPS_Signal heute auch für den zivilen Bereich wesentlich genauer empfangen werden kann, als noch vor wenigen Jahren! Zumindest in den Längen- und Breitenangaben! Durch das Codieren der amerikanischen Militärs lag die Genauigkeit in jenem Bereich, den Dein Freund genannt hat. Durch diese Lockerung liegt die Genauigkeit heute bei ca. 5 bis 10 Meter! Zusätzlich gibt es seit ca. einem Jahr ein Korrektursignal, WAAS/EGNOS, mit dem die Genauigkeit der Positionsbestimmung sogar noch unter 5 Meter liegt! WAAS/EGNOS_kompatible GPS_Mäuse stehen für den PPC zur Verfügung! Die Genauigkeit des für zivile Nutzung empfangenen GPS_Signals liegt heute im Bereich dessen, was ein Originaleinbau auch zur Verfügung hat!


    Das ganze ist für Naviprogramme aber egal, da dort die Position via GPS nur ca. einmal pro Sekunde abgefragt wird. Macht bei einem fahrenden Auto eine Wegstrecke von ca. 15 bis 50 Meter - je nach gefahrener Geschwindigkeit!


    Diesen Umstand berücksichtigen aber die Naviprogramme und rechnen die Genauigkeit eben auf die Position um!


    Kurz gesagt:
    - Das Signal kann recht genau empfangen werden!
    - Fahrzeugdaten sind eigentlich gar nicht mehr notwendig!
    - Wird aber nur einmal pro Sekunde abgefragt!
    - Genauigkeit wird errechnet
    - In der Praxis kein Unterschied zu Festeinbauten!
    - Ausnahme ist immer bei Abriß der Satverbindung [erlebe ich aber nur im Tunnel]!


    Mehr Infos auch noch hier...


    http://www.kowoma.de/gps/


    MfG

    3 Mal editiert, zuletzt von obk ()

  • ich finde der Freund hat irgendwie überhaupt nicht Recht?


    Genauigkeit von 20m???? Hä?
    Die Navi-Systeme sind heute alle so schlau, dass sie einen auf die korrekte Straße setzen.
    Übrigens: Das Kartenmaterial (egal ob Festeinbau oder PPC) hat häufig sogar noch größere Abweichungen! Es ist also egal, ob die GPS-Position auf den Millimeter stimmt oder nicht - denn die Karte selbst stimmt gar nicht so präzise!


    Ich habe mehrere Logs laufen lassen und mir grafisch auswerten lassen. Da kann man sogar erkennen, auf welcher Straßenseite man gefahren ist (wenn man mal dieselbe Strecke hin und zurück fährt, dann liegen die LInien sauber nebeneinander!) - Jeder Kreisel den man fährt ist sauber zu erkennen (mal spaßeshalber im Kreis fahren :D dann sieht man es gut).


    Ich bin jetzt auch einige Male durch Hamburg gefahren. Noch nie so stressfrei! Ohne Navi fahre ICH in keine Großstadt mehr ;)



    Richtig ist, dass die PPC-Systeme im Tunnel nicht navigieren können. Aber wieviele Tunnel mit unterirdischen Abfahrten gibt es?


    Richtig ist auch, dass es unter ungünstigen Bedingungen in Hochhausschluchten zu Problemen kommen kann. Ich selber hatte diese Sorgen allerdings noch nicht - aber es KANN passieren, dass man keine Position mehr gezeigt bekommt weil die Maus keine Satelliten mehr sieht (oder zu wenig) - Da gewinnen die Festeinbauten mit Kreiskompass und Radsensoren.
    Aber wie gesagt: ich persönlich hatte dieses Problem noch nicht (aber nun gibt es in HH auch nicht soooo viele extrem tiefe Schluchten)
    Hannover war auch immer Problemlos


    nSonic

  • Die PDA-Navigation bringt noch weitere Vorteile...

    • Man kann die Route schon zu Hause planen. Das ist praktisch, denn es wird mir ja die Reisezeit angezeigt, und ich weiß, wann ich losfahren muß.
    • Man kann zu sogenannten Orten von Interesse (Tankstellen, Rast-, Parkplätzen, Hotels, Restaurants und und und) navigieren, und es wird sogar angezeigt, ob diese auf oder in der Nähe des Weges liegen. Also nie mehr, leerer Tanks, Blasendrücken, Hungerleiden usw.
    • Blitzerwarner (kleine Add-On Software) - immer aktuelle Blitzerinfos mit Sprachwarnungen und Update-Möglichkeit, wann man will.
    • Navigieren aus dem Outlook-Adressbuch - der PDA ist ja wörtlich übersetzt so etwas wie eine "persönliche digitale Sekretärin" - der kann also noch viel viel mehr, als "nur" navigieren. Die ganze Vielfalt der Möglichkeiten lernt man erst nach einiger Zeit schätzen, auch wenn man am Anfang denkt, ich brauche doch nur ein Navi-System.


    BG,Ralf.

  • Meine persönliche Einschätzung:


    Yakumo 300 GPS (Falk2004) gegen meinen Festeinbau (Bildschirmnavi VW MFD Teleatlas 2004/2005)


    Pro MFD:


    - Festeinbau mit optimaler Antennenposition (Dach)
    - Problemlose Navigation in Tunneln, Häuserschluchten etc durch Radimpuls und Gyrosensor
    - Kein Kaberverhau
    - Radio/CD integriert -> keine zusätzlichen Geräte notwendig
    - Sehr gute Ablesbarkeit der Karte (großer TFT / entspiegelt)
    - TMC (bin im Aussendienst, manchmal sehr nützlich)
    - Kartenupdate 2 x pro Jahr
    - Landkarten- und Kreuzungszoom straßenabhängig
    - Karte etwas aktueller als Falk 2004
    - Deutlich bessere gesprochene Anweisungen inkl. Nummern der Autobahnen und Bundesstraßen


    Kontra MFD:


    - Extrem teuer (2500.- Euro)
    - Teure Karten (ab 149.- Euro)
    - Umständliche Zieleingabe per Drehknopf
    - Keine nachträglichen POIs möglich



    Gruß, Foxbat

    2 Mal editiert, zuletzt von Foxbat ()

  • Hallo,


    auch die nachträglich eingebauten Navigationsradios nutzen das Geschwindigkeitssignal, welches in der Regel am Radioanschluss für die geschwindigkeitsabhängige Lautstärkeregelung zur Verfügung steht, auch wenn es viele OEM-Radios nicht nutzen. Dazu haben die Geräte auch noch einen Gyro eingebaut. Ein Festeinbau funktioniert im Prinzip auch ohne GPS, wenn einmal eine richtige Position gefunden wurde, da zu den genannten Sensoren ein permanenter Abgleich der aktuellen Bewegung mit der Karte stattfindet, wie auch bei den PDA-Navis. Auch sonstige "ab Werk"-Festeinbauten nutzen heute in der Regel Tachosignal und Gyro, ABS ist ein sicherheitskritisches System und daher kritischer und bei nachträglichen Einbauten tabu.


    Der Hauptunterschied bezüglich der Navigation selber (die anderen Vor- und Nachteile sind ja in diesem Thread schon genannt) ist, das ein PDA-Navigationssystem ohne GPS-Signal eben nicht funktioniert, ein Festeinbau wie gesagt schon. Ein Festeinbau hat in der Regel drei Sensorsignale zur Verfügung: Tachosignal, Gyro und GPS, eine PDA-Navi nur eins: GPS.


    Gruss, Snoopy

    Einmal editiert, zuletzt von Snoopy63 ()

  • Zitat

    Original von nSonic
    Richtig ist, dass die PPC-Systeme im Tunnel nicht navigieren können. Aber wieviele Tunnel mit unterirdischen Abfahrten gibt es?

    [klugscheisser-mode]In München hat so gut wie jeder Tunnel im Mittleren Ring und im Altstadtring mindestens eine unterirdische Abfahrt. ;) [/klugscheisser-mode]

  • Hi Foxbat,
    Boah, kein Wunder, daß Du Happy bist :)
    Du vergleichst eines der besten NAvi's mit einem der vielleicht schlechtesten.


    Wenn man Äpfel mit Äpfeln vergleicht,
    siehts bisserl anders aus.
    Pro MFD:


    - Problemlose Navigation in Tunneln, Häuserschluchten etc durch Radimpuls und Gyrosensor
    - Radio/CD integriert -> keine zusätzlichen Geräte notwendig
    - Kartenupdate 2 x pro Jahr


    Kontra MFD:


    - Extrem teuer (2500.- Euro)
    - Teure Karten (ab 149.- Euro)
    - Umständliche Zieleingabe per Drehknopf
    - Keine nachträglichen POIs möglich
    - Planung nur im Auto nötig, nicht daheim am Abend vorher oder am Frühstückstisch.



    Frage: Kann man mit Deinem Festeinbau zur nächsten Tanke, Hotel, Parkplatz, Supermarkt etc. navigieren?


    BG,Ralf.

  • Zitat

    Original von Flycs

    [klugscheisser-mode]In München hat so gut wie jeder Tunnel im Mittleren Ring und im Altstadtring mindestens eine unterirdische Abfahrt. ;) [/klugscheisser-mode]


    *LOL* :D ... wieviele sind das? Und wieviele Tunnel gibt es in D? ;)


    nSonic

  • Zitat

    Original von nSonic
    *LOL* :D ... wieviele sind das? Und wieviele Tunnel gibt es in D? ;)


    nSonic

    Hm, naja, Du hast selber gesagt, dass Du in keine Großstadt mehr ohne Navi fährst. Wenn Du aber als Ortsunkundiger bei den teilweise vielbenutzten Abfahrten in München nicht rechtzeitig gewarnt wirst, hilft Dir das Navi nur beim anschließenden Rerouting weiter. Das übliche "man kommt an, nicht schnell und über Umwege, aber man kommt an". ;)


    Aus dem Stegreif zähle ich übrigens vier Abfahrten in Tunnels am Mittleren Ring und eine am Altstadtring (wer von auswärts kommt benutzt i.d.R. mindestens einen dieser beiden Ringe). Mag sein, dass das nichts ist im Vergleich zu der Anzahl Tunnels in D insgesamt, aber vielleicht nicht wenn man die Häufigkeit der Nutzung in Relation setzt. Sonst könnte man z.B. 99% der Routingfehlermeldungen hier im Forum ignorieren...

  • Hallo,


    ein wweiterer Punkt pro PDA-Navi fand noch keine Erwähnung: Den PDA kann ich in jedes weitere Auto mitnehmen, egal ob Mietwagen oder Zweitwagen z.B. der Frau. Ich nutze einen Firmenwagen, da würde ich bei einer späteren Rückgabe an die Firma keinen Cent für ein festeingebautes Navi-System zurückbekommen. Mit dem PDA bin ich immer uptodate.


    Willi


  • Standard-POIs sind enthalten: Tanke, Parkplatz, Bahnhof, Werkstatt usw.


    Gruß, Foxbat

  • Zitat

    Original von Flycs
    Aus dem Stegreif zähle ich übrigens vier Abfahrten in Tunnels am Mittleren Ring und eine am Altstadtring (wer von auswärts kommt benutzt i.d.R. mindestens einen dieser beiden Ringe).


    Diese Tunnel sind aber kurz, da navigiert TomTom trotzdem noch auf gut Glück weiter - und das klappt ja auch meistens.
    BG,Ralf.