Es geht darum, eine große Mercatorprojezierte Papierkarte in Glopus verwenden zu können. Z.b. aus einem A0-Scan (Copyshop) einer Papierkarte. Die meisten topografischen Karten sind transversal Mercator projeziert. Aktuell geht das nicht gut, da Glopus nur die Projektionsart Platte-Carrée (= lat/long Äquidistant) beherrscht. Eine Möglichkeit ist jedoch, die Karte in sehr viele kleine Kacheln aufzuteilen, die zwar weiter Mercatorprojeziert sind, jedoch mit jeweils korrekt umgerechneten Kalibrierpunkten an den Kachelecken. So kann der Projektionsfehler auf ein minimales unbedeutendes Mass reduziert werden. Ausserdem kommt es der Arbeitsweise von Glopus entgegen, das Kacheln erwartet, die in den Hauptspeicher passen.
Früher ist hier von ReRo im Forum für eine Weltkarte folgende Reprojektion mit den GDAL-Tools (http://www.gdal.org/) vorgeschlagen worden:
gdal_translate -a_srs "+proj=merc +datum=WGS84" -gcp 433 1012 -18924313 11028513 -gcp 7403 1012 18924313 11028513 -gcp 7403 4308 18924313 -6413524 -gcp 433 4308 -18924313 -6413524 welt.gif welt.tif
gdalwarp -t_srs EPSG:32662 welt.tif welt-neu.tif
gdal_translate fürgt GCP Kalibrierpunkte hinzu und speichert als GeoTiff. gdalwarp ver-/entzerrt die Karte von Mercator in die Platte-Carrée-Projektion (EPSG-Code 32662). Durch die Verzerrung ist die Karte nicht mehr so schön.
Nun habe ich gelesen, die GDAL Tools könnten auch grosse Bitmaps in Kacheln aufteilen und die Projektion dazu umrechnen. Aber so ganz habe ich es noch nicht verstanden welche Kommandos und Optionen hier relevant sind. Folgende sind mir aufgefallen:
gdal_translate: Optionen -srcwin -projwin -co "TILED=YES" ?
gdalwarp: Optionen -te -tr ?
Ich weiss aber nicht, ob die Kachelung automatisch läuft, oder ob noch eine Schleife im Skript geschrieben werden muss. Die Source-Beispiele im Netz waren nicht so gut dokumentiert. Meine eigenen Versuche haben nicht auf Anhieb funktioniert. Das einfachste wäre sicher, im Pixelkoordinatenraum eine lineare quadratische Kachelaufteilung zu machen (im long/lat-System etwas krumm) und dann die GeoTiff-Kalibrierung in KAL umschreiben.
Kennt sich damit jemand aus? Es wäre schön, wenn das klappen würde. Ein Vorteil: die Tools arbeiten dateibasiert und müssen nicht unbedingt die Gesamtbitmap im Speicher halten, d.h. es gibt wenig Größenlimits (TIFF auf 4 GB, andere Bitmaps sind unlimitiert). Mit so großen Dateien haben viele andere Windowsprogramme Probleme.
In den FWTools gibt es auch eine Version der GDAL für die Windows-Commandline compiliert:
http://fwtools.maptools.org/