was ist der ursprüngliche Sinn von "my Routes"?

  • Der Sinn von My-routes ist es ALTERNATIVE Routen vorgeschlagen zu bekommen,
    die es erlauben eine alternative Strecke auszuwählen :thumbup: , da die schnellste oder optimalste Route in der Realität dies nicht auch wirklich immer ist.


    Und weil man manchmal aus X Gründen eine andere Strecke vorzieht, die da eventuell vorgeschlagen wird.
    Ich finde diese Funktion interessant, oft intelligent und demzufolge praktisch 8) wer es nicht möchte schaltet es einfach ab.


    Weiss nicht was man noch dazu sagen kann. :whistling:

  • Der Sinn von My-routes ist es ALTERNATIVE Routen vorgeschlagen zu bekommen,
    die es erlauben eine alternative Strecke auszuwählen :thumbup: , da die schnellste oder optimalste Route in der Realität dies nicht auch wirklich immer ist.


    Nö, der ursprüngliche Sinn (also die Funktion, die Navigon implementiert hat) von MyRoute soll sein, das es einem die beste Route, abgestimmt auf den individuellen Fahrstil und passend zur Uhrzeit und Wochentag, vorschlägt. Hinzu kommen bis zu zwei alternative Routen. Letzteres IMHO, weil Navigon der Funktion wohl selbst nicht ganz vertraut.


    Man muss doch nur mal auf der Homepage von Navigon nachlesen.


    Und wenn ich hier so lese, sieht wohl jeder einen anderen Sinn darin bzw. wird es sinnentfremdet verwendet oder abgeschaltet.


    Ach so, schnellste und optimalste Route gibt es bei Navigon nicht. Es gibt ne schnelle Route (Grob: wo die Preferenz auf hohe Strassenkategorien liegt) und ne optimale Route (Grob: wo auch mittlere Kategorien ins Routing einbezogen werden)


    Franz

  • Nö, der ursprüngliche Sinn (also die Funktion, die Navigon implementiert hat) von MyRoute soll sein, das es einem die beste Route, abgestimmt auf den individuellen Fahrstil und passend zur Uhrzeit und Wochentag, vorschlägt.



    Das ist das blabla mit dem Navigon das bewirbt, aber ganz sicher nicht das, was Navigon implementiert hat.


    Was Navigon implementiert hat, ist genau das hier:


    1. Es werden zusätzlich zu der "normalen" Route noch bis zu zwei mehr oder weniger sinnvolle Alternativrouten berechnet. Diese drei Routen sind bei gleichem Start und Endpunkt, gleichem Kartenmaterial und gleicher Einstellung *immer* die gleichen. Daran ändert sich absolut nichts, weder dadurch, dass man die Routen öfters fährt, noch durch die Tageszeit oder den Wochentag.


    2. *Abhängig* vom persönlichen Fahrstil (den das Gerät mit der Zeit lernt), der Tageszeit und des Wochentags wird danach für die drei Routen die Fahrtzeit berechnet, und dann die ensprechend sinnvollste vorgeschlagen (was *nicht* immer die schnellste ist). In den *meisten* Fällen ist das sowieso die orange, aber nicht immer. Es kann also durchaus passieren (und tut es auch), dass Freitags Nachmittags eine andere der 3 Routen vorgeschlagen wird, als Sonntags nachts, genauso wie es bei unterschiedlichen Fahrern bei sonst identischen Geräten vorkommen kan, dass zur gleichen Zeit eine andere der drei Routen empfohlen wird.


    Was aber wie gesagt garantiert niemals passiert, ist das schon von vornherein unterschiedliche Routen berechnet werden. Die drei Vorschläge bleiben immer die selbe. Angepasst wird nur die berechnete Fahrzeit, aber niemals das Routing.

  • Sehr gute Erklärung, ccdmas, vielen Dank! Eine Zustzfrage hätte ich noch. Du schreibst in Punkt 2, dass die Fahrzeit auf einer bestimmten Route in Abhängigkeit von der Tageszeit und dem Wochentag berecht wird. Mich würde interessieren, ob hierbei historische Verkehrsdaten zugrunde gelegt werden (nach dem Motto: Freitag Nachmittag ist auf diesem Autobahnabschnitt meistens Stau, deshalb dauert es x Minuten länger), und wenn ja, ob diese historischen Verkehrsdaten im Kartenmaterial hinterlegt sind, oder nur aufgrund der selbst gefahrenen Strecken ermittelt werden.

  • Ich glaube nicht, dass die Strecken nach Wochentag und bestimmter Uhrzeit berechnet werden. Intelligente Berechnungen gibt es, glaube ich, bei Navigon nicht.

  • Ich habe keine Ahnung, halte das system aber für erheblich simpler als die meisten es sehen, oder als Navigon es bewirbt. Da sind auch kaum für unterschiedliche individuelle Strecken spezielle Daten hinterlegt.


    Vielmehr ist es wohl so eine simple Logik wie: "Zu Hauptverkehrszeiten an Arbeitstagen geht's in Innenstädten grundsätzlich langsam voran."


    Ich kann auch bisher nicht feststellen, dass das System wirklich für *individuelle* Strecken etwas "lernt".
    Wenn es z.B. auf einer Route zwei unterschiedliche Strecken über absolut gleichwertige Straßen gibt, von denen trotzdem eine deutlich schneller, wenn auch etwas länger als die andere ist, (zum Beispiel in Städten durch Ampelschaltung) kann man die zwei Strecken so oft abwechselnd fahren wie man will, das lernt das System nie (weil die benutzten Straßen intern gleichwertig sind), und beharrt stur darauf, die etwas kürzere zu nehmen, völlig egal wie viel schneller die andere regelmäßig ist.


    Das erkennt man dann auch an der Ankunftzeit, wenn man das System beobachtet. Auf Strecken, auf denen es regelmäßig deutlich schneller oder langsamer als "normal" für die Straßenart vorangeht, wird das System auch nach X-maligem abfahren der selben Strecke, sich ensprechend bei der Ankunftzeit vertun.


    Zum Besipiel: Ich kann hier über zwei verschiedene Brücken auf die andere Rheinseite fahren.


    Der Unterschied in der Entfernung ist lächerlich, der in der Zeit an normalen Tagen aber gewaltig, weil auf der einen Strecke tonnenweise Ampeln stehen, die noch dazu extrem schlecht geschaltet sind, während auf der anderen Strecke fast gar keine Ampeln sind. Trotzdem besteht das System auch nach x-maligem Fahren beider Wege darauf, die minimal kürzere zu nehmen, und berechnet für den Weg konsequent jedesmal viel zu kurze Fahrzeiten, währen sie gleichzeitig für den massiv schnelleren Weg regelmäßig viel zu lang berechnet werden. Es kann halt eben *nicht* zwischen den Strecken unterscheiden, weil es nur die Straßenart berücksichtigt.


    Also IMHO lernt es ausschließlich für die individuellen Straßenarten die das System kennt die ungefähre Durchschnittsgeschwindigkeit des individuellen Fahrers zu unterschiedlichen Zeiten, das ist alles. Ich kann das natürlich nicht beweisen, aber simple Beobachtung des Verhaltens macht das extrem wahrscheinlich.

  • Hallo.
    Das sind die Angaben von NAVIGON zu MyRoutes:
    Je nachdem, welcher Fahrertyp Sie sind, empfiehlt Ihnen NAVIGON MyRoutes die beste Route - zugeschnitten auf Ihren persönlichen Fahrstil, den Wochentag und die Tageszeit. Darüber hinaus zeigt Ihnen Ihr NAVIGON bis zu zwei alternative Routen an.


    MfG Boss71

    MfG Navimensch

  • Ich glaube nicht, dass die Strecken nach Wochentag und bestimmter Uhrzeit berechnet werden. Intelligente Berechnungen gibt es, glaube ich, bei Navigon nicht.


    Doch tun sie. Das kann man ganz leicht selber ausprobieren, indem man die exakt selbe Strecke einmal freitags Nachmittags zur Hauptverkehrszeit, und einmal Sonntags nachts berechnen lässt, und die berechneten Fahrzeiten vergleicht.


    Ich habe auch schon mehrfach auf identischen Strecken unterschiedliche der drei berechneten Routen vorgeschlagen bekommen. So fährt mich das Teil z.B. in der Nacht eher kürzere Strecken mit längeren Innerortsfahrten, während es zur Hauptverkehrszeit eher so lange wie möglich auf der Autobahn bleibt, und dafür Umwege in Kauf nimmt.


    Beispiel: Von Leverkusen in die Kölner Iinnenstadt. Nachts geht's von der A3 schon in Mühlheim runter, weil das der kürzeste (und Nachts ohne Verkehr auch tatsächlich der schnellere Weg ist). Tagsüber fährt er stattdessen auf der A3 weiter bis zur Zoobrücke, und erst da runter. Wie gesagt, immer nur wenn die beiden Wege sowieso schon einem der drei Vorschläge entspricht, die wie gesagt immer exakt die gleichen sind.


    Von daher macht es übrigens raltiv viel Sinn, gerade auf längeren Strecken, zwischendurch mal mit Myroutes ganz neu berechnen zu lassen. Sehr oft findet er dann plötzlich nämlich neue Routen, die deutlich "besser" sind.


    Ganz besonders gilt das, wenn man sich allmählich dem Ziel nähert. Bei längeren Routen bevorzugt das Ding nämlich *MASSIVST* höherwertige Straßen, und übersieht so gerne viel sinnvollere Routen.


    Noch ein Beispiel gefällig? Wenn man z.B. von Köln nach Bochum zum Rathaus über die A1 fährt, fährt die ursprüngliche Route nördlich um halb Bochum auf der Autobahn rum, weil von da aus der Anteil an Innenstadtfahrt am kürzesten ist. Der Umweg ist aber gewaltig. Wenn man einmal auf der A43 angekommen Myroutes neu berechnen lässt, ist die orange Route immernoch die gleiche, er findet jetzt aber plötzlich noch zwei deutlich kürzere Varianten die schon viel früher von der Autobahn runterfahren, *UND* er schlägt auch eine der beiden jetzt plözlich als sinnvoller vor.

  • Soweit ich das bisher mitbekommen habe, beschränkt sich das "lernen" auf die Ankunftszeit, nicht auf die Routen. Im Gerät sind ja Durchschnittsgeschwindigkeiten hinterlegt, aus denen sich die Ankunftszeiten errechnen (nicht die Routen!). Diese werden im laufe der Zeit angeglichen. Und zwar immer dann, wenn eine Route auch zuende gefahren wird. Im laufe der Zeit sollten also, wenn meist die gleichen Routen gefahren werden (z.B. der tägliche Arbeitsweg), die Ankunftszeiten realistischer werden.


    Insofern wird die Route bei MyRoute empfohlen, die anhand der angeglichenen Durchschnittsgeschwindigkeiten am schnellsten zum Ziel führt. Das heisst aber nicht, das irgendeine Route aufgrund geänderter Durchschnittsgeschwindigkeiten anders berechnet wird. Nur die Fahrzeit ändert sich, aufgrund dessen evt. eine andere der immer gleichen drei Routen empfohlen wird.


    Es könnte also z.B. der unwahrscheinliche Fall eintreten, das die BAB immer zum Berufsverkehr voll, die Bundesstrasse aber leer ist. Dann würde, sofern eine der drei Routen vorzugsweise die BAB meidet, diese dann evt. empfohlen. Wo hingegen mitten in der Nacht die BAB empfohlen werden würde. Dazu muss aber auch ohne diese angepassten Durchschnittsgeschwindigkeiten eine der Routen quasi zufällig von den Strassenkategorien her günstiger als ne andere liegen. Eine Routenberechnung, die diese Durchschnittsgeschwindigkeiten als Grundlage nimmt, gibt es nicht. Zumal auch das kaum einen Effekt hätte, weil wegen der simplen Speicherung per Strassenkategorie Staustellen kaum erkannt werden können. Zweiter Punkt ist der, das natürlich nicht überall die Durchschnittsgeschwindigkeiten dem entspricht, was auf der "Hausstrecke" erlernt wurde.


    Navigon kennt die Routenart "schnellste Route" nicht, weil die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Berechnung nicht berücksichtigt wird. Grob gesagt, wird in Richtung Ziel auf kürzester Strecke auf den höchstmöglichen Strassenkategorien der Weg gesucht. Bei optimaler Route werden halt auch mittlere Kategorien für den Mittelteil zugelassen etc. Die Einstellungen dazu, welche Strassenkategorie mit welcher Preferenz genommen werden sollen, schwirren ja hier durch das Forum. Wie kommen wir also zu einer Route, die das Gerät empfehlen soll. Hat es doch überhaupt nicht berechnet, welche Strecke die schnellste ist.


    Das ist dann der zweite Schritt: MyRoute. Es werden drei Routen mit leicht unterschiedlichen Preferenzen berechnet und nach der Berechnung die Route empfohlen, die nach den "erlernten" Durchschnittsgeschwindigkeiten am schnellsten zum Ziel führt.


    Das ist in etwa so, als ob ein Bäcker knackige Brötchen will. Anstatt aber mal die Backzeit zu beobachten, backt er immer drei Sorten Brötchen und wählt zum schluss das knackigste aus. Besser als die hellste Sorte, aber nicht so knackig wie beim Bäcker gegenüber, der seinen Backofen bedienen kann.


    Franz


    Edit: Ah, ccdmas hat ja fast das gleiche geschrieben.. Naja, dann deckt sich das wenigstens.

  • :D

    Hallo.
    Ihr beide könnt ja Bücher schreiben oder macht ihr das auch. :)

    Dann füge ich noch ein paar Bilder dazu.


    Ganz besonders gilt das, wenn man sich allmählich dem Ziel nähert. Bei längeren Routen bevorzugt das Ding nämlich *MASSIVST* höherwertige Straßen, und übersieht so gerne viel sinnvollere Routen.

    Fahrt von hier in den Südschwarzwald, PKW optimale Route ohne MyRoutes.
    Bild 1: So kann man fahren.
    Bild 2: Es wurde in Freiburg ein Zwischenziel exakt auf die vorherige Route gesetzt. So "ähnlich" fahre ich die Strecke (ich ziehe den Schauinsland vor).

  • Und dann noch etwas zum Sinn von MyRoutes. Die gleiche Strecke nochmals mit MyRoutes berechnet:


    Die grüne Strecke erkennt man gleich als ziemlich unsinnig. Die blaue Strecke ist aber als Alternative derzeit ziemlich interessant. Denn wenn im Schwarzwald meterhoch Schnee liegt und die Straßen vereist sind, kann die blaue Strecke (am Rhein entlang) schneller und vor allem sicherer sein. Das weiß ich, weil ich die Strecken kenne und dort eigentlich gar kein Navi brauche. :whistling: ;)


    [size=7]Edit: Ich habe in den Bildern das Licht angeknipst.[/size]

  • Das ist genau das Phänomen. Je länger die Strecke, desto ungenauer rechnet es.


    Wenn Du in Freiburg angekommen die Route neu berechnen lässt, wird er auch plötzlich die bessere Route finden.


    Da gab' es hier in anderen Threads auch noch andere Beispiele zu, die noch viel krasser waren.

  • Und dann noch etwas zum Sinn von MyRoutes.[..] Das weiß ich, weil ich die Strecken kenne und dort eigentlich gar kein Navi brauche. :whistling: ;)


    Und ich dachte immer, das man das Navi benutzt, um Ziele in unbekannten Gebieten zu finden... Wie, im Namen der Sith, soll ich als Ortsunkundiger entscheiden, welche der drei Routen besser oder schlechter ist? Kann ich nicht mal ansatzweise. Insofern benutzt man dann ja doch die empfohlende Route.


    Aber OK, wenn man das Navi als Wegbegleiter in bekannten Gegenden als Erinnerungsfunktion fürs Abbiegen nutzt oder als Verkehrsmeldungsempfänger einsetzt, ist es sinnvoll. :D


    Franz

  • Was ist daran seltsam?


    Früher hatte man den Weltempfänger,
    heute hat man den Navigonempfänger,
    morgen nutzt man den Liveempfänger,
    übermorgen den Galilempfänger und
    danach? Egal!


    Hauptsache man nutzt den aktuell technischen Stand täglich.
    Und das - am besten natürlich - nur auf den bekannten Strecken um zu sehen, ob die Routenplanung auch stimmt :thumbup:


    Und in Zukunft, wenn die Planung stimmt, muss man das neue System nutzen, damit man sich auch wirklich sicher ist, dass die Anzeige des Fahrzeugs genau vor der Haltelinie ist und das nebenan abgebildete Haus auch das richtige ist :rolleyes: