Blitzerwarner bald nutzlos

  • Möchte ja der allgemeinen Begeisterung über GPS-basierte "Radarwarner" etc. keinen Abbruch tun...


    ...aber es sieht so aus, als ob die zumindest auf Autobahnen bald schon sinnlos werden.


    Denn Geschwindigkeit ist Weg durch Zeit... und da gibt es Meßmethoden, die auch ohne Blitzer auskommen.


    Man nehme an einer Strecke, die mit einem Limit belegt ist, zwei möglichst weit voneinander (einige Dutzend km mindestens) entfernte Standorte und stelle an beiden einfach eine Videokamera auf, mit einer OCR-Software für die Nummernschilder (BTW: es ist KEIN Zufall, daß die neuen Nummernschilder so seltsam geformte Buchstaben und Zahlen haben!).


    Wird nun festgestellt, daß ein bei Punkt 1 aufgenommenes Fahrzeug früher bei Punkt 2 ankam, als das bei Einhaltung des auf der Strecke geltenden Limits möglich war, dann werden die entsprechenden Ausschnitte der Aufzeichnung samt Timestamps automatisch archiviert und der entsprechende Bußgeldvorgang ausgelöst.


    Zukunftsmusik? Keineswegs! In Italien sind schon mehrere derartige Knöllchenautomaten aktiv, sowohl die vollautomatische Version mit den Kameras als auch eine, die über die Mautstationen arbeitet: kommt einer, der bei A eine Mautkarte gezogen hat, bei B (wo sie zu bezahlen ist), "zu früh" an, dann gibt´gleich noch ein "Zielfoto", und bisweilen stehen dann schon gleich hinter dem Mauthäuschen die Carabinieri.


    Ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das auch hier kommt. Momentan fehlt zwar noch die Infrastruktur (ist in I wegen der vielen Mautstationen halt einfacher), aber die diversen derzeit überall aufgebauten Kamerabrücken, die nach offizieller Lesart nur dazu da sein sollen, LKW-Maut-Mogeleien zu verfolgen, ließen sich mit ein bisserl Zusatzsoftware auch zu genau dem vorgenannten Zweck einsetzen.


    Und ich weiß gar nicht mal, ob ich darüber traurig sein sollte... denn die typische "Kundschaft" dieser neuen "Blitzer"-Generation wären nicht diejenigen, die ein Tempo-100-Schild mal zu spät gesehen haben und in die 50m dahinter stehende Radarfalle geraten sind, sondern diejenigen, die über längere Strecken hin konstant und meist auch noch ziemlich heftig ein Limit vorsätzlich mißachten und zu diesem Zweck meist auch noch andere Verkehrsregelverstöße begehen (massives Drämgeln, Rechtsüberholen etc.).


    Denen nützt dann auch kurzfristiges Abbremsen vor dem "Blitzer" nix. UND DAS IST GUT SO !!!!

  • Hallo,


    die von dir beschriebenen "Section cameras" werden längst von der Freeware "CheckPOInt" angesagt und mittels Anzeige der Durchschnittsgeschwindigkeit kann man exakt auf dem "Messabschnitt" die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten.


    CheckPOInt ist freeware und die Datenbank mit allen Blitzerdaten (auch Deutschland) inklusive Rote Ampeln und "Section cameras" ist auch kostenlos zu benutzen.


    Derzeit ca. 5000 Blitzer für D, A, CH.


    mfg


  • Haltet Euch an die Geschwindigkeitsbeschränkungen und ihr habt das Problem nicht! :evil:

  • @smarty


    Strafe für Überschreitung der erlaubten Geschwindigkeit um 1 Km/h: 3 Jahre Gefängnis!
    So, jetzt haben wir das Problem auch nicht mehr.


    Was soll so ein blöder und überflüssiger Kommentar wie deiner???


    Meine Güte, jeder der Checkpoint oder ähnliches benutzt ist ein Raser? Gut, ich gebe es zu, ich fahre auf Autobahnen auch schon mal 10-20 Km/h schneller als erlaubt! Ja, und ich bin in den Fällen dankbar, wenn ich vor Blitzer jeder Art gewarnt werde.
    Ein anderes Beispiel kann man hier im Forum auch nachlesen. Die Tochter wird fast in einer Spielstrasse von einem zu schnellem Auto überfahren. Wie kann man bitte auf die Idee kommen und in einer Spielstrasse zu schnell unterwegs sein?!! Habe ich absolut kein Verständnis für.


    Diskutieren kann man über alles. Aber bitte nicht inhaltslose Sprüche klopfen... X(

  • @ Endehar Roff,


    ... versteh ich gut, allerdings bin ich über die Blitzer POIs froh, vor allem auf Bundes- u. Landesstrassen und nicht weil ich so rasant unterwegs bin, sondern manchmal etwas unachtsam. Allein die Ansage hat für mich erzieherische Wirkung :D


    Wir alle wissen, was "technisch möglich" ist, nur funktionieren tuts einfach nicht. Die LKW-Maut in Deutschland (Blamage für Mercedes) funktioniert nicht, die Sektion Control in Österreich (Wien) ebenso nicht :gap


    Ich glaube eben NICHT, dass nur notorische Raser Nutzer der Blitzer POIs sind ;)

  • Nun, es geht alles auch viel, viel einfacher, ist bereits ÜBERALL installiert und wird nur aus Datenschutzgründen (weil dies einer totalen Überwachung gleich käme!) nicht genutzt.


    Ich spreche vom guten alten GSM (oder zukünftig UMTS). Technisch überhaupt kein Problem durch die Gesprächsübergabe eines Telefonates (oder auch nur der puren Anwesenheitszeit am Netz, denn ein Handy funkt dauernd) durch die verschiedenen Funkzellen die Geschwindigkeit zu bestimmen, sprich zu messen.


    Gut, dann schalte ich mein Handy aus. Fein, nur dann ist der eigentliche Zweck eines Handys auch weg :( . Und Oberklasse Autos haben eh alle schon GSM-Module verbaut, die man nicht einfach mal so abstellen kann . . . . . . . . . :( . Tendenz Richtung Mittelklasse, Kleinwagen stark zunehmend.


    Mit Sonntagsgrüssen, roady


  • bin ich Dir wohl auf den Schlips getreten, wie?


    :D

  • Also die Überwachung in Italien zwischen den einzelnen Mautstationen wird doch schon seit 20 jahren sporadisch durchgeführt. Und in der letzten CT, im Artikel über Toll-Collect, steht genau das, was Endehar Roff skiziert hat. Die Mautbrücken werden mittel- bis langfristig zur kompletten Verkehrsüberwachung ausgebaut werden. Nicht nur zum kassieren von Strassennutzungsgebühren für LKW/PKW. das ist von langer Hand so geplant...


    lg
    Michael ;)

  • Hilfe!


    Kann man gegen diese Leute, die nur ihre Anzahl der Beiträge erhöhen wollen, nichts machen?


    @MasterMike:


    ich denke, dass so ein flächendeckender Ausbau hier in Deutschland schon rein rechtlich nicht gehen wird. Weil das eine Verletzung des Datenschutzes wäre. Man wüßte zu jeder Zeit, wo jeder hingefahren ist. Ja klar, die Handyortung gibt es schon lange, aber funktioniert dies doch etwas anders.

    Einmal editiert, zuletzt von Sorcier ()

  • Zitat

    Original von MasterMike
    Also die Überwachung in Italien zwischen den einzelnen Mautstationen wird doch schon seit 20 jahren sporadisch durchgeführt. Und in der letzten CT, im Artikel über Toll-Collect, steht genau das, was Endehar Roff skiziert hat. Die Mautbrücken werden mittel- bis langfristig zur kompletten Verkehrsüberwachung ausgebaut werden. Nicht nur zum kassieren von Strassennutzungsgebühren für LKW/PKW. das ist von langer Hand so geplant...


    lg
    Michael ;)


    das ist ja auch sinnvoll (zumindest in einem Land, in dem es generelle Tempolimits gibt :) ).


    Das gesagt habend, liegt auch die Vermutung nahe, dass nach der Inbetriebstellung von Toll Collect bei uns ebenfalls ein generelles Tempolimit folgen wird, welches dann sehr kostengünstig überwacht werden kann.


    Diese Überwachung ist natürlich nur dann justitiabel, wenn zwischen den Referenzpunkten durchgängig das gleiche Tempolimit gilt 8) .


    Naja, meinen Segen haben sie.

  • @smarty:


    wenn das Mautsystem erst einmal funktioniert, wer weiß schon wann, wird eine generelle Überwachung damit aber nicht funktionieren. Denn jeder Lkw benötigt doch so ein Zusatzgerät und nur damit funktioniert es. Also müsste dann jeder Autofahrer dazu verdonnert werden, sich auch so ein Gerät anzuschaffen. Dies würde dann einige Steuerausfälle der Anlaufzeit wieder reinbringen...


    Oder täusch ich mich da?

  • Zitat

    Original von Endehar Roff
    Möchte ja der allgemeinen Begeisterung über GPS-basierte "Radarwarner" etc. keinen Abbruch tun...


    <<< schnipp >>>


    Die stationären - also fest installierten - Messanlagen (auch Starenkästen genannt), vor denen diese Radarwarner warnen, stehen in aller Regel an Stellen, wo erhöhtes Unfallrisiko besteht.


    Nun mag man einwenden, dass die Radar - POI's dann einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten, indem der Fahrer veranlasst wird, sich an die geltende Geschwindigkeit zu halten. Dieser Beitrag zur Verkehrssicherheit wird aber durch die weit verbreitete Unsitte, direkt hinter der Kamera wieder Gas zu geben (gut zu beobachten auf der Weinsteige in Stuttgart ?( ), vollkommen konterkariert.


    Deshalb bin ich ein energischer Gegner von dieser Art, das Navigationssystem zu missbrauchen - auch wenn ich damit vielen Leuten auf die Füße trete.


    Die reine Abzocke durch mobile Radarfallen (am Besten noch ganz knapp vor den Ortsendeschildern) sind eine ganz andere Geschichte da in der Regel nicht durch Sicherheitsgedanken sondern rein monetäre Interessen motiviert! :evil:

  • Zitat

    Original von Sorcier
    @smarty:


    wenn das Mautsystem erst einmal funktioniert, wer weiß schon wann, wird eine generelle Überwachung damit aber nicht funktionieren. Denn jeder Lkw benötigt doch so ein Zusatzgerät und nur damit funktioniert es. Also müsste dann jeder Autofahrer dazu verdonnert werden, sich auch so ein Gerät anzuschaffen. Dies würde dann einige Steuerausfälle der Anlaufzeit wieder reinbringen...


    Oder täusch ich mich da?


    Ich denke, da täuscht Du Dich:


    Die bidirektionale Kommunikation zwischen OBU (On Board Unit ;) ) im LKW und den Mautbrücken dient der Streckenerfassung in Echtzeit.


    Für die Überwachung der Geschwindigkeit reicht es vollkommen, jedes Fahrzeug an jeder Brücke zu fotografieren und die erzeugten Bilder jeder Messstation dann über das Kennzeichen zu korrelieren.


    Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass für eine lückenlose Geschwindigkeitsüberwachung der notwendige Rechenaufwand (und damit Kostenaufwand) so astronomisch hoch ist ?( , dass diese Möglichkeit der Nutzung noch lange rein akademisch bleiben wird...

    Einmal editiert, zuletzt von smarty ()

  • Zitat

    Original von smarty
    Diese Überwachung ist natürlich nur dann justitiabel, wenn zwischen den Referenzpunkten durchgängig das gleiche Tempolimit gilt 8) .


    Warum dass den?
    Es reicht eindeutig wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit höher als die höchste zugelassen einzelabschnittsgeschwindigkeit ist.


    Garry

  • Zitat

    Original von smarty
    Nun mag man einwenden, dass die Radar - POI's dann einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten, indem der Fahrer veranlasst wird, sich an die geltende Geschwindigkeit zu halten. Dieser Beitrag zur Verkehrssicherheit wird aber durch die weit verbreitete Unsitte, direkt hinter der Kamera wieder Gas zu geben (gut zu beobachten auf der Weinsteige in Stuttgart ?( ), vollkommen konterkariert.


    Deshalb bin ich ein energischer Gegner von dieser Art, das Navigationssystem zu missbrauchen - auch wenn ich damit vielen Leuten auf die Füße trete.


    Diese Fälle werden auch überwacht durch mobile Messungen nach den festinstallierten. So ein Warner kann also niemals als Freibrief missbraucht werden, schützt aber vor versehentlichen Übertretungen und macht genau das was die Starenkästen an diesen stellen machen sollten: die Geschwidigkeit senken (auch wenn einige nur als Einnahmequelle installiert sind)



    Garry