PNA an Fahrrad-Dynamo anschließen?

  • Hallo an die Gemeinde,


    hat Jemand mit seinem PNA schon mal getestet, ob das Gerät auch über den (Naben-)Dynamo seines Rades geladen werden kann?
    Wäre bei mehrtägigen Radtouren von großem Vorteil. Auch wenn natürlich das Kartenmaterial nicht unbedingt auf Radwege abgetimmt ist. Aber beser, als an jeder dritten Weg-Ecke auf die Karte schauen zu müssen....


    Vorteile:


    a) man muß nicht bergeweise Batterien für ein Batterie-Pack kaufen und rumschleppen


    b) der Nabendynamo liefert den Strom praktisch ohne merkliche Mehrbelastung



    Ich bin elektrotechnisch ein ziemlicher Laie. Frage mich daher, wie ich einen konstanten 4,5-5V Ladestrom aus den mehr oder weniger konstanten (?) 6 V des Dynamos erhalten kann. Muß hier ein Stabilisator vorgesehen werden und falls ja: gibt es so ein Ding überhaupt? Oder reicht ein zwischengeschalter Widerstand schon aus, um die Voltzahl nach unten zu bringen?


    Besten Dank für euer Feedback!
    Wie gesagt, bin ich elektrotechnisch nicht voll auf der Höhe. Schaffe es aber schon, ein paar Kabel zusammen zu löten. :]


  • Auf einen "nur" Widerstand würde ich mich hier nicht einlassen. Ein Spannungskonstanthalter wäre schon sinnvoller, es geht schließlich darum,ein rel. teueres Gerät auch zu schützen.


    Conrad sollte sowas rel. preisgünstig anbieten.


    Nun bin ich leider in der Spannungskonstanthalter-Technik nicht mehr so "drin", aber ich denke schon, dass ein normaler Längsregler ausreichen sollte.


    Es werden aber sicher noch genauere Vorschläge kommen.

  • da würde ich eher solarpanele verwenden, wie sie z.b. zum laden von handyakkus fertig angeboten werden.


    hier "solarladegeräte":


    [Blockierte Grafik: http://www.order.conrad.com/xl/5000_5999/5100/5120/5120/512042_LB_00_FB.EPS.jpg]


    artikelnummer 512042-66 für 29,95 euro


    sowas in der art gibts dann auch noch mit eingebautem akku, so daß du einen eigenen akku im solarpanel laden und damit dann das navi betreiben kannst.


    eine ebenfalls einfach alternative für dich wäre, daß du einfach einen passenden akku kaufst, der die nötige tageskapazität hat, welchen du dann als externe ladequelle ansteckst. am abend lädst du dann den akku nach.


  • Danke für Deine Antwort!
    Ich plane allerdings gerne mehrtägige Radtouren und übernachte meist auf Campingplätzen. Da ist prinzipiell zwar Strom vorhanden, aber dann müßte ich für den kompletten Ladevorgang das Gerät im Waschraum bewachen, bevor es sich ein anderer krallt.
    Und mit der Verläßlichkeit der Sonne ist es oft ja auch so eine Sache ...

  • dazu gabs schon einen ausführlichen tread mit lösung. bemüh mal die suchfunktion. ;)

  • Zitat

    Original von 007dete
    ... aus den mehr oder weniger konstanten (?) 6 V des Dynamos erhalten kann. Muß hier ein Stabilisator vorgesehen werden und falls ja: gibt es so ein Ding überhaupt? Oder reicht ein zwischengeschalter Widerstand schon aus, um die Voltzahl nach unten zu bringen?


    Bist du sicher, dass die Dynamospannung mehr oder weniger konstant bei 6V ist, der Dynamo also drehzahlunabhängig arbeitet ?
    Spannungsstabilisatoren sind relativ einfach selber zu bauen, aber nur solche, die eine höhere Spannung in eine konstante niedrigere Spannung umsetzen. Fällt die Quellspannung unter die erforderliche Spannung, dann müsste diese Differenz blitzschnell durch stufenweise Zuschaltung von Akkus oder Kondensatoren erfolgen. Und um die entstehenden Spannungsspitzen zu unterdrücken sind zusätzliche Widerstände und Spulen notwendig. Solche Stabilisatoren gibt es hauptsächlich für 230V und mehr (z.B. in USV-Anlagen).


    Zitat


    Wie gesagt, bin ich elektrotechnisch nicht voll auf der Höhe. Schaffe es aber schon, ein paar Kabel zusammen zu löten. :]


    Dann öffne das Gerät, entferne den 1200er Original-LiION, verlängere die Batteriekabel nach außen, löte einen passenden Stecker dran und stecke einen selbstgebastelten LiPo's dran (Befestigung z.B. mit Klettband).

    Ein KOKAM 2000mAh/3,7V 15C kostet 18,- und wenn du z.B. 3 parallel lötest, dann hast du um nichtmal 60,- einen 150g leichten Akku, mit dem etwa die 5-fache Betriebszeit möglich ist. Mit 4/5/6 Zellen oder höher kapazitiven Einzelzellen ist natürlich eine noch viel längere Betriebsdauer möglich.


    Bei der Lösung mit einem stärkeren Akku hast du den Vorteil, dass die volle Akkuleistung nur für's Navi verwendet wird.
    Bei den zusätzlichen "Notbatterie-Lösungen" dies schon gibt, geht die Hälfte der zusätzlichen Akkuleistung bei der Ladung des eingebauten Akkus durch Wärme und Spannungsbalancing verloren.

  • Zitat

    Original von matm911
    [quote]Original von 007dete
    ... aus den mehr oder weniger konstanten (?) 6 V des Dynamos erhalten kann. Muß hier ein Stabilisator vorgesehen werden und falls ja: gibt es so ein Ding überhaupt? Oder reicht ein zwischengeschalter Widerstand schon aus, um die Voltzahl nach unten zu bringen?


    Bist du sicher, dass die Dynamospannung mehr oder weniger konstant bei 6V ist, der Dynamo also drehzahlunabhängig arbeitet ?


    [quote]


    Nein, habe ich noch nicht getestet. Deswegen auch das Fragezeichen hinter konstanten. Mit Sicherheit wird der Dynamo seine Schwankungen haben. Keine Ahnung, was z.B. bei unter 15km/h passiert, wenn eine Steigung zu bewältigen ist bzw. das Rad geschoben wird.

  • Zitat


    Wie gesagt, bin ich elektrotechnisch nicht voll auf der Höhe. Schaffe es aber schon, ein paar Kabel zusammen zu löten. :]


    Dann öffne das Gerät, entferne den 1200er Original-LiION, verlängere die Batteriekabel nach außen, löte einen passenden Stecker dran und stecke einen selbstgebastelten LiPo's dran (Befestigung z.B. mit Klettband).

    Ein KOKAM 2000mAh/3,7V 15C kostet 18,- und wenn du z.B. 3 parallel lötest, dann hast du um nichtmal 60,- einen 150g leichten Akku, mit dem etwa die 5-fache Betriebszeit möglich ist. Mit 4/5/6 Zellen oder höher kapazitiven Einzelzellen ist natürlich eine noch viel längere Betriebsdauer möglich.


    Bei der Lösung mit einem stärkeren Akku hast du den Vorteil, dass die volle Akkuleistung nur für's Navi verwendet wird.
    Bei den zusätzlichen "Notbatterie-Lösungen" dies schon gibt, geht die Hälfte der zusätzlichen Akkuleistung bei der Ladung des eingebauten Akkus durch Wärme und Spannungsbalancing verloren.[/quote]


    Das Gerät möchte ich - zumindest während der Garantiezeit - nicht öffnen.
    Habe in anderen Threads auch einiges zu den externen Stromquellen via Zellen oder anderer Akkus mit höheren Kapazitäten gelesen. Generell dann wieder das Thema, wie ich die dann abends wieder geladen bekommen (s.o.)


  • Zitat

    Das Gerät möchte ich - zumindest während der Garantiezeit - nicht öffnen.
    Habe in anderen Threads auch einiges zu den externen Stromquellen via Zellen oder anderer Akkus mit höheren Kapazitäten gelesen. Generell dann wieder das Thema, wie ich die dann abends wieder geladen bekommen (s.o.)


    Schau mal bei Globetrotter. Da gibt es ein BatteriePack, an das auch ein Solarpanel angesteckt werden kann, das hat alks Ausgang eine ZigAnz-Buchse. Womit sich ein Kfz-Ladegerät anschließen läßt, dabei sind alle Probleme gelöst. Ein etwas teuere Lösung aber Idiotensicher.

    Einmal editiert, zuletzt von karomue ()

  • Für alle, die weder im Elektronik-Basteln sehr begabt sind, noch das Gerät modifizieren wollen gäb's noch eine andere, relativ einfache Lösung (aber nicht gerade günstig):


    An einem (separatem) elektronisch stabilisierten Dynamo, wie z.B. dem DYMOTEC S6, wird ein USB-Gerätekabel angeschlossen (Belegung gibt's in einem früheren 465er Beitrag oder im Internet).
    Dieses USB-Kabel wird dann einfach an's Navi angeschlossen (wie auch das 5V-Ladekabel oder das 6V-Notlade-Pack).


    Schon ab 10km/h stehen dann 6V und 3W zur Verfügung. Für einen vollgeladenen Akku sollten die 0,5A zur Ladungserhaltung reichen.
    Die Fahrradbeleuchtung sollte dann aber nicht noch zusätzlich über diesen Dynamo laufen.


    edit: upps, gleichrichter hab ich vergessen ...
    Übrigens, mit einem 12V Dynamo und einem 6V Spannungsregler würde die Spannungsversorgung bzw. Ladespannung auch schon bei kleineren Drehzahlen vorhanden sein.

    Einmal editiert, zuletzt von matm911 ()

  • Um hier mal auf die eigentliche Frage von 007dete zu kommen:


    Ich meine, daß man folgende Bauteile benötigt:


    1. einen Brücken-Gleichrichter für 1 Ampere
    (das Navi-Netzteil liefert auch nicht mehr, mehr Strom zieht das Navi also nicht)
    z.B. für 89 Cent bei Conrad Art.-Nr.: 501212 - 62
    an die Dynamowechselspannung zu schalten.


    2. einen Festspannungsregler 5 Volt (und auch 1A )
    z.B. "LM 2940 CT 5V" für 2,81 Euro bei Conrad Art.-Nr.: 175714 - LN
    zwischen Gleichrichter und Navi in die Plus-Leitung zu schalten.


    3. einen dazu passenden Kühlkörper oder ein Stückchen Alublech
    An den Spannungsregler zu schrauben.


    4. einen Kondensator 470 nF (nano-Farad)
    z.B. für 14 Cent bei Conrad, Best.-Nr. 500772-13
    Parallel zum Gleichrichterausgang vor den Spannungsregler zu schalten.


    5. einen Elektrolyt-Kondensatur (Elko) 2200 µF (micro-Farad), mind. 5 Volt
    z.B. 2200 µF, 16 V bei Conrad für 1,10 Euro, Art.-Nr. 468096-13
    Parallell zum Navi zur Stabilisierung hinter den Spannungsregler zu schalten.


    6. für Navi passenden Stromversorgungsstecker (Mini- USB Stecker)
    keine Ahnung woher.


    Die beiden mit ~ gekennzeichneten Anschlüsse des Gleichrichters werden mit der Wechselspannung des Fahrraddynamos versorgt. Die entstehende, ungeregelte Gleichspannung wird am Minuspol (-) und Pluspol (+) des Gleichrichters abgegriffen. Die Minusleitung geht direkt durch bis zum Minus-Anschluß am Navi.


    In die Plusleitung hingegen wird der Spannungsregler zwischengesetzt. Wenn es sich dabei um ein flaches Bauteilgehäuse handelt, man auf die Beschriftungsseite schaut und die Beinchen dabei nach unten weisen, ist der Eingang des Spannungsreglers das linke Bein. Rechts ist dann der Ausgang und in der Mitte Masse (-).
    Eingang an Gleichrichter + anschließen, Ausgang zum Navi + Stromeingang. Das mittlere Bein wird auf Minus gelegt.


    Zwischen seinen Eingang (Gleichrichter-Plus) und Minus kommt zusätzlich der 470 nF Kondensator.


    Zwischen seinen Ausgang (Navi-Plus) und Minus kommt zusätzlich der 2200 µF Elko (Polung +/- beachten!)


    Gewähr übernehme ich natürlich keine, wüßte aber nicht, was daran schiefgehen könnte. Der Spannungsregler schaltet bei zu hoher Eingangsspannung (>30 V) automatisch komplett ab, und außerdem bei Überhitzung. Unterspannung wird dem Navi vermutlich nichts schaden und auch nichts nützen. Der Akku dürfte eine zusätzliche Stabiliserung und Glättung bewirken. Möglicherweise hat das Gerät auch zusätzlich eine interne Stabilisierung.


    Viel Spaß beim Basteln!

  • Hallo Christian,


    herzlichen Dank für die ausführliche und detailierte Antwort (sogar mit Artikelnummern !!)!!


    Werde ich sicher demnächst mal austesten. Das müßte ich mit meinem Lötkolben noch auf die Reihe bekommen. :)


    Beste Grüße
    007dete

  • wenn schon, denn schon, nech?


    Gruß, Christian


    (Da nimm' su'n Stück Schweissdroht, un denn hat sick dat!")

    4 Mal editiert, zuletzt von Der kleine Christian ()

  • Zitat

    Original von Der kleine Christian


    (Da nimm' su'n Stück Schweissdroht, un denn hat sick dat!")


    ... du tüdelst den Schweissdroht hier so um, nu guck werner und dann hat sick dat ... :D :gap : drink



    ... soviel Zeit muss sein ... aber insgesamt eine interessante Idee muss ich zugeben ...