Nachhinken die 100. (auch in 2D?)

  • Ich weiß, dass das Thema schon oft behandelt wurde. :) Aber trotzdem habe ich da noch etwas Klärungsbedarf.


    Ich nutze jetzt seit über einem Jahr ein TomTom One (new Ed) und auch das hinkt leicht nach. Seit kurzem benutze ich lieber den 2D Modus und da genau das gleiche. Schätzungsweise so ca. 3-4m im Stadtverkehr. Kann man natürlich schön an Kreuzungen/Einmündungen beobachten: Man ist bereits auf der Kreuzung, aber aufm Display fährt man sozusagen gerade erst drauf.


    Jetzt heißt es ja, dass die Garmins im 2D Modus eigentlich nicht nachhinken. Kann mir aber nicht vorstellen, dass es da gar keine Verzögerung gibt, wenn selbst beim TomTom in 2D sowas festzustellen ist.


    Will jetzt kein Nitpicking betreiben, aber da ich bald das 360 (bzw. das BMW Modell habe), interessiert es mich halt. Zumindest möchte ich in 2D keine deutliche Verschlechterung beim Nachhinken im Vergleich zum TomTom haben. Kann man sagen, dass es in 2D keinen Unterschied zu den TomToms gibt?

  • Ein Nachhinken von bis zu 6 m (je nach Tempo) liegt innerhalb der Toleranz und ist ganz einfach durch die GPS-Genauigkeit begründet, die meist bei 4-6 m liegt. Besser geht's halt nicht.
    Das softwaremäßige Nachhinken kommt durch den Prozessor beim Bildaufbau hinzu. Die 2D-Grafik ist nicht so rechenintensiv und wird direkter dargestellt, während bei 3D (besonders bei vielen Kartendetails wie POIs und einem Breitbild-Display) mehr Power nötig wird. Daher ist die 2D-Darstellung präziser, sowohl beim Nüvi als auch beim TT (habe selbst den 350er und den Go 720T).
    Das muss man als Navi-Benutzer so hinnehmen. Je stärker der Prozessor, desto geringer das zusätzliche Nachhinken - aber ein bisschen ist immer.

  • Ok, danke :)


    Ich hatte den Eindruck, dass es bei einem eingebauten Werksnavi mit Tachosignalanbindung präziser ist. Kann aber auch Einbildung gewesen sein, dafür bin ich nicht lange genug mit gefahren.


    Wobei: Mit so wenigen Metern Differenz sollte jeder (sogar ich :D) gut zurecht kommen und überall ankommen. ;)


    Ich bleibe aber auch bei Garmin auf jeden Fall bei 2D. Nicht nur wegen dem Nachhinken, sondern weil ich so die Straßen, Abzweigungen etc besser und schneller erkenne.

    Einmal editiert, zuletzt von Stellvertreter ()

  • Zitat

    Original von MadMike
    Ein Nachhinken von bis zu 6 m (je nach Tempo) liegt innerhalb der Toleranz und ist ganz einfach durch die GPS-Genauigkeit begründet, die meist bei 4-6 m liegt. Besser geht's halt nicht.


    Doch, lieber MadMike, es geht besser, viel, viel besser. :)
    Ich widerspreche dir nur ungern, ;) aber es liegt nicht an der GPS-Genauigkeit, sondern an der Genauigkeit mit der ein nüvi, TomTom etc, etc, die Position berechnen kann.
    Im Bereich von ca. 10.000 und (noch viel) höher gibt es z.B. Geräte für die Vermessung, die auf eine Genauigkeit von wenigen cm kommen. Diese Geräte greifen u.a. auf Signale von sog. Referenzstationen zurück. Und das US-Militär kommt auf eine Genauigkeit, die nochmal viel, viel höher ist. Die geben natürlich darüber nichts bekannt, aber es kann gemutmaßt werden, daß die in den Hunderstel-mm-Bereich oder noch darunter kommen. Braucht man aber wohl nur für Cruise Missiles u. dgl. :gap


    Dies alles und noch viel mehr ersieht man in "Grundlage der Satellitennavigation - User's Guide" verfaßt von Jean-Marie Zogg:


    http://www.u-blox.de/customersupport/tutorial.html


    Hier dann das pdf-File:
    GPS_Basics(GPS-X-01006).pdf
    downloaden.


    Ist übrigens eine sehr ausführliche Lektüre (126 Seiten) über das komplexe und komplizierte Thema Satellitennavigation.

    2 Mal editiert, zuletzt von ALWAG ()

  • Natürlich bezog ich mich auf "Comsumer-Navis", nicht auf Militärsysteme für -zigtausende Dollar. Ist ja nicht die Pentagon-Homepage hier, oder? Wenn du dir die Sat-Anzeige beim Nüvi mal anschaust, erkennst du ja deren GPS-Genauigkeit, und daraus resultiert die Ungenauigkeit. Das ist bei den anderen Herstellern nicht anders.

  • Lieber MadMike, natürlich wollte ich dir nicht zu nahe treten!
    Daß du die Gegebenheiten des GPS kennst, war mir wohl klar, aber die Passagen "... ist ganz einfach durch die GPS-Genauigkeit begründet." und "Besser geht's halt nicht.", schienen mir zu allgemein gefaßt. - Es gibt ja wohl auch viele Navi-Benutzer, die gar nicht wissen, daß GPS auch noch für viele andere, vor allem auch wissenschaftliche Gebiete Verwendung findet.
    Vielleicht gibt es auch einige, die hier mitlesen, die gerne mehr über die Hintergründe des GPS wissen würden. Für die habe ich halt den Link über die Grundlagen gepostet.
    Daß dies schlußendlich so aussah, als wenn ich dich verbessern oder berichtigen wollte, bedauere ich. Noch dazu, wo jeder, der hier mitliest, deine hohe Kompetenz (nüvi-Tips) kennt und schätzt.
    Also bitte nichts für ungut und einen guten Rutsch nach 2008. :)

  • Zitat

    Original von ALWAG
    ..., aber die Passagen "... ist ganz einfach durch die GPS-Genauigkeit begründet." und "Besser geht's halt nicht.", schienen mir zu allgemein gefaßt.


    Ich muß zugeben, dass ich die "Grundlagen" (danke für den Link) gestern abend nur quergelesen haben. Aber ich habe es so verstanden, dass mit der derzeitigen Satellitengeneration und den öffentlichen Daten auch theoretisch nicht viel mehr als 10m Genauigkeit drin sind. Selbst die stationären Geräte zur Vermessung, die längere Meßreihen mitteln können, liegen noch im Meterbereich. Und die haben dann nicht mit Bewegung und reflektierten Signalen zu kämpfen.


    Selbst Garmin scheint ja den angezeigten Genauigkeitswerten nicht zu glauben. Sonst würde kaum der Lock auf parallele Straßen teilweise über 50m "springen".


    Guten Rutsch, Norbert

  • Nach meinem Wissen gibt es noch das DifferenzialGPS wo eine stationärer Empfänger mit genau bekannter Position konstant die Abweichung über einen 2. Kanal (zB. Funk) an die mobilen Geräte aussendet. Das soll dann im cm Bereich gehen

  • Hallo nhoffm, offensichtlich hast du zuviel quer- und zuwenig "tief"gelesen. ;) Hast halt wohl noch zuwenig Zeit gehabt.


    Auf Seite 115/116 sind 15 Wissens-(Wissenschafts-) gebiete angeführt, die wohl nur mit cm-Genauigkeit was anfangen können.


    Auf Seite 72 ersiehst du, daß mit DGPS bei Phasenmessung des Trägersignales (von der Referenzstation) ca. 1 cm Genauigkeit erreicht wird. Weiters sind auf dieser Seite DGPS erklärt und was Referenzstationen sind und bewirken.


    Und ein "Vermessungsgerät" das mit der Genauigkeit im Meterbereich liegt, wäre schlichtweg unbrauchbar. Ich kenne keines. - Und ich war bei der Vermessung. :)

  • Zitat

    Original von ALWAG
    Hallo nhoffm, offensichtlich hast du zuviel quer- und zuwenig "tief"gelesen. ;) Hast halt wohl noch zuwenig Zeit gehabt.


    Das kann wohl sein. Aber ich glaube , ich habe mehr zwischen "Ist" und zukünftigem "Soll" unterschieden.

    Zitat

    Auf Seite 115/116 sind 15 Wissens-(Wissenschafts-) gebiete angeführt, die wohl nur mit cm-Genauigkeit was anfangen können.


    Auf Seite 72 ersiehst du, daß mit DGPS bei Phasenmessung des Trägersignales (von der Referenzstation) ca. 1 cm Genauigkeit erreicht wird. Weiters sind auf dieser Seite DGPS erklärt und was Referenzstationen sind und bewirken.


    Für die derzeitige Autonavigation ist wohl eher die Tabelle auf Seite 42 relevant (und selbst davon nur die erste Zeile). DGPS hat die von dir genannten Möglichkeiten natürlich nur in unmittelbarer Nähe zum Referenzempfänger. Je mehr die Empfangsbedingungen zwischen Referenzempfänger und neuem Meßpunkt abweichen, desto geringer sind die Korrekturmöglichkeiten.

  • Momentchen ... auf Seite 42 ist nicht von GPS die Rede, sondern von zwei anderen Satellitensystemen, nämlich SARSAT-COSPAS und GALILEO. Daher kannst du die Tabelle auf Seite 42 vergessen.


    Von der Auto-Navigation ist bei dieser Thematik schon lange nicht mehr die Rede, sondern von den grundsätzlichen Möglichkeiten, die GPS bietet.


    Und bei DGPS bringst du was durcheinander. Diese Geräte bedienen sich nicht nur einer Referenzstation. ;) Es gibt ein ganzes Netz davon ...


    Es gibt mehrere Betreiber von DGPS-Diensten, die dann auch mittels unterschiedleicher Verfahren unterschiedliche Genauigkeiten anbieten. Ist aber nicht gratis. ;D


    Da das Thema GPS so umfangreich ist, stehen im gegenständlichen pds halt auch nur die Grundlagen. Für den, der sich noch ausführlicher beschäftigen will, gibt es eine Unmenge von einschlägigen Links. Hier einer davon, der vielleicht in der Lage ist, etwas Klarheit zu schaffen:


    http://gio.uni-muenster.de/bei…meth_gps/iwu-pap3.htm#b36


    Da wir schon ziemlich OT sind, schlage ich vor, diesen Teil des Threads zu schließen.


    Viel Vergnügen beim Lesen und einen guten Rutsch nach 2008.

  • Zitat

    Original von ALWAG
    Momentchen ... auf Seite 42 ist nicht von GPS die Rede, sondern von zwei anderen Satellitensystemen, nämlich SARSAT-COSPAS und GALILEO. Daher kannst du die Tabelle auf Seite 42 vergessen.


    Nein. Die Tabelle enthält die Galileo-Dienste. Und "OS/Einfrequenz" ist das, was auch (kompatibel) GPS macht.

  • Hi nhoffm.
    Wir reden ausschließlich von GPS.
    GALILEO ist erst im Probebetrieb.
    Die haben noch gar nicht alle vorgesehenen/benötigten Satelliten im Orbit.
    Es gibt noch gar keine Auto-Navigation mit GALILEO.
    Was willst du mit OS/Einfrequenz? Mit GPS schaffen die Geräte für Auto-Navigation bis 4 m.
    Willst du bestreiten, daß es Geräte gibt, die (mit dem kostenpflichtigen) DGPS Genauigkeiten im cm-Bereich schaffen?
    Ich weiß nicht, worauf du hinauswillst ?(

    Einmal editiert, zuletzt von ALWAG ()