Gerade bin bin ich von einem drei wöchigem Trip aus Schweden zurück gekommen. Auch wieder mit zurück gekommen, wenn auch nur gerade so: mein C 510.
Aber von vorne. Das TMC Probleme machen kann, wenn zusätzliche Karten im internen Speicher (intern: Skandinavien, SD-Karte: Topo's usw.) liegen war mir durchaus bewusst. Dem C510 auch - bis Fehmarn funktionerte TMC wie's sollte, ab Dänemark signalisierte mir die grüne LED zwar Empfang, Meldungen bekam ich ab da keine mehr angezeigt. Auch in Schweden demzufolge keine TMC-Meldungen. Ist allerdings auch nicht sooo schlimm, Staus sind dort, ausser in Großstädten sowieso weitgehend unbekannt - trotzdem bin ich mir relativ sicher, kein Navi nur für den Gebrauch in D gekauft zu haben...
Bis nach Östergötland zu kommen, war für's Navi kein Problem - solange es über Fernstrassen und Autobahnen ging. Ab etwa 20 km vorm Ferienhaus habe ich Yannik dann das Wort verboten, nach runden 12 Stunden Fahrt hatte ich zum ersten nicht mehr den Nerv für seine (eigentlich doch recht witzigen) "Versprecher" - "...zum uhhhn-be-f-stich-tichen Strasse..." - und noch weniger den Nerv für seine ständigen Versuche mich in unbefestigte, gesperrte und meist auch mit Schlagbäumen versperrte Waldwege zu schicken. Zum besseren Verständnis: In Schweden sind kleine Strassen abseits der Hauptstrassen, meist quer durch den Wald, selten asphaltiert, sondern gut befestigte "Pisten" mit einer Rollsplitauflage (und durchaus besser befahrbar als manch eine Hauptstrasse in dt. Städten). Diese gelten als befestigt und demzufolge auf dem Navi nicht ausschließbar. Daneben gibt es aber eben auch ganz normale, unbefestigte Wald- und Feldwege, die mit normalen PKW zwar befahrbar, aber nicht geeignet sind, längere Strecken zu überbrücken. Solche Wege werden häufig von den Grundstückseigentümern als Zufahrten privat unterhalten und für den Durchgangsverkehr gesperrt. Nicht jedoch bei Garmin/Navteq. Hier tauchen diese eben nicht als unbefestigt oder gesperrt auf. Während ich bis jetzt immer der Meinung war, es sei vordringlich, Fernstrassen und Autobahnen getrennt vom Routing ausschliessen zu können, suche ich nun händeringend nach einer Funktion zum Routing NUR auf Autobahnen/Fernstrassen. Lange Rede, kurzer Sinn: In bestimmten Gegenden (zum Testen: zwischen Borensberg - Norrköping - Finspång - 211/51) war an ein Fahren nach Navi nicht zu denken, Routen wurden über 60-70km querfeld ein berechnet, da anscheinend die Geschwindigkeiten für "normale" Landstrassen berechnet werden und so Weg und Zeit für die gut ausgebauten Strassen rechnerisch zu lang waren...
Merkwürdiger Weise zeigt die Simulation u.U. eine Route über die Hauptsrassen, beim Fahren gehts durch den Busch... Auch ein Zwischenziel hilft da nur bedingt. Phasenweise hatte ich den Eindruck, selbst Fahrzeugtyp und Ausschlüsse zu ändern bringt gar nix. LKW und schnell? Macht nix, ab ins Gebüsch...
Auch in Stockholm ein ähnliches Bild. Routen durch Einbahnstrassen (na, in welche Richtung wohl?), abbiegen in schon lange nicht mehr vorhandene Strassen, Zickzack um ein paar Meter von der Hauptstrasse abzuschneiden, alles sowas halt. Durch die im Moment reichlich vorhanden Baustellen in Stockholm machte sich hier zum ersten Mal auch das fehlende TMC bemerkbar. In dem Fall aber: selber Schuld (naja, wieso eigentlich). In Stockholm war dann auch erstmal Schluss für Yannick. Hier waren die kurzen knappen Originalansagen einfach unschlagbar - und viel weniger verwirrend. Nachvollziehbare Beispiele für das merkwürdige Routing lassen sich schlecht geben, aber wer's doch mal versuchen möchte: von der Djurgårdsbron in Stockholm nach Södertälje - erstmal mit Garmin/Mapsource, dann mit z.B. GoogleMaps. Bei der ersten Version geht das "Zickzack" durch die Stockholmer Innenstadt definitiv nicht. Da wo in Mapsource noch die Einmündung zur Smålandsgatan ist, stehen schon seit 10 Jahren Häuser - und quer durch 'ne Pizzeria wollte ich dann doch nicht. Google/TeleAtlas zeigt die funktionierende Variante und auch die Karte gibt die reellen Verhältnisse vor Ort wieder.
Bisher war ich immer der Meinung, wo man sich auskennt ist ein Navi ein nettes Gimmick, wo nicht, bringts einen schon irgenwie ans Ziel. Klappte in Stockholm nicht wirklich. Die immer wieder neu berechneten Routen führten uns immer weiter Richtung nördliche Stadtgrenze - wir wollten die E4 wieder gen Süden 'raus. Erst als wir dann die "Hardware-Karte" ausgepackt hatten, gings richtig vorwärts. In kleineren Städten dagegen hatten wir nicht soo gravierende Probleme. Linköping, Norrköping und Nyköping waren relativ ok, wenn auch hier das Kartenmaterial (NT9) mächtig veraltet erscheint - Kreuzungen die es nicht mehr gibt (ich aber seit 2000 schon so kenne), Autobahnauffahrten mal um 400m versetzt und sowas halt. Während ich in D auf TTS nicht mehr verzichten möchte, war es in S einfach besser, mit Frau Garmin vorlieb zu nehmen. Ich denke, das liegt einfach daran, das Ausschilderung und gesprochener Text selten übereinstimmen. Wenn die Autobahnauffahrt in Richtung "Kalmar" ausgeschildert ist, bringt eine Ansage Richtung "Söderköping" nur für Ortskundige wirklich was, vor allem wenn die Auffahrt auf der anderen Strassenseite ist, als das Navi zu wissen meint. "Fahren sie in Richtung E22" wenn man schon auf selbiger fährt, die aber nicht als E22 ausgeschildert ist, verwirrt ebenfalls. Da ist das schlichte "Gerade aus" deutlicher...
Am gravierendsten waren wohl zwei Abstürze des C510, die nur durch Ausschalten zu beheben waren. Nachdem mich Yannick wiedermal in einen Waldweg, der recht abrupt an einer Schranke endete, geschickt hatte, drückte ich dreister Weise auf die "Umleitungs-"Taste. Daraufhin erzählte er mir einige Male "Route wird neu berechnet" um dann in einen "Routenberechnungsfehler" zu versacken. Mehr als "OK" drücken geht dann ja nicht - dachte ich. Dann das Spiel von vorn. Die Neuberechnung variierte zwischen vier und zwanzig mal, dann wieder der Routenberechnungsfehler - bis eben zum Ausschalten. Gleiches passierte mir später nocheinmal. Später, als Frau Garmin wieder die Führung übernehmen durfte, kamen solche Abstürze nicht mehr vor. Komisch.
Fazit: Wesentlich angenehmer war das Fahren in diesen drei Wochen mit "Motormännens Sverige Vägatlas" auf den Beinen. Ob es nun das - zumindest in Schweden recht merkwürdige/veraltete - Navteq-Kartenmaterial war, was uns den Spaß am Navi vergällt hat, oder die (hinreichend bekannten) kleinen Zipperlein der Garmin-Software oder beides - keine Ahnung. Hier in D war ich bis jetzt wirklich begeistert von der kleinen Kiste - dort droben kann es nur eine kleine Hilfe zur Orientierung sein, wenn man sich vorher auf Karten schlau gemacht hat.
JJ