Wintec WSG 1000: Fragen und Verbesserungsvorschläge

  • Hallo,


    beim Austesten meines kürzlich erworbenen Wintec WSG 1000 sind mir verschiedene Dinge aufgefallen:


    1. Ab einer bestimmten Akku-(Ent)Ladung flimmert bei meinem Gerät der "graue" Hintergrund bei den Bildschirmen E1, E2 und E3 deutlich wahrnehmbar. Ist das normal oder ein Defekt meines Gerätes?
    Mir ist es bei Akku-Ladung kleiner 80% und weniger aufgefallen (je weniger Akku-Ladung umso stärkeres Flimmern).
    Die Stärke des Flimmerns ist bei direkt einfallendem Licht höher als im Schatten.


    2. Bei der Navigations-Funktion (Bildschirme G0, G1, G3) scheint der Magnetkompass-Kurs als Referenz genommen zu werden und nicht der GPS-Kurs.
    Wenn dies tatsächlich so ist, dann ist das zwar solange sinnvoll, wie man nicht in Bewegung ist, und das Gerät waagerecht halten kann. Wenn man allerdings in Bewegung ist und guten GPS-Empfang hat sollte der GPS-Kurs als Referenz um einiges genauer sein, als der Magnetkompass-Kurs, oder irre ich da?
    Was bei der Verwendung des Magnetkompass-Kurses ein großes Problem ist: sobald man das Gerät nicht mehr annähernd horziontal hält funktioniert die Navigation überhaupt nicht mehr, weil dann wohl kein sinnvoller Magnetkompass-Kurs mehr bestimmt werden kann (z.B. wenn man das Gerät an einer senkrechten Halterung an einem Fahrzeug anbringt) - bei Verwendung des GPS-Kurses wäre dies kein Problem.


    3. Wie kalibriert man den Magnetkompass richtig? Ich habe mehrfach beobachtet, dass die Anzeige in D0 nach einer neuen, erfolgreichen Kalibrierung korrekt ist, wenn man das Gerät in der Nord-Süd-Richtung ausrichtet (Antenne des WSG 1000 zeigt z.B. nach Norden), aber wenn man es in Ost-West-Richtung ausrichtet hat man deutlich >10% Abweichung im Vergleich zu einem herkömmlichen, ölgelagerten Magnetkompass (und somit einen unbrauchbaren Kurs).


    Folgendes würde ich mir für eine zukünftige Firmware wünschen:


    a) Wegpunktenavigation, d.h. die Möglichkeit der Eingabe einer Route, die aus mehreren Markierungen besteht wobei das Gerät einen von Markierung zu Markierung leitet.


    b) Nautische Maßeinheiten für Entfernungen und Geschwindigkeiten.


    Zumindest b) sollte kein großer Aufwand sein und wenig zusätzlichen Speicher fressen, da es nichts anderes bedeutet, als die sowieso schon vorhandene Umstellmöglichkeit von metrischem auf britisches System um eine Option zu erweitern.


    Punkt a) könnte man als automatische Hintereinanderausführung mehrerer Navigationsschritte (wie auf den Bildschirmen Gx schon vorhanden) implementieren, was auch nur geringen Zusatzaufwand an Programmierung und Speicherverbrauch bedeuten sollte.


    90GradNord

  • Das mit dem Flimmern kann ich bestätigen. Scheint mir ab er unabhängig vom Akkustand zu sein und nur bei direktem Sonnernlicht. Bastle ich dann am Kontrast fehlt es wieder an der guten Darstellung. Insgesamt sehe ich das ab er nicht als großeses Problem.


    Schon eher das Kompass Thema. Ich ertappe mich immer wieder dabei, bei der Trackverfolgung die Straße hinter mir als grade Linie und nicht schräge Linie ins Display G2 zu bekommen. Da kippelt man dann das Gerät und versucht es in die Horizontale zu bringen und weiß doch, dass das eigentlich sinnlos ist.


    Die Anwendung des GPS-Kompass für die G-Bildschirme (und vielleicht auch für die F-Bildschirme) wäre für mich die dringenste und wichtigste Firmwareänderung. Soll doch der Magnetkompass als Marketing-Feature drin bleiben, aber der ernsthafte Nutzer soll entscheiden können, wo er den nutzt.

  • Das Flimmern ist mir noch nicht aufgefallen. Auch nicht bei sehr niedrigem Akkustand (10%).


    In allen anderen Punkten stimme ich zu: In Bewegung sollte der GPS Kompass verwendet werden, Wegpunktnavigation und nautischen Maße sind auch meine größten Wünsche an die Firmware. Hab ich sogar mal versucht Wintec mitzuteilen - leider ohne eine Reaktion zu bekommen.


    Gruß


    FRAC

  • Hm, vielleicht ist das Flimmern ja doch ein Problem meines (bzw. mancher) Geräte?


    Bezüglich der Kompassverwendung bei der Navigation denke ich, dass das Optimum drei Modi wären, zwischen denen man auswählen könnte:


    1) Magnetkompass
    2) GPS-Kompass
    3) Automatisch


    Bei 1) und 2) wird ausschließlich der entsprechende Kompass verwendet (für diejenigen, die eben doch nur eine Kompassart wollen), bei 3) stellt das Gerät automatisch fest (an Hand der gemessenen GPS-Geschwindigkeit), ob man sich in Ruhe befindet (-> Verwendung des Magnetkompasses) oder in Bewegung (-> Verwendung des GPS-Kompasses).


    Ich denke, Modus 3) ist das, was die meisten Leute wollen. Den Magnetkompass komplett bei der Navigation ausschließen sehe ich insofern als kritisch an, als man dann nur noch Navigieren kann, wenn man sich in Bewegung befindet. Das wäre z.B. beim Segeln akzeptabel, aber nicht beim Geocachen...


    Bezüglich nautischer Maße: Im Endeffekt ist die Umrechung in Seemeilen bzw. Knoten ja nur eine Multiplikation der metrischen Werte mit einem anderen Faktor als bei der Umrechnung in Landmeilen bzw. MPH. Der Faktor für letzteres muss irgendwo in der Firmware abgelegt sein. Wenn man die Stelle in der Firmware lokalisieren könnte und den Faktor entsprechend ändern würde (mit einem Hexeditor), und die so geänderte FW auf das Gerät spielen würde, könnte man u.U. bereits mit der momentanen Firmware die nautischen Maße haben (die dann Anstelle der "imperial"-Maße angezeigt würden).
    Das ist allerdings ein übler Hack und u.U. nicht "legal" (Reverse-Engineering?). Am schönsten wäre es natürlich, wenn Wintec das in die nächste FW einbauen würde...


    Meiner Meinung nach würde die Berücksichtigung des GPS-Kompasses bei der Navigation, das Hinzufügen von nautischen Maßen und Wegpunktnavigation das Gerät für Wassersportler deutlich attraktiver machen.

  • Zitat

    Original von 90GradNord
    Ich denke, Modus 3) ist das, was die meisten Leute wollen. Den Magnetkompass komplett bei der Navigation ausschließen sehe ich insofern als kritisch an, als man dann nur noch Navigieren kann, wenn man sich in Bewegung befindet. Das wäre z.B. beim Segeln akzeptabel, aber nicht beim Geocachen...


    Ich weiß ja nicht, was Euer Kompass beim Navigieren macht, meiner bringt auf den G-Anzeigen jedenfalls immer eine Winkelabweichung um bis zu 30°. Ja und deshalb brauch ich dort auch beim Stillstand den GPS-Kompass, denn nur der ist überhaupt verwertbar. Wäre die Trackanzeige korrekt, würde ich mich hier überhaupt nicht melden und fein den magnetischen Kompass nutzen.


    Mich würde interessieren, wer den bisher überhaupt mit G1 oder G2 immer die richtige Richtung angezeigt bekommt? Ich meine auf Land, nicht auf See, wo man die hinter einem liegende Strecke vielleicht nicht so genau einschätzen kann und deshalb eine Kompassabweichung nicht sofort merkt.

  • Bei mir liegt er vor allem im Auto daneben, wobei ich das immer auf Störfelder bzw das Metall drumherum schiebe... Im Freien geht es eigentlich.

  • Zitat

    Original von pdaquäler
    Ja und deshalb brauch ich dort auch beim Stillstand den GPS-Kompass, denn nur der ist überhaupt verwertbar.


    Das ist so nicht richtig: bei Stillstand gibt es keinen GPS Kompass und daher ist dieser überhaupt nicht verwertbar ;)


    Grüße


    Andreas

  • Zitat

    Original von omegaDas ist so nicht richtig: bei Stillstand gibt es keinen GPS Kompass und daher ist dieser überhaupt nicht verwertbar ;)


    Grüße


    Andreas


    Klar doch, ich halt mit dem Fahrrad kurz an und das GPS weiß noch, woher ich kam und wohin ich fahre. Es orientiert sich an meinem aktuellen Weg und damit hab ich eine klarere Aussage, als bei einem magnetischen Kompass, der bei jeder Körperbewegung und besonders beim leichten Kippen seine Meinung ändert.

    Einmal editiert, zuletzt von pdaquäler ()

  • Zitat

    Original von pdaquäler


    Klar doch, ich halt mit dem Fahrrad kurz an und das GPS weiß noch, woher ich kam und wohin ich fahre. Es orientiert sich an meinem aktuellen Weg und damit hab ich eine klarere Aussage, als bei einem magnetischen Kompass, der bei jeder Körperbewegung und besonders beim leichten Kippen seine Meinung ändert.


    Naja, Du hast eine sehr spezielle Vorstellung von einem Kompass. Zum einen beschreibst Du einen Spezialfall (und nicht einen Kompass) und zum anderen wird dieser Speziallfall im Detail noch nucht einmal richtig funktionieren. Welche Richtung soll denn als Hauptrichtung verwendet werden. Die der letzten 1, 2, 3, 4, 5, ... x Sekunden? Was ist, wenn Du kurz vor dem anhalten einen kleinen Schlewnker machst, um auf den Gehweg zu fahren? Dann stimmt die Richtung nicht mehr.


    Grüße


    Andreas

  • Meine wichtigste Vorstellung von einem Kompass ist, dass er funktioniert.
    Wär natürlich schön, wenn der GPS-Kompass ein bisschen intelligent auf den zurückgelegten Weg reagiert und Plausibiltätskriterien für Richtungsänderungen hätte. Aber ich denke, solche (Sonder-)Fälle lassen sich eher überschauen und berücksichtigen als eine zufällige Änderung der Richtung.


    Aber wie gesagt, wäre interessant, was die anderen dazu sagen, würde mich freuen, wenn sich mal jemand melden würde mit "Kompassprobleme - was ist das?"

  • Mein erstes Problem beim Magnetkompass: wie kalibiriert man das Ding überhaupt richtig?


    Irgendwo (ich glaube in der deutschen Anleitung) stand, man solle das WSG 1000 waagerecht halten und einmal langsam um die eigene Achse drehen. Manchmal klappt das, aber häufig bricht die Kalibrierung einfach mit einem Fehler ab.


    Und wenn er einmal efolgreich kalibriert ist, wie oft muss man ihn neukalibrieren? Wohl nicht so oft wie das Barometer, aber wahrscheinlich hält eine Kalibrierung auch nicht "für die Ewigkeit"...

  • Das Kalibrieren ist bei mir recht überschaubar. einmal auf einer geraden Fläche und bei Ruhe im Kreis drehen und fertig. In D2 siehst du die beiden Intensitätswerte, wenn die weit voneinander abweichen, solltest du kalibrieren.
    Aber wie gesagt, gegen die zufälligen Abweichungen hilft das nur begrenzt, die sind wohl anders begründet.

  • Das Kalibrieren soll Verfälschungen der wahren Nordrichtung ausgleichen. Die können aus zwei Gründen entstehen: Einmal zeigen die Feldlinien des Erdmagnetfeldes nicht überall exakt nach Norden, zum anderen können diese durch Fremdfelder (Metallgegenstände, Elektrogeräte etc.) zusätzlich verfremdet werden. Mir ist nicht klar, ob die Kalibrierung beide oder nur einen dieser Fehler ausgleicht. Klar ist aber, das beides ortsabhängig ist. Deshalb sollte das Kalibrieren immer möglichst dort gemacht werden, wo der Kompass auch genutzt wird. Ihn auf dem Küchentisch fernab aller Störquellen zu Kalibrieren und dann auf dem Fahrrad (Störfelder durch Metallteile, den Magneten im Dynamo usw.) bringt wenig!


    Gruß


    FRAC

  • Ich glaube keinen von beiden, woher soll das Gerät denn wissen, wo Norden jetzt wirklich ist? Ich schätze eher wird die Einbaurichtung und die Empfindlichkeit der Sensoren kalibriert, so dass das Gerät die Richtung der Feldlinien richtig (naja) anzeigt.

    Einmal editiert, zuletzt von janjan7777 ()

  • Zitat

    Original von FRAC
    Deshalb sollte das Kalibrieren immer möglichst dort gemacht werden, wo der Kompass auch genutzt wird.


    Ok, danke für den Tipp.


    Was mich allerdings ziemlich irritiert ist folgendes Verhalten:


    Ich kalibriere den Magentkompass des WSG 1000 wie oben beschrieben. Nach dem Kalibrieren lasse ich das WSG an der selben Stelle und drehe es um 360° um die eigene Achse (wie beim Kalibrieren). Dabei zeigt mir das Display des WSG 1000 in einem Sektor von ca. 270° (3 Quadranten) die vier Himmelsrichtungen in etwa konstant und auch in etwa richtig an. Im letzten Quadranten habe ich allerdings eine Abweichung von geschätzt ~30° (d.h. das WSG zeigt mir reproduzierbar im Bereich von ca. 270° der Drehung z.B. Süden in der realen Südrichtung an, bei den letzten 90° der Drehung allerdings nicht mehr in der realen Südrichtung sondern in Süd-Süd-Ost)...


    Da ich das Gerät an der selben Stelle belasse, dürfte dieses Verhalten nicht mit Abweichungen der Feldlinien des Erdmangetfeldes oder mit Beeinflussung durch andere Magnetfelder erklärbar sein (da in diesem Falle die Himmelsrichtungen über die gesamte 360°-Drehung des Geräts konstant falsch angezeigt werden müssten)...


    Ich kann mich inzwischen nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass der Magnetkompass des WSG nur sehr bedingt verlässlich ist...


    Gruß


    90GradNord