TMCPro Verhalten

  • moin!


    bin jetzt schon eine weile mit r66 und tmcpro unterwegs und im prinzip sehr zufrieden.


    eine frage zur umfahrung von verkehrsstörungen hab ich aber: kann man irgendwo (ini-datei o.ä. wie z.b. bei destinator) einstellen, WELCHE tmc-meldungen eine umfahrung auslösen sollen?


    ich habe nämlich schon mehrfach erlebt, dass bereits stockender verkehr eine umfahrung auslöst. ich würde aber gerne erst bei einem wirklichen stau umfahren...


    weiss da einer was?



    danke,


    hansi

  • So wie ich das sehe orientieren sich die Geräte bei TMC-PRO an der übertragenen Verzögerung (was auch Sinn macht), also nicht an der tatsache ob es nun ein Stau ist oder stockender Verkehr.
    Ist eine Umfahrung mit weniger Zeitverlust wie die Verzögerungt beträgt möglich, wird umfahren. Benötigt eine Umfahrung mehr Zeit wie die Verzögerung beträgt wird nicht umfahren.


    Macht je wenig Sinn bei 1 km Stau mit einer Verzögerung von 10min eine Umfahrung zu nehmen die 20min Zeitverlust bedeutet.
    Im Gegenzug dazu mact es Sinn 6 km stockenden Verkehr der eine Verzögerung von 20min mit sich bringt über eine Umfahrung zu umgehen die nur 10min Zeitverlust bedeutet.


    Das Umfahrungsverhalten des Chicago ist nach meinen Erfahrungen wirklich gut gemacht, Grenzfälle gibt es sicher hir und da immer mal. Aber so wie das Gerät die Umfahrung gerade bei TMC-PRO Meldungen regelt ist da nichts dran auszusetzen.
    Solche pauschalen Eingriffe wie "bei stockendem Verkehr nie umfahren" sind recht sinnlos, das verschlechtert die Funktion nur.


    Gruß Thomas

  • Zitat

    [...] kann man irgendwo (ini-datei o.ä. wie z.b. bei destinator) einstellen, WELCHE tmc-meldungen eine umfahrung auslösen sollen?

    dass man bei Destinator entscheiden könnte, welche tmc-Meldung eine Stauumfahrung auslösen kann, ist so nicht richtig. Man kann z.B. stockenden Verkehr in D6 nicht ausschließen, das ist einer meiner großen Kritikpunkte an D6. Ich stimme voll zu, dass natürlich eine sinnvolle Auswertung von Verzögerungsinformation in SINNVOLLE Umfahrung besser ist als starres Ausschließen von bestimmten Störkategorien.


    Deshalb finde ich die Information

    Zitat

    [...] das Umfahrungsverhalten des Chicago ist nach meinen Erfahrungen wirklich gut gemacht

    sehr interessant.


    Zitat

    [...] orientieren sich die Geräte bei TMC-PRO an der übertragenen Verzögerung

    das kann ich für Destinator 6 klar verneinen (TMCpro). D6 leitet einfach stur um, auch wenn man auf der A3 Richtung Süden an Köln vorbei fährt, will D6 zur Hauptverkehrszeit (!) in den Kölner Stadtverkehr, was praktisch immer schlechter ist als stockender Verkehr. Welchen Wert TMCpro bei so schlechter Informationsauswertung besitzt, mag der gewissenhafte Leser für sich entscheiden...


    Ich bin gespannt auf erste Berichte von Destinator 7, ob sich dessen Verhalten diesbezüglich ggüb. D6 verbessert hat.


    Meine Hoffnung ist, dass R66 da anders verfährt (dann steige ich auf R66 um), und diverse Beiträge hier deuten darauf hin - ohne dass ich darüber indes Gewissheit habe. Weiß jemand definitiv, dass R66 die übertragene TMCpro-Verzögerung verarbeitet?

  • R66 gibt bei einem Stau eine Zeitangabe mit, um wie viel sich die Ankunft verzögert.
    In der Berechnung (ob umgeleitet wird, oder nicht) fließt die Zeitangabe mit ein.


    Man wird auch teilweise in einen Stau reingeroutet, weil der Umweg (Umleitung) einen größeren Zeitverlust bedeutet.


    ABER: die Zeitangabe ist doch sehr vage, was wohl hauptsächlich an den Meldungen liegt und es schützt halt nicht in allen Fällen vor eine Umleitung durch den Stadtverkehr zu Feierabend. Da keine Meldungen aus den Städten vorliegen geht auch R66 dann von der *normalen* Fahrzeit (also entsprechend der Straßentyp-Geschwindigkeitseinstellung) aus.

  • Zitat

    In der Berechnung (ob umgeleitet wird, oder nicht) fließt die Zeitangabe mit ein.

    Das ist natürlich genial (wenigstens im Vergleich zu D6!)


    Zitat

    Man wird auch teilweise in einen Stau reingeroutet, weil der Umweg (Umleitung) einen größeren Zeitverlust bedeutet.

    Das ist völlig sinnvoll, BESONDERS bei stockendem Verkehr.


    Zitat

    ABER: die Zeitangabe ist doch sehr vage, was wohl hauptsächlich an den Meldungen liegt

    Klar, das liegt an den Meldungen/Systemdaten. Ist eben eine Prognose, aber ich glaube, die Erfahrungen fließen bei t-traffic regelmäßig in die Prognosealgorithmen ein. Mittlerweile werden die Prognosen wahrscheinlich deutlich besser sein als noch vor zwei Jahren. Ich erinnere mich z.B. aus einer Fernsehdoku, dass an neuralgischen Staustellen die Erfahrungen tageszeit- und wochentagsabhängig, bzw. sogar ferienabhängige Unterschiede einfließen


    Zitat

    es schützt halt nicht in allen Fällen vor eine Umleitung durch den Stadtverkehr zu Feierabend [...]

    Das halte ich für völlig in Ordnung. Wenn die Berechnung durch den Stadtverkehr realistisch ist, lohnt sich eine STAUumfahrung wahrscheinlich durchaus in einigen Fällen. Bei stockendem Verkehr wird das Ergebnis wohl kaum zu einer Stadtdurchfahrt führen. Wie ich hier an einigen Stellen im Forum gelesen habe, haben einige findige Leute praktikable Geschwindigkeiten je Straßenkategorie ermittelt. Das tolle an R66, finde ich, ist dass das überhaupt möglich ist. Wenn man eine realistische Ziffer für die Geschwindigkeit im Stadtverkehr verwendet, sinkt die Wahrscheinlichkeit, in den Stadtverkehr zu geraten.


    Wenn ich bemerke, dass D6 die Route störungsbedingt neu berechnet, werd ich schon nervös, denn ich kann kaum während der Fahrt die Störungsliste ansehen und entscheiden, ob ich bei stockendem Verkehr die Umfahrung unterdrücke. Neulich kam 200m vor einer Ausfahrt eine Anweisung, die Autobahn zu verlassen. Nicht immer möglich, wenn man gerade auf der linken Fahrspur ist. Nachdem ich dann abgefahren war und an der Ampel stand, konnte ich erkennen, dass es lediglich stockender Verkehr war. Habe erst nach 5km wenden können und zurück auf die Autobahn, ca. zehn Minuten verloren. Der stockende Verkehr war noch halbwegs zähfließend, also garantiert besser als die Umfahrung...

  • Was ich mit


    es schützt halt nicht in allen Fällen vor eine Umleitung durch den Stadtverkehr zu Feierabend


    meinte:



    Beispiel Köln, wegen Verzögerung von 10 Minuten bleibt R66 auf der A3
    Wegen Verzögerung von 20 Minuten leitet er Dich auch zum Feierabendverkehr durch Köln durch.


    Ob es wirklich 10 oder 20 Minuten sind, ist so wie so zweifelhaft.


    Die Geschwindigkeitseinstellungen machen Sinn, aber es ist nun mal ein Unterschied, ob Du am Sonntag irgendwo übers Land fährst (und die Hauptstr. im Ort dann mit zB 45 km/h gerechnet wird) oder am Freitag mitten in Köln (wo der gleiche Straßentyp auch mit 45 km/h gerechnet wird).


    Zusammendfassend: man fährt so wie so immer falsch und die andere Strecke ist bestimmt besser ;)

  • Zitat

    Beispiel Köln, wegen Verzögerung von 10 Minuten bleibt R66 auf der A3
    Wegen Verzögerung von 20 Minuten leitet er Dich auch zum Feierabendverkehr durch Köln durch.

    Danke für die Erläuterung - so hatte ich es aber auch vorhin schon verstanden. Stimme zu. Der Algorithmus in R66 ist auf jeden Fall deutlich qualifizierter als in D6, weil dynamisch statt starr.


    Was Durchschnittsgeschwindigkeiten betrifft: klar, das sind immer Näherungsgrößen, die unterschiedlich gut geeignet sind. Letztlich wird Navigation dann wirklich gut sein, wenn wir alle über zentrale Rechner gelenkt werden, also bekannt ist, wer welche Route befahren wird und wie befahren eine Strecke deshalb ist.


    Die andere Strecke ist NATÜRLICH immer besser :)


    Danke für die vielen Antworten, die haben mich weiter gebracht!