Das Treffen!
Der Verfasser dieser Zeilen wurde von Michael (gnadenreicher Admin des Boards) freundlich gebeten, zeitnah und umfangreich über das Usertreffen zu berichten das wie wir alle wissen am 08.11. und 09.11.2003 in Würzburg stattfand.
Ein gefährliches Blitzen in seinen wasserklaren blauen Augen veranlassen mich, dieser freundlichen Bitte hiermit nachzukommen.
Würzburg
Dass das Treffen in Würzburg stattfand ist eine schwerwiegende Übertreibung. Tobias, Markus und die ganze Bande hatten beschlossen, das Basislager in den malerischen Flecken Marktbreit zu verlegen, der sich in erster Linie durch Abgeschiedenheit auszeichnet. Dieses hübsche Örtchen besteht in erster Linie aus einem am Main(!) gelegenen Parkplatz, einer größeren Baustelle in der Altstadt, dem Hotel Golderner Löwe mit durchgehend warmer Küche und einer Apotheke, die aber aufgrund des gesunden Klimas nur täglich für zwei Stunden ihre verstaubten Pforten öffnet.
Ob der Abgeschiedenheit der Location entstand beim Verfasser dieses Berichtes der Eindruck, als würde im Laufe der Veranstaltung noch die Teilnahmemöglichkeit an einer Werbeverkaufsveranstaltung angeboten, in dessen Rahmen Rheumadecken, Topfsets und POI-Warner wohlfeil unter das Volk gebracht werden sollten.
Die umliegende Landschaft wird von Weinbergen und der Firma Südzucker geprägt, die aus heimischen Rüben besten kristallinen Zucker herstellt. Die geografische Verbindung zwischen Weinanbau und Zuckerproduktion lassen auch in regenreichen Jahren darauf schließen, dass grundsätzlich jeder Jahrgang in dieser verträumten Landschaft einen lieblichen Tropfen hervorbringt.
Die Invasion
Gegen 11 Uhr trafen die ersten Teilnehmer auf dem als Treffpunkt festgelegten Parkplatz am Main(!) ein. Dank Navigation fanden fast alle Teilnehmer ohne Probleme den Treffpunkt. Es ist geradezu eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet einer der renommiertesten Administratoren von pocketnavigation.de (der mich dringend bat, seinen Namen nicht zu nennen) mit dem Totalausfall seiner Navigationssoftware zu kämpfen hatte, wodurch er in Ermangelung jedweder Karte in Papierform - gezwungen wurde sein Fahrzeug zu wenden und sich über das Internet (!) eine Wegbeschreibung (!!) ausdrucken (!!!) zu lassen.
Zögerlich machten sich auf dem Parkplatz die ersten Mitglieder miteinander bekannt und bestaunten die verschiedenen Hardwareausstattungen (Gummibänder an der Aldihalterung), PDAs, die wohl älter waren als mancher Teilnehmer selbst, Jackets, die jede Hantel ersetzen und vieles mehr.
Das erste Highlight des Tages bot die Ankunft von Rellik. Waren viele User noch der Meinung, sein Userbild wäre ein Produkt ausgefeilter Arbeit mit Paintshop, so bewies sein eindrucksvolles Vorfahren mit seinem kleinen, roten und richtig gemeinen viele-hundert-PS-Boliden auf dem Parkplatz das Gegenteil.
Kaum gebremst, war das Objekt der Begierde von vielen Schaulustigen umgeben, die nicht ohne Neid dieses wirklich gemeine Stück Automobilgeschichte unverhohlen anstarrten. Bereitwillig öffnete Rellik die Motorhaube und gab den Blick auf eine Technik frei, die exzessives Lechzen verursachte.
@Rellik
Ich habe wie versprochen in tausend Tipps für die moderne Hausfrau nachgelesen. Sabberflecken auf Chrom entfernt man am besten mit lauwarmen Essigwasser!
Nach ausgiebigem Staunen, ersten Beschnüffeln und einchecken im Hotel wurden die ersten Fahrgemeinschaften gegründet und die versammelte Meute machte sich auf, in Richtung Navigon. Die Hinfahrt gelang dem Unterzeichner trotz des Umstandes, dass PeterPu unbedingt sein nagelneues TomTom-Bluetooth-Kit in meinem Auto zur Anwendung bringen musste und ich zeitweise den Eindruck hatte, ich würde mit Frau und Schwiegermutter durch die Stadt fahren. Aber ich gestehe ohne Neid: Ein feines Stück Technik!
Im Tempel
Der geplante Überfall auf Navigon erfolgte verspätet aber ansonsten generalstabsmässig. Die Firma Navigon ist in Würzburg und praktischerweise in einem Gebäudekomplex untergebracht, in der sich eine Schule für asiatische Kampfsportarten befindet.
Glaubhaften Gerüchten zufolge erhält in eben dieser Schule die Supportabteilung für PDA-Produkte eine erste Ausbildung in Selbstverteidigung, um sich gegen körperliche Angriffe jener User zu erwehren, die Ihrem Unmut über angeblich mangelhafte Produktqualität vor Ort und in einer allzu körperbetonten Art und Weise Ausdruck verleihen wollen.
Hocherfreut zeigte sich DrDiste über die Tatsache des zahlreichen Erscheinens so vieler Teilnehmer und hob nach einer kurzen Kopfrechnung des Verhältnisses zwischen Anzahl der Anwesenden, des Ernährungszustandes derselben, der Anzahl der belegten Brötchen und dem von ihm hiervon beanspruchten Anteil die Teilnehmerbeschränkung launig und spontan auf.
Jeder Teilnehmer erhielt ein Namensschildchen und plötzlich erkannte man in seinem Gegenüber aus so vielen Beiträgen vertraute Forumsmitglieder, was zu eifrigem Smalltalk und viel Gelächter führte.
Nach einer Begrüßung aller Teilnehmer ging es denn auch schon in einen kleinen Vortragsraum. Ich kann unmöglich hier in diesem Beitrag den unglaublich interessanten und aufschlussreichen Inhalt dieses Vortrages wiedergeben, das würde ausufern und soll an anderer Stelle geschehen....
Was ich aber mitgenommen habe ist die unglaubliche Arbeit die hinter Navigationsprodukten steckt, die Komplexität, das mühsame kontrollieren und händische Verbessern des Rohmaterials. Ich habe wirklich Respekt vor dieser Leistung.
Viele brennende praktische Fragen der User wollte und konnte Navigon natürlich nicht beantworten. Informationen zu neuen Produkten, zu Entwicklungen und zu Plänen für die Zukunft muss in wirtschaftlichen Unternehmen ja auch ein Geheimnis bleiben. Es ist das Kapital des Unternehmens.
Einige Fragen wurden aber doch mit aufschlussreichen Floskeln kommentiert.
So etwa die Frage, wieviel Software-Pakete Navigon im Jahr verkauft. Navigon erwartete eine Größenordnung von 50.000 Einheiten, konnte aber in diesem Jahr ein vielfaches davon absetzen. Die Erwartungen in diesem Geschäftsfeld wurden somit großzügig übertroffen.
Hierbei muss angemerkt werden, dass die Entwicklung von PDA-Navigationssystemen für Navigon nur eines von mehreren Geschäftsfeldern darstellt.
Auf die Frage, was für neue Features denn beispielsweise die nächste Version des Business Mobile Navigators haben wird erhielten wir weitestgehend ein Lächeln, aus dem man aber schon echten Entwicklerstolz ablesen konnte.
Nur soviel wollte man sagen:
Die alte Oberfläche ist wohl ausgereizt. Na? Ob denn der neue BMN mit einer ganz neuen Oberfläche aufwarten wird? Oder erst die übernächste Version.... ein Lächeln. Aber soviel wollte man denn doch sagen: Es wird einen Button geben, mit dem man zum nächsten Sender springen kann.
Dann die Frage aller Fragen: Wann! Wann! Wann????
Und die Antwort aller Antworten: Bald! Bald! Bald!!!!
Was nahmen wir also von Navigon mit?
Tiefe Einblicke in die Entstehung eines Navigationssystems, viele kleine Andeutungen, Antworten auf viele Fragen einzelner, die Erkenntnis, dass für so manches Feature, das man sich wünscht, ein anderes, das man liebt, geopfert werden müsste.
Und die Erkenntnis, dass Navigon viele Anregungen aus dem Forum aufnimmt und versucht sie umzusetzen.
Navigon war ein perfekter Gastgeber an diesem Tag. Ich halte es für ein ansehnliches Beispiel einer verbraucherfreundlichen Grundeinstellung, dass ein Teil der Belegschaft und des Managements einen erheblichen Teil Ihres Wochenendes opfern um sich bereitwillig den Fragen ihrer Kunden zu stellen.