Zurück!
Den Kopf rauchend von soviel Informationen begaben wir uns zurück zum Hotel. Dem Himmel sei dank, dass PeterPu diesmal auf die Anwendung des TomTom parallel zu meinem BMN verzichtet. Ich wäre diesmal nicht willig gewesen, dies zu ertragen.
Diejenigen, die auf den Verzehr von belegten Brötchen im Hinblick auf die durchgehend warme Küche des Hotels verzichtet hatten sahen sich mit dem Problem konfrontiert, dass sich diese Aussage auf die bereits in den 50er Jahren installierte Zentralheizung, keinesfalls aber auf den Ausstoß warmer Mahlzeiten zu jeder Tageszeit bezog.
Grundsätzlich sollte man in der Fremde daher ein belegtes Brötchen, und sei die darauf befindliche Fleischwurst auch noch so fadenscheiniger Herkunft, niemals ablehnen.....
Schnitzeljagd
Markus und Tobias hatten sich die Mühe gemacht, bereits am Freitag in den malerischen Weinbergen rund um Marktbreit eine Schnitzeljagd vorzubereiten. Ich darf mich korrigieren: Sobald bei einer Schnitzeljagd PDAs und GPS verwendet werden, wird dies als Geocatching bezeichnet.
Rund 15 Teilnehmer, die sich weder von der drohenden Dunkelheit, noch von der Aussicht auf stundenlanges Rumgelatsche in unwirklichen Gegenden abschrecken liessen und die zudem noch die Losung Wenn ein Brötchen rumliegt, iss es auf befolgt hatten, machten sich also auf in das bergige Umland.
Wiederum beeindruckte PeterPu die Anwesenden mit einer hochtechnischen Halterung für Bluetooth-GPS-Mäuse, für die er ganz sparsamer Schwabe den Pappkern einer antiquarischen Klopapierrolle sowie Reste von Klebeband verwendet hatte.
Kreuz und quer ging es durchs Gelände Hinweis folgte auf Hinweis, bergauf und bergab wurden die Teilnehmer gelotst und die Lunge des Verfasser bekam zum ersten Mal seit langem wieder ungeheuere Mengen an Sauerstoff.
Immer schwieriger wurden die Rätsel, immer dunkeler wurde es im Wald, immer geheimnisvoller leuchtete es bläulich grün in die erhitzten Gesichter der Wanderer. Ein unschuldiger Jogger, der unversehens in die Gruppe der keuchenden und mit leuchtenden PDAs bewaffneten Fremden geriet muss sich wohl gefühlt haben, als sei er mitten in das Landekommando der ersten Staffel von Startrek geraten und war froh sich entfernen zu können, ohne als unerwünschter Zeuge auf ein ausserirdisches Raumschiff gebeamt und seiner Heimatwelt für immer entrissen worden zu sein.
Zwischendurch kehrten wir zur Stärkung in einer Weinstube ein, die in genau einer Stube genau eine Sorte offenen Weines anbot, den sie auch uneingeschränkt empfahl.
Aufgrund der leichten Orientierungsschwäche im Gelände benannte sich die Gruppe der aufrechten Geocacher spontan und in bester Laune in "Selbsthilfegruppe der Verirrten" um.
Eine Zigarette hier, ein Stück Kuchen dort... und schon ging es weiter in die nunmehr dunkelen Berge.
Tobias und Markus hatten in der nähe einer mystischen Ruine, in der wohl heute noch in der Walpurgis-Nacht unchristliche Rituale zelebriert werden, den Hauptpreis vergraben.
Den Hauptpreis fest im Blick ließ Rellik jede technische Unterstützung dahinfahren und verließ sich ganz auf seine durch Fahrtwind und kernige (jedoch nicht sonderliche helle) Scheinwerfer trainierten Augen.
Sein intensives Absuchen größerer Geländeteile und sein Wühlen mit bloßen Händen im feuchten Waldboden wurden mit dem Hauptpreis, nämlich dem POI-Warner, kostenloser Onlinesychronisation und einem schwarzen (!) hochwertigen Poloshirt der Marke www.pocketnavigation.de, belohnt.
Insbesondere der POI-Warner erwies sich im Hinblick auf die vielen, vielen Pferdestärken, die unter der Haube seines Fahrzeuges keineswegs nur schlummern wollen, als gnadenreiches Geschenk.
Die Wiedervereinigung
Als sich die Gruppe der aufrechten Wanderer fröhlich schwatzend wieder auf den Weg ins Hotel machte musste befürchtet werden, dass man die Daheimgebliebenen mit odematös aufgeblähten Bäuchen hungernd vorfinden würde.
Gott sei Dank erwies sich diese Befürchtung als unbegründet, denn im großen Saal fand man eine launige Anzahl essender, trinkender und fröhlich lärmender Menschen vor, die offensichtlich mit sich und der Welt im reinen waren. Zur Frage, was sich ereignet hat, während der Verfasser im unwirklichen Gelände unterwegs war, empfehle ich die Lektüre des Berichtes von NSonic.
Auch mancher müder Wander hatte nichts Eiligeres zu tun, als umgehend Speise und Trank zu ordern, denn auch das beste Brötchen hält nur für eine kurze Zeit vor.
Markus und Tobias hielten einen fundierten und humorvollen Vortrag über die Möglichkeiten der Navigation im allgemeinen, dern Möglichkeiten von statischen und dynamischen POIS im besonderen und zeichneten eine Vision für die Zukunft, die viele Aktivitäten vom Friseurbesuch über den Besuch einer Veranstaltung mit dem PDA auf der Basis eines Online-Datenaustausches ermöglichen soll.
Wunschträume? Sicherlich nicht.
Warum sollte denn bitte schön nicht der PDA nach einem sorgenfreien Blick des Autofahres auf die Tankanzeige auf Wunsch die Route zur nächstgelegenen UND günstigen Tankstelle auswählen, wenn die Tankstelle die Spritpreise meldet?
Den Reisenden interessiert nicht das nächste volle Hotel in der Nähe, sondern das nächste gute, preiswerte Hotel, das zudem noch freie Zimmer meldet.
Dies sind nur zwei Beispiele von vielen Anwendungsmöglichkeiten eines erweiterten und vor allen Dingen dynamischen POI-Managements.
Ich bin schreiend sicher, dass die Jungs vielleicht nicht alles, aber vieles von dem, was sie sich vorgenommen haben, auch auf die Reihe bekommen werden.
Danach erhielten wir von Bill einen wirklich interessanten Vortrag über TMC, Wunsch und Wirklichkeit. Nicht nur, dass jetzt wohl jeder Anwesende weiss, wie TMC funktioniert, es wurde auch klar, dass mögliche Schwächen und Fehler nicht systembedingt sind, sondern dass einfach zuviele, die zur Verbreitung von TMC-Meldungen beitragen sei es bei der Erfassung der Daten oder bei der Ausstrahlung sich über verbindliche Standards hinwegsetzen.
Die Hersteller der Software sind geradezu dazu verurteilt, durch raffinierte technische Lösungen die Ignoranz mancher Radiosender (Broadcaster) zu korrigieren. Aber man sei hier so versichterte Bill auf einem guten Weg. Langfristig dürfte es wohl keine Navigationsoftware mehr ohne TMC geben und ich selbst habe keine Zweifel daran, dass Navigation die Killeranwendung für PDAs und TMC die Killerapplikation für Navigationssoftware ist.
Tatsachen
Hätte Bill im Anschluß an seinen Vortrag Claudia Schiffer nackt auf dem Tisch tanzen lassen, er hätte wohl nicht mehr Aufsehen erregen können.
Plötzlich und unerwartet zog er bereitwillig zwei neue Mäuse aus der Tasche: Die neue TMC-Maus im Stromliniendesign mit deutlich verbesserter Leistung und zur Überraschung aller die erste kabellose TMC-Maus weltweit.
Bald schon drängelte sich alles um den Tisch und starrte fasziniert auf die kleine, blaue, streichholzschachtelgroße und halbtransparente Maus.
Tombola
Kann ich eigentlich von Höhepunkten reden? Jeder Beitrag, jeder Event, das Zusammensein selbst im Rahmen dieses Treffens war ein Highlight.
Aber niemand musste ohne eine materielle Erinnerung das Treffen verlassen.
Im Rahmen der Tombola folgte Preis auf Preis und diese waren so großzügig gestiftet, das jedes Namensschild gleich drei mal in die Lostrommel geworfen wurde.
Brandofolien wurden als Preise vergeben, als seien sie kostenlos zu haben (es setzte schon bald ein reger Tauschhandel für die unterschiedlichen PDAs ein), Bücher fanden ihre Gewinner, edele Taschen, Software, Routenplaner, nagelneue GPS-Mäuse, ja sogar TomTom-Bundles waren gestiftet worden und selbst Navigon hatte (als hätten sie an diesem Tag nicht genug für das Treffen getan) Gutscheine für die noch nicht veröffentlichten Versionen des Mobile Navigators und Business Mobile Navigator gestiftet.
Im Rahmen der Preisverleihung wurde auch angedeutet, wann den mit den Updates und neuen Versionen für die Navigon-Produkte zu rechnen sei.
Hierzu nur soviel: Früher, als wir alle glauben .
Um 23 Uhr verließ der Verfasser die Veranstaltung, müde, glücklich, den Kopf wirr von so vielen Informationen.
Es hat sich gelohnt. Ein tolles Ereignis, toll organisiert, in einem tollen Umfeld und mit tollen Leuten.
Ich danke wirklich den Veranstaltern und Organisatoren, dem Team und den Mitgliedern.
Vor allen Dingen danke ich der Firma Navigon, DrDiste und Bill für die umfassenden Informationen.
Erloeser
Das ist das Objekt der Begierde: