Tropentaugliche PDA Navigationslösung

  • Hallo!


    Vielleicht könnt ihr mir bei einem etwas komplexeren Problem helfen:


    Gleich mal vorweg - ich kenne mich zwar mittlerweile mit den technischen Grundlagen von GPS halbwegs aus aber habe weder von PDAs noch von deren Nutzung zur Navigation oder Katenerstellung Ahnung - ich lerne, aber irgendwie ist's garnicht so leicht hier mal einen Einstieg zu schaffen bei die Vielfalt an Produkten und Lösungen... :rolleyes:


    Wie schon gesagt - ich brauche ein tropentaugliches Navigationsgerät.
    Ich bin Ökologe und vorwiegend in Costa Rica/Panama unterwegs, da wäre so etwas zur Markierung von Standorten und deren Wiederfinden ideal (und damit man sich nicht verläuft und von wilden Tieren gefressen wird)!


    Ich dachte an eine Kombination von PDA/Bluetooth Maus (XAiOX iTrackU SirfIII).
    Bis mitte Oktober habe ich zeit, hoffe das genügt um das entsprechende Equipment zu finden und den Umgang damit zu lernen...



    Was ich möchte:


    Selbst erstellte Karten (Satellitenfotos) des Gebiets auf den PDA laden und damit navigieren.


    Wo wir dabei sind - gibt es eigentlich ein Programm das die Karte automatisch so dreht dass die Bewegungsrichtung nach vorne zeigt (sorry wenn das eine blöde Frage ist aber ich habe davon bislang wiegesagt kaum eine Ahnung)?


    Wieviel Arbeit ist es, Pfade die man entlanggegangen ist auf eine Karte einzutragen damit man sie später wiederfindet?
    Das wäre eine meiner Ziele - eine Karte des Wegenetzes in der Nähe einer Forschungsstation zu erstellen. Notebook und sogar Internetanschluss wären auf der Station verfügbar. Muss nicht auf den Meter genau sein (das dürfte dank des Blätterdachs selbst mit SirfIII recht schwierig werden), aber so dass man sich halbwegs zurechtfindet.


    Was der PDA können sollte bzw die Belastungen denen er trotzen muss:


    Starkregen
    permanent hohe, auch kondensierender Luftfeuchtigkeit
    Schlamm/Sand
    Hitze/starke Sonneneinstrahlung
    Erschütterungen
    miese Netzqualität und 110V beim Aufladen (habe aber zumindest einen Netzfilter mit)


    In erster Linie wäre also eine outdoortauglichkeit/Rugged-Ausführung (ein Outdoor Gehäuse allein wird bei permanent hoher LF auf Dauer wohl nicht reichen!?), eine gewisse Resistenz gegen Erschütterungen, bei Sonnenlicht lesbares Display (wohl auch eine non reflecting Schutzfolie), Betriebsdauer von zumindest 6h (wenns mehr als 8h sind umso besser) wünschenswert.



    Was ich nicht wirklich brauche:
    GPS intern
    WLAN
    Sprachausgabe
    andere erweiterte Zusatzfunktionen


    Werde den PDA wohl fast ausschließlich zum navigieren einsetzten.


    Preis ist nicht wirklich entscheidend, muss aber nicht unbedingt den mittleren dreistelligen Bereich übersteigen... :ugly



    Was meint ihr?


    Ist die Lösung vom Ansatz her überhaupt sinnvoll oder gibts was besseres?


    Bin für alle Vorschläge offen, wie gesagt - bin grad dabei mich mit der Materie vertraut zu machen.



    Schöne Grüße aus Wien,
    Christian

    2 Mal editiert, zuletzt von Aleph ()

  • Hallo Christian,


    in Deiner Situation würde ich mit der Entscheidung für die Software beginnen.


    Auf diesem Sektor ist eine Entscheidung nämlich einfach. Es führt kein Weg an TTQV vorbei. Lies Dich mal bei Touratech in die Problematik ein.


    http://www.ttqv.com


    Die Firma hat langjährige Erfahrung mit dem Outdooreinsatz unter schwierigen Bedingungen. Dort erfährst Du auch Einiges über die notwendige Hardware.


    Lass Dich nicht von den Preisen abschrecken. Du musst den Vorschlägen ja nicht gleich folgen. Aber klar ist auch: die wirklich brauchbaren Lösungen kosten Geld.


    Eine weitere Möglichkeit, sich zu informieren, ist die in den Ansprüchen verwandte Seenavigation. Bei der britischen Firma Memory-Map gibt es Informationen, die auch für extremen Landeinsatz zu gebrauchen sind. Ich habe erst spät erfahren, dass die von mir längere Zeit genutzte Seenavigation MemoryMap Navigator von 75% der Kunden auf Land genutzt wird.


    www.memory-map.com


    Auf der Hardwareseite habe ich in den Regenwäldern Mexicos und Guatemalas die Erfahrung gemacht, dass auch spezielle Geräte für den Outdooreinsatz im unpassenden Moment versagen können. Mein Prinzip wurde danach, lieber einfachere Geräte einzusetzen, aber solche Geräte in größerer Anzahl. Dabei setzt man nur ein Gerät vorsichtig dem Wetter aus, die anderen arbeiten geschützt unter der wasserdichten Kleidung.


    Wenn man z.B. drei Gerätevarianten simultan aufzeichnen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man ein Ergebnis nach Hause mitbringt. Wenn alle Geräte mehr oder weniger störungsfrei arbeiteten, erleichtert das zudem die Auswertung.


    Entscheidend ist dabei auch, ob man stationsgestützt arbeiten kann oder längere Zeit auf sich gestellt ist.


    Die Betriebsdauer sichert man besser durch mehrere Reserve-Akkus, als dass man sich auf einen extrem leistungsfähigen Akku verlässt.


    Es gibt keinen verbindlichen Weg für alle. Jede Anforderung ist anders, und jeder muß für sich einen Weg finden. Bevor man sich den Einzelfragen zuwendet, sollten aber solche prinzipiellen Fragen beantwortet sein.


    Gruß
    artur

    Einmal editiert, zuletzt von artur ()

  • Zitat

    Original von Aleph
    Selbst erstellte Karten (Satellitenfotos) des Gebiets auf den PDA laden und damit navigieren.


    Hallo


    Woher stammen denn diese Satellitenfotos? Google Earth?


    MfG

  • Hallo Christian,


    schliesse mich artur absolut an, an TTQV in Verbindung mit Pathaway führt kein Weg vorbei.


    Als Hardware einen Rugged-PDA, den es in einer Variante mit 3000mAH-Akku gibt, Betriebsdauer gut 12h.


    Damit sollte Dein Vorhaben machbar sein.


    Gruss


    Wolfgang

  • Hallo


    Ich hänge noch mal eine Alternativmöglichkeit rein... ;D


    + Tourvorbereitung: Sollte - wie oben gefragt - GE als "Liferant" der Satellitenbilder herhalten, würde ich auch TTQV als Progi empfehlen. Die Einbindung von GE-Karten bzw. -bilder ist dort denkbar einfach [ohne händisches Kalibrieren möglich]. Anschl. können in den Karten je nach Bedarf Waypoints bzw. Routen abgesteckt werden.


    Schönheitsfehler sind ggf. der Preis und derzeit scheint TTQV gewisse Probs mit WindoofVista zu haben. Zumindest bekommen ich die Einbindung von GE-Karten derzeit nur unter XP ordentlich zum Laufen.


    + Gerät: Da würde ich eher auf einen outdoortauglichen Garmin setzen. Solche Teile kann man auch einmal in die Büsche schmeißen, sind im Vergleich zum PDA deutlich robuster [kein Touchscreen], nach Norm spritzwassergeschützt bzw. wasserdicht und ein Satz [2 St.] einfache AA-Batterien halten bis zu 30h. Eine Garantie, dass solch ein Teil bei Extrembelastungen nicht auch einmal die Grätsche macht, gibt es natürlich nicht.


    Sehr einfach bei den Handempfängern von Garmin ist das Aufzeichnen eines Tracks bzw. das Setzen von Wegpunkten im Gelände. Geschieht praktisch nach freien Vorgaben bzw. auf Knopfdruck. Ggf. aber auf die Länge eines möglichen Tracks achten.


    Von GE-Bildern bzw. -Karten unterwegs auf dem PDA habe ich mich mittlerweile verabschiedet. Dann lieber doch noch eine ordentliche Rasterkarte in einem erträglichen Maßstab. Oft genug - wenn die Wegpunkte ordentlich gesetzt bzw. die Touren gut vorbereitet sind - komme ich komplett ohne Kartendarstellung aus bzw. würde auch mit den Vektorkarten [auch den freien] von Garmin zurecht kommen.


    Solltest Du aber auf Rasterkarten bzw. Karten von GE unterwegs nicht verzichten wollen/können, käme tatsächlich nur eine PDA-Lösung in Frage. Hier würde ich dann auch auf TTQV bzw. Pathaway setzen. In Extremsituationen würde ich aber auch jenen Rugged-PDA noch einmal mit einer entsprechenden Otter-Box bzw. Armor-Case versehen. Schlamm und Sand kann einfach der Tod für solche Geräte bedeuten [ein guter Kompass und gutes Kartenmaterial ist nicht immer unbedingt verkehrt... ;D].


    MfG

  • Hallo obk,


    Sicher sind reine Handempfänger (die besseren) dafür sehr gut geeignet. Ich bin von den SatBildern als 'must have' ausgegangen.


    Und ich würde den Rugged nicht in ein Amorcase stecken in den Tropen. doppelt dicht macht erst recht ziemlich heiss...
    Besser ein Aquapack-billig und ein sehr guter Zusatzschutz.

  • Zitat

    Original von kockie
    Sicher sind reine Handempfänger (die besseren) dafür sehr gut geeignet. Ich bin von den SatBildern als 'must have' ausgegangen.


    Hallo


    Das Ganze ist am "grünen Tisch" sicherlich nicht ganz einfach abzuschätzen. Wichtiger als das konkrete Gerät erscheinen mir momentan auch die Fragen nach der Tourvorbereitung, nach den konkrete Aufgaben und Anforderungen.


    Und klar: Sollten Rasterkarten bzw. Karten von GE oder ähnlichem ein "must have" sein, wird es auf einen PDA hinauslaufen. Wie man den dann genau schützt...??? Mein Eindruck bei den oben genannten Anforderungen: Es kann nicht stabil genug sein. Rrichtig kritisch dürfte es bei Sand, Staub und Schlamm werden.


    Und Satellitenbilder [GE] unterwegs...??? Ist der Ausschnitt zu groß gewählt, kann man kaum noch was vernünftiges mit anfangen und ist er zu klein gewählt, wird die Menge an Karten eben schnell unübersichtlich und unhandlich. Da würde ich eben eher mit den einfachen Vektorkarten und sinnvoll gesetzten Wegpunkten arbeiten wollen. Was dabei "sinnvoll" heißt, kann nur der entscheiden, der die Touren letztendlich plant und durchführt. Grobe Ortskenntnisse werden in jedem Fall dringend notwendig sein.


    MfG